Umfangreiche Veranstaltungsreihe der Volkshochschule Neukölln zu umstrittenen Straßennamen

Wann und warum werden Straßen oder Plätze umbenannt? Diese eher theoretische Frage hat längst in der Neuköllner Kommunalpolitik eine ganz praktische Bedeutung bekommen. Denn erstens erleichterte der Berliner Senat mit einer Änderung der Ausführungsvorschrift zu Paragraf 5 des Berliner Straßengesetzes vom 1. Dezember 2020 die Umbenennung der Straßen und Plätze, die nach Wegbereitern und Verfechtern von Kolonialismus, Versklavung und rassistischen Ideologien benannt sind. Und zweitens identifizierte in einem Dossier zu Straßen- und Platznamen mit antisemitischen Bezügen  der Politologe Felix Weiterlesen

Ausstellung im Körnerpark: „Tief verwurzelt – Natur als Archiv und Träger von Erinnerungen“

Die Galerie im Körnerpark  ist nicht nur ein Kleinod im Norden Neuköllns. Sie liegt auch in einer ehemaligen Kiesgrube des Großgrundbesitzers Franz Körner, die einst archäologische Berühmtheit erlangte. Hier wurden Knochen und Zähne frühzeitlicher Mammuts, Pferde und Bären gefunden. Im Jahr 1912 entdeckte man am Rand der Kiesgrube das „Reitergrab von Neukölln“ aus der Zeit der Völkerwanderung. Die frühen Funde weckten Körners Interesse an der Archäologie, die neben der Gärtnerei zu seinem zweiten Steckenpferd wurde. Die aktuelle Ausstellung „Tief verwurzelt – Natur als Archiv und Träger von Erinnerungen“ geht jetzt in der Galerie der Frage nach, welche Geschichten die Erde und Pflanzen erzählen können. Weiterlesen

„Karneval für die Zukunft“ zog durch die Kieze

Dani und Patzi, zwei Poetinnen aus der Zukunft, trudelten gestern Nachmittag auf der Treppe vor dem Rathaus Neukölln ein, um den zweiten „Karneval für die Zukunft“ zu eröffnen. „Wir sind jetzt an dem Zeitpunkt, an dem wir noch etwas verändern können“, warnten die Zeitreisenden vor den unumkehrbaren Folgen des Klimawandels, die eintreten, sofern nicht unverzüglich radikale Maßnahmen gegen die sich immer deutlicher Weiterlesen

Pop-Up-Ausstellung brachte C&A-Haus für ein Wochenende zum Leben

Hereinspaziert! Zwar stand die Tür des Seiteneingangs nur halb offen, aber viele blau-gelbe Plakate, die am Schaufenster des ehemaligen C&A-Hauses klebten und die einen Aufsteller mitten auf der Karl-Marx-Straße zierten, machten am Sonntagnachmittag auf das Innere des Gebäudes neugierig. Als Programmteil der Berlin Art Week hatte der gemeinnützige Artists Inside e. V. die weitläufige erste Etage des früheren Bekleidungshauses am Sonnabend von 14 bis 22 und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet, um seine diesjährige Weiterlesen

Ausstellung im Rathaus Neukölln würdigt Stadtbaurat Martin Wagner

„Berlin ist die jüngste, aber auch die ärmste Weltstadt Europas. Aber nicht nur Reichtum, auch Armut verpflichtet, verpflichtet doppelt zu einer Konzentration der Mittel und der Kräfte, mit dem beschränkt gegebenen Kapital ein Höchstmaß an Zweckerfüllung, Form und Repräsentation zu erreichen.“ Dieses Zitat des Berliner Stadtbaurates Martin Wagner aus dem Jahr 1928 begegnete mir kürzlich in einer Ausstellung im Rathaus Neukölln. Sie wurde im Berliner Jubiläumsjahr “100 Jahre Groß-Berlin 1920 – 2020“ konzipiert und trägt den Titel „Der Dirigent der Weltstadt – Martin Wagner und das Neue Berlin“. Berlin war damals mit 3,8 Millionen Weiterlesen

Lesung über das Leben von Gertrud Haß

Die Frauengeschichtsforscherin Claudia von Gélieu (r.) setzte sich lange dafür ein, dass die Sozialdemokratin Gertrud Haß (geschiedene Scholz, geborene Uster) für ihre Arbeit in Neukölln öffentlich geehrt wird.  Die Politikerin wurde nach der Novemberrevolution 1918 als einzige Frau in den Neuköllner Arbeiter- und Soldatenrat gewählt und war damals mit Alfred Scholz verheiratet, dem ersten sozialdemokratischen Bürgermeister des Bezirks, nach dem im Jahr 2014 nicht weit vom Rathaus ein Platz benannt wurde. Weiterlesen

Rudower Buchhandlung feiert 15-jähriges Bestehen

In der Krokusstraße, am nördlichen Ende der Geschäftsstraße Alt-Rudow, eröffnete im September 2007 die Buchhandlung Leporello. Ihr Inhaber Heinz J. Ostermann organisiert seit 2012 im Frühjahr das Lese-Festival „Rudow liest“. Zusätzlich richtete der Buchhändler bereits mehr als 100 Lesungen aus, an denen beispielsweise die Autorin und Philosophin Carolin Emcke sowie der Schriftsteller und Musiker Ketil Bjørnstad  im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Rudow teilnahmen.
Weiterlesen

Kinder- und Herbst-Trachtenfest in Buckow

Es geschah im Jahr 1373, dass Buckow erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde. Der Ort am südlichen Stadtrand Berlins kann also bald sein 650-jähriges Bestehen feiern und die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr laufen bereits auf Hochtouren.

