Clay-Oberschule erinnert an ehemaliges Zwangsarbeiterlager auf ihrem neuen Schulgelände

Stand jahrzehntelang nur eine unscheinbare Holzbaracke auf dem Grundstück zwischen Köpenicker Straße und August-Froehlich-Straße in Neukölln? Nein. Das Gelände, auf dem der Neubau der Clay-Oberschule bald bezogen werden kann, wurde während des Zweiten Weltkriegs für ein Zwangsarbeiterlager gebraucht. Das einfache schwarz-braune Holzhaus war die Wirtschaftsbaracke dieses Lagers. Bis weit in die Nachkriegszeit nutzte die Firma Eternit die Baracke auf ihrem ehemaligen Gelände als preisgünstige Direktverkaufsstelle für ihre B-Ware. „Ich habe die Entwicklungen an der Köpenicker Straße in Rudow seit Weiterlesen

Neue Bezirksbroschüre Neukölln 2023 erschienen

Was Sie schon immer über Neukölln wissen wollten, aber bisher vielleicht noch nie bedacht haben, ist sicherlich in der 148 Seiten starken neuen Informationsbroschüre des Bezirks zu finden. Wussten Sie beispielsweise, dass es in Neukölln drei Arten gibt, standesamtlich zu heiraten? Kennen Sie den Audio-Walk durch das Weltkulturerbe der Hufeisensiedlung in Britz? Und vor allem: Wo können welche Behördengänge in Neukölln erledigt werden? Antworten auf all diese Fragen gibt die neue Bezirksbroschüre Neukölln 2023. In neun Rubriken von „Sehenswertes“ über „Verwaltung“, „Gute Adressen“ und „Familie“, „Wirtschaft – Ausbildung“, „Wohnen, Verkehr, Umwelt“, „Kultur und Freizeit“ bis „Gesundheit, Sport, Soziales“ bietet sie alle wesentlich Informationen von „A wie Abenteuerspielplätze“ bis „Z wie Zahnärzte“. Weiterlesen

Gertud-Haß-Bibliothek richtet Schreibcafé zum Rudower Jubiläumsjahr ein

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, denn Rudow und Buckow -zwei ehemalige märkische Dörfer, die heute Neuköllner Ortsteile sind- können in diesem Sommer ihr 650-jähriges Bestehen begehen. „Wir feiern das Jubiläum vor“, sagte mir Sunmi Jin am Mittwoch vergangener Woche in Rudow. Sie ist Leiterin der Gertrud-Haß-Bibliothek, die zentral an der örtlichen Magistralen Alt-Rudow liegt und eine repräsentative Zweigstelle der Neuköllner Stadtbücherei ist. „Alle, die in Rudow wohnen oder gewohnt haben, können ihre Erfahrungen mit dem Ortsteil in unserem Schreibcafé verewigen“, erklärte Jin und fügte hinzu: „Wir freuen Weiterlesen

Albrecht-Dürer-Oberschule sucht ehemalige Schülerinnen und Schüler

Für ein Interview-Projekt zur Geschichte der Albrecht-Dürer-Oberschule (ADO) werden ehemalige Schülerinnen und Schüler gesucht, die das Gymnasium in der Emser Straße zwischen 1970 und heute besucht haben. Es geht um die Fortsetzung eines Projektes, das Lorenz Völker, Lehrer für Geschichte und Politische Weltkunde, bereits vor sechs Jahren mit ansehnlichem Erfolg für die Abitur-Jahrgänge 1949 bis 1972 durchgeführt hat. Weiterlesen

Neues Heft aus der Reihe „Britzer erzählen“ erschienen

Über 60 authentische Zeitzeugenberichte sind in der jüngst erschienenen Broschüre „Britzer erzählen – Teil 3“ versammelt. 20 Autorinnen und Autoren erzählen ihre ganz persönlichen Geschichten aus Britz zwischen den 1940er Jahren und der Gegenwart. Im Grußwort, das Bezirksbürgermeister Martin Hikel für den dritten Teil schrieb, charakterisierte er die Reihe treffend als „ein spannendes Sammelsurium Britzer Geschichte, illustriert mit interessanten Dokumenten und schönen Fotos“. Neuköllns stellvertretender Weiterlesen

