Wirt der Kiezkneipe Schiller‘s will sich nicht einfach rausschmeißen lassen

Im Schiller‘s an der Ecke Schillerpromenade / Okerstraße kommen Kulturen zusammen: alte und junge, arme und reiche Leute. Die Eckkneipe ist seit 10 Jahren für Neuankömmlinge, Zugezogene und Alteingesessene gleichermaßen im Milieuschutzgebiet Schillerkiez ein beliebter Treffpunkt. Im Schiller‘s entstand die Initiative 100% Tempelhofer Feld. Die Lokalzeitung Kiez und Kneipe hält hier regelmäßig ihre Redaktionssitzungen ab. Doch Waldemar Schwienbacher (l.), Wirt des Schiller‘s und auch mit 72 Jahren immer ab 14 Uhr bis spät in die Nacht in Weiterlesen

Ideenwettbewerb „Modekultur, Textilien und Nachhaltigkeit“ vergibt Fördermittel bis maximal 50.000 Euro

Der Textilkonsum hat sich seit dem Jahr 2000 weltweit mehr als verdoppelt. Aktuelle Kollektionen werden immer kürzer getragen. Häufig landen sie eine Saison später in der Altkleidersammlung oder – im schlechtesten Fall – im Restmüll. Wie können wir diese Kultur des Modekonsums verändern? Was können wir dafür tun, dass Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt, wenn Menschen neue Kleidungsstücke kaufen und gebrauchte aussortieren? Wie Weiterlesen

Verwaltungsgericht Berlin: „Spätis müssen sonntags grundsätzlich geschlossen bleiben“

Lebensmittel, Getränke, Zeitschriften und manches mehr: Mit einem breiten Angebot, das bis hin zu Toilettenpapier, Batterien und Telefonkarten reicht, können Spätverkaufsstellen oder Minimärkte als Tante-Emma-Läden der globalisierten Welt nah an ihren Kunden werktags zwischen 0 Uhr und 24 Uhr ihre Geschäfte nach dem Berliner Ladenöffnungsgesetz offenhalten. Seit rund fünf Jahren gibt es allerdings in Neukölln – wie auch in anderen Bezirken – immer wieder Weiterlesen

Spätis fordern Gleichstellung mit Tankstellen und Bahnhofsläden

Rund 200 Späti-Betreiber und ihre Unterstützer kamen am vergangenen Sonntagmittag auf dem Hermannplatz in Neukölln zu einer Kundgebung unter dem Motto “Ladenöffnungsgesetz modernisieren – Kiezkultur schützen” zusammen. Hintergrund des Protestes: In den vergangenen Monaten überprüften die Ordnungsämter mehrerer Berliner Bezirke in Minimärkten und Spätis wieder verstärkt die Einhaltung des Öffnungsverbotes an Sonn- und Feiertagen. Um das Berliner Ladenöffnungsgesetz durchzusetzen, gehen Polizei und Ordnungsamt in verschiedenen Weiterlesen

Ein harter Schlag für den Standort Neukölln

Stündlich erschienen gestern Presseartikel, Radio- und Fernsehberichte mit der Meldung des Tages: „Philip Morris schließt Werk in Neukölln“. Das Unternehmen, das seit 1972 Zigaretten für die Marken Marlboro, Chesterfield und L&M herstellt, will die Produktion zum 1. Januar 2020 einstellen. Etwa 950 der rund 1050 Mitarbeiter sollen von der Werksschließung betroffen sein; rund 75 Jobs sollen in Neukölln bestehen bleiben.

„Die Veränderung des Konsumentenverhaltens erfordert eine deutliche Reduzierung der Produktionskapazitäten“, erklärte Mark Johnson-Hill, Vize-Präsident EU Manufacturing bei Philip Morris International. Freddy Adjan, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), hielt dem entgegen: „Das Werk Berlin von Philip Morris arbeitet hochprofitabel, schreibt seit Jahren schwarze Zahlen.“ Die Gewerkschaft werde um die Arbeitsplätze im Berliner Werk kämpfen und die Beschäftigten bei ihren berechtigten Forderungen nach einem Interessenausgleich und Sozialplan unterstützen, kündigte Adjan an.

„Die Schließung des Werkes ist ein harter Schlag für den Standort Neukölln“, kommentierte Bezirksbürgermeister Martin Hikel und fügte hinzu: Ich habe bereits die Agentur für Arbeit gebeten, sich sofort um die Beschäftigtenstruktur zu kümmern. Es wird in den kommenden Monaten darum gehen, für 950 Menschen neue Jobs zu finden. Die Auszubildenden müssen in anderen Betrieben ihre Ausbildung fortsetzen können.“ Für Neukölln entstehe gleichzeitig die Chance, die nicht mehr benötigten Flächen zu entwickeln und so neue Arbeitsplätze zu schaffen. „Dazu werden wir mit den Eigentümern Gespräche aufnehmen“, kündigte Hikel an.

Der Tabakkonzern investierte in sein Berliner Werk seit 1972 umgerechnet etwa eine Milliarde Euro, erklärte 2012 der damalige Geschäftsführer der Philip Morris GmbH Werner Barth in einem Interview mit dem Tagesspiegel. Ausdrücklich bekannte er sich beim 40-jährigen Jubiläum zum Werk in Neukölln, auf dessen Dach sich die überdimensionale Figur eines Marlboro-Mannes dreht. „Es gibt keinen Grund, dieses Werk infrage zu stellen“, sagte Barth damals und kündigte langfristige Investitionen an. Nach guter amerikanischer Firmentradition unterstützte Philip Morris in Deutschland aus wohltätigen Gründen zahlreiche Projekte für Integration und Bildung sowie gegen häusliche Gewalt und machte auch deshalb in der Vergangenheit sich in Neukölln einen guten Namen.

=Christian Kölling=

Tag der Offenen Tür beim Traditionsunternehmen Bally-Wulff in Rudow

„Ich bin sehr froh, dass Bally-Wulff in Neukölln bleiben konnte und dass die Anlage mit der Produktionshalle groß genug ist, um den neuen Anforderungen nachzukommen.“ Bezirksbürgermeister Martin Hikel verabschiedete sich am vorletzten Freitagnachmittag mit diesen Worten vom Firmeneigentümer Ulrich Schmidt, nachdem er beim Tag der Offenen Tür des Spielautomatenherstellers an einem Rundgang über das Produktionsgelände teilgenommen hatte. Nach mehr als 50 Jahren am Maybachufer in Neukölln verlagerte das mittelständische Traditionsunternehmen den Betrieb im Frühjahr 2018 auf das Gelände am äußersten Ende der Köpenicker Straße sowie auf die Firmenzentrale in der Tempelhofer Colditzstraße. Bei Weiterlesen

Räumungsklage gegen Syndikat eingereicht

Seit Jahresbeginn arbeitet das Kneipenkollektiv des Syndikats in der Weisestraße ohne einen gültigen Mietvertrag und zahlt statt der bisherigen Miete bis auf Weiteres ein Nutzungsentgelt in gleicher Höhe. Der seit über drei Jahrzehnten im Schillerkiez beheimatete Laden ist so – zumindest bis zum Ende eines möglichen Gerichtsprozesses – auf jeden Fall vor einer polizeilichen Räumung sicher.

Beim Landgericht Berlin wurde allerdings bereits Mitte Januar eine Räumungsklage eingereicht, wie das Syndikat vor wenigen Tagen mitteilte. Wann das Landgericht Berlin einen Verhandlungstermin ansetzt, ist aber ungewiss. „Wir werden bis dahin keine Däumchen drehen, sondern weiterhin Weiterlesen