Experten-Diskussion zum Denkmalschutz in Neukölln

„Baudenkmäler sind Zeitzeugen, die für geschichtliche Entwicklungen stehen, sie sind deshalb sehr erhaltenswert. Ich sehe aber auch die Problematik, dass der Denkmalschutz mit dem Klimawandel vereinbar sein muss. Heute sind zum Beispiel die Regenfälle stärker geworden. Auch bei einem denkmalgeschützten Haus muss der Eigentümer seine Regenrinne an den Starkregen anpassen können.“ Annette Beccard aus dem Vorstand des Haus und Grund Berlin-Neukölln e. V. sprach sich am Freitagabend auf einer Podiumsdiskussion in der Weiterlesen

Internationales Jugendfußballturnier „Tournament of Peace“ abgesagt

Am 8. Mai jährt sich in diesem Jahr das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 75. Mal. Anlässlich dieses Gedenktags wollten der BSV Grün-Weiß Neukölln 1950  und der TSV Rudow 1888 Berlin das zweitägige Freundschafts-Jugendfußballturnier „Tournament of Peace“ der Altersklassen U14/15 veranstalten. Eingeladen waren alle nationalen und internationalen Partnerstädte Neuköllns sowie Vertreter aus weiteren Ländern wie Polen, Weißrussland und Dänemark. Rund 300 Gäste wurden in Neukölln erwartet.

„Die augenblickliche Krisensituation im Zeichen des Coronavirus Weiterlesen

Sängerinnen aus St. Petersburg geben zwei Freundschaftskonzerte in Neukölln

Das Vokalensemble der Kaiserlichen Feodorowski Kathedrale aus St. Petersburg unter der Leitung von Nadeshda Winogradowa sowie das Duo Melodie des Herzens kommen am Aschermittwoch für zwei Live-Konzerte auf Einladung der Freunde Neuköllns in den Bezirk.

Nadeshda Winogradowa, die in Puschkin geboren wurde und als Schülerin Neukölln besuchte, hat seit dieser Zeit freundschaftliche Kontakte in den Partnerbezirk ihrer Geburtsstadt. Die Mezzosopranistin wird von der Sopranistin Maria Sentschurowa, dem Tenor Oleg Semönow und dem Weiterlesen

Was wird aus der Pergola am Wildenbruchpark?

Der Wildenbruchpark am Weigandufer ist nicht nur im Frühjahr und Sommer ein in der Nachbarschaft beliebtes Kleinod. Im Juni letzten Jahres war die geschichtlich bedeutsame Parkanlage deshalb das Ziel einer Zeitreise der Freunde Neuköllns, bei der der Historiker Werner Schmidt durch den Park führte.

Jetzt soll der nordwestliche Teilbereich des Parks neugestaltet werden. Zum aktuellen Stand der Planungen am Rand des Sanierungsgebietes Sonnenallee / Karl-Marx-Straße informieren Weiterlesen

30 Jahre Städtepartnerschaft Neuköllns mit Ústí nad Orlicí

Fotos: Manfred Herrmann

Letztes Wochenende feierten am Rand des Rixdorfer Weihnachtsmarktes die Neuköllner auf Einladung des Bezirksamts mit knapp zwanzig tschechischen Gäste das 30-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen Neukölln und der ostböhmischen Kreisstadt Ústí nad Orlicí. Aus deren Umgebung, besonders aus dem Dorf Horní Čermná, waren wegen ihres Glaubens verfolgte Protestanten 1737 ins preußische Rixdorf geflohen. „Die Partnerschaft mit Ústí nad Orlicí ist eine der lebendigsten der vielen Außenbeziehungen Neuköllns“, Weiterlesen

Zeitreisen auf Neuköllner Friedhöfen

Mareschstraße, Wanzlikpfad, Niemetz- und Jansastraße: Im Neuköllner Norden stößt man häufig auf Namen, die auf die von böhmischen Exulanten geprägte Entstehung Rixdorfs verweisen. Es sind Familiennamen, die vom Aussterben bedroht sind. „Die Zahl der Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeine schrumpft erheblich“, muss auch Stefan Butt erfahren, der vor sechs Jahren seine Tätigkeit als Archivar für das Böhmische Dorf begann. „Damals“, sagt er, „folgten der traditionellen Osterprozession noch Weiterlesen

Die Freunde Neuköllns entdecken das Stadtgrün

Auf die Geschichte bekannter wie auch vergessener historischer Orte macht der Verein Freunde Neuköllns seit März 2018 mit der mehrteiligen Veranstaltungsreihe “Neuköllner Zeitreisen“ aufmerksam. Nachdem es mit Rundgängen zu kulturhistorischen Denkmälern begann und die zweite Reihe zu Neuköllner Kirchen führte, geht es bei der dritten Neuköllner Zeitreise mit vier Veranstaltungen diesmal ins Weiterlesen

