“Die Hermannstraße 48 ist zugleich Zuhause und Schutzraum”

Mit einer Schweigeminute für Marco Reckinger, der lange Zeit obdachlos im Schillerkiez lebte und vor wenigen Tagen in der Herrfurthstraße starb, begann am Sonnabendnachmittag eine Protestkundgebung vor dem Haus Hermannstraße 48. „Verdrängung, Aufwertung und Immobilien-Spekulation zerstören schon seit Jahren massiv die Nachbarschaft. Jetzt haben wir erfahren, dass auch unser Haus an eine Investmentfirma verkauft wurde. Mit Blick auf die Entwicklung im Schillerkiez – und in ganz Berlin – wissen wir sehr genau: Das kann nichts Gutes heißen!“, riefen die über 140 Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Gewerbetreibenden Weiterlesen

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: „Auch Männer sollten sich beraten lassen“

Jede vierte Frau in Deutschland erleidet mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner. Mit einer gemeinsamen Fahnenhissung auf dem Rathaus-Vorplatz setzte deshalb der Bezirk Neukölln gestern ein deutliches Zeichen und sagte „NEIN zu Gewalt an Frauen und Mädchen!“ In diesem Jahr stand der 25. November als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen bundesweit unter dem Motto „#meinherzgehörtmir – Gegen Zwangsverheiratung und Frühehen“. Gewalt gegen Frauen ist eine der schwerwiegendsten und am weitesten Weiterlesen

„Wer in Berlin kauft, darf die Rechnung nicht ohne die Mieterinnen und Mieter machen“

Vorerst aufatmen können Mieterinnen und Mieter in Berliner Milieuschutzgebieten, deren Häuser kürzlich vom Unternehmen Heimstaden gekauft wurden: Das skandinavische Immobilienunternehmen unterzeichnete am Freitag eine umfassende Abwendungsvereinbarung mit den Bezirken. Heimstaden verpflichtet sich darin u. a., für die Dauer von 20 Jahren auf die Umwandlung der Mietshäuser in Eigentumswohnungen zu verzichten. Zudem sichert der Immobilienkonzern zu, möblierte Wohnungen mit befristeten Mietverträgen in reguläre Weiterlesen

CDU-Bezirksstadträte boykottierten Gedenkveranstaltung vor dem Rathaus Neukölln

Zum Gedenken an die Opfer islamistischer Anschläge in Frankreich und Dresden versammelten sich gestern Nachmittag Vertreter der Neuköllner Zivilgesellschaft vor dem Rathaus Neukölln. Sie hielten eine kurze Kundgebung mit Schweigeminute ab und legten Rosen am Bezirkswappen nieder. „Wir Neuköllner halten zusammen, gegen Hetze und Gewalt. Egal ob gläubig oder nicht, egal welche Hautfarbe, welche Sprache. Im Kampf gegen Terrorismus stehen wir zusammen“, sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel in seiner nur wenige Minuten dauernden Ansprache und unterstrich: „Wir sind unterschiedlich und können miteinander Weiterlesen

Zu Hause bleiben kann nur, wer eins hat

Eine Aufnahme des bekannten Graffiti-Motivs und viele andere Fotos, die die besonderen Schwierigkeiten obdachloser Menschen während der Pandemie zum Thema machen, gehören zur Ausstellung „Mitten drin draußen – Ohne Obdach in der Stadt“. Ab morgen sind die Bilder von Matthias Coers im Rathaus Neukölln zu sehen. Mit Interviews und Fotos nähert sich der Fotograf und Filmemacher der Alltäglichkeit von Obdachlosigkeit in Berlin an – mit Blick auf die Obdachlosen und ihre Perspektive, aber auch mit Blick auf die Perspektive engagierter Menschen in der Weiterlesen

Diskussion über die Zukunft Neuköllns: „Wir werden 2050 ein ganz neues Verständnis von Stadt haben“

Wie hat sich Neukölln in den letzten 100 Jahren verändert? Anhand von acht markanten Schauplätzen zeichnet das Museum Neukölln in seiner aktuellen Ausstellung „Großstadt Neukölln. 1920-2020“ den Wandel nach, den die einst größte Arbeiterstadt des Deutschen Reiches nach ihrer Eingemeindung zu Groß-Berlin erfuhr. Als Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung führte Museumsleiter Dr. Udo Gößwald am vergangenen Mittwoch ein Gespräch mit der Stadtplanerin Dr. Cordelia Polinna und dem Neuköllner Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann. Weiterlesen

Protest gegen Mini-Apartments in Rixdorf: „Wir brauchen langfristig bezahlbaren sozialen Wohnraum“

