Ausstellung in der Genezareth-Kirche erinnert an HAP Grieshaber

Zu Ehren des Graphikers Helmut Andreas Paul Grieshaber, der am 15. Februar 1909 im schwäbischen Ort Rot an der Rot geboren wurde und im Mai 1981 starb, zeigt die Genezareth-Gemeinde am Herrfurthplatz eine Ausstellung von acht Reproduktionen seiner „Passion“ genannten Holzschnitte zum Leben, Sterben und Auferstehen Jesu.

„Mich haben die Bilder fasziniert, weil sie in ihrer Sachlichkeit so nah am Bibeltext sind“, sagte Pfarrer Reinhard Kees gestern Vormittag nach dem Gottes-dienst bei der Vernissage. HAP Grieshaber konnte als verfemter Künstler während der Zeit des Nationalsozialismus Weiterlesen

Abend der Begegnung in Neukölln zum 70. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte

Interreligiöse Feste sind in Neukölln nichts Neues. Schon seit 2005 findet, maßgeblich von der Bürgerstiftung Neukölln initiiert, alljährlich ein Abend der Begegnung statt, der sich dem Dialog verschiedener Glaubensrichtun-gen verschrieben hat. Zu einer interreligiösen Festveranstal-tung anlässlich des 70. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte hat am Montag der Treffpunkt Religion und Gesellschaft e.V. in Kooperation mit der Sehitlik Moschee, der Neuköllner Begegnungsstätte NBS und anderen Institutionen in das Interkul-turelle Zentrum Genezareth (IZG) am Herrfurthplatz eingeladen.  Weiterlesen

„neuköllner originaltöne 2018“: Stündlich wechselnde Konzerte und Performances neuer Musik

An diesem Wochenende findet zum 15. Mal das Festival „neuköllner originaltöne“ für neue und aktuelle Musik in der Genezarethkirche auf dem Herrfurthplatz statt. Gestern Nachmittag wurde das Musikereignis mit dem Stück „Rolling Stones für Cello-Ensem-ble und Murmelbahnen“ eröffnet.

Mit Absicht steht über der vielschichtigen Musikveranstaltung, die die ganze Bandbreite Neuer Musik abdeckt, auch in diesem Jahr kein Motto. Vielmehr konnten Musiker und Musiklehrer ihre Weiterlesen

„Bring ein Buch, nimm ein Buch, lies ein Buch“ – Ostermontag an der BücherboXX am Herrfurthplatz

Weltweit wird am 2. April, dem Geburtstag des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen, der Internationale Kinderbuchtag begangen. Weil der Aktionstag in diesem Jahr auf Ostermontag fiel, gaben einige Aktive aus der Berliner Bookcrossing-Gruppe ganz spontan eine Aktion im Internet bekannt: Sie wollten nachmittags in Neukölln an der BücherboXX auf dem Herrfurthplatz aus Andersens Märchen vorlesen und hatten zahlreiche Kinderbücher zusammen mit ein paar Osterüberraschungen für die Kinder mitgebracht. Doch statt Märchen anzuhören, wollten Kinder und Erwachsene lieber die ersten Frühlingssonnenstrahlen genießen. „Wir haben die Aktion wohl zu kurzfristig angekündigt“, räumte Jaqueline Hayden (r.) ein. Auch wenn Weiterlesen

Premiere fernab des Südens

So weit im Norden Neuköllns wie gestern war er noch nie. „2008 gab es den ersten Kreiskirchentag in der Gropiusstadt, wo er 2010 wieder stattfand“, berichtet kreiskirchentag2016 neukoellnEbba Zimmermann, die Öffentlichkeitsbeauftragte beim Ev. Kirchenkreis Neukölln. 2012 war er dann in Königs-Wusterhausen, weil seit einer Fusion auch einige Gemeinden in Brandenburg Mitglieder des Neuköllner Kirchenkreises sind: „Und 2014 fiel er wegen einer anderen Großveranstaltung ganz aus.“

Nun also die Premiere in Nord-Neukölln, mit dem Motto „Weltweit – weltoffen“ und der Genezareth-Kirche am Herrfurthplatz als Gast-geberin. „Gemeinden, die so optimale örtliche Bedingungen bieten, Weiterlesen

Feiern an Feuern

Der Besuch eines Osterfeuers gehört für viele zum Osterfest wie das Eiersuchen oder die Teilnahme an einem Ostermarsch. Auch in Neukölln gibt es Gelegenheiten, osterfeuer britzer garten neukoelln_foto heinz schreiberdem Brauch beizuwohnen, der die Wieder-auferstehung, das Verabschieden des Winters und das Begrüßen des Frühlings symbolisiert: Im Britzer Garten lodert das große Osterfeuer schon heute, ein vergleichsweise kleines wird dagegen morgen – wenige Stunden nach Inkrafttreten der Sommerzeit – zum Frühgottes-dienst um 6 Uhr vor der Genezareth-Kirche angezündet. Ab mittags lädt dann der Milchhof Mendler zu seinem traditionellen Osterfamilienfest mit Eiersuchen, Treckerfahrten, Live-Musik und Osterfeuer ein.

