Erinnern an die deutsche Kolonialherrschaft auf dem Garnisonsfriedhof

gruene_jugend_neukoellnAus Anlass des Internationalen Tages gegen Rassismus am 21. März verhüllten drei Aktive der Grünen Jugend Neukölln den sogenannten Afrikastein auf dem Garnisonsfriedhof. Der vorn geglättete Findling steht an der östlichen Begrenzungsmauer des Friedhofs am Columbiadamm. Er trägt die Inschrift: „Von 41 Angehörigen des Regiments, die in der Zeit vom Januar 1904 bis zum März 1907 am Feldzuge in Süd-West-Afrika freiwillig teilnahmen, starben den Heldentod.“ Es folgen die Namen von sieben Offizieren und Infantristen. Die Inschrift endet mit dem Weiterlesen

Tödlicher LKW-Abbiegeunfall in Neukölln

geisterradFassungslosigkeit und Trauer herrschten Donnerstagnachmittag an der Oder-/Siegfriedstraße, wo über 100 Menschen sich versammelt hatten, um an eine 56-jährigen Radfahrerin zu erinnern, die am Morgen des Tages bei einem Unfall ums Leben kam. Die Frau war nach Polizeiangaben gegen 8.50 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem Gehweg der Oderstraße in Richtung Eschersheimer Straße unterwegs, als ein in gleicher Richtung gesteuerter Lastwagen beim Rechtsabbiegen in den Gewerbehof Siegfriedstraße die Radfahrerin überfuhr. Trotz Weiterlesen

Was tut der Senat gegen Leerstand und Zweckentfremdung in der Weisestraße 56?

Mehr als anderthalb Jahre lang kämpfte das Syndikat, ein 1985 im Schillerkiez gegründetes Kneipenkollektiv, um die Verlängerung seines Gewerbemietvertrages im Haus Weisestraße 56. Nach einer langen politischen und juristischen Auseinandersetzung, in der u.a. die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung anbot, zwischen Kneipenkollektiv und Hauseigentümer zu vermitteln, räumte schließlich die Polizei Anfang August 2020 das Szenelokal, um dem Gerichtsvollzieher Zutritt zu verschaffen. Seitdem stehen die Gewerberäume leer.

„Steht der Leerstand in seinem Nutzen für den Besitzer der Weiterlesen

„Wir lassen nicht zu, dass die Sonnenallee als Kulisse für rechte Hetze missbraucht wird“

„Bringt eure Regenschirme mit! Wir schirmen uns von den Nazis ab!“ Das Bündnis Neukölln mobilisierte mit dieser ungewöhnlichen Aufforderung gestern Nachmittag zu einer Protestkundgebung an der Sonnenallee/Innstraße. Grund des Aufrufes zum Gegenprotest: Rasmus Paludan, Vorsitzender der dänischen ultrarechten und islamophoben Partei “Stram Kurs”, hatte das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit eine Versammlung mit etwa zehn Teilnehmern in der Sonnenallee angekündigt. Doch die mitgebrachten Regenschirme mussten nicht aufgespannt werden: Weiterlesen

Eine Absichtserklärung und viele unbeantwortete Fragen

Im Altbau, der neben dem historischen Fragment des alten Karstadt-Hauses am Hermannplatz steht, soll einmal auf 3.000 bis 5.000 Quadratmetern Wohnraum zu bezahlbaren Mietpreisen angeboten werden. Das ist u. a. Inhalt eines Letters of Intent, den die Signa Real Estate des österreichischen Unternehmers René Benko und die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo am 1. September unterzeichneten. Einen Tag später beriet der Stadtentwicklungs-Ausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin in einer viereinhalbstündigen Sitzung über verschiedene Neubauprojekte der Signa-Gruppe in Berlin, darunter auch das Weiterlesen

Sorge um die Prinzessinnengärten auf dem St. Jacobi-Friedhof II

„Die Prinzessinnengärten sind in Gefahr“, warnt Dr. Susanna Kahlefeld (Grüne) in ihrem aktuellen Newsletter. „Stadtrat Eberenz verlangt den Abbau sämtlicher Beete, der Torftoiletten etc.. Er beruft sich dabei auf ‚Naturschutz‘“, schreibt die Neuköllner Wahlkreisabgeordnete und kündigt ihre Unterstützung für das Projekt an. Die Prinzessinnengärten in Neukölln sind Teil des europäischen Edible-City-Network und bauen auf der Konversionsfläche des St. Jacobi-Friedhofs ein Zentrum für Umweltbildung auf. „Im eng bebauten Norden Weiterlesen

Hatun-Sürücü-Preis 2020 für ReachIna

„Mit dem grünen Frauenpreis für die Förderung der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen rücken wir die Menschen in den Vordergrund, die sich oft im Stillen, aber mit Tatkraft und viel Herz für Mädchen und junge Frauen engagieren“, erklärten mir Anja Kofbinger und Dr. Susanna Kahlefeld, die ich am Freitagabend bei diesjährigen Verleihung des Hatun-Sürücü-Preises im Festsaal des Berliner Abgeordnetenhauses traf. „Gleichzeitig erinnern wir mit dem Preis an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ihr Leben selbstbestimmt und frei führen wollte“, fügten die beiden Neuköllner Weiterlesen