Die Quadratmeterpreise für neuvermietete Wohnungen kletterten im Ortsteil Neukölln, der den Norden des gleichnamigen Bezirks umfasst, in der Dekade zwischen 2007 und 2018 von 4,86 Euro auf 11,88 Euro: Das ist ein Anstieg um 146 Prozent und in ganz Berlin der unangefochtene Spitzenwert! „Unter dem Strich ist eine Wohnung in Neukölln heute in etwa so teuer wie eine vergleichbare im noblen Dahlem. Dort kostete die Wohnungsmiete pro Quadratmeter in 2018 durchschnittlich 11,78 Euro“, urteilte deshalb der Tagesspiegel im Mai 2019 in seinem Bericht über eine Langzeitstudie zum Berliner Mietenmarkt. Weiterlesen

Mit fast zweijähriger Verspätung: Rudow hat eine neue Seniorenfreizeitstätte

Im Garten der Alten Dorfschule Rudow wurde gestern Mittag die neue Seniorenfreizeitstätte eröffnet. Sie ersetzt den alten Treffpunkt Alt-Rudow 45, der dem Neubauprojekt der Stadtteilbibliothek weichen musste. „Es ist nicht alltäglich, dass ich als Ministerin eine Seniorenfreizeistätte mit eröffne“, sagte Dr. Franziska Giffey, die noch als Neuköllner Bezirksbürgermeisterin den im Sommer 2017 begonnenen Bau ermöglicht hatte. Viel Unterstützung gab es seinerzeit vom damaligen Sozialstadtrat Bernd Szczepanski sowie vom Rudower Bezirksverordneten Peter Scharmberg. Weiterlesen

Die Räumung des Syndikats wirft auch Fragen nach der sozialen Infrastruktur in den Neuköllner Kiezen auf

„Ich bin enttäuscht. Am Abend wird es wohl noch Rabbatz geben.“ So kommentierte eine alteingesessene Neuköllnerin aus dem Schillerkiez, die ich gestern Nachmittag auf dem Herrfurthplatz traf, die Ereignisse der vergangenen Tage rund um die Räumung der Kiezkneipe Syndikat in der Weisestraße. Auf dem Platz setzten sich gerade einige Hundert Personen zu einer friedlich verlaufenden Demonstration in Bewegung, auf der die wütenden Sprechchöre nicht zu überhören waren. „Runter mit der Uniform, runter mit der Miete. Weiterlesen

Bürgerbeteiligung zu „Lebendiges Quartier Schillerpromenade“ trotz pandemiebedingter Einschränkungen

Nachdem beim Auftakt am 15. Januar zahlreiche Anregungen der Anwohnerinnen und Anwohner gesammelt werden konnten, geht der SchillerDialog in die nächste Runde: Das Büro Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG hat nach den Rückmeldungen aus den Fachämtern des Bezirksamtes Neukölln einen Entwurf für das städtebauliche Entwicklungskonzept „Lebendiges Quartier Schillerpromenade“ entwickelt, der jetzt diskutiert werden soll. „Es muss gewährleistet sein, dass Bürgerinnen und Bürger auch in diesen Weiterlesen

Modularer Ergänzungsbau an der Sonnen-Schule eröffnet

„Die Räume strahlen so schön. Danke, dass Sie die Schule gebaut haben!“ Asma, Schülersprecherin aus der 2. Klasse der Sonnen-Schule, sagte in einfachen Worten, was die erwachsenen Redner bei der öffentlichen Präsentation des fertiggestellten Modularen Ergänzungsbaus (MEB) der Schule am Dammweg voll und ganz unterstreichen konnten.

„Heute eröffnen wir den 61. Ergänzungsbau. Der erste Bau in Pankow sah ganz anders aus“, erinnerte sich Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Der in Weiterlesen

Milieuschutz in Neukölln: Stadt und Land kann drei Häuser erwerben

In mittlerweile 14 Fällen konnte das Bezirksamt Neukölln das Vorkaufsrecht in sozialen Erhaltungsgebieten rechtssicher ausüben, seitdem der Bezirk im Jahr 2017 begonnen hat, dieses Instrument zu nutzen. Neuester Erfolg im Kampf gegen Verdrängung in Milieuschutzgebieten: Drei Häuser im Norden des Bezirks können in den nächsten Monaten ins Eigentum der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land übergehen. „Der ursprüngliche Käufer der Häuser in der Roseggerstraße, Uthmannstraße und der Weiterlesen

Jobcenter Neukölln verlängert Leistungen zum Lebensunterhalt vorerst automatisch

Gute Nachricht für alle, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts (Hartz-IV) beziehen und in nächster Zeit eigentlich einen Weiterbewilligungsantrag stellen müssten: „Für Bewilligungszeiträume, die in der Zeit vom 31. März 2020 bis vor dem 31. August 2020 enden (einschließlich 30. August 2020), werden die Leistungen auf Basis der Verhältnisse des bisherigen Bewilligungszeitraums automatisch weiter bewilligt. Sie brauchen in diesen Fällen keinen Weiterbewilligungsantrag zu stellen“, teilt die Arbeitsagentur auf ihrer Webseite zum Bezug des Weiterlesen

Corona-Sonderprogramm unterstützt auch den Zirkus Mondeo

Mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler lernen jährlich bei Projektwochen den Erlebniszirkus Mondeo kennen. Zudem hat Direktor Gerhard Richter mit seiner Artistenfamilie für die Integration von Flüchtlingskindern sogar eine kleine Zirkusschule eingerichtet, die mit öffentlichen und privaten Mitteln unterstützt wird.