Annäherung mit vielen Fragen und noch mehr Antworten an jüdische Lebenswelten

judentum-gespraechsreihe_genezareth-kirche neuköllnJüdisches Leben spielte in Berlin lange eine große Rolle. Vor 90 Jahren wohnten rund 173.000 Menschen jüdischen Glaubens in der Stadt und prägten sie. Auch synagoge neukoellnin der Nähe des Neuköllner Rathauses, in der Isarstraße, gab es damals eine Synago-ge. Den 2. Weltkrieg und das Ende des Nazi-Regimes haben nur knapp 9.000 Juden in der Hauptstadt er- und überlebt.

Vor allem durch den Zuzug von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wuchs die Stärke der jüdischen Gemeinde in Berlin seit den 1990er Jahren wieder an: Heute zählt sie über 10.000 Mitglieder Weiterlesen

Süßes und Praktisches nach einem Abend mit schwerer Kost

sarglager_markaz islamische bestattungen_neuköllnEs ist eine schwierige Entscheidung, die die Abgeordneten des Bundestages in genau einem Monat treffen wollen, denn es geht um Leben und Tod. und um die im Grund-gesetz verbriefte Würde des Menschen. Oder genauer: Darum, ob und wie künftig in Deutschland das Sterben durch Sterbehilfe, der assistierte Suizid, juristisch geregelt werden soll.

Die Genezareth-Kirche war gut und von Menschen ver-schiedenster Altersgruppen besucht, als kürzlich in ihr dieses komplexe Thema im Rahmen der Reihe Kirche eine Stimme geben behandelt wurde; die Neuköllner Bun-destagsabgeordneten Christina Schwarzer (CDU) und Dr. Fritz Felgentreu (SPD) waren nicht darunter. Auf dem Podium hatte neben Gemein-depfarrerin Ingrid Schröter der evangelische Theologie-Professor Dr. Notger Slenczka Platz genommen. Er habe seinen Zivildienst in der Altenpflege Weiterlesen

Neuköllner Musikfestival mit 20 Weltpremieren

Um bellende Hunde, multilingual johlendes Partyvolk und rumpelnde Rollkoffer geht es bei „neukÖllner originaltÖne“ nicht, sondern um Musik. Seit gestern bieten bei der 13. Auflage des Festivals in der Genezareth-Kirche über 180 Mitwirkende – von hochrangigen Künstlern bis zu Musikschülern, vom Orchester  bis hin zu Solisten – in

neukoellner originaltoene2015_genezarethkirche neukölln

insgesamt 14 Konzerten das breite Spektrum neuerer und neuester Musik dar. 20 der Werke sind so neu, dass es sich bei ihren Aufführungen um Weltpremieren handelt.  Heute wird das Festival von 14 bis 22 Uhr mit diesem Programm fortgesetzt; der Eintritt ist frei.

Von einem roten Mercedes 300 SL, Kartoffelläden, Trümmerbergen und einer Kindheit und Jugend in der „Topgegend von Neukölln“

schillerpromenade 42_neukölln„Da oben haben wir gewohnt.“ Ralf Lambertz zeigt zur ersten Etage des Hauses Schillerpromenade 42. Wir, das waren die Eltern und seine beiden Schwestern. In einer 2-Raum-Wohnung lebten damals alle. „Aber schon mit schillerpromenade_selchower straße_neuköllnBad!“, fügt er gleich noch dazu. In dieser Wohnung verbrachte der heute 73-Jährige die ersten 22 Jahre seines Lebens. Erst 1963 zog er dort aus: „Meine Eltern waren wohl um 1938 eingezogen und wohnten noch bis zum Jahr 1972 in der Schillerpromenade 42.“ Lambertz schaut sich überrascht um. Seit Jahren war er schon nicht mehr am Ort seiner Kindheit und Jugend. „An der Ecke zur Selchower Straße gab es damals ein Le- bensmittelgeschäft, wo man – wie fast überall – anschrei- ben lassen konnte, und im Parterre unseres Hauseingangs war erst ein Kartoffelladen und dann ein Klempner.“ Heute ist eine Weiterlesen