Gedenken an die Opfer des Völkermords an den Herero und Nama auf dem ehemaligen Garnisonsfriedhof am Columbiadamm

Heute, zwei Sonntage vor dem ersten Advent, wird in Deutschland zur Erinnerung an die Kriegstoten und die Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen der Volkstrauertag begangen. Auf dem ehemaligen Garnisonsfriedhof am Columbiadamm legten deshalb die Neuköllner Grünen und die Initiative Omas gegen Rechts Berlin gestern Nachmittag zwei Blumengestecke nieder, um des Völkermords an über 70.000 Herero und Nama in den Jahren 1904 bis 1908 zu gedenken.

Die Blumengebinde wurden an der Gedenkplatte niedergelegt, die Weiterlesen

Spätis fordern Gleichstellung mit Tankstellen und Bahnhofsläden

Rund 200 Späti-Betreiber und ihre Unterstützer kamen am vergangenen Sonntagmittag auf dem Hermannplatz in Neukölln zu einer Kundgebung unter dem Motto “Ladenöffnungsgesetz modernisieren – Kiezkultur schützen” zusammen. Hintergrund des Protestes: In den vergangenen Monaten überprüften die Ordnungsämter mehrerer Berliner Bezirke in Minimärkten und Spätis wieder verstärkt die Einhaltung des Öffnungsverbotes an Sonn- und Feiertagen. Um das Berliner Ladenöffnungsgesetz durchzusetzen, gehen Polizei und Ordnungsamt in verschiedenen Weiterlesen

„Wir brauchen eine prozessbegleitende Beteiligung bei Fragen der Nachhaltigkeit und der Stadtverträglichkeit des Tourismus in Neukölln“

Potsdam, Karlsruhe, Bad Gastein,… Tourismuskonzepte sind in großen und kleinen, bekannten und weniger bekannten Destinationen längst üblich. Anders in Berlin: In den letzten zehn Jahren hat sich die deutsche Hauptstadt zu einem der Top-Reiseziele im internationalen Städtetourismus entwickelt. Die Übernachtungszahlen verdoppelten sich im genannten Zeitraum auf aktuell fast 30 Millionen im Jahr. Ein Tourismuskonzept beschloss der Berliner Senat dagegen erst im Frühjahr 2018. Das aktuelle “Tourismuskonzept für den Bezirk Neukölln” erschien im April 2019. Es ist sowohl als Langfassung wie auch Weiterlesen

Freiwilligenarbeit unter veränderten politischen Rahmenbedingungen

„Ehrenamt wohin?“, unter diesem Titel hatten am vergangenen Mittwochnachmittag Monika Fritsch-Behrens und Dietrich Schippel (r.) vom Sprecherrat des Netzwerkes Ehrenamt Neukölln zum traditionellen Neujahrsempfang in das Bürgerzentrum Neukölln eingeladen.

Die Unterstützungsarbeit für Ehrenamtliche ist im Umbruch, seitdem der Berliner Senat sich die flächendeckende und systematische Förderung und Finanzierung der Freiwilligenarbeit zum Ziel gesetzt hat. Im Dezember 2017 wurde aufgrund der neuen Weiterlesen

Morus 14 verabschiedet sich mit der 815. Ausgabe von „Der Rollberg tafelt“ aus dem Gemeinschaftshaus

Eine öffentliche Institution und weit mehr als ein gewöhnlicher Mittagstisch ist die Initiative „Der Rollberg tafelt“, die 2002 unter dem Titel „Mieter kochen für Mieter“ im Gemeinschaftshaus in der Morusstraße 14 begründet wurde. Nachbarn, Politiker, Künstler, Unternehmer, Schriftsteller und lokale Akteure standen seit 2002 ein Mal wöchentlich am Mittwoch im Vereinshaus am Herd, um für Bewohner und Besucher des Quartiers zu kochen.

Doch zum Ende des Jahres muss der Morus 14 e. V. aus finanziellen Gründen das Gemeinschaftshaus und damit auch die Gemeinschaftsküche aufgeben. Frank Bourgett, der Leiter des Gemeinschaftshauses, und zwei Weiterlesen

Obstbäume gegen den Klimawandel

Auf elf Schulhöfen – in Grundschulen ebenso wie in Gymnasien, im Norden wie auch im Süden des Bezirkes – pflanzt die Arbeitsgruppe Klima von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln derzeit gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern jeweils einen Obstbaum.

Gestern früh wurde auf dem Hof der Evangelischen Schule Neukölln ein Baum der alten deutschen Apfelsorte Freiherr von Berlepsch vom Anhänger geladen, um eingepflanzt zu werden. Die Patenschaft für den Baum hat eine 4. Klasse übernommen, die jetzt für ihn sorgen wird. Die Weiterlesen

„Viel zu oft werden Bürgerinnen und Bürger als Störfaktor angesehen“

Mitreden – mitgestalten – mitbestimmen – wie kann Berlin eine vielfältige Demokratie entwickeln? Unter dieser Überschrift lud die Grüne-Abgeordnete Dr. Susanna Kahlefeld, Vorsitzende im Ausschuss „Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation“ des Berliner Abgeordnetenhauses, am Montag vergangener Woche zu einem Kiezgespräch in ihr Wahlkreisbüro in der Neuköllner Friedelstraße ein.

