Neukölln benennt Stadtteilbibliothek nach Margarete Kubicka

In großen Lettern steht seit gestern der Name Margarete Kubicka neben dem Eingang der Stadtteilbibliothek Britz Süd in der Gutschmidtstraße. Der Bezirk Neukölln ehrt damit eine Künstlerin, Pädagogin und Antifaschistin, die mit ihrer Familie von 1927 bis 1956 in der Britzer Hufeisensiedlung lebte. Schon während ihrer Schulzeit beobachtete die 1891 in gutbürgerlichen Verhältnissen geborene Margarete Schuster die Armut der Moabiter Arbeiter. Daraus entwickelte sich eine Empörung über ungerechte soziale Verhältnisse, die sie lebenslang auch in Weiterlesen

Auftakt zum Neuköllner Frauenmärz

Mit 40 Events im Neuköllner Frauenmärz 2019 bieten die Neuköllner Gleichstellungsbeauftragte Sylvia Edler und das Netzwerk Frauen in Neukölln ein vielseitiges Programm rund um den Internationalen Frauentag am 8. März, der in diesem Jahr in Berlin erstmals ein gesetzlicher Feiertag ist. Im Neuköllner Frauenmärz werden Ausstellungen, Diskussionsabende, Führungen, Konzerte, Lesungen, Selbstbehauptungskurse, Vorträge, Workshops, die Rixdorfer Perlen im Heimathafen, eine Frauenfilmreihe des Cineplex-Kinos in den Neukölln-Arcaden und vieles mehr angeboten.

Den Anfang des Themenmonats machte eine Lesung mit Vortrag Weiterlesen

Neukölln für Frauen – Frauen für Neukölln

Erleben, mitmachen, austauschen und vernetzen: Dazu wird morgen von 14 bis 18 Uhr auf dem Alfred-Scholz-Platz bei der 11. Neuköllner Infobörse für Frauen eingeladen. Über 40 Frauenprojekte und Institutionen stellen sich hier vor, die Themen wie berufliche Orientierung und Qualifizierung, Weiterbildung und Karriere ebenso im Fokus haben wie Migration, Gewalt gegen Frauen und Gewaltprävention.

„Mehr als die Hälfte der Neuköllner Bevölkerung ist weiblich. Doch noch immer erhalten nicht alle von ihnen die gleichen Möglichkeiten, Chancen und Perspektiven in der Gesellschaft wie Männer“, kritisiert Bezirksbürger-meister Martin Hikel, der die Veranstaltung eröffnet, die von Weiterlesen

Neuköllner Frauenmärz im Zeichen selbstbestimmten Lebens

Vor zwei Jahren mit 16 Veranstaltungen gestartet, lädt der Neuköllner Frauenmärz in diesem Jahr zu fast 50 Events ein. Er steht unter dem Motto „Selbstbestimmt leben“ und bietet bis zum Ende des Monats ein Programm mit Ausstellungen, Festen, Lesungen, Selbstverteidigungskursen, Workshops, Konzerten, Kinoaufführungen, Theater und Vorträgen. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von der Neuköllner Gleichstellungs-beauftragten Sylvia Edler, dem Netzwerk Frauen in Neukölln und vielen Kooperationspartnerinnen und -partnern.

Der Internationale Frauentag 2018 ganz im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts: Am 30. November 1918 erhielten Frauen das aktive und passive Wahlrecht. An der ersten Wahl am 19. Januar 1919 beteiligten sich 82 Prozent Weiterlesen

Kein Grund zum Feiern

epd-flagge_rathaus neuköllnGestern war es wieder soweit: Vor dem Neuköllner Rathaus wurde die Equal Pay Day-Flagge gehisst, um an die Lohn-Unge- rechtigkeit zwischen Frauen und Männern zu erinnern. Bis zum 21. März müssen Arbeitnehmerinnen in Deutschland ackern, equal pay day-tascheum das Vorjahresgehalt männlicher Kol- legen zu erreichen, weil sie durchschnitt- lich 22 Prozent weniger Lohn für glei- che Arbeit bekommen.

