Süßes und Praktisches nach einem Abend mit schwerer Kost

sarglager_markaz islamische bestattungen_neuköllnEs ist eine schwierige Entscheidung, die die Abgeordneten des Bundestages in genau einem Monat treffen wollen, denn es geht um Leben und Tod. und um die im Grund-gesetz verbriefte Würde des Menschen. Oder genauer: Darum, ob und wie künftig in Deutschland das Sterben durch Sterbehilfe, der assistierte Suizid, juristisch geregelt werden soll.

Die Genezareth-Kirche war gut und von Menschen ver-schiedenster Altersgruppen besucht, als kürzlich in ihr dieses komplexe Thema im Rahmen der Reihe Kirche eine Stimme geben behandelt wurde; die Neuköllner Bun-destagsabgeordneten Christina Schwarzer (CDU) und Dr. Fritz Felgentreu (SPD) waren nicht darunter. Auf dem Podium hatte neben Gemein-depfarrerin Ingrid Schröter der evangelische Theologie-Professor Dr. Notger Slenczka Platz genommen. Er habe seinen Zivildienst in der Altenpflege Weiterlesen

Neuköllner Musikfestival mit 20 Weltpremieren

Um bellende Hunde, multilingual johlendes Partyvolk und rumpelnde Rollkoffer geht es bei „neukÖllner originaltÖne“ nicht, sondern um Musik. Seit gestern bieten bei der 13. Auflage des Festivals in der Genezareth-Kirche über 180 Mitwirkende – von hochrangigen Künstlern bis zu Musikschülern, vom Orchester  bis hin zu Solisten – in

neukoellner originaltoene2015_genezarethkirche neukölln

insgesamt 14 Konzerten das breite Spektrum neuerer und neuester Musik dar. 20 der Werke sind so neu, dass es sich bei ihren Aufführungen um Weltpremieren handelt.  Heute wird das Festival von 14 bis 22 Uhr mit diesem Programm fortgesetzt; der Eintritt ist frei.

Von einem roten Mercedes 300 SL, Kartoffelläden, Trümmerbergen und einer Kindheit und Jugend in der „Topgegend von Neukölln“

schillerpromenade 42_neukölln„Da oben haben wir gewohnt.“ Ralf Lambertz zeigt zur ersten Etage des Hauses Schillerpromenade 42. Wir, das waren die Eltern und seine beiden Schwestern. In einer 2-Raum-Wohnung lebten damals alle. „Aber schon mit schillerpromenade_selchower straße_neuköllnBad!“, fügt er gleich noch dazu. In dieser Wohnung verbrachte der heute 73-Jährige die ersten 22 Jahre seines Lebens. Erst 1963 zog er dort aus: „Meine Eltern waren wohl um 1938 eingezogen und wohnten noch bis zum Jahr 1972 in der Schillerpromenade 42.“ Lambertz schaut sich überrascht um. Seit Jahren war er schon nicht mehr am Ort seiner Kindheit und Jugend. „An der Ecke zur Selchower Straße gab es damals ein Le- bensmittelgeschäft, wo man – wie fast überall – anschrei- ben lassen konnte, und im Parterre unseres Hauseingangs war erst ein Kartoffelladen und dann ein Klempner.“ Heute ist eine Weiterlesen

Mahnendes Eingreifen, wo Menschenrechte verletzt sind

genezareth-kirche_neuköllnWenn alle anderen Möglichkeiten ausge-schöpft sind, ist er da: Vor über 30 Jahren nahm der ökumenische Verein Asyl in der Kirche, zunächst als Initiative, seine Arbeit auf und richtete das bundesweit erste Kirchenasyl in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche ein. Seitdem ist er für Menschen, die ihre Heimatländer verließen, als Flücht- linge nach Deutschland kamen, das Asyl- bewerber-Verfahren durchliefen, nicht aner- kannt wurden und nun abgeschoben wer- den sollen, die letzte Hoffnung. Ein Licht- blick in der dunklen Gegenwart, die eine noch finsterere Zukunft befürchten lässt.

Derzeit nehmen acht Gemeinden in Berlin Menschen ins Kirchenasyl auf. „Aktuell betreuen wir 14 Personen, darunter zwei Familien“, berichtete Peter Becker vom Vorstand des Asyl in der Kirche e. V. Berlin letzten Sonntag in der Weiterlesen

Stilles Spektakel

Hätte  Silvester hierzulande nicht  die leidige  Angewohnheit, regelmäßig  in eine Jah-

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reszeit namens Winter zu fallen, und stünde die Genezareth-Kirche nicht mitten in Neukölln, dann, ja, dann gäbe es gute Chancen, hier heute Fotos vom Spektakel am Himmel über Berlin in der vergangenen Nacht zu sehen. Weil aber der Winter mit Temperaturen einhergeht, die in 30 Metern Höhe noch unangenehmer sind, und Neu- kölln in der Silvesternacht  kein Ort ist, wo man sich gerne draußen Weiterlesen

„Das werden auch Sie nicht verhindern können!“

ich schmeiß alles hin und werd prinzessin-shirtEin Abend zum Mitreden über das Thema „Aufwer- tung für alle – geht das?“ sollte es werden. Dazu hatte zumindest das Quartiersmanagement Schillerprome- nade vorgestern im Rahmen seiner Woche des Be- suchs in die Neuköllner Genezareth-Kirche eingeladen. Doch dann wurde schnell klar, dass das Mitreden fürs Gros der Besucher schwierig werden und ein Dialog zwischen Podium und Publikum ob der gegenläufigen Ambitionen einer Störer-Gruppe kaum zustandekom- men dürfte.

Bunter, jünger, im Großen und Ganzen besser und multikultureller sei der Schillerkiez seit der Öffnung des Tempelhofer Felds geworden. Es gebe mehr Läden, Gastronomie, Weiterlesen

Vergangenheitssuche in der Gegenwart

„Das hätte ich nicht gedacht“, sagt sie staunend. Was die Frau sieht, mag so gar nicht zu dem passen, was sie erwartet hatte. „Wenn im Fernsehen über Neukölln berichtet wird, dann ja auch manchmal über die Geschwindigkeit, mit der sich der Bezirk ver- herbst_neuköllnändert“, erklärt sie und streicht über den Handlauf des Trep- pengeländers. „Daher hatte ich geglaubt, dass nichts mehr ist, wie es früher war und mir mein alter Kiez wie ein fremder vorkommt.“

Aber so sei es ja gar nicht, stellt sie erleichtert fest. Das ver- gitterte Fenster zum Hof, das Treppengeländer, die verzierten Holztafeln, auf denen die Klingeln neben den Wohnungstüren angebracht sind. „Das gab es auch alles schon, als wir von 1944 bis 1954 hier wohnten.“ Ihr Großvater habe damals einen Laden im Haus gehabt: „Sogar das Schild über dem Schaufenster ist noch da.“ Da der Rost ihm stark zugesetzt hat, muss man inzwischen aber sehr genau hingucken, um den Schriftzug zu erkennen. „Nebenan war eine Kohlenhand-lung“, erinnert sich die Frau. Plötzlich ist die Vergangenheit wieder ganz nah. „Würde mir jemand sagen, dass ich vor fast 50 Jahren zuletzt hier im Hausflur gestanden hab, wür- de ich den für verrückt erklären.“ Schauermann habe der da- malige Hausmeister geheißen. Auch er habe kräftig mit angepackt, Weiterlesen