„Bisher fehlt es in Berlin an einer Verständigung darüber, wie Politik und Verwaltung mit Beteiligung umgehen sollte. Viel zu oft werden Bürgerinnen und Bürger als Störfaktor angesehen“, sagte Kahlefeld und fügte hinzu: „Dabei haben erfolgreiche Volksentscheide zur Weiterlesen

„Beteiligung geht alle an!“

Bürgerbeteiligung – für die Einen geht sie nicht weit genug und Ergebnisse werden zu wenig berücksichtigt, für die Anderen ist sie ein Hemmnis und verzögert Bauprojekte. Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen Katrin Lompscher, in deren Arbeitsbereich viele, aber längst nicht alle Beteiligungsverfahren durchgeführt werden, lässt deshalb derzeit Berliner Leitlinien für Bürger-beteiligung an der räumlichen Stadtentwicklung erarbeiten. Hierfür wurde ein 24-köpfiges Arbeitsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Verwaltung und Bürgerschaft geschaffen, das in Weiterlesen

Kiezgespräch zu steigenden Wohnungs- und Gewerbemieten

„Milieu statt Millionen“, unter dieser Überschrift fand am Mittwochabend im gemeinsamen Wahlkreisbüro Grün vor Ort von Anja Kofbinger und Dr. Susanna Kahlefeld ein gut besuchtes Kiezgespräch statt. Die beiden Abgeordneten hören aus ihren Wahlkreisen am Reuterplatz und an der Schillerpromenade immer wieder, dass nicht nur langjährige Mieterinnen und Mieter aus den Kiezen verdrängt werden. Auch soziale Einrichtungen und Kitas verlieren oft ihre Bleibe, weil die kaum reglementierten Gewerbemieten rasant Weiterlesen

Mietenpolitische Kiezspaziergänge mit einem Rundgang durch Rixdorf gestartet

Netto-Kaltmieten ab 15 Euro aufwärts pro Quadratmeter sind bei Neuvermietungen im Norden Neuköllns längt keine Seltenheit mehr und mit der rasanten Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen wird das Angebot für Mieter weiter verknappt. „In puncto Mieterschutz passiert viel zu wenig, viel zu spät“, kritisierte die Bezirksgruppe der Neuköllner Grünen jüngst beim Start der Kampagne „Rette Deinen Kiez“. Sonnabendnachmittag trafen sich der Grüne Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann und Willi Laumann Weiterlesen

Vereinsjubiläum überschattet: Morus 14 muss sich vom Gemeinschaftshaus und dessen Angestellten trennen

„Heute Abend ist feiern angesagt!“, begrüßte Marianne Johannsen, 1. Vorsitzende des Morus 14 e. V, betont optimistisch alle Freunde und Wegbereiter, die am Freitagabend zum 15. Jubiläum des vielfach ausgezeichneten Vereins ins Gemeinschaftshaus im Rollbergviertel gekommen waren. Bezirksbürgermeister Martin Hikel, der Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu, die Berliner Landesparlamentarierinnen Anja Kofbinger und Dr. Susanna Kahlefeld, Dr. Necla Kelek und viele andere gehörten zu den Gratulanten. Ein langjähriger Unterstützer des Vereins hatte Weiterlesen

Foto-Ausstellung dokumentiert den langen Weg bis zur Einführung von Milieuschutzgebieten in Neukölln

„Neuköllner Widerstand gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung“ lautet der Titel einer kleinen, aber gehaltvollen Foto-Ausstel-lung, die am vergangenen Freitagabend auf dem Spätsommerfest der Grünen-Abgeordenten Anja Kofbinger und Dr. Susanna Kahlefeld in ihrem Wahlkreisbüro in der Friedelstraße eröffnet wurde.

Gezeigt werden Bilder aus den Jahren 2013 bis 2018, die der Fotograf, Mietenaktivist und Kommunalpolitiker Michael Anker überwie-gend bei Aktionen des Bündnisses für bezahlbare Mieten Neukölln Weiterlesen

„Neukölln ist kein Ort des Hasses“

Bei strömendem Regen wurde gestern Nachmittag das diesjährige Festival Offenes Neukölln (ONK) auf dem Alfred-Scholz-Platz eröffnet. Anlass für das Festival ist die seit 2016 anhaltende unglaubliche Gewaltwelle mutmaßlich rechtsextremer Täter im Bezirk:

Neben Brandstiftungen, bei denen die Täter den Tod von Menschen bewusst in Kauf nahmen, verübten Unbekannte symbolträchtige Propaganda-Taten: Rund um den 79. Jahrestag der Pogrom-nacht wurden im November letzten Jahres 16 Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, aus dem Boden gerissen und Weiterlesen