Am morgigen Sonnabend, 10.9., bietet das Kinder- und Herbst-Trachtenfest der Evangelischen Dorfkirchengemeinde Berlin Alt-Buckow eine gute Gelegenheit, um den historischen Teil Buckows zu besuchen. Mit Kinderspielwiese, Hüpfburg, Weiterlesen

Berlin Global Village weckt große Erwartungen an eine gerechtere Welt

„Ich freue mich heute ein so einzigartiges Projekt wie das Eine-Welt-Zentrum mit eröffnen zu dürfen. Es ist ein tolles Zeichen, dass Berlin eine weltoffene Metropole mit starker Zivilgesellschaft ist, in der Solidarität und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle im gegenseitigen Miteinander spielen.“ Wirtschaftssenator Stephan Schwarz sparte am Freitagnachmittag auf dem ehemaligen Kindl-Gelände zur großen Eröffnungsfeier des Berlin Global Village (BGV) unweit des Neuköllner Rollbergviertels nicht mit lobenden Worten: „Gemeinsam schaffen wir mit dem Global Village Strukturen und einen Ort des Dialogs für die globalen Fragen der Gerechtigkeit. Das ist wichtig für eine lebendige, verantwortungsbewusste und Weiterlesen

KinderKulturMonat mit 27 neuen Orten und über 270 Veranstaltungen

Im Oktober startet der KinderKulturMonat zum elften Mal in mehr als 100 Kulturorten in ganz Berlin und Umgebung. Seit gestern sind Anmeldungen auf der Webseite www.kinderkulturmonat.de möglich. Das diesjährige Festival bietet für alle Kinder von vier bis 12 Jahren ein buntes Programm mit über 270 Veranstaltungen zum Malen, Tanzen, Musizieren oder Drucken. Neben Workshops, Theater- und Kinovorstellungen sowie Führungen in Museen, können Kinder und Familien an allen Oktoberwochenenden viele weitere künstlerische Abenteuer erleben. Neu im Programm sind insgesamt 27 Kulturorte wie das Weiterlesen

Kleinkunstabend 2022 „Open Air“

Zugunsten ihrer Flüchtlings- und Asylarbeit richten die katholische Kirchengemeinde St. Christophorus  und das Forum Asyl regelmäßig einen Kleinkunstabend aus. Zwei Jahre lang musste die beliebte Benefizveranstaltung mit „Kultstatus“ coronabedingt pausieren. In knapp zwei Wochen gibt es einen Neustart an der frischen Luft: Freitag, 16.9., beginnt das Wochenendvergnügen mit Musik, Tanz, Theater und Kabarett bei einem Imbiss ab 18.45 Uhr auf dem Sportplatz St. Christophorus in der Nansenstraße 4 -7.

=Christian Kölling=

Offene Woche der Musikschule Paul Hindemith in Rudow

Erst kürzlich waren die Big Band „Flintstones“, die ein Aushängeschild der Neuköllner Musikschule Paul Hindemith ist, und ihr Leiter Daniel Busch (M.) beim „Blauen Mittwoch“ auf dem Lipschitzplatz in der Gropiusstadt zu hören. In der kommenden Woche vom 5. bis 9. September bietet die vielseitige Musikschule in ihrer Rudower Filiale einen umfangreichen Einblick in den Instrumentalunterricht. Im Anschluss wird am Sonnabend, 10. Weiterlesen

Wie ist Wiedergutmachung für den Völkermord an Ovaherero und Nama möglich?