Albert Schönleber: Abschied von einem politischen Pfarrer und großen Europäer

Weit über hundert Menschen erwiesen Ende letzten Monats Albert Schönleber (r.) die letzte Ehre, darunter Bezirksbürgermeister Martin Hikel, der ehemalige Sozialstadt Bernd Szczepanski, Pfarrer Ondřej Halamar und die Pädagogin Jana Uhlířová , Enkeltochter des Widerstandskämpfers Jan Uher. Letztere waren eigens aus Tschechien angereist. Schönleber war von 1974 bis 1993 Pfarrer der Evangelischen Brüdergemeine Rixdorf. Kürzlich war er im Alter von 83 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben.

Pfarrer Volker Mihan würdigte wie verschiedene andere Redner das breite gesellschaftliche Engagement des Verstorbenen: „Bei ihm gehörten Spiritualität und Solidarität zusammen.“ Er habe Brücken zwischen fremden Weiterlesen

Deutsche Umwelthilfe zeichnet Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt für Mehrwegkonzept aus

Seit bald einem halben Jahrhundert lockt am zweiten Adventswochenende der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt zehntausende Berlinerinnen und Berliner auf den Richardplatz in den Norden Neuköllns. Nach einer zweijährigen Corona-Zwangspause verkaufen 128 ausschließlich gemeinnützige Verbände, Gruppen und Vereine am bevorstehenden Wochenende wieder ihre selbstgemachten Dinge, Kunsthandwerk, Holzspielzeug, Kerzen, Honig, Marmeladen und vieles mehr. Außerdem gibt es zahlreiche kulinarische Köstlichkeiten. Für die festliche Stimmung auf dem Markt sollen an 175 Ständen wieder mehr als 200 Petroleumlampen sorgen, die Weiterlesen

Wer verdient es, in Neukölln geehrt zu werden – und wer nicht?

Gleich hinter Goethe und Schiller ist Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852) derjenige, nach dem in Deutschland die meisten Straßen benannt sind. Doch anders als die Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) und Friedrich Schiller (1759 – 1805) hat der Pädagoge, Publizist und Politiker, der bis heute als „Turnvater“ gelabelt und in der Hasenheide an prominenter Stelle mit einem Denkmal geehrt wird, hierzulande inzwischen einen zweifelhaften Ruf. Unstrittig ist, dass Jahn als Begründer der deutschen Turnbewegung 1811 in der Hasenheide den ersten Turnplatz Preußens eröffnete. Dort wurde 1872 für ihn ein Denkmal eingeweiht, das die Nationalsozialisten 1936 anlässlich der Olympischen Spiele in Berlin an seinen heutigen Platz versetzten. Im Kaiserreich, während Weiterlesen

Lern- und Gedenk-Labor für ehemaliges NS-Zwangsarbeiterlager in Rudow nimmt Gestalt an

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Schöneweide richtet dieses Jahr in Kooperation mit den Berliner Regionalmuseen von Januar bis Dezember in allen Berliner Bezirken die 12-teilige Veranstaltungsreihe „NS-Zwangsarbeit vor unserer Haustür“ aus. Die Reihe war auf ihrer elften Station am vergangenen Donnerstagabend im Festsaal Schloss Britz zu Gast. Dort hatte Dr. Matthias Henkel (l.), Leiter des Fachbereiches Museum, Stadtgeschichte, Erinnerungskultur sowie Direktor des Museums Neukölln zu einem Weiterlesen

Alt-Buckower Adventsmarkt eröffnet die Reihe der Weihnachtsmärkte in Neukölln

Christkindlmarkt in München, Striezelmarkt in Dresden oder Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Neukölln. Weit über Tausend Weihnachtsmärkte in unterschiedlichsten Formaten finden ab dem ersten Adventswochenende in Deutschland statt. Allein in unserer Stadt sind auf der Internet-Plattform „Visit Berlin“ über 90 Weihnachtsmärkte registriert! Zum 33. Mal richten die Arbeitsgemeinschaft „Das sympathische Buckow e.V.“ und die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Buckow ihren traditionellen Alt-Buckower Adventsmarkt aus. Alle Besucherinnen und Besucher sind am übernächsten Wochenende herzlich eingeladen, in Alt-Buckow rund um die historische Dorfkirche und den romantischen Dorfteich besinnliche Stunden zu verleben. Schirmherr der Veranstaltung, die von Schulen, Weiterlesen

