VHS Neukölln setzt auf Präsenz- und Online-Kurse

Nach zwölf Wochen coronabedingter Schließung werden in der Volkshochschule Neukölln ab Mittwoch wieder einige Kurse in ausgewählten Lehrstätten angeboten. Weiterhin gibt es eine Auswahl von verschiedenen Onlinekursen, die schon jetzt gebucht werden können.

Am 1. Juli beginnt ein umfangreiches Sommerprogramm. Von Adobe Photoshop über Italienisch- bis hin zu Pilates-Kursen, für jeden ist etwas Weiterlesen

Hotline für die Corona-Nachbarschaftshilfe geschaltet

Um Hilfesuchende und Engagierte zusammen zu bringen, gibt es ab sofort in Neukölln eine Hotline für die Corona-Nachbarschaftshilfe. Sie kann unter der Nummer 030 / 629 336 320 von Montag bis Freitag zwischen 10 und 16 Uhr erreicht werden. Online können sich Hilfesuchende und engagierte Bürger*innen unter https://www.nez-neukoelln.de/corona-nachbarschaftshilfe-in-neukoelln selbst registrieren.

Das persönliche Matching erfolgt durch das Neuköllner EngagementZentrum sowie für weitere Sprachen auch durch das Nachbarschaftsheim Neukölln. Dabei wird der Datenschutz Weiterlesen

Aktionstag in Neukölln zum 30. Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention

Die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention jährte sich am vergangenen Mittwoch zum 30. Mal. Für ein breites Aktionsbündnis aus Neuköllner Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Initiativen, Schulen und Kitas war dieses Jubiläum ein willkommener Anlass, um auf das Datum des 20. Novembers hinzuweisen und zugleich unter dem Motto „Ohne uns geht nix! Kinder haben Rechte” die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention laut und sichtbar einzufordern. Den ganzen Tag gab es zahlreiche Angebote und Aktionen zum Mitmachen, zu denen Weiterlesen

„Im Körnerpark habe ich zu Studienzeiten meine Mathematikaufgaben gelöst“

Kennen Sie ein unentdecktes Kleinod in Ihrer Nachbarschaft? Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin e. V. initiierte in Pankow vor acht Jahren das Projekt LieblingsOrt. Mittlerweile wurde es in Zusammenarbeit mit verschiedenen Stadtteilzentren und Nachbarschaftsheimen berlinweit an elf Orten durchgeführt und stieß sogar in den Bundesländern Bayern und Hamburg auf Beachtung. Die erste Broschüre „Pankower LieblingsOrte – Ein Kiez-Atlas für fast alle“ aus dem Jahr 2011 ist längst vergriffen. Weiterlesen

Soundwalk öffnet die Ohren für angenehme und belästigende Geräusche im Neuköllner Reuterkiez

„Erholsame Ruhe ist mehr als die Abwesenheit von Lärm, so wie Gesundheit mehr als die Abwesenheit von Krankheit ist“, lautet die Maxime der italienischen Klanggebietsforscherin Dr. Antonella Radicchi (r.), die an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt des Instituts für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin arbeitet. Lärm ist nach Luftverschmutzung das drängendste Umweltproblem in allen Städten der Europäischen Union. Lärm schadet der physischen und psychischen Gesundheit und verursacht Probleme, die von kogni-tiven Störungen bis hin zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Depressionen reichen. Am vergangenen Mittwoch – dem Internationalen World Listening Day – lud die Expertin für den Weiterlesen

Kiezspaziergang zur städtebaulichen Kriminalitätsprävention in Neukölln

Die Art und Weise, wie Gebäude, öffentliche und halböffentliche Räume gestaltet und einander zugeordnet sind, beeinflusst die tatsächliche Sicherheit ebenso wie das Sicherheitsgefühl der Menschen, lautet eine Grund-annahme der städtebaulichen Kriminalprävention. Einfach gesagt: Wo es unordentlich, unübersicht-lich und dreckig ist, fühlen sich die Menschen unsicherer, werden Regeln häufiger verletzt und ereignen sich mehr Straftaten als in sauberen und gepflegten Gegenden. „Die Broken-Windows-Theorie, die in den USA 1982 aufgestellt wurde, hat die Universität Groningen erst 2008 wieder bestätigt“, betonte Irmgard Hermannsdörfer, die beim LKA Berlin für städtebauliche Kriminalprävention zuständig Weiterlesen

„Endstation Neukölln“: Revival einer Schlagzeile für Connie Roters‘ Milieustudie in Krimiform

„Endstation Neukölln“ heißt der jüngste Kriminalroman von Connie Roters, der wie ihr Erstlingswerk „Tod in der Hasenheide“ wieder im Emons Verlag erschienen ist. Dienstagabend war Roters zur Premierenlesung in die Buchhandlung „Die gute Seite“ am Richardplatz gekommen.

