Denkmal am Anton-Schmaus-Haus erinnert an Utøya

Am Nachmittag des 22. Juli 2011 explodierte im Zentrum von Oslo eine 950-Kilogramm-Autobombe, die acht Todesopfer forderte. Der Attentäter, ein norwegischer Rechtsextremist, fuhr anschließend als Polizist verkleidet auf die weniger als 50 Kilometer entfernte Insel Utøya, wo die Jugendorganisation der sozialdemokratischen Partei Norwegens AUF ihr jährliches Sommercamp mit 560 Teilnehmern abhielt. Dort erschoss der Täter bei einem fast anderthalb Stunden dauernden Amoklauf 69 Menschen im Alter zwischen 14 und 51 Jahren. 32 von ihnen Weiterlesen

„Wir werden so lange auf die Straße gehen, bis der Mörder von Burak hinter Gittern ist“

aufklaeren_gedenkenEin unaufgeklärter Mord in Neukölln gibt nach wie vor Rätsel auf: In der Nacht zum 5. April 2012 schoss ein Unbekannter aus nächster Nähe auf eine Gruppe Jugendlicher, die sich schräg gegenüber vom Krankenhaus Neukölln unterhielten. Der 22-jährige Burak Bektaş wurde dabei getötet, seine Freunde Jamal A. und Alex A. lebensgefährlich verletzt. Der Täter, ein weißer älterer Mann, entfernte sich ruhig vom Tatort und verschwand im angrenzenden Wohngebiet. Es gab zwischen den Jugendlichen und dem Täter keinen Wortwechsel. Sie standen Weiterlesen

Festival „Offenes Neukölln“ geht in die 5. Runde

Lesungen, Diskussionen, Nachbarschaftsfeste, Filme, Konzert und Kiezführungen: Das Bündnis Neukölln organisiert seit 2017 einmal im Jahr zwischen Rollbergviertel und Rudower Höhe ein großes Festival mit vielen Veranstaltungen, um jeder Form von Ausgrenzung und Rassismus im Bezirk entgegenzutreten. Ernster Hintergrund des dreitägigen Weiterlesen

Lichtinstallation mit Genderstern leuchtet am Rathaus Neukölln

rathausvorplatz_vernisageWeithin sichtbare Signale gegen Gewalt an Frauen und Mädchen sowie für sexuelle Selbstbestimmung hat das Rathaus Neukölln schon in der Vergangenheit gesetzt: Anlässlich des Internationalen Welt-Mädchentags im Oktober 2018 wurde der Sitz der Bezirksverwaltung drei Monate lang in sattem Rosa illuminiert, und im Sommer 2019 strahlte der Rathausturm für zwei Wochen in den Farben des Regenbogens, um ein Zeichen für sexuelle Vielfalt zu setzen.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März, der am vergangenen Weiterlesen

„Vor einem Jahr starben Menschen in Hanau, die auch Neuköllnerinnen und Neuköllner hätten sein können“

213 Kerzen standen in dieser Wochen gut sichtbar in den Fenstern des Rathaus Neukölln. Sie erinnerten unmittelbar im Zentrum des Bezirks an alle Menschen, die in Deutschland seit 1990 als Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt getötet wurden. Die Lichter zum Gedenken an die Todesopfer waren anlässlich des 1. Jahrestages der rassistischen Morde in Hanau aufgestellt worden. Auf einem Transparent am Rathaus-Balkon waren zudem die Portraits und die Namen der neun Hanauer Mordopfer zu sehen. Der Feuerüberfall vom 19. Februar 2020 war seit dem Anschlag auf dem Münchner Oktoberfest im September 1980 der schwerste Angriff mit einem rechtsextremen Hintergrund in der Geschichte der Weiterlesen

Gemeinsam gegen Corona-Verschwörungstheorien

„Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner, die Lage ist sehr ernst. Allein in Neukölln sind schon über 300 Menschen an Corona gestorben. Und es werden täglich mehr.“ Mit dieser alarmierenden Nachricht wandte sich Bürgermeister Martin Hikel am vergangenen Wochenende in einer neuen Videoreihe an die Einwohnerschaft des international gemischten Bezirkes. Im Mittelpunkt der fünf Aufklärungsvideos stehen authentische Stellungnahmen Neuköllner Weiterlesen

Integrationsbeauftragte Balcı zu Gast am digitalen Stammtisch

„Es ist passiert, was ich erhofft habe: Die Arbeit macht mir riesig Spaß. Ich bedauere nur, dass derzeit kaum persönliche Kontakte möglich sind. Die unmittelbare Begegnung ist durch nichts zu ersetzen“, sagte mir Güner Balcı in der vergangenen Woche am Telefon. Die Journalistin und Autorin der Bücher „Arabboy“ und „Arabqueen“ ist seit August 2020 als Neuköllner Integrationsbeauftragte tätig. Übermorgen wird sie beim digitalen Stammtisch des Bundestagsabgeordneten Dr. Fritz Felgentreu teilnehmen.

