Spielbetrieb mit Fokus auf Publikum aus Berlin

„Es lässt sich derzeit nicht prognostizieren, zu welchem Zeitpunkt, in welcher Größenordnung und aus welchen Ländern Touristinnen und Touristen nach Berlin reisen werden. Die inzwischen ergriffenen und geplanten Maßnahmen der Lockerung, u. a. in der Hotellerie und Gastronomie, lassen diesen Schluss noch nicht zu.“ Ernüchternd fiel die Antwort aus, die Dr. Torsten Wöhlert, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, der Abgeordneten Sibylle Meister (FDP) gab, die mit einer Schriftlichen Anfrage (Drucksache 18/23267, f) im Berliner Landesparlament Weiterlesen

Corona in Neukölln: Heimathafen schränkt den Spielbetrieb ein

Der Heimathafen Neukölln wird bis Anfang April auf einen eingeschränkten Spielbetrieb umstellen, damit weder Publikum noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einem unnötigen Risiko in Sachen Covid-19-Infektion ausgesetzt werden, teilte gestern das Volkstheater mit. Verbunden war die Nachricht mit dem deftigen Kommentar in einer bunten Illustration: „Corona ist ein Arsch“.

Nach derzeitigem Stand (!) werden am 13. März das Bühnenprogramm von Jan Philipp Zymny und am 19. März Weiterlesen

Operette für alle: Das Ensemble ConTutti bringt „Die Fledermaus“ in den Heimathafen Neukölln

In der glamourösen Wiener Staatsoper gehört sie zum Repertoire und steht seit Silvester 1900 am Beginn des Jahres regelmäßig auf dem Spielplan. Im großen Saal des Heimathafens Neukölln dagegen – wo früher ein Theater der einfachen Leute war, das in den 1930er Jahren als Kino umfunktioniert wurde – verzauberte am vergangenen Montagabend die bekannteste Operette des Komponisten Johann Strauß wahrscheinlich zum ersten Mal. Mit einer erfolgreichen Premiere der Fledermaus im ausverkauften Haus Weiterlesen

Kritik und Anerkennung für die Frontal 21-Dokumentation „Wem gehört Neukölln?“

Ein halbes Jahr lang begleiteten die Autoren Christian Esser und Anne Herzlieb Bezirksbürgermeister Martin Hikel zu Polizeieinsätzen, Bürgerfesten und bei Terminen, in denen es um Immobilienspekulationen und steigende Mieten ging. Im Sommer wurde ihre 45-minütige Dokumentation „Mein Haus, mein Kiez, mein Clan – Wem gehört Neukölln?“ erstmals im ZDF ausgestrahlt.

Am Dienstagabend luden die beiden Frontal 21-Autoren zu Weiterlesen

„Mittelmeer-Monologe“ bringen die tödlichste Grenze der Welt auf die Bühne des Heimathafens Neukölln

„Ich will den Überfahrten menschliche Gesichter geben, statt nur abstrakte Zahlen zu verbreiten“, stellte Michael Ruf von der Bühne für Menschenrechte sein neuestes dokumentarisches Theaterstück bei der Uraufführung am vergangenen Donnerstagabend im Heimathafen Neukölln vor. Dann appellierte er an das Premierenpublikum: „Helfen Sie mit, dass die ‚Mittelmeer-Monologe‘ in möglichst vielen deutschen Städten zu sehen sind.“ Rund 700 Mal wurden seine ersten drei dokumentarischen Theaterstücke „Asyl -Monologe”, “Asyl-Dialoge” und “NSU-Monologe” in ganz Deutschland aufgeführt. Für sein viertes wortgetreues Theaterstück „Mittelmeer-Monologe“ Weiterlesen

Exkursion zu Kunst- und Kultur-Orten im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße

Nein, eine Touristengruppe war es nicht, die am Dienstagnachmittag vor dem Heimathafen Neukölln mit Kopfhörern und Mikrophon ausgerüstet zu einer Erkundungstour durch das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße aufbrach. Vielmehr bestand die Gruppe aus Teilnehmer der „Lenkungsgruppe vor Ort“, die die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] zum zweiten Mal einberief, nachdem es im Sommer 2018 eine gut besuchte Begegnung auf dem KINDL-Gelände im Rollbergviertel Weiterlesen

