Retter in der Not

Der Kummer ist groß: Es ist Sonntag, man will jemanden spontan überraschen und stellt fest, weder Hasenzähne und einen Partybart, noch Nies- und Juckpulver oder Spritzringe vorrätig zu haben. Selbst über den Online-Handel ließe sich das Defizit auf die Schnelle nicht beseitigen, wohl aber in Neukölln beim Zauberkönig. Das seit 65 Jahren an der Hermannstraße bestehende Eldorado für Fans von Magie, Kostümierung und Scherzartikeln hat zwar auch nur von montags bis samstags geöffnet, aber einen Automaten neben dem Laden installiert, durch den sich Belustigungs-Engpässe zu jeder Tages- und Nachtzeit beheben lassen.

Knisterndes für besondere Anlässe und den Alltag

berliner-miedermanufaktur_neukoellnMit Mode und Design brachte noch niemand Neukölln in Verbindung, als Britt Sobotta vor 10 Jahren in der 1_berliner-miedermanufaktur_neukoellnSchillerpromenade die Berliner Miedermanufaktur eröffnete.

Für sie war es vor allem praktisch: Kurze Wege zwischen Wohnung und Ladenatelier erleichterten das Zusammen-spiel von Familie und Beruf enorm. Ihre Kreationen seien ohnehin Nischenprodukte, da sollten auch Produktion und Verkauf fernab des Mainstreams funktionieren, mutmaßte das Umfeld von Sobotta, die das Faible für Mieder während ihres Kunststudiums entdeckte und anschließend bei einer Ausbildung Weiterlesen

Da weg ist das Ziel

Mancher schließt einfach die Ladentür ab und lässt die Rollläden vor den Schau-fenstern herunter – auf Nimmerwiedersehen. Andere leiten das Ende ihres Kapitels bierbach-tv neukoellnals Selbstständige mit eigenem Geschäft in Neukölln mit einem Räumungsverkauf ein. Von Mieterhöhungen, die – wie bei Wohnungen – durch eine Kappungsgrenze in die Schranken gewiesen werden, können Gewerbetreibende im Bezirk nur träumen.
Stattdessen ist in diesem Marktsegment Frei-stil angesagt: Andreas Bierbach, der fast drei Jahrzehnte lang seinen HiFi-TV-Dienst in der Böhmischen Straße betrieb, kapitu-lierte kürzlich, als die Miete auf das Doppelte angehoben wurde. Auch Weiterlesen

Das Gute im Schlechten

Unter extremen Nachteilen haben noch bis Ende nächsten Jahres alle Besitzer von Läden zwischen Uthmann- und Briesestraße zu leiden. Einige Geschäfte waren uefa euro 2016_baustellendeko kms neukoellnbereits verlassen, bevor der Umbau der Karl-Marx-Straße vor ihrer Tür ankam. Doch für Einzelhändler, deren Sortiment sich durch die Fußball-Europameisterschaft stark ver-größert hat, haben die Auswirkungen der Bautätigkeiten auch Vorteile: Dieser nutzt den Bauzaun clever, um sein Fanartikel-Angebot werbewirksam zu präsentieren und Farbe in die Straße zu bringen. Den Laden zu erreichen, ist allerdings kompliziert, wenn man aus der falschen Richtung kommt.

Her und weg

dezemberlaub am lindenbaum_neukoellnNicht nur vielen Menschen, sondern auch man-chem Baum fällt das Loslassen offensichtlich schwer. Der Kioskbetreiber, dessen Laden genau unter diesem Baum liegt, dürfte sich seine Ent-scheidung ebenfalls kaum leicht gemacht haben. Gestern öffnete er das Geschäft im Neuköllner Kiez zwischen Hermannstraße und Tempelhofer Feld zum letzten Mal.

Nach 11 Jahren gibt der Mann auf – nicht wegen einer in astronomische Sphären gestiegenen Miete. Sie sei trotz einer Erhöhung weiterhin ziem-lich moderat, findet er. Nur passe sie überhaupt nicht mehr zum Zustand des Ladens, der Umgebung und zu den Margen, die durch den Verkauf von Weiterlesen

Zweite Runde des Späti-Dialogs, Fortsetzung wahrscheinlich

späti-dialog_grüne neuköllnSchon im Juli hatten die Grünen-Abgeordneten Anja Kofbinger und Dr. Susanna Kahlefeld die Betreiber von Spätkaufläden sowie Polizei und Ordnungsamt zu einem ersten Späti-Dialog für Nord-Neukölln einge-laden. Grund der Zusammenkunft: Seit Frühjahr 2014 gehen Polizei und Ordnungsamt in einigen Teilen des Bezirkes unnachgiebig gegen die bislang geduldete Sonntagsöffnung der sogenannten Spätis vor, um das Berliner Ladenöffnungsgesetz durchzusetzen. Ein Vorgehen, das bei betroffenen Geschäftsleuten teils Existenzängste auslöste.

Am vergangenen Mittwoch konnten nun die beiden Landespolitikerinnen Kofbinger und Kahlefeld für die Folgerunde des Späti-Dialogs zwei Referenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin Weiterlesen

Unter einem Dach

fahrschule kubis_perlenparadies_neuköllnFreie Läden in Neuköllns begehrten Kiezen sind Mangelware. Und mit der gestiegenen Nachfrage sowie stetig steigenden Mieten wächst das Be-dürfnis, näher zusammen zu rücken: Shop-in-Shop heißt vielerorts das Zauberwort. In der Selchower Str. 32 wird die Koexistenz verschiedener Gewerbe schon länger praktiziert. Neben der Fahrschule Kubi ist hier das Perlenparadies untergekommen. Was sonst noch zu verkaufen ist, wird im Schaufenster annonciert, die Katze ist jedoch unverkäuflich.