„Ich habe die damalige Personalentscheidung begrüßt und bin Weiterlesen

„Das Wichtigste ist, das Wir-Gefühl zu stärken“

Derya Çağlar, Neuköllner SPD-Abgeordnete im Berliner Landesparlament, und Ashok Sridharan (CDU), bis vor kurzem Oberbürgermeister von Bonn, teilten sich seit Februar 2019 den Vorsitz der Fachkommission Integrationsfähigkeit. Sie war auf Grundlage des Koalitionsvertrages als unabhängiges Gremium eingerichtet worden, um in öffentlichen Anhörungen und Fachgesprächen den Dialog mit kommunalen Spitzenverbänden, Migrantenorganisationen, Weiterlesen

Vor dem Berlin Global Village soll ein dekoloniales Denkzeichen für 1,5 Millionen Euro entstehen

„Die Debatte über die Schrecken des deutschen Kolonialerbes muss raus aus den Hörsälen und Feuilletons und rein in unseren Alltag.“ Helge Lindh ist Berichterstatter für Kolonialismus der SPD-Bundestagsfraktion. Erst Mitte November forderte er während einer einstündigen Aussprache im Deutschen Bundestag, die teils hitzig verlief, eine gründliche Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands. Zusammen mit seinem Weiterlesen

„Es ist ein Skandal, dass in Berlin weder zum NSU noch zu den Neuköllner Anschlägen ernsthafte parlamentarische Aufklärung betrieben wird!“

Wer an Neukölln denkt, denkt nicht unbedingt an militanten Rechtsextremismus. Doch tatsächlich ist er – insbesondere im Süden des Bezirks – spätestens seit Ende der 1970er Jahre mit der ersten „Hitler-Welle“ an Neuköllner Schulen als ein ernsthaftes Problem sichtbar geworden, das sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Anlässlich des 9. Jahrestages der Selbstenttarnung des so genannten NSU und 20 Jahre nach dem Mord an Enver Simsek, der im September 2000 der Auftakt einer Mordserie der Terror-Gruppe war, veranstalteten verschiedene antifaschistische und antirassistische Gruppen und Initiativen aus Berlin gestern Nachmittag eine Weiterlesen

CDU-Bezirksstadträte boykottierten Gedenkveranstaltung vor dem Rathaus Neukölln

Zum Gedenken an die Opfer islamistischer Anschläge in Frankreich und Dresden versammelten sich gestern Nachmittag Vertreter der Neuköllner Zivilgesellschaft vor dem Rathaus Neukölln. Sie hielten eine kurze Kundgebung mit Schweigeminute ab und legten Rosen am Bezirkswappen nieder. „Wir Neuköllner halten zusammen, gegen Hetze und Gewalt. Egal ob gläubig oder nicht, egal welche Hautfarbe, welche Sprache. Im Kampf gegen Terrorismus stehen wir zusammen“, sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel in seiner nur wenige Minuten dauernden Ansprache und unterstrich: „Wir sind unterschiedlich und können miteinander Weiterlesen

Modellprojekt „Dolmetschen im pädagogischen Prozess“ bietet Sprachmittlung in Kitas und Familienzentren an

„Zur Unterstützung der Kommunikation zwischen Familien mit Fluchthintergrund und pädagogischen Fachkräften hat sich in Berlin in den vergangenen Jahren ein erhöhter Bedarf an Übersetzungsleistungen ergeben“, erkannte kürzlich das BENN-Büro Britz, dessen Aufgabe es ist, dass sich Geflüchtete und Alteingesessene kennenlernen, austauschen und Weiterlesen

Betroffene der Neuköllner Anschlagserie fordern Untersuchungs-Ausschuss noch in dieser Wahlperiode

Über 70 Straftaten, darunter zwei Dutzend Brandstiftungen, die vermutlich alle aus rechtsextremen Motiven seit 2016 in Neukölln begangen wurden, sind bis heute nicht aufgeklärt. Stattdessen deckten Journalisten, Rechtsanwälte sowie zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen verschiedene Ermittlungspannen und Skandale auf. Jüngste Enthüllung: Gegen Stefan K. – einer der beiden Polizeibeamten, die jahrelang im engen Kontakt mit der Britzer Initiative Hufeisern gegen Rechts standen, um sie gegen rechtsextreme Bedrohungen zu beschützen – läuft ein Gerichtsverfahren wegen führender Beteiligung an einem Weiterlesen

„Ich bin überzeugt, dass das Neutralitätsgesetz die Grundvoraussetzung für Antidiskriminierung ist“

Das Gericht habe zwar die Entschädigung für die Bewerberin aus arbeitsrechtlichen Gründen bestätigt, „aber das Neutralitätsgesetz bleibt bestehen. Für die Neuköllner Schulen ist das die wichtigste Botschaft.“ So kommentierte Bezirksbürgermeister Martin Hikel gestern ein vielbeachtetes Urteil (8 AZR 62/19), das das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am 27. August verkündete.