„Bevor der Messias kommt!“: Berlin-Premiere von Aydin Isik im Heimathafen Neukölln

„Es gibt nur einen Gott – und der hat einen komischen Humor.“ Mit Tiefgang und Sarkasmus stellte der Kabarettist Aydin Isik am Mittwoch vergangener Woche sein Kabarett-Programm „Bevor der Messias kommt!“ bei der Berlin-Premiere im Heimathafen Neukölln vor. Es dreht sich um die Odyssee des erneut auf die Erde gesandten Messias, der versucht aus Bethlehem nach Europa zu gelangen.

„Du denkst, deine Religion ist die Beste und dein Gott, Allah, Jehowa oder wie auch immer er heißt, ist der Wahrhaftigste, der Barmherzigste, der Mächtigste und ganz anders, als die anderen?“ Isik klärt auf, dass die Realität seit tausenden Jahren eine andere ist. Dem türkischstämmigen Schauspieler und Regisseur Aydin Isik reichen wenige Requisiten Weiterlesen

„He, du Glückliche!“ hinterfragt, was von der Rolle der Frau im DDR-Sozialismus geblieben ist

29 Lebensgeschichten ostdeutscher Großmütter, Töchter und Enkelinnen haben Monika Stenzel und Ulrike Jackwerth in ihrem Buch „He, du Glückliche“ zusammengetragen, das im Mai beim Mitteldeutschen Verlag erschien. Für ihre Buchpremiere kamen die beiden gelernten Schauspielerinnen am 2. Juni in das vollbesetzte Studio des Heimathafens Neukölln.

Monika Stenzel (r.), die die Texte schrieb, wurde in Halle an der Saale geboren und schloss eine Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ab. Die in der Wiener Neustadt geborene Ulrike Jackwerth, die für die Leitung Weiterlesen

Auf der Bühne fürs Leben lernen

Aufgeregte Premierenstimmung herrschte bei der Eröffnung des 23. Neuköllner Theatertreffens der Grundschulen (NTT) am vergangenen Montag im Heimathafen Neukölln: Kinder flitzten vor ihrem Auftritt in aufwändigen Kostümen durch das Foyer und Eltern mit Kameras aller Art erwarteten den Auftritt ihres Nachwuchses auf der großen Bühne im Theatersaal, wo vier Berliner Grundschulen kleine Ausschnitte ihrer Inszenierungen zeigten.

„Das Neuköllner Theatertreffen der Grundschulen hat sich längst zu einer Institution entwickelt, die aus dem Berliner Schulleben und der Kulturlandschaft des Bezirks Neukölln nicht mehr Weiterlesen

Neukölln wird zum Zentrum des Singens in Deutschland

„Das Haus ist ein besonderes“, findet Franziska Giffey. 2014 stand es schon einmal in den Schlagzeilen, erinnert die künftige Ex-Bürgermeisterin von Neukölln, die heute als neue Bundesfamilienministerin vorgestellt wird: Damals sei die heruntergekommene Immobilie in der Karl-Marx-Straße 145, die einer arabischen Großfamilie gehörte, zwangsversteigert worden und der Termin habe nur mit einem Großaufgebot der Polizei stattfinden können. Von 17 Clan-Mitgliedern, Tumulten im Amtsgericht und von niemandem außer einem anonymen Käufer, der sich den Erwerb des Hauses getraut habe, spricht Giffey.