Sonderausstellung im Museum Buckow: 125 Jahre SV Buckow

Einer der traditionsreichsten Sportvereine in Neukölln ist der SV Buckow, der am 17. Oktober 1897 als Männer-Turn-Verein gegründet wurde. Im Museum Buckow, das Mahi Christians-Roshanai (l.) und Hartmut Christians (r.) jeden Freitagnachmittag für ihre Ausstellung über die Straßenbahnlinie 27 öffnen, ist bis Ende Dezember zusätzlich die Sonderausstellung „125 Jahre SV Buckow“ zu sehen. Auf Stellwänden werden Protokollauszüge, Fotos und andere Zeugnisse aus der wechselvollen Vereinsgeschichte präsentiert. Neben zwei Handball-Trikots, die während einer Sportbegegnung in Prag getragen wurden, sind in einer Vitrine auch Weiterlesen

Erinnerung an couragierte Helferinnen und Helfer in Britz

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es überall in Deutschland zu Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Anlässlich des 84. Jahrestages der Reichspogromnacht erinnert die Initiative „Hufeisern gegen Rechts“  an drei Britzer Familien aus der Parchimer Allee, die während der Nazi-Herrschaft in den 1940er Jahren jüdische Menschen versteckt und ihre Ermordung verhindert haben. Vor dem Haus Parchimer Allee 75 beginnt die Veranstaltung am kommenden Mittwoch, 9.11., um 19 Uhr. Hier werden Blumen für die Familie des sozialdemokratischen Gewerkschafters Paul Seele niedergelegt. Anschließend geht es weiter zum Weiterlesen

Gedenken an die Pogromnacht 1938 in Neukölln

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurden im gesamten Deutschen Reich jüdische Gotteshäuser in Brand gesteckt. Jüdische Häuser, Geschäfte und Wohnungen wurden verwüstet oder geplündert.  Viele Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, verhaftet oder verschleppt. Dieses Pogrom wurde wegen der vielen zerschlagenen Fensterscheiben und der unzähligen Feuer auch Reichskristallnacht genannt. Es war ein Vorbote für die Ermordung von mehr als sechs Millionen europäischer Juden. In der Neuköllner Isarstraße 8 Weiterlesen

Gedenken an Werner Seelenbinder zum 78. Todestag

Werner Seelenbinder war einer der bekanntesten und erfolgreichsten Arbeitersportler während der Weimarer Republik. Nach 1933 wurde der Ringer sechsmal Deutscher Meister und erreichte bei der Olympiade 1936 den vierten Platz. Die „Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN), der SV Tasmania Berlin und der SV Preußen Berlin riefen gestern zur jährlich stattfindenden Gedenk-Kundgebung auf, um den Spitzensportler, Kommunisten und Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Diktatur zu ehren. Die A-Jugend Mannschaft Weiterlesen

Bezirksverordnetenversammlung wieder im Rathaus Neukölln und voraussichtlich auch im Livestream

Fast zweieinhalb Jahre lang wurden seit 7. Mai 2020 die Sitzungen der BVV Neukölln aus Gründen des Infektionsschutzes im großen Saal des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt abgehalten. Am kommenden Mittwoch, 19.10., findet die 12. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung in der XXI. Wahlperiode ab 17 Uhr wieder als Präsenzsitzung im BVV-Saal des Rathaus Neukölln statt! Das BVV-Büro arbeitet derzeit auch an der Einrichtung eines Livestreams für die öffentliche Übertragung der Sitzung ins Internet. Näheres ganz Weiterlesen

