Ein Dorf für Co-Worker im Böhmischen Dorf

Traditionen spielen eine große Rolle im Böhmischen Dorf. Zahlreiche Familien sind Nachfahren böhmischer Exulanten und leben schon seit Generationen dort. Zugleich verändert sich zwischen der Richardstraße und Kirchgasse aber auch vieles, und vor allem das Entstehen des Unicorn-Villages Rixdorf wurde skeptisch beäugt. Zumal auf dem ehemaligen Grundstück einer Autowerkstatt Kahlschlag am Anfang stand und nicht alle Anwohner wussten, Weiterlesen

Zerbrechliches aus der Gegenwart und Vergangenheit im Museum Neukölln

„Seit 35 Jahren bin ich auf keramischer Entdeckungs-reise und bewege mich in den Bereichen der angewandten und bildenden Kunst sowie der räumlichen Gestaltung mit Kunst am Bau“, sagt Martina M. Thies über sich und ihre Arbeit. Die Vielfalt des Porzellans beschäftigt die Künstlerin seit vielen Jahren und hat sie zu ihren selbstgedrehten, verformten, applizierten und bemalten Porzellan-arbeiten inspiriert.

Die von Thies gestaltete Rauminstallation „Die Blaue Blume“ wurde am Donnerstagabend im Museum Neukölln eröffnet. Für die Ausstellung hat sie ihre Kunstwerke in einen Zusammenhang mit historischen Objekten Weiterlesen

Städtepartnerschaftsverein Freunde Neuköllns kümmert sich wieder um Denkmalspflege

„Mit der Veranstaltungsreihe ‚Neuköllner Zeitreisen‘ besinnen sich die Freunde Neuköllns wieder auf den ursprünglichen Anlass der Vereinsgründung im Jahr 1983, nämlich auf die Unterstützung kulturhistorischer Baudenkmäler im Bezirk“, erklärte Bertil Wewer, Vorsitzender des Traditionsvereins, der seit 1997 seinen Schwerpunkt auf die Pflege der 13 Neuköllner Städtepartnerschaften legt.

Wewer und viele andere Geschichtsinteressierte waren Sonntagnachmittag bei sonnigem Wetter an den Haupteingang des Garnisonsfriedhofs am Columbiadamm gekommen, um zum Auftakt des neuen Veranstaltungsformates an einer Führung des Historikers Werner Schmidt teilzunehmen. „Der Garnisonsfriedhof ist ein Erinnerungsort, Weiterlesen

Eine „gute Geste zur Bewahrung des Berliner Erbes tschechischer Kultur“: Liberda auf dem Böhmischen Gottesacker in Neukölln wiederbeigesetzt

Auf einer Audienz bei König Friedrich Wilhelm I. konnte Johann Liberda im August 1732 die Ansiedlung böhmischer Exulanten in Berlin bewirken. Zu Liberdas 275. Todestag, dem 9. August 2017, wurden seine sterblichen Überreste von Nachfahren der Glaubensflüchtlinge – im Anschluss an eine feierliche Gedenkveranstaltung – auf dem Böhmischen Gottes-acker wiederbeigesetzt. Liberdas Gebeine waren im April 1994 im Zuge archäologischer Grabungsarbeiten unter dem Altar der böhmisch-lutherischen Kirche in Berlin – Mitte gefunden worden. Nach einer Weiterlesen

Wie nehmen Neuköllner ihren Bezirk wahr und wie wird er von anderen wahrgenommen?

Diese Selbst- und die Fremdwahrnehmung ist seit langem im Fokus der kommu-nalen Kulturarbeit. Der N+Fotowettbewerb, den die Bürgerstiftung Neukölln seit 2006 ausrichtet, trägt viel zu dieser Selbsterkun-dung bei, denn die zwölf besten eingesandten Bilder werden regelmäßig in einem Wandkalender veröffentlicht. In diesem Jahr lautete das Wett-bewerbs-Thema „Fokus Neukölln“, und ich gehörte für das FACETTEN-Magazin der Jury an, die am vergangenen Freitag die Sieger ehrte.

„Wo ist denn das? Das sieht ja aus wie am Meer!“, dieser Kommentar war häufig bei der Preisverleihung im Neuköllner Leuchtturm zu hören. Er galt Weiterlesen

Auch in Neukölln: Tafelrunden für die Demokratie

Wer sich ohnehin schon darüber ärgert, dass es auf Bürgersteigen nicht nur durch Müllhaufen, sondern auch durch die Tische und Stühle von Cafés und Restaurants immer enger wird, sollte am kommenden Samstag am besten zuhause bleiben. Denn dann ruft die Initiative Offene Gesellschaft ab 17 Uhr bundesweit zum Tafeln für die Demokratie auf. „Tische und Stühle raus, schön eindecken, Freunde, Nachbarn und Fremde einladen, essen debattieren, feiern und gemeinsam sagen, welches Land Deutschland sein will und kann“, ist das Motto.
Wie es praktisch umgesetzt wird, zeigte sich bereits vor fünf Jahren im Böhmischen Dorf, als die Kirchgasse zur Kaffeetafel wurde. Sonnabend ist mancherorts in Neukölln Ähnliches zu erwarten: beispielsweise auf der Schillerpromenade, vor dem Haus Sonnenallee 162, in der Herrfurthstraße 33, wo gepicknickt wird, oder auch auf dem Tempelhofer Feld, wo eine  Weiterlesen

Nicht aus Neuköllns Böhmischem Dorf wegzudenken

Weil drei evangelische Kirchengemeinden aus Rix-dorf tief in die Kassen griffen und die Finanzierung stemmten, konnte König Friedrich Wilhelm I. ein Denkmal im Böhmischen Dorf gesetzt werden. Heute vor 105 Jahren wurde es als Zeichen der Dankbarkeit darüber, dass böhmische Exulanten hier eine neue Heimat fanden, in der Kirchgasse enthüllt.
Geschaffen hat die Statue – mit Reliefs der Dar-stellung migrierender Böhmen im Sockel – der Bildhauer Alfred Reichel. Es wurde für den kunst-geschichtlich weitgehend vergessenen Künstler, der 1928 in Berlin starb, das bedeutendste Werk.