„Das ist ein Skandal!“, findet Cornelia F. Krämer vom Business and Professional Women Germany Club Berlin (BPW), die am Vormittag zusammen mit Sylvia Ed- ler, der Neuköllner Gleichstellungsbeauf- tragten und Petra Galsterer vom Netzwerk Frauen in Neukölln zum Red Dinner vor dem Rathaus geladen hat. Eine Mischung aus Demo mit Flashmob-Charakter und der Möglichkeit, bei Laugenbrezeln und Getränken mit Pas- santinnen über ein Umdenken bei Minijobs und Teilzeitbeschäftigungen ins Ge- spräch zu kommen, sollte es werden – ein aussichtsloser Kampf gegen Weiterlesen

„Im eigenen Zuhause leben Frauen am gefährlichsten“

Zwei auf einen Schlag – mit diesem Slogan begannen die in der letzten Mai-Woche verschickten Presse-Informationen, die die Doppelveranstaltung am 7. Juni vor dem bzw. im 5. infobörse für frauen in neukölln, rathaus neuköllnRathaus Neukölln ankündigten. Sylvia Edler, die Gleichstellungsbeauftragte des Be- zirks, hatte damit zur  5. Infobörse für Frauen auf dem Rathausvorplatz eingeladen, Jugend- stadtrat Falko Liecke zum Projekttag des Lokalen Aktionsplans Nord-Neukölln  im BVV- Saal. Doch dann kam die Nacht vom 3. auf den 4. Juni, in der im Nachbarbezirk Kreuzberg eine 30-Jährige zum Opfer bestialischster häuslicher Gewalt wurde. Das Wort  „Schlag“ 5. infobörse für frauen in neukölln, rathaus neukölln, anti-gewalt-flaggetrifft – mitten ins Zentrum des Deplatzierten. Ließe es sich doch klammheimlich durch „Streich“ oder etwas ähnlich Unbelastetes ersetzen.

Um die 40 frauenpolitische Projekte, Vereine und Institutionen gehören dem Netzwerk Frauen in Neu- kölln an, das von Sylvia Edler initiiert wurde, jährlich die Infobörse veranstaltet und sich dafür einsetzt, „die  Chancengleichheit für Mädchen und Frauen  Realität werden zu lassen“. Wohlwissend, dass es in diesem Bereich „noch viel Handlungsbedarf“ gibt. Doch Themen wie Bildung, berufliche Orientierung und Qualifizierung rückten bei diesem Aktionstag aus aktuellem Anlass in den Hintergrund.

„Wir sind schockiert“, sagt Sylvia Edler. Ihre Stimme kippt immer wieder, als sie über 5. infobörse für frauen in neukölln, rathaus neukölln, gleichstellungsbeauftragte sylvia edler, stadtrat falko lieckedas grausame Verbrechen an Sema- nur S. spricht. „Gewalt ist nicht hin- nehmbar und sie ist unabhängig von Einkommen, Bildung, Alter und Reli- gion.“ Frauen, berichtet die Neuköll- ner Gleichstellungsbeauftragte, wür- den  im eigenen Zuhause am gefähr- lichsten leben. Jede vierte Frau in Deutschland sei dort bereits Opfer seelischer oder körperlicher Gewalt gewesen, 80 Prozent der Taten wür- den von Männern verübt werden. Vor der Rathaustreppe haben sich einige Mitglieder des „Männer gegen Gewalt“-Projekts versammelt, das von der türkischen Väter- initiative männer gegen gewalt, aufbruch neukölln e.v., kazim erdogan, 5. frauen-infobörse neuköllngruppe des Aufbruch Neukölln e. V. angestoßen wurde. Sylvia Edler begrüßt den Initiator Kazim Er- dogan, betont die Wichtigkeit des Anliegens und des Signals, das durch das Projekt von der Community ausgehe. „Die Kapazitäten der Frauenhäuser sind immer ausgelastet, trotz des Gewaltschutzgesetzes, das viele Möglichkeiten geschaffen hat“, so die Gleich-stellungsbeauftragte. Die adäquateste Maßnahme sei der Platzverweis, der auf der Grundlage  „Wer schlägt, der geht“  fußt.

16.108 Fälle häuslicher Gewalt weise die Kriminalstatistik 2011 für Berlin aus. „Das sind  über 40 Einsätze pro Tag!“, mahnt Edler. Um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen, habe sie heute extra die Terre des Femmes-Fahne hissen lassen, schweigeminute für semanur s., 5. frauen-infobörse neukölln, rathausturm neuköllndie  sonst eigentlich nur am 25. November  über dem Rathaus-Vorplatz flattert. Um zehn nach 12 bittet Sylvia Edler um ein weiteres Zeichen: eine Schweigeminute für die getötete Kreuzbergerin.

„Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt in der Ber- liner Kriminalstatistik steigt eher, als dass sie sinkt“, sagt später ein Polizist vom Info-Stand der Polizei. Daraus dürfe man aber nicht schließen, dass die Gewalt zugenommen hat. Vielmehr sei es so, dass die massive Auf- klärungsarbeit über das Gewaltschutzgesetz Früchte trage und Vorkommnisse häuslicher Gewalt häufiger gemeldet würden.

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