Mahnendes Eingreifen, wo Menschenrechte verletzt sind

genezareth-kirche_neuköllnWenn alle anderen Möglichkeiten ausge-schöpft sind, ist er da: Vor über 30 Jahren nahm der ökumenische Verein Asyl in der Kirche, zunächst als Initiative, seine Arbeit auf und richtete das bundesweit erste Kirchenasyl in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche ein. Seitdem ist er für Menschen, die ihre Heimatländer verließen, als Flücht- linge nach Deutschland kamen, das Asyl- bewerber-Verfahren durchliefen, nicht aner- kannt wurden und nun abgeschoben wer- den sollen, die letzte Hoffnung. Ein Licht- blick in der dunklen Gegenwart, die eine noch finsterere Zukunft befürchten lässt.

Derzeit nehmen acht Gemeinden in Berlin Menschen ins Kirchenasyl auf. „Aktuell betreuen wir 14 Personen, darunter zwei Familien“, berichtete Peter Becker vom Vorstand des Asyl in der Kirche e. V. Berlin letzten Sonntag in der Weiterlesen

Stilles Spektakel

Hätte  Silvester hierzulande nicht  die leidige  Angewohnheit, regelmäßig  in eine Jah-

estrel_weiße siedlung_wasserturm leykestr_turm genezareth-kirche neuköllnaussicht_turm genezareth-kirche neuköllnaussicht südosten_turm genezareth-kirche neukölln

reszeit namens Winter zu fallen, und stünde die Genezareth-Kirche nicht mitten in Neukölln, dann, ja, dann gäbe es gute Chancen, hier heute Fotos vom Spektakel am Himmel über Berlin in der vergangenen Nacht zu sehen. Weil aber der Winter mit Temperaturen einhergeht, die in 30 Metern Höhe noch unangenehmer sind, und Neu- kölln in der Silvesternacht  kein Ort ist, wo man sich gerne draußen Weiterlesen

„Das werden auch Sie nicht verhindern können!“

ich schmeiß alles hin und werd prinzessin-shirtEin Abend zum Mitreden über das Thema „Aufwer- tung für alle – geht das?“ sollte es werden. Dazu hatte zumindest das Quartiersmanagement Schillerprome- nade vorgestern im Rahmen seiner Woche des Be- suchs in die Neuköllner Genezareth-Kirche eingeladen. Doch dann wurde schnell klar, dass das Mitreden fürs Gros der Besucher schwierig werden und ein Dialog zwischen Podium und Publikum ob der gegenläufigen Ambitionen einer Störer-Gruppe kaum zustandekom- men dürfte.

Bunter, jünger, im Großen und Ganzen besser und multikultureller sei der Schillerkiez seit der Öffnung des Tempelhofer Felds geworden. Es gebe mehr Läden, Gastronomie, Weiterlesen

Vergangenheitssuche in der Gegenwart

„Das hätte ich nicht gedacht“, sagt sie staunend. Was die Frau sieht, mag so gar nicht zu dem passen, was sie erwartet hatte. „Wenn im Fernsehen über Neukölln berichtet wird, dann ja auch manchmal über die Geschwindigkeit, mit der sich der Bezirk ver- herbst_neuköllnändert“, erklärt sie und streicht über den Handlauf des Trep- pengeländers. „Daher hatte ich geglaubt, dass nichts mehr ist, wie es früher war und mir mein alter Kiez wie ein fremder vorkommt.“

Aber so sei es ja gar nicht, stellt sie erleichtert fest. Das ver- gitterte Fenster zum Hof, das Treppengeländer, die verzierten Holztafeln, auf denen die Klingeln neben den Wohnungstüren angebracht sind. „Das gab es auch alles schon, als wir von 1944 bis 1954 hier wohnten.“ Ihr Großvater habe damals einen Laden im Haus gehabt: „Sogar das Schild über dem Schaufenster ist noch da.“ Da der Rost ihm stark zugesetzt hat, muss man inzwischen aber sehr genau hingucken, um den Schriftzug zu erkennen. „Nebenan war eine Kohlenhand-lung“, erinnert sich die Frau. Plötzlich ist die Vergangenheit wieder ganz nah. „Würde mir jemand sagen, dass ich vor fast 50 Jahren zuletzt hier im Hausflur gestanden hab, wür- de ich den für verrückt erklären.“ Schauermann habe der da- malige Hausmeister geheißen. Auch er habe kräftig mit angepackt, Weiterlesen