Die Regierungen Deutschlands und Namibias schlossen nach langjährigen Gesprächen um eine Wiedergutmachung für den Völkermord des Deutschen Reiches an den Ovaherero und Nama im Mai 2021 ein Versöhnungsabkommen ab. Während über den Abschluss des Abkommens in Deutschland kaum diskutiert wurde – nur eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke (Drucksache 19/32075) hinterfragte im September letzten Jahres Inhalte und Form der Vereinbarung- wurde in Namibia über das Weiterlesen

Filmfreunde der Brüdergemeine zeigen den Dokumentarfilm „Das Bergwerk“

Das Leben des DDR-Schriftstellers und Kinderbuchautors Franz Fühmann porträtiert der Regisseur Karlheinz Mund in seinem Dokumentarfilm „Das BergwerkFranz Fühmann“ aus dem Jahr 1998. Fühmann wurde 1922 in Rokytnice nad Jizerou im böhmischen Riesengebirge geboren und starb 1984 in Ost-Berlin. In seinem Dokumentarfilm begleitete der Regisseur den vielseitigen und experimentierfreudigen Autor bei den Vorarbeiten für seinen letzten, unvollendet gebliebenen Roman. Fühmann wurde in seiner Jugend vom Nationalsozialismus geprägt, war im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront sowie in Griechenland Fernmelder und geriet 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg Weiterlesen

Neukölln zeichnete verdiente Bürgerinnen und Bürger mit Ehrennadel aus

Auf dem Gutshof Britz wurden am vergangenen Sonntag die Neuköllner Ehrennadeln für das Jahr 2021 verliehen. Unter den Persönlichkeiten, die  die höchste Auszeichnung des Bezirkes bereits erhalten haben, befinden sich Prominente wie die Schwimmerin Britta Steffen, der Krimiautor Horst Bosetzky oder der Musiker Frank Zander. Zu den Ausgezeichneten gehören aber auch weniger bekannte Bürgerinnen und Bürger, die sich mit ihrem Weiterlesen

Kulturanstifter präsentieren Drahtseilakte an der Lohmühlenbrücke

Im sogenannten „Dreiländereck“, wo die Grenzen der Berliner Verwaltungsbezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Treptow-Köpenick und Neukölln aneinanderstoßen, können alle Freunde zirzensischer Spektakel am nächsten Wochenende etwas erleben und sich prächtig amüsieren. 50 Hochseil-Amateure, Menschen aller Altersklassen, mit unterschiedlichsten kulturellen und sozialen Erfahrungen, balancieren an zwei Tagen auf einem Seil in sechs Metern Höhe über den Neuköllner Schifffahrtskanal. Weiterlesen

Zweiter Schaftag auf dem Tempelhofer Feld zum Naturprodukt Wolle

Auf dem Tempelhofer Feld drehte sich am vergangenen Sonntag alles um Schafe und den Rohstoff Wolle. Jung und Alt konnten im nordöstlichen Teil des Feldes an verschiedenen Ständen beim Weben, Spinnen sowie Filzen zuschauen. Darüber hinaus standen mehrere Kremser bereit, um die Schafe des Feldes in ihrem Gehege zu besuchen. Lizzy Saunders und die Ohrpiraten unterhielten die Gäste mit einem schafgerechten Musikprogramm. Nachmittags sprach Stadtschäfer Frank Wasem, dessen Beruf vom Aussterben bedroht ist, mit Weiterlesen

“HORROR!”: Im Studio des Heimathafens übernehmen drei Gespenster die Bühne

Zukunftsangst, Trennungsangst, Bindungsangst, Agoraphobie, Akrophobie und Klaustrophobie: Ängste aller Art beeinflussen unterschwellig unser modernes Leben. Und wer das nicht wahrhaben will, leidet vermutlich an Phobophobie – auch „Angst vor der Angst“ genannt. Mit dem experimentell-performativen Stück „HORROR! Irgendwas ist da.“, das am Donnerstagabend im Studio des Heimathafens Neukölln Premiere hatte, will das Theaterkollektiv „dogs_against_depression“ Alltagsängste aller Art aufspüren und einkreisen. Weiterlesen

Imad Al Suliman liest aus seiner Fluchtgeschichte „Das Jasmin-Inferno“

Was fühlen Menschen, die auf der Flucht sind? Der syrische Autor Imad Al Suliman, geboren 1987 in Damaskus, lebt seit Juli 2015 in Deutschland. In seinem Tatsachenroman „Das Jasmin-Inferno – Eine Fluchtgeschichte vor dem Tod ins Exil“ erzählt er, was Menschen fühlen, die Tragödien hautnah erlebt haben. Deren Familien zerbrechen, die ihre Heimat verlieren, die täglich Schmerz, Enttäuschung, Ablehnung, ja sogar die Verwüstung ihrer Seele erfahren. Am kommenden Donnerstag liest Al Suliman in der Neuköllner Stadtbibliothek. Weiterlesen

Ausstellung über die „Schule der Zukunft“ in der Stadtbibliothek Neukölln

Mitte der Zwanziger Jahre lernten sich der Pädagoge Fritz Karsen, Lehrer und Mitbegründer des „Bundes entschiedener Schulreformer“, und der Architekt Bruno Taut kennen. Beide entwickelten in einem Dialog über pädagogische und räumlich-architektonische Konzepte eine „Schule der Zukunft“. Sie sollte als Einheitsschule für 3.000 Kinder und Jugendliche aller Schulformen mit 100 Lehrkräften am Dammweg in Neukölln entstehen. Nur ein Klassenraum konnte allerdings 1928 als Versuchspavillon gebaut werden. Wenig später Weiterlesen