„Jeder, der in Neukölln neue Wohnungen baut, muss auch für Kita-Plätze sorgen!“

3.000 Kitaplätze fehlen in Neukölln und der Bedarfs-atlas der Senatsverwaltung für Jugend, Familie und Kinder prognostiziert mehr Kinder im Kita-Alter in allen 10 Regionen, in die der Bezirk unterteilt ist. Keine Platzreserven gibt es in sechs der bezirklichen Planungsbereichen. Nur im Gebiet Schillerpro-menade sind derzeit freie Kitaplätze vorhanden.

120 Plätze für Kinder von 1 bis 6 Jahren – davon 42 Plätze für Kinder unter drei Jahren – wurden jetzt für die Bezirksregion Köllnische Heide geschaffen. Aufgrund des hohen regionalen Bedarfes eröffnete die Juwo-Kita gGmbH im Januar am Michael-Bohnen-Ring 18 in der High-Deck-Siedlung auf 880 Quadratmetern eine zweigeschossige Kindertagesstätte. Sie verknüpft Kindertagesbetreuung mit Weiterlesen

Osterspaziergang in Neukölln

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick / Im Tale grünet Hoffnungsglück“, beginnt Johann Wolfgang von Goethe seine poetische Beschreibung eines Spaziergangs, den seine Figur Faust an einem Ostersonntag unternimmt.

Für einen Osterspaziergang in Neukölln bietet sich am bevorstehenden Wochenende bei gutem Wetter der Heidekampgraben im Berliner Urstromtal an. Der südliche Teil des Grabens wurde nach der Maueröffnung zwischen den Bezirken Weiterlesen

Theoretisches und praktisches Rüstzeug für das Erlernen einer Sprache im Britzer Garten

Trotz Schneegestöbers trafen sich am vergangenen Sonntag ein Dutzend Frauen und Männer zwischen 30 und 65 Jahren zu einer botanischen Exkursion vor dem Karl-Foerster-Pavillon karl-foerster-pavilon_britzer-garten_neukoellnim Britzer Garten: Im Sommer sind Sträucher und Bäume vergleichsweise einfach an ihren Blättern zu erkennen; die Baum-kundlerin Beate Schönefeld vom Freilandlabor Britz e. V. führte an diesem nasskalten Nachmittag dagegen vor, wie auch im Winter unbelaubtes Gehölz treffsicher bestimmt werden kann. „Jedes Bestimmungsbuch ist anders aufgebaut“, erklärte die Naturführerin, die ihren Rundgang mit ein wenig botanischer Theorie begann. „Sie müssen zumindest einige grundlegende Begriffe Weiterlesen

„Neukölln hat unheimliche Schätze“

2_neues wohnen neukölln_neuköllner rathausLokalpatriotismus ist es nicht, der Prof. Dr. Paul Sigel zum Schwärmen bringt und Sätze wie „Neukölln hat unheimliche Schätze“ sagen lässt. Nein, der Wis- senschaftler mit den Forschungsschwerpunkten Ar- chitektur- und Städtebaugeschichte sieht den Bezirk vor allem aus der fachlichen Perspektive. Mit 16 Stu- denten des Masterstudiengangs Historische Urba- nistik des Centers for Metropolitan Studies der TU Berlin hat er ihn nun mit dem Fokus auf bemer- kenswerte Siedlungs- und Gebäudekonzepte hin untersucht. Ergebnis des Projektseminars ist die Ausstellung „Neues Wohnen Neukölln – Wohnquar- vernissage_neues wohnen neukölln_neuköllner rathaustiere von 1900 bis heute“, die in Kooperation mit dem Mobilen Museum Neukölln entstand und gestern im Rathaus eröffnet wurde.

Zeitlicher Aufhänger ist der 100. Todestag von Reinhold Kiehl, an dessen Wirken eine Sondertafel erinnert. In „affenartiger Geschwindigkeit“ habe der erste Neuköllner bzw. Rixdorfer Stadtbaurat seine Bauwerke geschaffen, stellte Bezirksbürgermeister buschkowsky+giffey_neues wohnen neukölln_neuköllner rathausHeinz Buschkowsky fest. Da möge man überhaupt nicht daran denken, „wie lange wir heute brauchen, um ein Pförtnerhaus zu bauen“. Wenn „Papa Kiehl“ nicht so früh gestorben wäre, ist er überzeugt, würde man nun in der ganzen Welt über den sprechen, der in Neukölln sichtbarste Spuren hinterlassen hat. Einerseits in Form öffentlicher Gebäude, andererseits aber auch, wie der blesing_neues wohnen neukölln_neuköllner rathausamtierende Baustadtrat Tho- mas Blesing hinwies, durch die Planung und Anlage von Ensembles wie dem Richard- und dem Reuterplatz.

Von den 11 Wohnquartieren, die die Ausstellung porträtiert, hat Kiehl allerdings nur noch drei im Werden beobachten können: Die Schillerpromenade, die als „bessere Wohn- gegend“ geplant war, dann aber überwiegend von Arbei-terfamilien bezogen wurde, die Ideal-Passage, wo 203 Wohnungen entstanden, die höchsten technischen und hygienischen An1_neues wohnen neukölln_neuköllner rathaussprü- chen genügten, und die zwischen 1912 und 1937 erbaute Kolonie Ideal in Britz, eine nach dem Vorbild einer Gar- tenstadt entworfene Reihenhaussiedlung.

„Es geht uns darum, auf innovative Wohn- konzepte in Neukölln hinzuweisen, die Antworten auf Aufgaben und Bedürfnisse des Wohnungsbaus paul sigel_neues wohnen neukölln_neuköllner rathausder Zeit gegeben haben, in der sie errichtet wurden“, erklärte Prof. Sigel. Aber allein dabei wollten es die Studenten bei ihrem Projektseminar ab- seits des „universitären Lernens im Elfenbeinturm“ nicht belassen: „Das Augenmerk lag immer auf der histo- rischen und der gegenwärtigen Perspektive und der Frage, ob die Konzepte der Quartiere noch heute neues wohnen neukölln_vernissage_neuköllner rathausfunk- tionieren.“ Außer- ordentlich beeindru- ckend sei die Viel- falt der Wohnfor- men, die man im Bezirk insbesondere ob der topographischen Möglichkeiten zwischen In- nenstadt und Peripherie vorfinde. Auf sehr prominente Quartiere wie die Hufeisensied- lung oder die Gropiusstadt, so Sigel, habe man bei der Auswahl ganz bewusst verzichtet.

Stadtrandsiedlung Neuland I-IV. Nie gesehen! Grüne Häuser in Britz. Wo sollen die denn sein? Pilotprojekt Ortolanweg und Siedlung am Schlierbacher Weg. Noch nie ausstellungseröffnung_neues wohnen neukölln_neuköllner rathausvon gehört! Nur wenige Besucher der Vernissage stehen mit wissender Miene vor allen 11 Text-Bild-Tafeln. Für die meis- ten wird hier das eine oder andere Rätsel rund um das breite Spektrum des Woh- nens im Bezirk gelöst.

Die Ausstellung „Neues Wohnen Neu- kölln – Wohnquartiere von 1900 bis heute“ ist noch bis zum 26. April in der 2. Etage des Neuköllner Rathauses zu sehen. Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 8 – 18 Uhr.

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