Berlin / Damaskus – früher / heute: Besondere Momente im Museum Neukölln

ausstellung-lost-images-berlin-damaskus_museum-neukoellnAuf einem Flohmarkt in Damaskus fand der syrische Konzeptkünstler und Filmemacher Ammar Al-Beik vor vielen Jahren eine wahrhafte Schatzkiste, die randvoll mit Fotos gefüllt war, deren Herkunft und Geschichte er nicht kannte. Die Bilder zeigen verführerische Frauen, stolze Männer und drollige Kinder, die oft in Ateliers fotografiert wurden.

Der geheimnisvolle Reiz der Aufnahmen ließ Ammar Al-Beik nicht mehr los: Er verwendete die Bilder 2008 erstmals für die Serie „Lost Images“ in seiner Heimatstadt Damaskus. 2013 erweiterte er die Serie und setzte sie, nachdem er 2014 nach Berlin geflohen war, 2016 mit vier Arbeiten fort. Am vergangenen Freitag wurde seine Ausstellung „Lost Images Berlin / Damaskus“ im Museum Neukölln eröffnet. „Es Weiterlesen

Neuköllner Produktionen in Ateliers und Galerien

art-spaces-nk_offene-ateliers-neukoellnEine Premiere steht heute Abend in der Galerie im Saalbau auf dem Programm: Dort wird um 18 Uhr erstmalig der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Neuköllner Kunstpreis verliehen, um den sich über 180 in Neukölln „professionell arbeitende bildende Künst-ler*innen“ beworben haben. Zehn von ihnen wurden nominiert, sind nun Anwärter auf die Auszeichnung und dürfen ihre Werke bei der Ausstellung „Neuköllner Produktion“ zeigen.
Nichts wirklich Neues ist hingegen das Begleitprogramm, das sich am Wochenende anschließt. Morgen und übermorgen stehen von 15 bis 20 Uhr über 150 Ateliers im Bezirk offen, um entdeckt zu werden, Gespräche mit den Kunstschaffenden zu ermöglichen und die Aufmerksamkeit auf die Bandbreite des Produktionsstandorts Neukölln zu lenken. Ergänzt wird das Event, das wie eine Reanimation des NACHTUNDNEBEL-Kunstfestivals bzw. eine Weiterlesen

„Wir sind gut darin, für die Freiheit zu kämpfen. Aber wir haben Probleme damit, in einer Demokratie zu leben“

drohnen_galerie-im-saalbau_neukoelln„Uff wat für Ideen die hier komm‘n, die Künstler“, staunte ein Mann nicht schlecht, der sicherlich kein typischer Galeriebesucher ist, aber trotzdem jüngst ausstellungsplakat_galerie-im-saalbau-neukoellnden Weg in die Galerie im Saalbau fand, um die Ausstel-lung „Flucht aus dem Kino ‚Freiheit‘“ mit zeitgenössischer Kunst aus Polen zu besuchen. Seine Bewunderung galt unter anderem der Arbeit „Volvo 240“ von Zuzanna Janin. Dem Publi-kum berichtete die Künstlerin bei der Vernissage: „Eines Tages war mein altes Auto schrottreif und nicht mehr zu gebrauchen. Da habe ich es zu einem Kunstwerk transformiert.“ Das Weiterlesen

Kurze, vermeintlich beliebige Augenblicke

fotoausstellung-juergen-buergin_galerie-im-saalbau_neukoelln„Mensch und Metropole“ lautet der Titel einer Ausstellung mit Arbeiten des Neuköllner Fotografen Jürgen Bürgin, die am Freitag in der Galerie im Saalbau eröffnet wurde.

„Wenn es gut geht, können meine Fotos eine Stimmung im Betrachter erzeugen. Noch besser ist, wenn die Bilder den Betrachter anstoßen, sich eine eigene Geschichte auszudenken“, erklärte Bürgin, der Metropolen in Amerika, Europa und Asien mit der Kamera bereiste, bei der Vernissage. Vor allem Bilder aus New York, daneben aber auch aus Berlin, Lissabon, Shanghai, Saigon und Tokio, die in den Jahren 2009 bis 2015 aufgenommen wurden, werden in den drei Weiterlesen

In drei Räumen von Neuköllns Vorzeit bis in die Zukunft

war-ist-wird sein_gegenwart_galerie im saalbau neukoellnMan muss durch die Gegenwart, um in die Vergan-genheit zu kommen. Was macht das Leben in der Karl-Marx-Straße im Jahr 2016 aus? Dieser Frage gehen die Exponate nach, die derzeit im Zentrum der war-ist-wird sein_vergangenheit_galerie im saalbau neukoellnGalerie im Saalbau aus-gestellt werden.

Nur wenige Schritte weiter beginnt, in einem mit schwarzem Stoff verklei-deten Raum, die Historie. Wie lebte es sich im Jahr 1916 in Neukölln, als der erste Weltkrieg auf dem Höhepunkt war und Frauen noch kein Wahlrecht besaßen? Auch diesem Aspekt sind rund 60 Sechstklässler der Hermann-Boddin- und Richard-Schule gemeinsam mit Künstlern, Weiterlesen

Erinnern durch Comics

1_redrawing stories from the past_galerie saalbau neukoelln„Vergangenheit und was sie in der Gegenwart bedeuten kann, historische Ereignisse und wie sie persönlich erlebt wurden – das bringt das Format Graphic Novel besonders gut zusammen. Mit Bild und Text vereint es mehrere Erzählweisen in sich. Das hilft uns, einen kritischen Umgang mit Ge-schichte und ihrer Darstellung zu entwickeln“, sagt Elisabeth Desta, die mit Ludwig Henne für das Ausstellungsprojekt verantwortlich, das seit einem Monat in der Galerie im Saalbau gezeigt wird.

„Redrawing Stories from the Past“ heißt es, und dahinter steckt die Idee, Geschichten von Opfern des Nationalsozialismus im Comic-Stil darzustellen, um eine neue Form des Erinnerns zu Weiterlesen

Über die Grenzen hinaus

galerie im saalbau neukölln_emel geris„Schon als Kind malte ich leidenschaftlich“, sagt Emel Geris. Zu ihren ersten Werken gehörten Portraits, die sie von und für Arbeitskollegen ihrer Mutter anfertigte. Dass die Tochter Malerin werden soll, sei schon früh deren Traum gewesen. „Ich wollte aber Psychologie studieren.“ Gott sei Dank, findet die Mittdreißigerin heute, habe sie jedoch keinen Studienplatz bekom- men und dann beschlossen, bei einer Künstlerin das akademische Zeichnen zu lernen, um sich an der Kunstakademie bewerben zu können. Von 1999 bis 2002 studierte Emel Geris schließlich an der Univer- sität der Künste in Izmir, nach dem Umzug nach Deutschland weitere Jahre an der Kunstakademie Stuttgart.

In Berlin lebt sie nun seit gut 10 Jahren. Bis zur Galerie im Saalbau, wo seit zwei Wochen ihre Ausstellung „ergo sum – also bin ich!“ gezeigt wird, sind es von ihrer Wohnung nahe dem Körnerpark nur wenige Minuten Fußweg. Über Weiterlesen