Das Gericht in Erfurt hatte am Donnerstag die Revision des Landes Berlin gegen ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Weiterlesen

Sechs Monate nach dem Anschlag von Hanau: Gedenken auch am Hermannplatz

Neun Menschen wurden im Februar bei einem rassistisch motivierten Terroranschlag auf zwei Shisha-Bars in Hanau getötet. Nicht nur am Rathaus der Stadt, das aktuell eingerüstet ist und saniert wird, und dem Brüder-Grimm-Denkmal erinnern nach wie vor Transparente, Blumen, Kerzen und Fotos der Ermordeten an die Tat. Viele Orte in der Stadt halten das durch den Ausbruch der Corona-Pandemie erschwerte Gedenken an die Opfer wach: Auf Aufklebern an Ampelmasten und an Hauswänden bleiben ihre Namen unvergessen, in vielen Schaufenstern in der Innenstadt demonstrieren Plakate mit dem Weiterlesen

Güner Balcı ist Neuköllns erste Integrationsbeauftragte mit Migrationshintergrund

„Sind Sie Deutsche, oder nicht?“ Güner Balcı, Sozialarbeiterin, Journalistin und Buchautorin, hat diese Frage sicherlich schon öfter gehört und wahrscheinlich nicht nur deshalb, weil ihr Nachname mit dem türkischen Buchstaben „ı“ – einem i ohne Punkt – endet. Dass der AfD-Bezirksverordnete Andreas Lüdecke der seit 1. August amtierenden Neuköllner Integrationsbeauftragten diese Frage stellte, als sie sich am vergangenen Donnerstagnachmittag dem Integrations-Ausschuss vorstellte, hätte eigentlich genügend Stoff für eine integrationspolitische Weiterlesen

Generalstaatsanwaltschaft Berlin übernimmt Ermittlungsverfahren wegen Anschlagsserie in Neukölln

In einem Ermittlungsverfahren zur Brandanschlagsserie in Neukölln sind Umstände zu Tage getreten, die die Befangenheit eines Staatsanwalts als möglich erscheinen lassen. Um jedem Anschein einer nicht sachgerechten Bearbeitung in diesem und in allen anderen entsprechenden Verfahren entgegen zu wirken, hat die Generalstaatsanwältin heute entschieden, sämtliche Ermittlungsverfahren wegen der Stratftaten zum Nachteil der in Neukölln gegen Rechtsextremismus engagierten Menschen zu übernehmen, die Weiterlesen

Bundesförderung für das Neuköllner Vorzeigeprojekt „Heroes“

Für eine bundesweite Koordinierungsstelle zur geschlechterreflektierenden Jungenarbeit erhält das Neuköllner Gewaltpräventionsprojekt Heroes bis 2023 vom Bundesfamilienministerium eine Projektförderung in Höhe von 212.000 Euro. Weitere Projektförderungen im Umfang von insgesamt 145.000 Euro erhält der Träger-Verein Strohhalm e. V. in diesem Jahr aus Landesmitteln, vorwiegend von der Weiterlesen

Solidaritäts-Demo für die Konditorei Damaskus

Sieben Anschläge, zu denen Brandstiftungen, Sachbeschädigungen und Nazi-Schmierereien gehören, wurden seit vergangenem Sommer auf die Konditorei Damaskus in der Neuköllner Sonnenallee verübt. Zuletzt brannte in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni vor der Konditorei ein Lieferwagen vollständig aus. Zudem wurde das Haus mit SS-Runen beschmiert. Unter dem Motto „Stoppt den rechten Terror“ rief deshalb gestern Nachmittag das Bündnis Neukölln zu einer Demonstration vom Hermannplatz durch die Sonnenallee bis Weiterlesen

Ganesha-Tempel an der Hasenheide nimmt allmählich Gestalt an

Über den Fortschritt der Bauarbeiten am Hindu-Tempel in Neukölln, wo kürzlich das Baugerüst des 17 Meter hohen Königsturmes endgültig entfernt wurde, informierten sich Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie Bezirksverordnete von SPD und Grünen am vergangenen Dienstagnachmittag. Für Vilwanathan Krishnamurthy, Jayarama Naidu und alle anderen Unterstützer vom Sri Ganesha Hindu Tempel e. V. ist der Bau der repräsentativen Tempelanlage zu einer Lebensaufgabe geworden, die sie seit 2005 beharrlich verfolgen. „Der Königsturm an der Weiterlesen