Über 3.000 Menschen in Neukölln beim Gedenkmarsch für die Opfer von Hanau

Laut, wütend und kämpferisch zog gestern Abend eine deutlich über 3.000 Teilnehmer zählende Trauerdemonstration vom Hermannplatz zum Rathaus Neukölln und wieder zurück. Sie gedachte der vielen getöteten und teils schwerverletzten Opfer, die am 19. Februar ein rassistisch motivierter Terroranschlag auf zwei Shisha-Bars in Hanau forderte und setzte ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen sowie mit ihren Angehörigen. Die Neuköllner Initiative „Kein Generalverdacht“ hatte zur Weiterlesen

Busse statt Züge

Seit der letzten Nacht geht wegen Bauarbeiten nichts mehr auf der U7-Strecke zwischen Hermannplatz und Möckernbrücke. Bis zum frühen Morgen des 9. April besteht in beiden Richtungen Schienenersatz- statt Zugverkehr. Wer dachte, dass es schlimmer kaum kommen kann, wird dann ab nächster Woche eines Besseren belehrt: Um Weichen und Gleise auszu-tauschen und das Chaos komplett zu machen, wird parallel vom 27. März bis 9. April der S-Bahnverkehr zwischen Hermannstraße und Südkreuz eingestellt.

Anfrage in der Neuköllner BVV: Drohen dem JobCenter Neukölln bald mehr Widersprüche und Klagen?

Diese Frage hat die Fraktion der Linken in Neukölln auf die Tagesordnung der Bezirksverordnetenversammlung am kommenden Mittwoch gebracht. Hintergrund der Befürchtung: Seit dem 23. Oktober 2017 bescheinigt das Jobcenter des Bezirks die Abgabe von Unterlagen nicht mehr schriftlich. Diese Regelung gilt auch in sensiblen Fällen, wenn z. B. eine Hartz 4-Bedarfsgemeinschaft unter Androhung von Sanktionen oder der Einstellung von Zahlungen mit Fristsetzung zur Abgabe von Unterlagen aufgefordert wird.

„Auf meine Nachfrage bei einer Mitarbeiterin der Geschäftsführung des JobCenters Neukölln wurde mir das Ende der bisherigen Praxis und die Weiterlesen

80 Museen und 800 Veranstaltungen in einer Nacht

Vor 20 Jahren, im Februar 1997, wurde die Lange Nacht der Museen in Berlin erfunden und etablierte sich anschließend als Vorbild aller langen Nächte. 18 Museen aus der ganzen Stadt, darunter auch das Museum Neukölln, öffneten damals zum ersten Mal bis tief in die Nacht ihre Türen. „Die Lange Nacht ist mit ihrer besonderen Atmosphäre und den engagierten Aktionen und Angeboten der teilnehmenden Museen fester und wichtiger Bestandteil des kulturellen Angebotes der Stadt“, erklärte Kultursenator Dr. Klaus Lederer (l.) vergangenen Mittwoch im Museum für Kommunikation auf der Pressekonferenz zur diesjährigen Jubiläumsnacht unter dem Motto „Made in Berlin“. Am Weiterlesen

„Wenn man als Radfahrer nicht um sein Leben fürchten muss, wäre das schon gut“: Neukölln und die Herausforderung Verkehrswende

Quirlig und urban, so kennen und schätzen wir einerseits den Hermannplatz, wo die Sonnenallee, die Hermann- und die Karl-Marx-Straße zusammenlaufen. Andererseits ist das Tor Neuköllns in Berlin jedoch als unübersichtlich und gefährlich verschrien.

Montagnachmittag trafen sich Bezirksbürger-meisterin Dr. Franziska Giffey (SPD) und der für Verkehr zuständige Staatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) auf Anregung des Netzwerkes Fahrradfreundliches Neukölln (NFN) mit ihren Rädern am Hermannplatz, um gemeinsam über die Karl-Marx-Straße – mit einem kleinen Umweg durch den Kiez – bis zum Alfred-Scholz-Platz zu fahren. Ziel ihrer Tour war die vom Netzwerk Weiterlesen

„Wir brauchen eine vernünftigere Straßenverkehrsordnung, die die Radfahrer und Fußgänger mitnimmt“

hofreiter_critical mass-aktion gruene neukoellnEin eigenes Bild vom Ernst des Radfahrerlebens in Neukölln konnte sich gestern Nachmittag Anton „Toni“ Hofreiter bei einer Fahrradtour vom U+S-Bahnhof Neukölln zum Hermannplatz machen. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundes-tag, der von 2011 bis 2013 Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadt-entwicklung war, betonte die Bedeutung der Bundespolitik auch für den kommunalen Verkehr zu Fuß und mit dem Rad: „Die Berliner Bundespolitik stellt den Rechtsrahmen. Wir brauchen eine Weiterlesen

Ein Aufzug, sechs Bäume, 15 Bänke, über 40 Fahrradbügel, rund 100 Poller: Was gibt’s Neues auf der Karl-Marx-Straße?