Bis morgen wieder am Richardplatz: Weihnachtlicher Budenzauber mit internationalem und karitativem Flair

15 kleine Stände und ein Lautsprecherwagen bildeten 1972 den ersten Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt, der inzwischen zu einer über alle Grenzen hinaus bekannten Institution im Veranstaltungskalender des Bezirkes geworden ist. „Ich bin ein bisschen neidisch auf diesen Weihnachtsmarkt. Er ist ein deutliches Zeichen des sozialen Zusammenhalts“, sagte Petr Hájek, Bürgermeister von Neuköllns Partnerstadt Usti nad Orlici gestern Abend zur Eröffnung des 46. Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarktes auf der großen Musikbühne am Richardplatz, wo die Big Band des Albert-Einstein-Gymnasiums zum Auftakt spielte. Die tschechische Kreisstadt richtet selbst einmal jährlich ein großes Stadtfest mit internationalen Weiterlesen

Zeitreise zu Neuköllner Kirchen zwischen Mittelalter und Moderne

Vier Neuköllner Kirchen aus dem Mittelalter, dem 19. sowie dem 20. Jahrhundert stellt der Verein Freunde Neuköllns in der zweiten Staffel der Veranstaltungs-reihe „Neuköllner Zeitreisen“ vor, die im März mit vier Rundgängen zu kulturhistorischen Denkmälern gestar-tet war.

In der evangelischen Dorfkirche Alt-Buckow begrüßte am vergangenen Sonnabendnachmittag der frühere Neuköllner Bezirksbürgermeister Prof. Bodo Manegold rund zwei Dutzend Besucherinnen und Besucher zu einer Führung in der altehrwürdigen Kirche. „Vom Typ her ist unsere Dorfkirche der Marienfelder Dorfkirche verwandt, Weiterlesen

Städtepartnerschaftsverein Freunde Neuköllns kümmert sich wieder um Denkmalspflege

„Mit der Veranstaltungsreihe ‚Neuköllner Zeitreisen‘ besinnen sich die Freunde Neuköllns wieder auf den ursprünglichen Anlass der Vereinsgründung im Jahr 1983, nämlich auf die Unterstützung kulturhistorischer Baudenkmäler im Bezirk“, erklärte Bertil Wewer, Vorsitzender des Traditionsvereins, der seit 1997 seinen Schwerpunkt auf die Pflege der 13 Neuköllner Städtepartnerschaften legt.

Wewer und viele andere Geschichtsinteressierte waren Sonntagnachmittag bei sonnigem Wetter an den Haupteingang des Garnisonsfriedhofs am Columbiadamm gekommen, um zum Auftakt des neuen Veranstaltungsformates an einer Führung des Historikers Werner Schmidt teilzunehmen. „Der Garnisonsfriedhof ist ein Erinnerungsort, Weiterlesen

Die besten Fotos der Ausstellung „Čermná und Neukölln durch meine Augen“ jetzt zusammen in einem Kalender

„Čermná und Neukölln durch meine Augen“ hieß eine Ausstellung mit Bildern tsche-chischer und deutscher Amateurfotografen, die in diesem Jahr in Horni Cerma – dem Ausgangspunkt der seit über 25 Jahren bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Neukölln und Ústí nad Orlicí – im Gemeindehaus und anschließend in der Neuköllner Galerie Zebrapony zu sehen war. Aus den besten Arbeiten wurde inzwischen ein großformatiger Kalender mit typischen jahreszeitlichen Ansichten zusammen-gestellt. Die Besucher der Ausstellungen waren aufgerufen, die schönsten Motive für einen Fotokalender auszuwählen und für zwei Fotos stimmen, jeweils für eins aus Horní Čermná und eins aus Weiterlesen

Zwei, die eng miteinander verbunden waren: Manfred Motel und das Böhmische Dorf

manfred-motel_foto-neukoelln-info-centerNeuköllns früherer Bezirksbürgermeister Prof. Bodo Manegold hatte Manfred Motel einst anerkennend „unseren Oberböhmen“ genannt. Dr. Franziska Giffey, die amtierende Rathaus-Chefin, bescheinigte dem mit der Neuköllner Ehrennadel und dem Bundesverdienstkreuz Ausgezeichneten, dass er den Bezirk über Jahrzehnte geprägt habe.