Aus ihrer Begeisterung darüber, dass ausgerechnet dieses Gebäude jetzt an den Deutschen Chorverband (DCV) weiterverkauft wurde, der hier Weiterlesen

Gastspiel der Theatergruppe Azdar mit „Geschichte einer Tigerin“ im Heimathafen Neukölln

Kabul im Dezember 2014 bei der Premiere des Stückes „Herzklopfen. Die Stille nach der Explosion“ der Theatergruppe Azdar: Während ein Schauspieler eine leblos wirkende Person im Rampenlicht über den Bühnenboden hinter sich her zieht, wird die Szene jäh durch eine Explosion beendet. Manche Zuschauer klatschen – sie halten die Explosion für einen besonders realistischen Effekt. Erst als Panik ausbricht, versteht das Publikum, was passiert ist. Zwei Theater-besucher und der 17-jährige Selbstmord-attentäter werden tödlich verletzt, wie die sehenswerte WDR-Dokumentation „Spielen für die Freiheit: die afghanische Theatergruppe Azdar“ Weiterlesen

„Kunst und Neukölln gehören zusammen“: Neuköllner Kunstpreis 2018 im Heimathafen Neukölln verliehen

„Neukölln ist nicht mehr nur Problembezirk. Wir müssen uns schon lange nicht mehr verstecken!“ Mit dieser selbstbewussten Einschätzung begrüßte Dr. Martin Steffens vom Kulturnetzwerk Neukölln am Samstagabend die vielen Besuche-rinnen und Besucher, die zur Verleihung des 2. Neuköllner Kunstpreises in den Heimathafen Neukölln gekommen waren. „Die Qualität und Quantität der künstlerischen Produktion in Neukölln ist im internationalen Vergleich sehr hoch“, erläuterte Steffens seine vielleicht einige Menschen Weiterlesen

Premiere des Dokumentarfilms „Überleben in Neukölln“

„Überleben in Neukölln“ heißt der neueste Film des Regisseurs Rosa von Praunheim, der am vergangenen Donnerstag im Kino Moviemento auf der Kreuzberger Seite des Kottbusser Damms uraufgeführt wurde.

Dass Praunheim um die politische Wirkung von Filmtiteln weiß, zeigte er mit seinem Spielfilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“, der Anfang der 1970er Jahre den Weg für die politische LGBTI-Bewegung ebnen half, die heute für ein selbstbestimmtes Leben von Lesben, Schwulen (englisch: Gays), Bisexuellen, Trans-Menschen und Intersexuellen eintritt. Diesmal Weiterlesen

Ermutigung zum Perspektivwechsel

Die neueste Theaterproduktion des Jugendclubs Active Player Nk, das Stück „Die Matrix der Demokratie“ feierte am vergangenen Donnerstag Premiere im Studio des Heimathafens Neukölln. 21 junge Frauen und Männer zwischen 12 und 25 Jahren erkundeten auf der Bühne den Geheim-Code, die Matrix der Demokratie. In vielen aufeinander folgenden Szenen setzten sie sich spielerisch mit ganz grundlegenden Fragen auseinander: Was kann Demokratie? Wollen und können wir überhaupt Demokratie?

Miteinander streiten, sich versöhnen, Ausgeschlossene einbeziehen, Toleranz üben und Vielfalt akzeptieren – so sieht es aus, wenn Jugendliche und Weiterlesen

Weltweite Proteste gegen alternative Fakten

„Wir brauchen mehr Wissenschaftler, deren Eltern nicht studiert haben“, forderte die Soziologin Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissen-schaftszentrums Berlin (WZB), am Sonnabend bei der Abschlusskundgebung des March for Science am Brandenburger Tor. Um Solidarität mit denen zu zeigen, denen die Grundlagen ihrer wissenschaftlichen Arbeit entzogen worden sind, gab es unter dem Motto March for Science am 22. April weltweit rund 500 Kundgebungen für Wissenschaftsfreiheit. Die Proteste gegen Weiterlesen

Science Slam: Forschung, die begeistert

tanja-roth_science-slam-tu-dresden„Ich rede gerne über ‚Abgeschwächte Total-reflexions-Infrarot-Spektroskopie‘“, verblüffte die Naturwissenschaftlerin Tanja Roth Freitagabend beim 2. Science Slam im Heimathafen Neukölln das Publikum. Um den Besuchern ihr Lieblings-thema näherzubringen, hatte sie die aus dem Kasperletheater bekannten Handpuppen Prinzes-sin und Krokodil mit auf die Bühne gebracht.