„Connie Roters hat 2014 zu unserer Eröffnung aus ihrem ersten Krimi gelesen, gleich nachdem die Buchpremiere im Nachbarschaftsheim in der Schierker Straße gewesen war. Wir freuen uns sehr, dass sie wieder da Weiterlesen

Demokratieförderung und ein starker Staat erwünscht

„Demokratie stärken – Gemeinsam gegen Rechts“, lautete der Titel einer Podiums-diskussion, zu der am vergangenen Dienstag die Berliner SPD-Bundestags-abgeordneten Cansel Kiziltepe und Dr. Fritz Felgentreu ins Nachbarschafts-heim Neukölln eingeladen hatten. „Politisch Engagierte sind in den vergangenen Monaten in Neukölln immer wieder Opfer von Anschlägen geworden“, erinnerte Felgentreu. Mitte Dezember letzten Jahres hatten über 1.000 Menschen unter dem Motto „Gemeinsam gegen rechte Hetze und Gewalt“ an einer Demonstration vom Hermannplatz zum Rathaus Neukölln Weiterlesen

bap-Preis für die Kinder-Nachrichtenshow „Neukölln News“

Als geistiges Zentrum für die Entwicklung eines demokratischen Miteinanders wurde 1947 das Nachbarschaftsheim Neukölln gegrün-det. Das letztjährige Ferienprojekt der Einrichtung in der Schierker Straße, das den Titel „Politik im Blick – Kids mischen mischen mit!“ trug, sorgte nun drei Monate vor den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen des Nachbarschaftsheimes für positive Aufmerksamkeit:

Der Bundesausschuss Politische Bildung e.V. (bap) verlieh gestern Mittag in der Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern seinen bap-Preis Politische Bildung 2017 an das Projekt aus Weiterlesen

Das Jubiläumsjahr des Nachbi Neukölln ist eröffnet

Mit einem beeindruckenden Osterfeuer startete das Nachbarschaftsheim Neukölln gestern Nachmittag sein Jubiläumsjahr. Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen wird am 16. September die große Geburtstagsparty der 1947 mit Unterstützung der Amerikaner gegrün-deten Einrichtung sein.

Zu den Gästen des traditionellen Osterfeuers gehörten – neben einem Löschtrupp der Frei-willigen Feuerwehr aus der benachbarten Wache in der Kirchhofstraße – Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey und Bezirksstadtrat Jochen Biedermann, der Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Weiterlesen

Wen warum wählen und weshalb überhaupt? Fragen an vier Bezirksverordnete von Neuköllner Wählern

wahl-info-veranstaltung_vhs-neukoellnWer momentan in Neukölln unterwegs ist, trifft beinahe auf Schritt und Tritt auf Wahlkämpfer aller möglicher Parteien, die sich mit Kugelschreibern, Stoffbeuteln oder Luftballons in Erinnerung bringen und halten wollen. Manche haben sogar ihr Wahlpro-gramm parat, um ein spontanes Informationsbedürf-nis potenzieller Wähler zu stillen. Nicht selten muss das jedoch unbefriedigt bleiben. Also die wählen, die den schönsten Luftballon, die robusteste Einkaufs-tasche oder den ergonomisch angenehmsten Stift verschenkt haben?

Ein wenig Orientierung im bezirkspolitischen Dschun-gel wollte vorgestern Abend eine Veranstaltung der Neuköllner Volkshochschule geben. Unter dem Motto „Berlin wählt – und Neukölln auch“ hatte Weiterlesen

Mit vereinten Kräften

zuerich-gs_proneubritz-fruehjahrsputz_carl-weder-park_neukoellnLange bevor das Neuköllner Bezirksamt mit seiner Schön wie wir-Kampagne dazu appellierte, vor der eigenen Tür zu kehren, hatte der proNeubritz e. V. den Kampf um mehr Sauberkeit im Kiez bereits aufgenommen. Nur punktuell und temporär zwar, aber immer mit einem Erfolg, der sich in Säcken messen ließ.

Es müsse 2009 gewesen sein, als der Ortsteil-verein erstmals an einem Samstag die Anwohner zum Frühjahrsputz im Carl-Weder-Park aufrief, schätzt Bertil Wewer: „Erst seit letztem Jahr machen wir Weiterlesen

Neukölln feiert das Erbe des Grubenkönigs

ausstellung 100 jahre koernerpark_neukölln arcaden

Wer Leute mal so richtig überraschen will, die im Neuköllner Norden gähnende Leere zwischen Hippem und Problemen vermuten, der führt sie gerne zum Körnerpark. Die verblüffte Feststellung „So was Schö-nes gibt’s in Neukölln?!“ kennt auch Jan-Christopher körnerpark-brunnen_neuköllnRämer, der mehr als 10 Jahre in unmittelbarer Nachbarschaft des Klein-ods wohnte.

