Rixdorfer Perlen brechen im Heimathafen Neukölln in die „neue Normalität“ auf

„Prösterchen!“ Mit einem kleinen Schnäpperken begrüßten die drei Rixdorfer Perlen im „Feuchten Eck“ auf der Bühne des Heimathafens Neukölln am Freitagabend ihre Gäste an den Tischen des Theatersaals: Endlich konnten Kneipenwirtin Marianne Koschlewsky, Amüsierdame Jule und Putzperle Miezeken zusammen mit dem Publikum wieder anstoßen und eine neue Aufführung der Revue-Reihe „Keine Angst vor nichts und niemand“ feiern. Corona sei zwar nicht vorüber, wie Tresen-Chefin Marianne einem Stammkunden einschärfen musste, aber die halbjährige Zwangspause vorerst beendet, wenn sich alle vernünftig verhalten.

Nicht ohne Grund gilt die legendäre Kneipe an der Sonnenallee seit über einem Jahrzehnt als unverwüstlich und hat bislang alle Widrigkeiten der Geschichte wie ein Fels in der Brandung überlebt. „Wenn die tollsten Dinge in der Welt passier’n, der Berliner wird nicht den Humor verlier’n. Er hält stolz die Neese in die Höh’, denn durch Berlin fließt imma noch die Spree“, heißt es in einem Schlager des Komponisten und Lyrikers Robert Gilbert. Der Evergreen aus dem Jahr 1925 gehört zum Repertoire der Theater-Revue mit Inka Löwendorf (Jule), Johanna Morsch (Miezeken) und Britta Steffenhagen (Marianne), die als echte „Berliner Pflanzen“ in Steglitz, Neukölln und Kreuzberg geboren wurden. Neben frivolen, volkstümlich-humorvollen Dialogen in astreinem Berlinisch gehörten glamouröse Auftritte mit eingängigen und populären Melodien aus den vergangenen Jahrzehnten zum Musikprogramm. Gespielt wurden u. a. die Rock-Ballade „The Show must go on“ und eine Cover-Version des Hits „König von Deutschland“, die den Titel „Kön’jin von Berlin“ trägt. Für ein Solo auf der Show-Treppe erhielten die stimmgewaltige Johanna Morsch und der virtuose Felix Raffel am Klavier Szenenapplaus.

Auch wenn im Heimathafen – der über 400 Plätze hat – diesmal coronabedingt nur knapp 150 Zuschauer zugelassen waren, war die Stimmung bei der Premiere ausgezeichnet. Ein großes Dankeschön richtete Inka Löwendorf, künstlerische Leiterin des Theaters, am Ende an ihr treues Publikum und nicht zuletzt an das Kulturamt Neukölln, das die Revue finanziell unterstützt.

Die nächsten Aufführungen von „Keine Angst vor nichts und niemand“ sind am 31. Oktober um 20 Uhr und 1. November um 18 Uhr im Heimathafen Neukölln (Karl-Marx-Str. 141). Weitere Informationen und Tickets unter https://heimathafen-neukoelln.de/events/die-rixdorfer-perlen/.

=Christian Kölling=