Das englische Wort Slam wurde erstmals 2004 in der Verbindung Poetry Slam im Duden erwähnt. Es bezeichnet einen auf der Bühne ausgetragenen Wettbewerb, bei dem die Zuschauer gleichzeitig die Jury sind. Der Science Slam, der aus dem Weiterlesen

Bedrückend, verstörend und bejubelt: Premiere des Einakters „Human Traffic“ im Heimathafen Neukölln

Eine Flüchtlingsgeschichte, die die Wirklichkeit schrieb, brachte die Regisseurin Nicole Oder vor fast zwei Jahren mit der Live-Graphic-Novel „Ultima Ratio“ im Heimat-hafen heimathafen-neukoelln_humantrafficcverenaeidel_8Neukölln zur Aufführung. Vergangene Woche stellte das Mitglied der künstlerischen Leitung des Neuköllner Theaters eine neue Live-Graphic-Novel vor: „Human Traffic“ heißt das nach dem Roman „Flucht“ von Hakan Günday inszenierte Bühnenstück, für das Bente Theuvsen wieder als Zeichnerin am Overhead-Projektor saß.

„Die Existenz der Hölle ist noch lange kein Beweis für die Existenz des Paradieses“, legt ein von Alexander Ebeert verkörperter Schleuser und Weiterlesen

„Es gibt immer mehr Menschen, die mit dem Wort Demokratie nichts mehr anfangen können“

„Der Wert eines Dialogs hängt von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab“, mit diesem dem Philosophen Karl Popper zugeschriebenen Zitat begrüßte gestern Abend im plakat-aktion-n_heimathafen-neukoellnHeimathafen Neukölln Ofer Waldman als Moderator ein mit Experten gut besetztes Podium zu einem Gespräch über „Strategien gegen Rechtspopu-lismus“. Ein Zitat, das wie eine Binsenwahrheit klingt: Ofer Waldman, der in Jerusalem geboren wurde, zum Musikstudium nach Berlin zog und hier seit 2015 als freier Autor für Deutschlandradio arbeitet, kam es aber im Saalbau nicht unbedingt leicht über die Lippen.

Das Podiumsgespräch war der finale Programmpunkt einer Sonderveranstaltung namens „Aktion N! Es lebe die Demokratie!“, die zusammen mit Stolperstein-Verlegungen in Neukölln stattfand. Zur Geschichte des Theatersaales gehört nämlich, dass während der NS-Zeit im Saalbau das Eigentum von deportierten jüdischen Neuköllnern gelagert und verkauft Weiterlesen

„Ich möchte, dass die Leute erfahren, was passiert ist“

Bedrückend. Mit diesem Wort kann die Handlung des dokumentarischen Theater-stückes „Die NSU-Monologe. Der Kampf der Hinterbliebenen um die Wahrheit“, nsu_monologe_berlin_buehnendessen Premiere am vergangenen Donners-tag im Heimathafen Neukölln zu sehen war, vielleicht am besten beschrieben werden. Fünf Jahre nach dem zufälligen Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in Zwickau bringt das von der Bühne für Menschenrechte inszenierte Stück einen der bislang haarsträubendsten Skandale des wiedervereinigten Deutschland ins Theater. Geschildert werden in dem authentischen Theaterstück die Weiterlesen

Verschwörungstheorien des Jahres im Heimathafen Neukölln ausgezeichnet

heimathafen neukölln_saalbau neukölln„Nüscht jenauet weeß man nich“, lautet ein Spruch in Berlin. Die humoristische Aufklärungskampagne „Der goldene Aluhut“, die vorgestern im vollbesetzten Heimat-hafen Neukölln ihre Preise für die Verschwörungstheo-rien des Jahres in fünf Kategorien vergab, will den Menschen im Alltag mehr wissenschaftlich fundiertes Wissen vermitteln, ihnen aber nicht unbedingt das Zweifeln austreiben.

Preisträger waren für die Genres Verschwörungstheorien allgemein, Blogs & Medien, Politik, Medizin und Wissen-schaft sowie Esoterik gesucht und gefunden worden. Zu denen, die mit dem Negativ-Award 2016 bedacht wurden, gehören u. a. das Compact Magazin in der Kategorie Medien & Blogs, Neonazi-Agitator Dennis Weiterlesen