Schloss Britz ganz im Zeichen einer Berliner Kindheit um neunzehnhundert

„Expeditionen in die Tiefe der Erinnerung“ ist die aktuelle Ausstellung im Schloss Britz übertitelt, die sich aus unterschiedlichsten Perspektiven mit Walter Benjamin und seiner Kindheit im Berlin der Kaiserzeit beschäftigt. Erstmals bezieht eine Sonderausstellung in Britz die im nordöstlichen Flügel des Herrenhauses untergebrachte Dauerausstellung zur „Bürgerlichen Wohnkultur der Gründerzeit“ mit ein. Ausgewählte Essays des Philosophen, Kulturkritikers und Übersetzers, die 1987 posthum im Suhrkamp-Band „Berliner Kindheit um neunzehnhundert“ veröffentlicht wurden, sind an 13 Stationen über Audioguide in den historischen Räumen zu hören. Die Texte las eigens für die Ausstellung der Hörspiel- und Weiterlesen

Ehrung für den jüdischen Kabarettisten Leon Hirsch in der Britzer Hufeisensiedlung

Fünf Jahre lang lebten der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam und seine Frau Kreszentia zwischen 1927 und 1933 in der Britzer Dörchläuchtingstraße. 1928 zog Leon Hirsch, der seit 1906 mit Mühsam befreundet war, in die benachbarte Moses-Löwenthal-Straße (heute Paster-Behrens-Straße). Hier richtete der jüdische Buchhändler, Kleinverleger und Kabarettist in der Hufeisensiedlung das Organisationsbüro der von ihm ins Leben gerufenen Kabarettgruppe „Die Wespen“ ein. Nach Machtübernahme der Nazis wurde Mühsam am 28. Februar 1933 von zwei preußischen Polizeibeamten in Begleitung mehrerer SA-Männer verhaftet und anschließend durch verschiedene Gefängnisse und Konzentrationslager geschleppt. 14 Weiterlesen

Umfangreiche Veranstaltungsreihe der Volkshochschule Neukölln zu umstrittenen Straßennamen

Wann und warum werden Straßen oder Plätze umbenannt? Diese eher theoretische Frage hat längst in der Neuköllner Kommunalpolitik eine ganz praktische Bedeutung bekommen. Denn erstens erleichterte der Berliner Senat mit einer Änderung der Ausführungsvorschrift zu Paragraf 5 des Berliner Straßengesetzes vom 1. Dezember 2020 die Umbenennung der Straßen und Plätze, die nach Wegbereitern und Verfechtern von Kolonialismus, Versklavung und rassistischen Ideologien benannt sind. Und zweitens identifizierte in einem Dossier zu Straßen- und Platznamen mit antisemitischen Bezügen  der Politologe Felix Weiterlesen

Ausstellung im Körnerpark: „Tief verwurzelt – Natur als Archiv und Träger von Erinnerungen“

Die Galerie im Körnerpark  ist nicht nur ein Kleinod im Norden Neuköllns. Sie liegt auch in einer ehemaligen Kiesgrube des Großgrundbesitzers Franz Körner, die einst archäologische Berühmtheit erlangte. Hier wurden Knochen und Zähne frühzeitlicher Mammuts, Pferde und Bären gefunden. Im Jahr 1912 entdeckte man am Rand der Kiesgrube das „Reitergrab von Neukölln“ aus der Zeit der Völkerwanderung. Die frühen Funde weckten Körners Interesse an der Archäologie, die neben der Gärtnerei zu seinem zweiten Steckenpferd wurde. Die aktuelle Ausstellung „Tief verwurzelt – Natur als Archiv und Träger von Erinnerungen“ geht jetzt in der Galerie der Frage nach, welche Geschichten die Erde und Pflanzen erzählen können. Weiterlesen

Britzer Gesprächskreis bereitet dritte Veröffentlichung vor

Erzählen, forschen, schreiben: der Britzer Gesprächskreis trifft sich seit 2007, um die Geschichte des Stadtteils und seiner Menschen zu bewahren und in lebendiger Erinnerung zu halten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des offenen Kreises tauschen in der Seniorenfreizeitstätte Bruno Taut regelmäßig ihre Geschichten aus, lesen eigene Texte, sammeln Fotos, Biografien und Dokumente aus ganz Britz. Auf Grundlage dieser Materialien veröffentlichte der Gesprächskreis im Jahr 2011 sein erstes Heft unter dem Titel „Britzer erzählen aus ihrer Siedlung“. Zum 10-jährigen Jubiläum der Gruppe folgte 2017 das Heft Britzer erzählenTeil 2“. Weiterlesen