3.bauabschnitt karl-marx-strasse neukoelln

Als Mitte Juni 2010 zwischen Lahn- und Jonasstraße mit dem Umbau der Karl-Marx-Straße begonnen wurde, war Thomas Blesing schon seit fast vier Jahren Baustadtrat auftakt 3.bauabschnitt karl-marx-strasse neukoellnvon Neukölln. Franziska Giffey hatte damals noch keinen Dok-tortitel und arbeitete als Europa-beauftragte im Bezirksamt. Stadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport wurde sie erst, als die Arbeiten im ersten Bau-abschnitt schon in vollem Gange waren.

Jetzt ist Giffey seit fast einem Jahr Bezirksbürgermeisterin, Blesing immer noch Baustadtrat, und bei der Umgestaltung der Karl-Marx-Straße wurde gestern der dritte Bauabschnitt zwischen Uthmann- und Briesestraße in Angriff genommen. „Offiziell ist es aber der zweite, weil der erste genau genommen Weiterlesen

Stop-and-no-go auf und unter der Hermannstraße

Die erste Woche ist geschafft, vier weitere Tage sind noch zu bewältigen: Seit letztem Montag enden bzw. starten die Züge der U8 bereits bzw. erst am Hermannplatz und u8-sev_neukoellndie Stationen entlang des Streckenstummels bis zum S-Bahn-Ring, wo Gleise und Weichen zu erneuern sind, werden durch Busse bedient, was wiederum dazu führt, dass die Hermann-straße dauerverstopft ist. Eine Situation wie 2013 und 2014, als exakt dieser U-Bahn-abschnitt über ein Jahr lang gesperrt war. Sie könne jetzt „für zukünftige Jahrzehnte einen zuverlässigen U-Bahnbetrieb garantieren“, teilte damals die BVG anlässlich der Wieder-eröffnung der Strecke mit. Wie dieses Statement gemeint war, zeigt sich nun: Bis zum nächsten Jahrzehnt sind es noch ein paar Jahre.

Wo laufen sie denn?

Es sind nur knapp 200 Meter der insgesamt 42,195 Kilometer, die die Teilnehmer des 41. BMW-Berlin-Marathons auf Neuköllner Straßenland zu absolvieren haben: Sie füh- ren am Karstadt  entlang über  den Hermannplatz. Die Auswirkungen der  Sportveran-

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staltung betreffen aber mit der Hasenheide und dem Kottbusser Damm weitere Stra- ßen, die halbseitig zu Neukölln gehören: Beide sind bis etwa 13 Uhr gesperrt, damit die Zuschauer Platz und die über 40.000 Läufer freie Bahn haben.

Achtung!

Neben den Bezirken Tiergarten, Kreuzberg, Mitte, Wedding und Spandau gehört natür- lich auch Neukölln wieder dazu: Das sind Berlins geheime „Gefahrengebiete“ titelte die Morgenpost vorgestern und  lüftete das Geheimnis sogleich, indem sie zahlreiche

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der einschlägig bekannten „gefährlichen Orte“ aufzählte. In Neukölln sind das die  U7- Station Rudow, der Volkspark Hasenheide und der Hermannplatz. Wobei die Gefahr, beim unkonventionellen Fahrradparken von einem Hexenschuss getroffen zu werden, noch nicht mal als Kriterium berücksichtigt wird.

Spuren jüdischer Unternehmen in Neukölln

Vielfalt ist ein Begriff, der schon immer mit Neukölln in Verbindung gebracht wird. Sind es heute Einwanderer aus arabischen Ländern, der Türkei oder südlichen EU- Nationen, die mit ihren Unternehmen das gewerbliche Angebot im Bezirk mitgestal- ten, waren es früher jüdische Geschäftsleute, die völlig selbstverständlich zu Neu- kölln gehörten.  An sie erinnert der neue Hörspaziergang „Auf dem Damm“, der in 13 Stationen zwischen Hermannplatz und Maybachufer kleine und mittelständische

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jüdische Unternehmen vorstellt, die bis zum Ende der 1930er Jahre im Kiez exis- tierten: Eierhandlungen, eine Likör- und eine Krepppapierfabrik, Weiterlesen