„Mondeo ist während der Corona-Krise besonders auf unsere Hilfe Weiterlesen

Genossenschaft kauft Häuserblock im Schillerkiez

Zum dritten Mal in diesem Jahr hat das Bezirksamt Neukölln sein Vorkaufsrecht in einem Milieuschutzgebiet ausgeübt. Der Häuserblock Leinestraße 28-36 / Oderstraße 28-29 am Tempelhofer Feld mit insgesamt 164 Wohnungen, der als „Luftbrückenhaus“ oder „Halbmond“ bekannt ist, soll von der Genossenschaft Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG übernommen werden. „Nach Wohnungszahl ist das das größte Objekt, für das der Bezirk Neukölln bisher das Vorkaufsrecht geprüft hat. Berlinweit handelt es sich um den größten Vorkauf Weiterlesen

„Das gilt ab sofort“: Bezirksstadtrat Biedermann stellt Neuköllner Modell für kiezverträglichen Wohnungsbau vor

Donnerstagvormittag stellte Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann auf einer gut besuchten Pressekonferenz im Rathaus Neukölln sein „Neuköllner Modell für kiezverträglichen Wohnungsbau“ vor. Analog zum „Berliner Modell“, das seit 2014 zur kooperativen Baulandentwicklung stadtweit in Kraft ist, verpflichtet es Investoren, 30 Prozent des neu entstehenden Wohnraums mietpreisgebunden anzubieten und sich zudem an den Kosten der sozialen Infrastruktur wie Kitas oder Schulen im Kiez zu beteiligen. Das Neuköllner Modell gilt bereits bei kleineren Bauvorhaben über 1.000 Quadratmetern, wenn Investoren also beispielsweise eine Baulücke Weiterlesen

Wieder einmal suchen Neuköllner Mieter einen Hauseigentümer mit Herz

„Hilfe, unser Haus wird verkauft!“ Dieser Hilferuf ist in Neukölln von Mietern, die sich nicht nur am Boddinplatz vor steigenden Mieten und Verdrängung fürchten, weiterhin oft zu hören. Erst am vergangenen Dienstag sprachen mich Mieter an, die im Häuserkomplex Leinestraße/Oderstraße wohnen, der kürzlich den Eigentümer wechselte. Weil die 13 Häuser des Blocks, in dem sich insgesamt 165 Wohnungen befinden, im Milieuschutzgebiet Schillerpromenade liegen, prüft die Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamtes Neukölln gerade, ob das Weiterlesen

Ehrenamtliche für Schlichtungsstelle in Streitfällen mit dem Jobcenter Neukölln gesucht

„Überall wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht und manche Schieflagen erkennt man im Tagesgeschäft nicht sofort. Die unabhängige Schiedsstelle beim Jobcenter Neukölln kann uns helfen, einen Schritt zurückzutreten und unsere Abläufe und Entscheidungen zu überprüfen.“ Sozialstadtrat Jochen Biedermann begründete mit diesen Worten die Einrichtung einer Schlichtungsstelle, für die das Bezirksamt Neukölln jetzt sachkundige Mitarbeit auf ehrenamtlicher Basis sucht, um Streitfälle zwischen Bürgern und dem Jobcenter Neukölln Weiterlesen

Die Wille und EJS Behindertenhilfe eröffnen gemeinsames Inklusionsforum für Langzeitarbeitlose und Behinderte, das auch traumatisierten Flüchtlingen hilft

Ein gemeinsames Inklusionsforum eröffneten das Sozialunternehmen Die Wille und die Evangelische Johannesstift Behindertenhilfe am Mittwochmittag an ihrem neuen Standort in der Silbersteinstraße 29-33 . Das Inklusionsforum bietet barrierefreie Werkstatträume sowie Räume für Coaching-Angebote und für die Beratung von Menschen mit Behinderung.

Zum Auftakt stellten Prof. Dr. Lutz Fritsche, Vorstandsmitglied der Paul Gerhardt Diakonie gAG, sowie Die Wille-Geschäftsführerin Corinna Boldt Weiterlesen

Exkursion zu Kunst- und Kultur-Orten im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße

Nein, eine Touristengruppe war es nicht, die am Dienstagnachmittag vor dem Heimathafen Neukölln mit Kopfhörern und Mikrophon ausgerüstet zu einer Erkundungstour durch das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße aufbrach. Vielmehr bestand die Gruppe aus Teilnehmer der „Lenkungsgruppe vor Ort“, die die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] zum zweiten Mal einberief, nachdem es im Sommer 2018 eine gut besuchte Begegnung auf dem KINDL-Gelände im Rollbergviertel Weiterlesen