Nach langer schwerer Krankheit starb Manfred Motel am 8. September im Alter von 74 Jahren; letzten Sonnabend fand im Kirchsaal der Brüdergemeine die Trauerfeier statt. Für das Bezirksamt nahm Sozialstadtrat Bernd Szczepanski an der Zeremonie Weiterlesen

Nicht nur alle Jahre wieder: Zeichen einer lebendigen Städtepartnerschaft

hajek_stadtfest usti nad orliciRund um den historischen Marktplatz von Neuköllns Partnerstadt Ústí nad Orlicí wurde in der vergangenen marktplatz usti nad orliciWoche das alljährliche Stadtfest gefeiert. Bür-germeister Petr Hájek (r.) konnte hierzu Gäste aus den Partnergemeinden seiner Stadt begrüßen, zu denen neben Neukölln auch Amberg, die polnische Stadt Bystrzyca Kłodzka, die italienische Gemeinde Massa Martana sowie Poprad/Slowakei gehören. Aus Neukölln waren u. a. Mitglieder des Freunde Neuköllns e. V. sowie als offizielle Vertre-ter aus dem BVV-Vorstand die fraktionslose Bezirksverordnete Weiterlesen

Traditionsverein mit Vision: Neuköllns Städtepartnerschaften „als kommunale Außenpolitik“ weiterentwickeln

staedtewappen rathaus neukoelln_jahresempfang freunde neuköllnsBunte Wappen, die den Rathausvorplatz direkt vor der Treppe schmücken, erinnern an die 13 inter-nationalen Partnerstädte Neuköllns. Neben dem Eingang des Amtsgebäudes weist ein rundes Schild auf den Europapreis des Europarates hin, den der Bezirk 1987 für seine aktive Städtepartnerschafts-europa-preisträger neukoelln_jahresempfang freunde neuköllnsarbeit erhielt. Dieses bezirkliche Engagement ist heute weitgehend Geschichte. Die Res- sourcen der Verwaltung sind seit der Jahrtau- sendwende immer knapper geworden; Bürgerinnen und Bürger werden von Politikern zur privaten Initiative ermuntert. Der Freunde Neuköllns e. V. unterstützt in diesem Sinn die vom Bezirk geschlossenen Städteverbindungen seit vielen Jahren. Letzten Weiterlesen

25-jähriges Jubiläum der Partnerschaft zwischen Neukölln und Ústí nad Orlicí

Stadtwappen_von_Ústí_nad_OrlicíDie Berliner Mauer stand noch, als am 6. November 1989 der erste Teil des Städtepartnerschaftsvertrages zwischen Neu- kölln und Ústí nad Orlicí in der böhmischen Kreisstadt unterzeichnet wurde. Keine drei Wochen später, am 24. No- vember, konnten Tschechen und Deutsche in Neukölln bei der Unterzeichnung des zweiten Teils der Partnerschaftsverein- F1_Petr Šilar mit Teilnehmern der Partnerschaftsreise und Begleitern aus Horní Čermnábarung gemeinsam den Fall der Mauer feiern.

Der Verein Freunde Neuköllns e. V. machte anlässlich dieses geschichtsträchtigen Er- eignisses vom 25. bis 29. Oktober eine Jubiläumsreise nach Horní Čermná, dem Ort, aus dem die ersten böhmischen Exu- lanten 1737 nach Rixdorf kamen. Besucht wurden ebenfalls die tschechische Kreis- stadt Ústí nad Orlicí und die Landeshauptstadt Prag. Am 28. Oktober, dem tschechischen Nationalfeiertag, der an die Staatsgründung der Weiterlesen

Neuköllner zu Besuch beim Hofer Schlappentag

fernwehpark hofDie Welt an einem Ort, symbolisch mit einer umfangreichen Sammlung von Orts- schildern dargestellt, das ist der Fernweh- park in der nicht einmal 45.000 Einwohner zählenden kreisfreien Stadt Hof in Ober- franken. Ist dort aber mehr zu finden, was sehenswert und außergehans-peter friedrich_schlappentag hofwöhnlich ist?