„Nicht wir sind falsch, sondern die Zustände, unter denen wir leben, sind es“: 1. Pride Parade in Neukölln gestartet

1_pride parade berlin_hermannplatz neukölln„Freaks und Krüppel, Verrückte und Lahme, Eigensinnige und Blinde, Kranke und Normal-gestörte – kommt mit uns raus auf die Straße und feiert die  Mad & Disability Pride Parade!“

Der Appell der Veranstalter, ein Bündnis von Initiativen wie dem Arbeitskreis mit ohne Be- hinderung (ak moB) und dem Gen-ethischen Netzwerk (GeN), fruchtete: Hunderte Leute ver- sammelten sich gestern Nachmittag auf dem Hermannplatz, um Weiterlesen

Unvergrünt

Zu den Fragen, mit denen sich selbst Neukölln-Insider gehörig ins Schleudern bringen lassen, gehört die nach dem Gartenkulturpfad des Bezirks. Dabei ist der absolut keine neue gartenkulturpfad neukölln_route 1_richardplatzEinrichtung: Schon seit 2007 gibt es den Gartenkulturpfad Neukölln mit seinen fünf Routen durch Parks, Gartenanlagen sowie weitere grüne Sehenswürdigkeiten zwi- schen Hermannplatz und Rudow.

Nun ist momentan zugegebener- maßen noch wenig Grünes zu sehen, das hat aber auch unge- heure Vorteile: Architektonische Besonderheiten, auf die der  Flyer und das 62-seitige Booklet des Gartenkulturpfads Neukölln eben- falls aufmerksam machen, sind nicht hinter saftigem Blattwerk versteckt und ungehindert zu be- trachten oder zu fotografieren. Die Erkundung botanischer Highlights Neuköllns kann dann bei einer späteren Begehung des Gartenkulturpfads nachgeholt werden.

Alles nur wegen des Katers

Sie habe absolut nichts gegen Neukölln, das möchte die Enddreißigerin unbedingt festgestellt wissen. „Aber“, sagt sie, „ich hab eben auch jahrelang keinen Grund gehabt, mich im Kiez rund ums Rathaus aufzuhalten.“ Auf dem Türkenmarkt am May- bachufer sei sie manchmal, ab und zu auch im Süden des Bezirks in den Gropius Passagen, doch ansonsten kenne sie  – abgesehen von der Medienberichterstattung – vor allem das Souter- rain von Neukölln. Ihre Wohnung nahe der Jannowitzbrücke im Bezirk Mitte liege nur einen Katzensprung von der Station der U8 entfernt. Auf dem Weg in die Gropiusstadt steige sie dann am Hermannplatz in die U7 um und rausche unter Neukölln hindurch.

Vorgestern wurde das Gesetz der Serie erstmals durchkreuzt – wegen des Katers einer Freundin, die kürzlich vom Wedding in die Boddinstraße gezogen war und am Vortag wegen eines Blinddarmdurchbruchs ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Dunja B. erklärte sich daraufhin spontan bereit, solange bei ihr einzuziehen, um das Sitten des Wohnungstigers zu übernehmen. An der Station Rathaus Neukölln aus der U-Bahn zu kommen und plötzlich vor den gläsernen Neukölln Arcaden zu stehen, das sei schon ein Schock gewesen: „Da wurde mir schlagartig klar, wie lange ich schon nicht mehr in dieser Ecke von Neukölln gewesen bin, obwohl ich nur ’ne Viertelstunde entfernt wohne. Als ich zuletzt hier war, stand noch das Turnschuh-Haus.“ 13 Jahre ist es inzwischen her, dass das Gebäude an der Ecke Karl-Marx-/Flughafenstraße, auf dessen Seitenwand Gert Neuhaus sein Fassadenbild mit dem offiziellen Namen „Verschnürung“ gemalt hatte, abgerissen wurde.

Sie werde künftig weniger U-Bahn fahren, um mehr von den Veränderungen in Berlin mitzukriegen und sie selber zu erleben, hat die Interims-Neuköllnerin beschlossen.

=ensa=

Lieber den Spatz …

hermannplatz tanzendes paar_joachim schmettau… im Topf als die Taube aufm Kopf – oder so ähnlich.

Seit das „Tanzende Paar“ des Bild- hauers Joachim Schmettau auf regelmäßige Tanzeinlagen verzichtet, finden die Berliner Dachratten dort optimale Lande- und Rastbedin- gungen vor. Entsprechend rar sind die Gelegenheiten, beide Tänzer ohne federne Hüte auf dem Hermannplatz zu erwischen. Aber auch andere Körperteile sind für ein Päuschen zwischen zwei Ausflügen heiß begehrt.