Sieger des Neuköllner Kunstpreises 2022 ausgezeichnet

Sieben Künstlerinnen und Künstler mit Wohn- oder Atelierort in Neukölln präsentieren ihre Arbeiten in einer Gruppenausstellung, die seit vergangenen Freitag in der Galerie im Saalbau gezeigt wird. Sie bewarben sich zusammen mit rund 170 Neuköllner Künstlern um den diesjährigen Neuköllner Kunstpreis und wurden von einer fünfköpfigen Fachjury in die engste Auswahl genommen. Für den Kunstpreis 2022 waren nominiert: Das Künstler-Duo Vinzenz Aubry und Merani Schilcher, Kati Gausmann, Bongjun Oh, Dachil Sado, Moran Sanderovich, Kyoco Taniyama sowie Médine Tidou. Bei einer feierlichen Veranstaltung im Heimathafen Neukölln verlieh Kulturstadträtin Karin Korte am Dienstagabend die ersten drei Preise.

Den dritten Preis erhielt Médine Tidou für ihre fotografische Arbeit „Fallen Figures“, die an den aktuellen dekolonialen Diskurs in der Gesellschaft anknüpft. Platz zwei ging an Kyoco Taniyama für ihre objektbezogene Arbeit „Stone will flow, leaves will sink“. Sie setzt sich künstlerisch mit der Wegwerfgesellschaft auseinander. Sieger des Wettbewerbs wurde Dachil Sado (l.) mit seiner Installation „traces of arid dust“. Als Zusatzpreis kaufte die Stadt und Land Wohnungsbauten-Gesellschaft mbH ein Werk des Künstlers Bongjun Oh an, das in der Konzernzentrale des Unternehmens in Neukölln einen Platz finden wird.

„Indem Dachil Sado ein Alltagsobjekt aus dem Spannungsfeld von Gesellschaft, Migration und kulturellen Praktiken herausgreift und es zu einer selbstständigen Kreatur werden lässt, befreit er es von körperlichen Grenzen wie von Zuschreibungen und bringt es gestalterisch und performativ an einen anderen Ort. Durch diese spielerische Entfremdung und Transformation des Alltagsobjekts wird unsere Sichtweise darauf ad absurdum geführt und mit leisem Humor die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Zuschreibungen gestellt“, begründete die Jury die Vergabe des mit 3.000 Euro dotierten ersten Preises an den Künstler, der seit 2015 in Berlin lebt und im Iran geboren wurde.

In einer Gruppenausstellung stellt die Galerie im Saalbau (Karl-Marx-Str. 141) bis zum 24. April die Arbeiten der sieben Nominierten für den Neuköllner Kunstpreis 2022 vor. Öffnungszeiten: täglich 10 – 20 Uhr; ein Besuch ist derzeit ohne die Buchung eines Zeitfensters und ohne Registrierung möglich.

=Christian Kölling=

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