30 Jahre Mauerfall, 30 Jahre Wiedervereinigung – was verbindet Neukölln und Treptow-Köpenick seitdem?

Zwischen dem Schlesischen Busch in Treptow und der Waltersdorfer Chaussee in Rudow trennte von 1961 bis 1989 ein rund 15 Kilometer langer Mauerstreifen die Nachbarschaften und Familien in Ost und West. Zum 30. Jubiläum des Mauerfalls 2019 gab es verschiedenste Erinnerungsaufrufe in der Stadt, u. a. auch von den SPD-Kreisverbänden Treptow-Köpenick und Neukölln. „Wir wollen, dass die schönen und traurigen Erinnerungen gleichermaßen nicht in Vergessenheit geraten und rufen Weiterlesen

Dankeschön-Feier für eine „große Demonstration des guten Bürgersinns“

Für Minusrekorde und Negativschlagzeilen ist Neukölln bekannt: Die höchste Hartz-IV-Quote, die schlechteste Gesundheitsbilanz, die drastischsten Mietsteigerungen  und die teuersten Autobahnkilo-meter gibt es im ehemaligen Arbeiterbezirk. Andererseits tun im Bezirk zahlreiche Menschen einfach nur Gutes und gehen damit selten an die Öffentlichkeit, wie zum Beispiel die Initiative Give Something Back To Berlin (GSBTB) anlässlich des 2. Berliner Freiwilligentages am zweiten September-wochenende. Weil diese ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdienen und um das vorangegangene Aktionswochende des Freiwilligentages ausklingen zu lassen, richteten der Tagesspiegel und der Weiterlesen

Stoff für Visionen, die mit einem Nähbus real werden sollen

„Das hier ist eine Kirche“: Pfarrer Christoph Hartmann tat gut daran, darauf aufmerksam zu machen. Vor allem angesichts vieler Gäste, die am vergangenen Samstag zum ersten Mal in den Betsaal der Brüdergemeine im Böhmischen Dorf gekommen waren – um eine Modenschau des Projekts OneByOne mitzuerleben.

Lena Schröder hat ihre familiären Wurzeln und ihren Wohnsitz im Dorf, in der Wiege Neuköllns, wo sich vor 280 Jahren Glaubensflüchtlinge aus Böhmen ansiedelten. Die Nachkommen sehen diese Tradition als Verpflichtung, Verständnis für Exilanten heutiger Zeit zu schaffen. Folglich war es auch für Lena Schröder (r.) naheliegend, sich in der Weiterlesen

Was ’n Zirkus!

Für die Kinder der Bouché-Grundschule im Bezirk Treptow ist die Heidelberger Straße eine ganz nor- male Straße und die Grünanlage zwischen Elsen- und Wildenbruchstraße ein Platz mit Bäumen, Rasen, Bänken und Wegen. Dass hier vor 51 Jahren ein barbarischer Grenzwall errichtet wurde, der 28 Jahre lang Treptow von Neukölln und Ost- von West-kinderzirkus cabuwazi berlin-treptowBerlinern trennte, wissen sie nur vom Hö- rensagen. Auch für die Schüle-rinnen und Schü- ler der Klasse 4a der Bouché-Grundschule, die direkt an der ehemaligen Mauer liegt, waren Begriffe wie Todesstreifen, Grenzsol- daten, Schießbefehl, Fluchttunnel, DDR und BRD bisher etwas sehr Abstraktes. Durch das  Projekt „Bunte Mauersegler“, das auf Initiative des Kinderzirkus Cabuwazi gemeinsam mit dem Berliner Landes- beauftragten für die Stasi-Unterlagen entwickelt und durchgeführt wurde, hat sich das kinderzirkus cabuwazi berlin-treptow, bouché-grundschuleentscheidend verändert.

Eine Woche lang beschäftigten sich die Kinder mit historischen Fotos und Zeit- zeugenberichten dieses Kapitels der Stadtgeschichte. Unter Anleitung erfahre- ner Zirkuspädagogen des Kinderzirkus Cabuwazi, der vor fast 18 Jahren sein Zelt auf dem einstigen Todesstreifen auf- schlug, verarbeiteten die 21 Mädchen und Jungen anschließend ihre Eindrücke zu kleinen Theaterszenen und zirzensischen Darbietungen.

Pünktlich zum 23. Jahrestag des Mauerfalls hieß es dann im bis auf den letzten Platz gefüllten Cabuwazi-Zelt: Willkommen in einem Land vor unserer Zeit! Vor stolzen Eltern, Geschwistern und Verwandten, staunenden  Freunden und frenetisch  applau-

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kinderzirkus cabuwazi berlin-treptow, bouché-grundschuledierenden Mitschülern und Lehrern führ- ten die Jungartisten – vor dokumentari- schen Fotoprojektionen und musikali- scher Untermalung durch passgenaue Songs – mit einem beeindruckenden Showprogramm durch die knapp drei Jahrzehnte währende Historie der kinderzirkus cabuwazi berlin-treptowMauer in ihrem Kiez. Doch sie zeigten mit „Bunte Mauersegler“ nicht nur, wie Geschichts- vermittlung spielerisch und kindgerecht funktionieren kann, sondern bewiesen sich selber auch, dass Team- geist aus vielen Kleinen etwas Großes machen kann.

Täglich von 14 – 20 Uhr ist die Manege des Cabuwazi in Treptow geöffnet. Für Kinder und Jugendliche gibt es verschiedene Trainings-gruppen, in denen 14 Zirkusdisziplinen von Drahtseil über Jonglage und Tanz bis hin zu Trapez  kostenlos  erlernt und geübt  werden  können.

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