Cineasten fal- len die Hofer Filmtage ein, die nach der Berlinale das zweitwichtigste Film-Festival in Deutschland sind. Politisch bewanderte Menschen werden an den ehemaligen Bundesinnen- minister Hans-Peter Friedrich (l.) denken, der in Hof lebt. Und sonst? Am vergangenen Wochenende fuhr eine Gruppe des Städtepartner-schaftsvereins Freunde Neuköllns zusammen mit dem Berliner Weiterlesen

„Gegen Neukölln ist kein Kraut gewachsen“

tulipan im britzer garten_berlin-neukoellnTulpen, überall Tulpen. Hunderttausende, in allen möglichen Farben und mit Namen wie Black Hero und Weißer Berliner oder Bulldog, Jan Reuss und Miranda. Wer die Frühlingsboten tulpenzwiebel-skulptur_britzer garten neukoellnnicht mag, sollte zurzeit andere Wege als die durch den Britzer Garten ein- schlagen, denn dort hat zum inzwischen neunten Mal die Tulpensonderschau Tulipan begonnen: so früh wie noch nie,  wegen des milden Win- ters, und schon jetzt mit rekordverdächtigen Besucherzahlen. Etwa 95.000 Menschen seien es am Osterwochenende gewe- sen, die die Eingänge zum Gelände der Bundesgartenschau 1985 passierten, konnte Grün Berlin-Geschäftsführer Christoph Schmidt (l.) stolz verkünden, als er Freitag zu- sammen mit Heinz Buschkowsky (r., neben Parkmanagerin Gabriele Weiterlesen

Über den Versuch, einen verdienten Neuköllner Bürger zu ehren – und Bürgerbeteiligung auszuhebeln

wappen stadt hof_platz der stadt hof_neuköllnFünf  Vorschläge, wie der Platz der Stadt Hof nach seiner Erweiterung umbenannt werden könnte, unterbreitete die [Aktion! Karl-Marx-Straße] als zivilgesellschaftliche Initiative im Sommer der Öffentlichkeit. Die Vorschläge, die aus insgesamt 160  Bei- trägen ausgewählt wurden, lauteten: Platz der Vielfalt, Platz der Kulturen, Platz der Toleranz, Neuköllner Stern und Rio Reiser Platz. Der Namenswettbewerb war als krö- nender Abschluss einer partizipativen Bürgerbeteiligung für die Neugestaltung des Platzes angekündigt. Gemeinsam mit Bewohnern Neuköllns hatten Weiterlesen

Namenswettbewerb zur Umbenennung des Platzes der Stadt Hof: Politikum oder Provinzposse?

Die Benennung von Straßen und Plätzen dient der Orientierung in der Stadt, soll Ehrung oder Würdigung der Namensgeber sein und weist gelegentlich auf ge- schichtliche Beziehungen hin. Das Verfahren der Namensgebung an sich ist oft Politikum oder Provinzposse. Zum Politikum wurde einst die Umbenennung eines Teils der Kreuzberger Kochstraße, die zwischen Axel-Springer-Straße und Friedrich- straße jetzt den Namen Rudi-Dutschke-Straße trägt. Eher eine Provinzposse war die Neubenennung des ebenfalls in Kreuzberg gelegenen Platzes vor dem Jüdischen Museum, der nun Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz heißt. Der Name Moses Mendelssohn Platz war zuvor vom Bezirksparlament abgelehnt worden – mit der Begründung, dass in Berlin eine Frauenquote für Namen im öffentlichen Raum gelte buschkowsky_wowereit_platz der stadt hof neuköllnund die gewünschte Geschlechterparität  noch lange nicht erreicht  sei.

In Neukölln stellte die [Aktion! Karl-Marx-Straße] vor den Sommerferien die Ergeb- nisse ihres Wettbewerbs zur Umbenen- nung des Platzes der Stadt Hof vor. Die Umbenennung sei gerechtfertigt, so die Initiatoren, weil der bisherige Name um- ständlich klinge, kaum in der Bevölkerung bekannt sei und der Platz Weiterlesen

Ein Hauch von Oranje in Neukölln

Es sind – abgesehen von der Britzer Mühle, einer vor fast 150 Jahren erbauten Hol- ländermühle – vornehmlich dezente Spuren, die in Neukölln auf niederländische Einflüsse hinweisen: Moghul Rikschas bezieht seine Lastenräder aus dem Land, in dem  heute König Willem-Alexander Königin Beatrix ablöst und  Troonswisseling  ge-

britzer mühle_neukölln

feiert wird. Vor dem Rathaus des Bezirks ist das Wappen der Neuköllner Partnerstadt Zaanstad zu finden, und der Künstler Marc van der Kemp, der das Sowieso Neukölln betreibt, stammt aus dem Land der Tulpen, Klompen, Grachten und Poffertjes, des Käses und Campingurlaubs. Sonderlich viele Landsleute sind es nicht, die sich ebenfalls in Neukölln niedergelassen haben: Gerade mal 487 ermittelte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zum letzten Jahreswechsel. 18 davon sind älter als 65; fast so viele Windmühlen – nämlich 16 – drehten sich einst in Neukölln.