Trockenstress: Buchensterben im Volkspark Hasenheide

„Der überwiegende Teil der Buchen im Volkspark Hasenheide ist tot. Nur ein paar Buchen haben noch junge Blätter.“ Bernd Kanert, Leiter des Grünflächenamtes Neukölln, musste diesen alarmierenden Befund am Montagnachmittag auf der Sitzung des Grünflächen-Ausschusses der Bezirksverordnentenversammlung mitteilen. Allein im Eingangsbereich der Hasenheide an der Ecke Columbiadamm / Fontanestraße stehen ein Dutzend toter Buchen. Wie Kanert mit Fotos dokumentierte sind diese Bäume von Pilzen, sogenannten Rindenbrechern, befallen, die sich nur auf Totholz ansiedeln. Unter einer dramatischen Vitalitätseinbuße infolge Trockenstress, der durch hohe Temperaturen, geringe Niederschläge, geringe Luftfeuchtigkeit und ungünstige Bodeneigenschaften verursacht wird, leiden seit Sommer 2018 aber auch Linden, Birken, Platanen und andere heimische Bäume. Aktuell gibt es rund 120.000 Bäume im Bezirk, davon sind 20.000 Straßenbäume.

Der Grünflächen-Ausschuss, der erst im März 2019 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkam, will sich nun intensiv damit auseinandersetzen, wie die Bäume im Volkspark Hasenheide bewässert und besser vor Trockenstress geschützt werden können. „Wir wollen einen Wassertankwagen für die Bewässerung anschaffen“, kündigte Kanert als Sofortmaßnahme an. Der Ausschuss-Vorsitzender Peter Scharmberg rief die Bezirksverordneten dazu auf, mit den Umweltpolitikern ihrer Parteien im Abgeordnetenhaus über das Problem zu sprechen und auf eine Lösung zu drängen. Im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutzes des Berliner Abgeordnetenhauses stand der Baumbestand im März auf der Tagesordnung, als es eine Anhörung zum Thema gab, an der Christian Hönig, Baumschutzexperte des BUND-Berlin, sowie Oliver Schruoffeneger, Stadtentwicklungsstadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf, teilnahmen.

=Christian Kölling=