Neukölln aktiv zum Tag gegen Gewalt an Frauen

15.871 Fälle häuslicher Gewalt wurden laut Senatsverwaltung im vergangenen Jahr allein in Berlin zur Anzeige gebracht. Das ist im Vergleich zu 2019 eine Zunahme der Strafverfahren um 7,5 Prozent. Frauen und Mädchen erfahren physische und psychische, ebenso wie wirtschaftliche und soziale Gewalt aber auch außerhalb von Partnerschaft und Familie. Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellem Übergriff in besonders schwerem Fall sowie bei sexueller Belästigung waren knapp 90 Prozent der Betroffenen weiblich.

Aus Anlass des 25. Novembers, den die Vereinten Nationen vor 40 Jahren erstmals als Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ausriefen, hissten Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie seine Bezirksamtskollegen Karin Korte und Jochen Biedermann gemeinsam mit den Stadtteilmüttern auf dem Rathaus Vorplatz zwei Anti-Gewalt-Fahnen des Landes Berlin und des Bezirks Neukölln. Am Nachmittag des Aktionstags luden zudem die Neukölln Arcaden gemeinsam mit dem Bezirksamt Neukölln zu einer Diskussion ein, an der u. a. Bürgermeister Hikel und Centermanager Guillermo Poveda Fernandez teilnahmen. Außerdem wurde dort die Wanderausstellung „Wir stehen auf – starke Frauen“ eröffnet, die in Neukölln bereits in den Gropius Passagen zu sehen war.

Die kleine Ausstellung im ersten Stockwerk der Neukölln Arcaden zeigt vor allem starke Frauen, mit denen sich Betroffene identifizieren können. Sie bietet zudem Informationen über unterschiedliche Hilfsangebote für Frauen in ganz Berlin. Ganz bewusst wird auf schockierende Bilder häuslicher Gewalt verzichtet. So soll vermittelt werden, dass Gewalt kein Zeichen der Schwäche des Opfers, sondern eine Schwäche des ausübenden Täters ist.

Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist täglich rund um die Uhr unter 08000 116 016 zu erreichen. Die Beratung – auch anonym – kann in 17 Sprachen erfolgen; Anrufe tauchen nicht im Verbindungsnachweis auf:

=Christian Kölling=

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