Gestern eröffnete der Kul-turstadtrat in den Neukölln Arcaden eine Ausstellung, die vom Mobilen Museum Neukölln zum 100-jährigen Bestehen des Körner-parks gestaltet wurde und auf 16 Schautafeln die wechselvolle Geschichte des 3,6 Hektar großen Gartendenkmals darstellt. „Sie ist aber auch der Auftakt zu einem großen Fest“, kündigt Rämer, Weiterlesen

Prinzip der kurzen Wege

kita seniorenheim st richard_neuköllnSchon vor knapp 60 Jahren, als noch niemand vom demografischen Wandel und von inter-generativen Projekten sprach, begann man in Neukölln das Miteinander von Kindern und Alten zu praktizieren: Am 1. September 1958 weihte die katholische St. Richard-Gemeinde unter einem Dach ihre Kita und ihr Senioren-heim ein. Inzwischen müssen solche generatio-nenübergreifenden Prozesse erst mühsam wieder in Gang gebracht werden: Mit dem Wohntisch Neukölln, der heute um 18 Uhr zum Treffen im Nachbarschaftsheim Neukölln einlädt, soll es versucht werden.

Der Sound der Sommerferien in Neukölln

Man sieht sie, aber man hört sie auch: Wenn es tagsüber in den Straßen Neuköllns so leer und ruhig wie sonst nur in den Morgenstunden von Sonn- und Feiertagen ist, sind Sommerferien. Umso mehr fällt dann auf, wenn die Coolen Kids vom Nachbar-schaftsheim Neukölln  wieder die Bürgersteige zu ihrer  Bühne machen und rappend,

coole kids rap videodreh_nachbi neukölln

palavernd und lachend mit Bollerwagen durch die Straßen ziehen, weil noch das Vi-deo für den Sommerhit 2015 gedreht werden muss. Am 28. August hat es Premiere.

F wie Fastenbrechen – und Fußball

5_fastenbrechen kranoldplatz berlin-neukoellnEinen Grund zum Feiern hatten letzten Freitag nicht nur die deutschen und brasilianischen WM-Fußballer samt ih- ren Fans. Auch auf dem Kranoldplatz in Neukölln wurde gefeiert: Erstmals hat- ten ein halbes Dutzend Mitglieder des Kranold-Weder-Netzes zum gemeinsa- iftar_feuerschale_kranoldplatz neuköllnmen Iftar unter freiem Himmel eingeladen.

Rund um eine lodernde Feuerschale sollten Menschen aus dem Neubritzer Kiez die Gelegenheit haben, zusammen die Zeremonie des Fastenbrechens zu be- gehen, die derzeit – d. h. während des Ramadan – allabendlich von Weiterlesen

„Tod in der Hasenheide“: Breschnows erster Fall

1_volkspark hasenheide_berlin-neukoellnEin gelungener Sonntag sieht anders aus. Auf ihrer Joggingstrecke stolpert Cosma Anderson im Tun- nel in der Hasenheide fast über eine Leiche. Und als wäre das nicht schon unangenehm genug, macht sie auch noch einen fatalen Fehler: Statt auf das „Bleiben Sie stehen!“ eines Polizisten zu reagieren, läuft die Journalistin davon. Weit kommt sie allerdings nicht, was zur Folge hat, dass der 5_volkspark hasenheide_berlin-neukoellnRückweg zu ihrer Wohnung am May- bachufer in Polizei- begleitung und nicht zu Fuß stattfindet. Stimmt Andersons Version und ist sie wirklich nur zufällig am Tatort gewesen? War sie vielleicht Zeugin des Mordes? Oder hat sie den Mann im Tunnel in der Hasenheide getötet? Als in der Küche der Mittdreißigerin auch noch ein blutiges Messer gefunden Weiterlesen

Ein neuer Ort, an dem Nachbarschaft entstehen, wachsen und gedeihen soll

Knapp 2 Kilometer liegen zwischen dem Oben und Unten des flächenmäßig zweit- größten Neuköllner Quartiersmanagement-Gebiets. Wer im Norden vom Schillerkiez, nachbarschaftstreff im schillerkiezam Columbiadamm, wohnt, hält sich deshalb gemeinhin eher selten im Süden, um die Siegfriedstraße her- um, auf. Dass drei Friedhöfe horizon- tale Schneisen in den Kiez schlagen und dessen unteres Drittel vom Nor- den abkoppeln, kommt erschwerend hinzu und beeinflusste auch die Pla- nung eines Bürgerzentrums maßgeb- lich. „Schon 2006 haben wir festge- stellt, dass ein solcher Ort als Anlaufpunkt gebraucht wird“, erinnert Weiterlesen

Tür ist offen!

