Eine „gute Geste zur Bewahrung des Berliner Erbes tschechischer Kultur“: Liberda auf dem Böhmischen Gottesacker in Neukölln wiederbeigesetzt

Auf einer Audienz bei König Friedrich Wilhelm I. konnte Johann Liberda im August 1732 die Ansiedlung böhmischer Exulanten in Berlin bewirken. Zu Liberdas 275. Todestag, dem 9. August 2017, wurden seine sterblichen Überreste von Nachfahren der Glaubensflüchtlinge – im Anschluss an eine feierliche Gedenkveranstaltung – auf dem Böhmischen Gottes-acker wiederbeigesetzt. Liberdas Gebeine waren im April 1994 im Zuge archäologischer Grabungsarbeiten unter dem Altar der böhmisch-lutherischen Kirche in Berlin – Mitte gefunden worden. Nach einer Untersuchung wurden sie damals an Manfred Motel als Vorsitzenden des Förderkreises Böhmisches Dorf in Berlin-Neukölln e. V. übergeben.

Die Gedenkfeier vor der Wiederbeisetzung des Predigers Liberda auf dem Gottesacker im Böhmischen Dorf begann mit einer Andacht im Saal der evangelisch-reformierten Bethle-hemsgemeinde in der Richardstraße. Henning Vierck, ehemaliger Leiter des Comenius Gartens, trug die wichtigsten Stationen aus dem Leben Liberdas vor, der am 9. Mai 1700 im oberschlesischen Schmelzdorf geboren wurde und am 9. August 1742 in Berlin starb. Anschließend begleiteten die Gäste der Gedenkveranstaltung, zu denen der Botschafter der Tschechischen Republik, S.E. Tomáš Jan Podivínský ebenso wie Neuköllns stellvertretender Bezirksbürgermeister Falko Liecke gehörten, die weiße Truhe mit den sterblichen Überreste Liberdas zum Böhmischen Gottesacker. Auf dem Weg wurden im Saal der Evangelischen Brüder-gemeine  in der Kirchgasse wie auch vor der Bethle-hemskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Rixdorf am Richardplatz feierliche Zwi-schenstationen mit musikali-schen Beiträgen gemacht.

Falko Liecke, stellvertretender Bezirksbürgermeister von Neukölln, würdigte die Leistungen des Geistlichen und erinnerte daran, dass der Hussitenkelch im Wappen Bezirks für die böhmischen Glaubensflüchtlinge stehe, die einst im Bezirk Aufnahme fanden: „Es ist eine gute Geste zur Bewahrung des Berliner Erbes tschechischer Kultur, dass Liberda nun in unserem Neukölln wiederbeigesetzt wird“, sagte Liecke bevor er gemeinsam mit Botschafter Podivínský eine Gedenktafel für Johann Liberda enthüllte.

=Christian Kölling=

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