„Du fliehst aus deinem Land und dann passiert dir so was“

heimathafen neukölln_asyl-monologeEs ist die Kurdin Safiye, die das sagt. Ebenso gut könnte die Feststellung aber aus dem Mund des Togolesen Ali oder des Äthiopiers Felleke kom- men. Alle drei sind Asylanten und ihre Biographien und Erfahrungen exem- plarisch für die unzähliger anderer Menschen, die in ihre Heimat verlas- sen mussten, um das eigene Leben zu retten. Für „Die Asyl-Monologe“ haben die Geschichten von Safiye, Felleke und Ali Körper und Stimmen Weiterlesen

Warme Getränke und warme Herzen: Tee- und Wärmestube Neukölln feiert ihr 30-jähriges Bestehen

kirchenfest genezareth-kirche neuköllnWährend draußen schon auf das Kirchenfest am kommenden Sonntag hingewiesen wurde, fei- erte man in der Genezareth-Kirche vorgestern Nachmittag erstmal einen runden Geburtstag: geburtstagskuchen_30 jahre tuw neuköllndas 30-jährige Be- stehen der Tee- und Wärmestube Neu- kölln.

Es war die Pfarrerin Annemarie Werner, die das Hilfs- projekt samt Kleiderkammer für Weiterlesen

Neues Spiel, endlich Glück?

cafe selig_neuköllnNomen est omen – im Falle des Café Selig gilt diese Redensart wahrlich nicht. 2004 wurde es in einem Seitentrakt der Neuköllner Genezareth-Kirche eröffnet, und morgen räumt mit der Ölbaum GmbH der inzwi- schen dritte Pächter das Feld. Während der zweijäh- rigen Vertragslaufzeit stellte sich weder bei Geschäfts- führerin Hansi-Mariann Bettgens ein tiefes Glücksge- fühl ein, noch empfand die Gemeinde als Vermieterin das Miteinander als seligmachend.

„Leider gab es auf Hansis Seite ein  paar Sachen, die nicht so gelaufen sind und nun in der Insolvenz en- den“, räumt Waldemar Schwienbacher Weiterlesen

Neuköllner Absichten – vom Haus der Volksbildung

haus der volksbildung_neukölln„Ich komm mit, ich war auch noch nie da oben!“, hat Bärbel Ruben beschlossen, als sie uns – begleitet vom Hausmeister – im Foyer des Hauses der Volks-bildung empfängt. Die Pressereferentin der Neuköll- ner Bezirksamts-Abteilung Bildung, Schule, Kultur und Sport arbeitet zwar in dem Gebäude in der Boddinstraße, aber was man von dessen Turm aus sieht, hatte sie sich vorher nie gefragt.

Per Aufzug geht es bis zur 3. Etage, und Weiterlesen

Neuköllner Absichten – vom Philipp-Melanchthon-Kirchturm

philipp-melanchthon-kirche neuköllnJe weiter südlich, desto schöner das Wetter – in diesem Fall traf es zu. Während die Aussicht vom Dach der Carl-Legien-Schule in grauen Wolken stecken blieb, zeigte sich der Himmel philipp-melanchthon-kirchturm_neukölln-neubritzüber der einen knap- pen Kilometer ent- fernten Philipp-Me- lanchthon-Kirche in strahlendem Blau. Zugegeben: Es war nicht am selben Tag, und es war auch nicht der, den wir ursprünglich für das Erklimmen des Kirchturms eingeplant hatten. An dem war es nicht nur tiefgrau, sondern zudem regnerisch Weiterlesen

Neuköllner Absichten – vom Dach der Carl-Legien-Schule

carl-legien schule neuköllnNicola Groth ist es gewohnt, Fragen gestellt zu bekommen. Das gehört zu ihrem Alltag in der Carl-Legien-Schule. Die, ob wir ihr mal aufs Dach steigen dürfen, war der Schulleiterin aber neu und irritierte sie für einen Moment. Es gebe doch auf der Schule diese Aussichtsplattform, aussichtsplattform carl-legien-schule neuköllndie würden wir gerne erklimmen, um Ein- drücke für unsere Serie „Neuköllner Absichten“ zu sammeln, erklären wir der Rektorin. Sie willigt sofort ein; bis ein Termin gefunden ist, der in ihren und unsere Kalender passt, dauert es aber noch eine Weiterlesen