2_seniorentheatergruppe sultaninen_nachbarschaftsheim neuköllnMit Frau Yildirim hat Kerstin Schneider leichtes Spiel. Die Tür zur Wohnung der gehbehinderten Rentnerin steht – wie meistens – offen. Deshalb muss die Wohnberaterin nicht mal klingeln, um Frau Yildirim den Umzug in eine schöne, sonnige Wohnung mit allem Komfort schmackhaft zu machen. Um sie herum würden nur Menschen ihrer Peergroup leben, schwärmt Kerstin Schnei- der. Weil Frau Yildirim aber mit dem Begriff nichts anzufangen weiß und sich ihre Zukunft in einer Biergruup weder vorstellen kann noch will, spricht die Wohnberaterin dann doch das Wort „Alten- heim“ unverblümt aus. Wenig später ist der Ver- trag unterschrieben, der Umzug besiegelt, und der Luxus-Sanierung Weiterlesen

Geschichte(n) im Körnerkiez: Premiere einer neuen Steinle-Tour durch Neukölln

Den Richardkiez kennt er aus dem Effeff, den Reuterkiez ebenfalls, und auch die Quartiere um die Schillerpromenade und die Rollbergsiedlung sind längst keine nogatstraße_steinle-tour körnerkiez_neuköllnunbekannten mehr. Nun hat Reinhold Steinle ein weiteres Viertel beackert, um es in sein Repertoire als Stadtführer aufgzunehmen: den  Körnerkiez.

„Wie groß das Gebiet ist und wie weit die Laufwege dort sind, ist mir auch erst bewusst geworden, seit ich die Tour vorbereite“, gibt er zu. Rund 800 Meter sind es in Ost-West-Richtung zwischen Hermann- und Karl-Marx-Straße, über 400 Meter auf der Nord- Süd-Achse zwischen Thomas- und Siegfriedstraße. Das hat die ursprünglich ins Auge gefasste Route massiv schrumpfen lassen. Schließlich will Reinhold Steinle seine Kiezspaziergänge nicht in stundenlange Wanderungen ausarten lassen. „Am herr steinle_körnerkiez-tour_neuköllnAnfang waren es 16 Punkte, die in die Führung aufgenommen werden sollten“, denkt der gebürtige Schwabe und gefühlte Berliner zurück. Aber was auf dem Stadt- plan machbar erschien, erwies sich schon beim ersten Realitäts-Check als völlig unpraktikabel: „So ist das bisher bei jeder Tour gewesen.“

Im letzten Winter hat Reinhold Steinle be- gonnen, sich in die neue Materie einzu- lesen. Davor hatte die Erkenntnis gestanden, dass es sonst niemanden gibt, der Führungen durch den Körnerkiez anbietet. Unzählige Stunden verbrachte er im Museum Neukölln und mit  der Recherche in anderen stadthistorischen Archiven, um

neuköllner leuchtturm_steinle-tour körnerkiez_neuköllnilsenhof_steinle-tour körnerkiez_neuköllnhinterhof_neukölln

nach Informationen über Gebäude, Menschen und Einrichtungen zu suchen, an de- nen sich die Entwicklung des Kiezes skizzieren ließe. Dem folgte die Kontakt- aufnahme zu Institutionen vor Ort. „Die war zum Beispiel beim Nachbarschaftsheim Neukölln sehr kooperativ und ergiebig, bei anderen dagegen ziemlich mau oder mit schwulen-club trommel_thomasstraße neuköllndem Hinweis erledigt, dass ich doch auf die Homepage gucken soll“, sagt Steinle.

Dass Leute, die an geführten Kiezspazier-gängen teilnehmen, nicht nur an Geschicht- lichem sondern auch an Geschichten und Anekdoten interessiert sind und er diese Mischung in Barkeeper-Manier zusammen- rühren muss, weiß Reinhold Steinle dank langjähriger Stadtführer-Erfahrung nur zu gut. Genauso wichtig sei die Auswahl des richtigen Startpunktes: „Geeignet ist der, wenn man dort  noch etwas essen oder trinken und aufs Klo gehen  kann.“ Wer will schon hungrig, durstig oder mit drückender Blase einen Kiez erkunden?

