Premiere fernab des Südens

So weit im Norden Neuköllns wie gestern war er noch nie. „2008 gab es den ersten Kreiskirchentag in der Gropiusstadt, wo er 2010 wieder stattfand“, berichtet kreiskirchentag2016 neukoellnEbba Zimmermann, die Öffentlichkeitsbeauftragte beim Ev. Kirchenkreis Neukölln. 2012 war er dann in Königs-Wusterhausen, weil seit einer Fusion auch einige Gemeinden in Brandenburg Mitglieder des Neuköllner Kirchenkreises sind: „Und 2014 fiel er wegen einer anderen Großveranstaltung ganz aus.“

Nun also die Premiere in Nord-Neukölln, mit dem Motto „Weltweit – weltoffen“ und der Genezareth-Kirche am Herrfurthplatz als Gast-geberin. „Gemeinden, die so optimale örtliche Bedingungen bieten, Weiterlesen

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Feiern an Feuern

Der Besuch eines Osterfeuers gehört für viele zum Osterfest wie das Eiersuchen oder die Teilnahme an einem Ostermarsch. Auch in Neukölln gibt es Gelegenheiten, osterfeuer britzer garten neukoelln_foto heinz schreiberdem Brauch beizuwohnen, der die Wieder-auferstehung, das Verabschieden des Winters und das Begrüßen des Frühlings symbolisiert: Im Britzer Garten lodert das große Osterfeuer schon heute, ein vergleichsweise kleines wird dagegen morgen – wenige Stunden nach Inkrafttreten der Sommerzeit – zum Frühgottes-dienst um 6 Uhr vor der Genezareth-Kirche angezündet. Ab mittags lädt dann der Milchhof Mendler zu seinem traditionellen Osterfamilienfest mit Eiersuchen, Treckerfahrten, Live-Musik und Osterfeuer ein.

Annäherung mit vielen Fragen und noch mehr Antworten an jüdische Lebenswelten

judentum-gespraechsreihe_genezareth-kirche neuköllnJüdisches Leben spielte in Berlin lange eine große Rolle. Vor 90 Jahren wohnten rund 173.000 Menschen jüdischen Glaubens in der Stadt und prägten sie. Auch synagoge neukoellnin der Nähe des Neuköllner Rathauses, in der Isarstraße, gab es damals eine Synago-ge. Den 2. Weltkrieg und das Ende des Nazi-Regimes haben nur knapp 9.000 Juden in der Hauptstadt er- und überlebt.

Vor allem durch den Zuzug von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wuchs die Stärke der jüdischen Gemeinde in Berlin seit den 1990er Jahren wieder an: Heute zählt sie über 10.000 Mitglieder Weiterlesen

Süßes und Praktisches nach einem Abend mit schwerer Kost

sarglager_markaz islamische bestattungen_neuköllnEs ist eine schwierige Entscheidung, die die Abgeordneten des Bundestages in genau einem Monat treffen wollen, denn es geht um Leben und Tod. und um die im Grund-gesetz verbriefte Würde des Menschen. Oder genauer: Darum, ob und wie künftig in Deutschland das Sterben durch Sterbehilfe, der assistierte Suizid, juristisch geregelt werden soll.

Die Genezareth-Kirche war gut und von Menschen ver-schiedenster Altersgruppen besucht, als kürzlich in ihr dieses komplexe Thema im Rahmen der Reihe Kirche eine Stimme geben behandelt wurde; die Neuköllner Bun-destagsabgeordneten Christina Schwarzer (CDU) und Dr. Fritz Felgentreu (SPD) waren nicht darunter. Auf dem Podium hatte neben Gemein-depfarrerin Ingrid Schröter der evangelische Theologie-Professor Dr. Notger Slenczka Platz genommen. Er habe seinen Zivildienst in der Altenpflege Weiterlesen

Neuköllner Musikfestival mit 20 Weltpremieren

Um bellende Hunde, multilingual johlendes Partyvolk und rumpelnde Rollkoffer geht es bei „neukÖllner originaltÖne“ nicht, sondern um Musik. Seit gestern bieten bei der 13. Auflage des Festivals in der Genezareth-Kirche über 180 Mitwirkende – von hochrangigen Künstlern bis zu Musikschülern, vom Orchester  bis hin zu Solisten – in

neukoellner originaltoene2015_genezarethkirche neukölln

insgesamt 14 Konzerten das breite Spektrum neuerer und neuester Musik dar. 20 der Werke sind so neu, dass es sich bei ihren Aufführungen um Weltpremieren handelt.  Heute wird das Festival von 14 bis 22 Uhr mit diesem Programm fortgesetzt; der Eintritt ist frei.

Von einem roten Mercedes 300 SL, Kartoffelläden, Trümmerbergen und einer Kindheit und Jugend in der „Topgegend von Neukölln“

schillerpromenade 42_neukölln„Da oben haben wir gewohnt.“ Ralf Lambertz zeigt zur ersten Etage des Hauses Schillerpromenade 42. Wir, das waren die Eltern und seine beiden Schwestern. In einer 2-Raum-Wohnung lebten damals alle. „Aber schon mit schillerpromenade_selchower straße_neuköllnBad!“, fügt er gleich noch dazu. In dieser Wohnung verbrachte der heute 73-Jährige die ersten 22 Jahre seines Lebens. Erst 1963 zog er dort aus: „Meine Eltern waren wohl um 1938 eingezogen und wohnten noch bis zum Jahr 1972 in der Schillerpromenade 42.“ Lambertz schaut sich überrascht um. Seit Jahren war er schon nicht mehr am Ort seiner Kindheit und Jugend. „An der Ecke zur Selchower Straße gab es damals ein Le- bensmittelgeschäft, wo man – wie fast überall – anschrei- ben lassen konnte, und im Parterre unseres Hauseingangs war erst ein Kartoffelladen und dann ein Klempner.“ Heute ist eine Weiterlesen

Mahnendes Eingreifen, wo Menschenrechte verletzt sind

genezareth-kirche_neuköllnWenn alle anderen Möglichkeiten ausge-schöpft sind, ist er da: Vor über 30 Jahren nahm der ökumenische Verein Asyl in der Kirche, zunächst als Initiative, seine Arbeit auf und richtete das bundesweit erste Kirchenasyl in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche ein. Seitdem ist er für Menschen, die ihre Heimatländer verließen, als Flücht- linge nach Deutschland kamen, das Asyl- bewerber-Verfahren durchliefen, nicht aner- kannt wurden und nun abgeschoben wer- den sollen, die letzte Hoffnung. Ein Licht- blick in der dunklen Gegenwart, die eine noch finsterere Zukunft befürchten lässt.

Derzeit nehmen acht Gemeinden in Berlin Menschen ins Kirchenasyl auf. „Aktuell betreuen wir 14 Personen, darunter zwei Familien“, berichtete Peter Becker vom Vorstand des Asyl in der Kirche e. V. Berlin letzten Sonntag in der Weiterlesen