Stadträtin Blumenthal besuchte Girl‘s Day und Boy‘s Day in Neukölln

Müllerin, Bäckermeisterin, Lebensmitteltechnikerin … Die Liste der Berufe, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, ist lang. „Mehr als die Hälfte der Mädchen entscheidet sich für eine Ausbildung in einem der zehn unter Frauen beliebtesten Berufe – darunter ist kein einziger gewerblich-technischer.“ Ähnliches gelte für die Jungs: Mehr als die Hälfte von ihnen wähle einen der zwanzig bei Männern populärsten Ausbildungsberufe, schrieb das Bundesfamilienministerium in einer Presseerklärung zum diesjährigen Girl‘s Day und Boy‘s Day . „Adé Klischee“ lautete diesmal das gemeinsame Motto beider Berufsbildungstage, die alljährlich am vierten Donnerstag im April bundesweit ausgerichtet werden, um für Mädchen und Jungen den Blick bei der Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche in jeder Hinsicht zu weiten.

In Neukölln war Jugendstadträtin Mirjam Blumenthal am 28. April vormittags beim Girl‘s Day in der Bio-Bäckerei Märkisches Landbrot zu Gast. Die Demeter-Bäckerei im Industriegebiet folgt hohen ökologischen Standards. Sie liefert täglich 9.000 Kilo Brot – das sind 10.000 Brote – an große und kleine Bioläden in ganz Berlin. In der Lieferbäckerei, die rund um die Uhr arbeitet, sind insgesamt 60 Personen beschäftigt. Aktuell wird eine Frau als Bäckerin im ersten Lehrjahr ausgebildet. Zudem arbeitet eine Bäckerin im Betrieb, die im letzten Jahr ihre Ausbildung beendet hat. Sabine Jansen, die seit 20 Jahren bei Märkisch Landbrot im Verkauf tätig ist, stellte den mehr als zwanzig Schülerinnen, die aus allen Teilen Berlins zum Girl‘s Day in die Bergiusstraße gekommen waren, vor einem Rundgang durch die Lieferbäckerei zunächst die Firmengeschichte sowie die verschiedensten Arbeitsbereiche vor. Das Bäckereihandwerk sei weiterhin eine männliche Domäne, räumte Jansen ein. Vorbilder für junge Frauen, wie etwa die Berliner Bäckermeisterin Christa Lutum, seien nach wie vor eine große Ausnahme.

Am Mittag schaute die Jugendstadträtin auch beim Boy‘s Day in der Galerie im Körnerpark vorbei.  Der Informationstag hatte für die Jungen in der Galerie im Saalbau an der Karl-Marx-Straße begonnen, wo sie den Aufbau der Ausstellung „Sauna Confessions“ beobachteten und mit der Künstlerin Viviana Druga sprachen. Nun berichtete Galerieleiterin Yolanda Kaddu-Mulindwa im Körnerpark vor der Orangerie über ihre Arbeit. Zwar bildeten die künstlerischen Weltsichten von Frauen im Programm der kommunalen Galerie in Neukölln einen Schwerpunkt, aber in großen staatlichen Galerien und Museen würden weiterhin Männer den Kulturbetrieb bestimmen, stellte die Galerieleiterin fest.

„Jugendarbeit und berufliche Bildung sind in der Regel für Parteien kein Thema“, sagte mir Bezirksstadträtin Blumenthal am Ende des Informationstages. Eine gute und qualifizierte Ausbildung sei aber ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe in unserer Gesellschaft. „Gerade für unsere Neuköllner Jugendlichen wünschen wir uns mehr Betriebe, die sich entschließen auszubilden“, fügte Blumenthal hinzu, die von Irina Neander begleitet wurde, die in der Neuköllner Jugendberufshilfe arbeitet.  Ausdrücklich ermunterte die Bezirksstadträtin alle Unternehmen, auch Hilfsprogramme zu nutzen, um Jugendliche, die mehr Unterstützung benötigen, gegebenenfalls besser zu begleiten.

Der nächste Girl‘s Day und Boy‘s Day ist am 27. April 2023.

Unternehmen können ihre Angebote bereits jetzt hier eintragen:
https://www.girls-day.de/@/OrganizerWizard
https://www.boys-day.de/@/OrganizerWizard
Ebenso können sich Eltern sowie Schülerinnen und Schüler auf den Webseiten informieren.

=Christian Kölling=

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