DaWoEdekaMaWa-Gelände geräumt

Das DaWoEdekaMaWa-Gelände auf dem Grundstück Braunschweiger Straße 21 wurde gestern früh geräumt. Eine Gruppe von Anwohnerinnen und Anwohnern hatte Mitte Mai damit begonnen, auf der Brache einen Gemeinschaftsgarten einzurichten. Früher sicherte dort ein inzwischen abgerissener Edeka-Markt die Nahversorgung im Kiez. In Zukunft möchte ein Investor 149 sogenannte Microappartments, Ein- bis Zweizimmerwohnungen mit einer durchschnittlichen Grundfläche von 28 bis 55 Quadratmetern, auf dem Grundstück errichten lassen.

So sinnvoll das Wohnungsbauvorhaben an sich sein mag, so unverständlich teuer sollen in einem armen Wohnviertel die ausschließlich als Wohneigentum angebotenen Appartments einmal verkauft werden. Ab 6.000 Euro pro Quadratmeter aufwärts -das sind 170.000 Euro für eine 28 Quadratmeter kleine Unterkunft- sollten die Kunden der Makleragentur Nagel Properties ursprünglich dabei sein: auf der Webseite der Nagel Properties ist das Angebot aber mittlerweile nicht mehr zu finden.

Die Gruppe „DaWoEdekaMaWa“ fordert den sofortigen Stopp der Bebauungspläne für das Gelände. Langfristig sollen stattdessen entweder bezahlbare und marktferne Wohnungen entstehen oder die Fläche soll als selbstgestalteter Park, Gemeinschaftsgarten und sozialer Treffpunkt erhalten bleiben.Anfang Juni machte die Initiative am Rand der Einweihung des neugestalteten Böhmischen Platzes auf ihr Anliegen aufmerksam. Ein erster Räumungsversuch konnte am 17. Juni noch abgewendet werden. Für den morgigen Donnerstag kündigt DaWoEdekaMaWa eine Protestkundgebung vor dem Gelände Braunschweiger Straße 21 an. Weitere Informationen https://edekawo.noblogs.org/

=Christian Kölling=

Exkursion zu Kunst- und Kultur-Orten im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße

Nein, eine Touristengruppe war es nicht, die am Dienstagnachmittag vor dem Heimathafen Neukölln mit Kopfhörern und Mikrophon ausgerüstet zu einer Erkundungstour durch das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße aufbrach. Vielmehr bestand die Gruppe aus Teilnehmer der „Lenkungsgruppe vor Ort“, die die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] zum zweiten Mal einberief, nachdem es im Sommer 2018 eine gut besuchte Begegnung auf dem KINDL-Gelände im Rollbergviertel Weiterlesen

Der Böhmische Platz auf dem beschwerlichen Weg zum klimafreundlichen Kiez

Dass es in Rixdorf eigentlich viele wunderschöne Plätze gibt, die die Nachbarn gerne nutzen würden, wenn es nur nicht so viel motorisierten Durchgangsverkehr gäbe, davon ist die Initiative „Mehr Kiez für Rixdorf“ fest überzeugt. Vor zwei Jahren konnte sie ihre Vorschläge für einen klimafreundlichen Richardkiez der Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther bei einem Rundgang präsentieren. Im Sommer letzten Jahres legte die Initiative dem Bezirksamt über 1.000 Unterschriften für Verkehrsberuhigung im Richardkiez vor. Unter dem Aspekt der Umweltgerechtigkeit betrachtet ist der Richardkiez ähnlich stark belastet wie die anderen Quartiere im Weiterlesen

Plakatwettbewerb macht für mehr Rücksicht in Rixdorf mobil

In Rixdorf ist dicke Luft: Der motorisierte Individualverkehr nimmt seit Jahren zu und die Dauerbaustelle in der Karl-Marx-Straße verleitet zusätzlich viele Autofahrer zu einem Umweg durch den Richardkiez. „Mehr Abgase, mehr Stau, mehr Gefährdungen der Kinder auf ihrem Schulweg sind ebenso das Ergebnis wie rücksichtsloses Parkverhalten und gleichzeitige Parkplatzknappheit“, schilderte mir Stephanie Piehl das tägliche Chaos im Wohngebiet rund um den Richardplatz. Ihr Fazit: „Wenn mehr Leute auf das Fahrrad umsteigen oder zu Fuß gehen, Weiterlesen

„Das Tempelhof-Feld-Gesetz gilt zu 100 Prozent!“

Der Volksentscheid zum Erhalt des Tempelhofer Feldes jährte sich gestern zum fünften Mal. 2014 hatten 739.124 Berliner für den Erhalt der grünen Oase mitten in der Stadt gestimmt. Viele Initiativen feierten den Tag mit zahlreichen Veranstaltungen, Musik, Kinderprogramm und Picknick. Der Verein 100% Tempelhofer Feld, Träger des Volksbegehrens, lud zur Kundgebung „Feld for future“ ein.

Umweltstaatssekretär Stefan Tidow besuchte am Nachmittag das Haus 104. Er traf dort u. a. Teilnehmer einer „Radtour zur Verteidigung des Feldes gegen Bauinteressen, zu Allmende Gärten Weiterlesen

Streitgespräch im Kiez: „Je mehr gemacht wird, desto weniger Vögel gibt es von Jahr zu Jahr im Wildenbruchpark“

Auf den Rückgang der Artenvielfalt im Gebiet zwischen Spree und Neuköllner Schiffahrtskanal weisen Umwelt- und Naturschützer schon lange hin. „Wir erleben im Gebiet einen sehr kleinteiligen Grünflächenverlust, aber es ist wirklich massiv, was jetzt verschwindet“, warnte Christian Hönig, hauptamtlicher Baumschutz-Fachreferent des Umweltverbandes, bereits im August 2016 auf einer Pressekonferenz des BUND-Berlin.

Insbesondere das Verschwinden vieler Vogelarten ist nun offenkundig im Alltagserleben der Einwohner am Rand des Sanierungsgebietes Sonnenallee Weiterlesen

Bezirk Neukölln will Hausverkäufe in Milieuschutzgebieten noch verstärkter prüfen

Bereits Ende Januar hat der Bezirk Neukölln das Vorkaufsrecht für ein Haus in der Anzengruberstraße ausgeübt: „Da Käufer und Verkäufer keinen Widerspruch eingelegt haben, ist der Bescheid rechtskräftig“, teilte Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann am Donnerstag in einer Presseerklärung mit. Das Wohnhaus wird von der städtischen Wohnungs-baugesellschaft Stadt und Land übernommen. Zuletzt war in Neukölln der Vorkauf des Häuserkomplexes Böhmische Straße / Thiemannstraße rechtskräftig geworden. In anderen Fällen seien Widerspruchs- und teilweise Klageverfahren Weiterlesen