Uraufführung von „Madre®“ im Studio des Heimathafens Neukölln

„Berlin hat wieder Volkstheater!“ Mit diesem selbstbewussten Werbespruch machte der Heimathafen Neukölln einst den Saalbau an der Karl-Marx-Straße und seinen unter Denkmalschutz stehenden Varieté-Saal zu einer bekannten Spielstätte mit überregionaler Ausstrahlung. Coronabedingt war allerdings das heimelige Studio des Heimathafens, das im Saalbau zusätzlich rund 80 Plätze bietet, zwei Jahre lang geschlossen. Vergangenen Freitag endete diese Zwangspause mit der deutschen Uraufführung des Stückes „Madre® – Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“ der mallorquinischen Dramatikerin Marta Barceló. Und am Ende des Theaterabends stand für mich fest: „Neuköllns Volkstheater ist definitiv wieder da!“

Wera Herzberg (l.) und Inka Löwendorf (r.) bringen in dem Zweipersonenstück unter der Regie von Réka Kincses souverän und humorvoll die Geschichte einer äußerst ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung auf die Bühne. Felicitas, über 60, verwitwet und kinderlos, hat nur eine kleine Rente und kaum soziale Kontakte. Um ihre bescheidenen Lebensumstände zu verbessern, gibt sie eine Zeitungsannonce auf, in der sie gegen Bezahlung ihre Dienste als Mutter anbietet. Anna, 38, erfolgreiche Chefin einer Werbeagentur, alleinstehend, vermögend und selbst auf der Suche nach einer kleinen Adoptivtochter, für die sie ein familiäres Netzwerk braucht, antwortet auf das Inserat. Bald werden die beiden Frauen handelseinig und schließen einen detaillierten, befristeten Vertrag – Urlaubsgeld für die Mutter sowie selbstgemachte Cannelloni für die Tochter inklusive.

Doch lässt sich ein glückliches Familienleben in der Wirklichkeit so wie in einem Werbefilm ohne Komplikationen inszenieren? Marta Barceló entwickelt in ihrem 90-minütigen Bühnenstück, das auf Katalanisch geschrieben wurde, die verwickelten Beziehungen zwischen Mutter und Tochter in ihrer ganzen Komplexität. Das dankbare Boulevardthema zeigt, wie wichtig – aber auch anstrengend – Verabredungen und Verbindlichkeiten sein können. Es geht, kurz gesagt, um den allgemeingültigen Wert von menschlichem Zusammenhalt und Liebe.

„Madre® – Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“ spielt wieder am 13., 14., 19. und 21. Mai sowie am 10., 11., 17. und 18. Juni um 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) im Studio des Heimathafens Neukölln.

Am 13. Mai gibt es nach der Vorstellung ein Gespräch mit den Schauspielerinnen Wera Herzberg und Inka Löwendorf sowie mit Regisseurin Réka Kincses.

Am 17. Juni ist Neukölln-Tag im Studio des Heimathafens: Für alle, die eine Neuköllner Meldeadresse im Ausweis haben, gibt es Tickets zum Preis von 6,00 Euro exklusiv an der Abendkasse.

Aus gegebenem Anlass – am 8. Mai ist Muttertag! – gibt es auch Ermäßigungen für Mutter-Tochter-Paare. Weitere Infos hier.

=Christian Kölling=

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