Durch die Altenbraker Straße geht es zur Emser Straße. Der Wissensdurst ist mit Zahlen zur baulichen Erschließung und Besiedelung des Kiezes, zur Veränderung der Bevölkerungsstruktur und mit Einzelheiten über die Geschichte der abseits der weiteren Route gelegenen Albrecht-Dürer-Oberschule mehr als gestillt. „Etwa 80 Prozent der Zahlen, die ich bei dieser ersten Testtour geliefert hab, sind für künftige walldorf-kindergarten lindenbaum_steinle-tour körnerkiez_neuköllnFührungen gestrichen, ebenso die Details zur ADO“, sagt Reinhold Steinle heute. Der  Grat zwischen Fordern und Überforderung ist schmal und wird oft erst durch ent- sprechende Reaktionen deutlich.

Mit einem Exkurs in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte gelingt es, die ächzenden grauen Zellen wieder in einen aufnahmebereiten Modus zu bringen: Die Mieter zweier Wohnungen in der Emser Straße 10 und 62, hat Steinle recherchiert, beherbergten in der NS-Zeit verfolgte Juden und verhalfen ihnen so zum Überleben. Um einen, der vom Nazi-Regime peter-petersen-schule_steinle-tour körnerkiez_neuköllnausgelöscht wurde, um Martin Weise, geht es in der Jonasstraße an einer der nächsten Stationen.

Nicht minder spannend, wenn auch ungleich leichter sind die Geschichten, die sich um andere Adressen wie die der ehemaligen Tanzschule im Hof des tanzschule will meisel_steinle-tour körnerkiez_neuköllnHauses mit der Num- mer 22, den Ilsenhof oder die Trommel, Ber- lins älteste Schwulen- Bar, ranken. Kurz vor dem Körnerpark, an der Peter-Petersen-Schule, hat dann auch noch Reinhold Steinle sein persön- liches Aha-Erlebnis. „Klar, das ist ein Wal! Jonas- straße … Jonas … biblische Geschichte. Weshalb bin ich nicht selber darauf gekommen?“, fragt er sich und notiert die neuen Erkenntnisse zum Emblem, das die neuköllner reitergrab_steinle-tour körnerkiez_neuköllnFassade der Schule ziert.

Bei der nächsten, nur einige Schritte entfernten Station gibt es nur wenig zu erzählen und noch weniger zu sehen: Im heute asphaltierten Knick zwischen Jonas- und Selkestraße wurde vor über 100 Jahren das Neuköllner Reitergrab entdeckt. Sehr offensichtlich ist dagegen, was der Unter-körnerpark_steinle-tour körnerkiez_neuköllnnehmer Franz Kör- ner in Neukölln hinterließ: Aus einer seiner Kiesgruben wurde zwischen 1912 und 1916 der mittlerweile denk- malgeschützte Körnerpark. „Den zu zeigen und mehr über den Namensgeber bekannt zu machen, war für mich eigentlich auch ein wesentlicher Anreiz zur Ge- staltung dieser Tour“, erklärt Reinhold Steinle. Welche Bedeutung andere Orte für die Entwicklung des Kiezes hatten, erfuhr auch er erst durch seine Recherchen. „Natürlich“, sagt er, „hätte ich außerdem gern das Albrecht- Dürer-Gymnasium und die  Feuerwache an der Kirchhofstraße  in die Route aufge- franz körner_steinle-tour körnerkiez_neuköllnnommen, aber das hätte den Rahmen deutlich gesprengt.“

Zudem wollte Reinhold Steinle, dass die Tour, in die kurz vor der Premiere mit zahlenden Mitläufern noch der Besuch bei einem Gitarrenbauer aufgenommen wur- de, im Körnerpark endet. Denn wo sonst im Kiez lässt sich adäquater der „Humoris- tischen Kultur-Anweisung für Körners Riesen-Sonnenblumen“ lauschen? Sie ist einer der Schätze, die der Stadtführer im Museum Neukölln fand und nun in einen dicken Aktenordner sortiert wurde. „Einen zweiten Ordner mit Körnerkiez-Material hab ich noch zuhause“, verrät er. Es ist also unwahrscheinlich, dass bei dieser neuen Expedition durch ein Stück Neukölln auch nur eine einzige Frage unbeantwortet bleiben muss.

Die erste „Geschichte(n) im Körnerkiez“-Führung (10 Euro / erm. 7 Euro) mit Reinhold Steinle ist am 18. Mai. Sie startet um 15 Uhr an der Leucht- stoff-Kaffeebar in der Siegfriedstraße 19: Anmeldung unter 030 – 53217401 erwünscht.

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