Berliner Ehrengräber in Neukölln: Frauen sind eklatant unterrepräsentiert!

Kennen Sie Dr. phil. Bruno Bauer? Zu Ehren des Philosophen und Religionskritikers, der ein Zeitgenosse von Ludwig Feuerbach war, ist in Neubritz seit über 130 Jahren die Bruno-Bauer-Straße benannt. 1882 wurde Bauer auf dem St. Jacobi-Friedhof am Hermannplatz unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Schon 1844 war er zu seinem Bruder Egbert und dessen Familie nach Rixdorf gezogen, wo er auf einem kleinen Bauernhof in der Knesebeckstraße (heute Silbersteinstraße) lebte. Das Grab von Bruno Bauer befindet sich nach seiner Umbettung heute auf dem Neuen St. Jacobi Friedhof an der Hermannstraße. „Er war ein Bürger Weiterlesen

„Gut nass!“: Ausstellung zeigt die Geschichte des Wassersports in Neukölln

Moderner Sport, wie er zuerst in Großbritannien entstand und seit dem 19. Jahrhundert betrieben wird, war in Rixdorf – dem späteren Neukölln – von Anfang an präsent. Schon Friedrich Ludwig Jahn, der Begründer der deutschen Turnbewegung, richtete 1811 in der Hasenheide seinen ersten Turnplatz ein. Häufig wird der ehemalige Arbeiterbezirk mit bodenständigen Disziplinen wie Radfahren, Fußball und Laufen in Verbindung gebracht. Urbanisierung und Industrialisierung begünstigten das Entstehen von Sportverbänden. Traditionsreich sind hier Weiterlesen

60. Jahrestag des Mauerbaus: Evangelische Kirche gedenkt in Neukölln

Am kommenden Freitag laden die evangelischen Kirchenkreise Neukölln und Lichtenberg-Oberspree zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung ein. Sie trägt den Titel „13. August 1961 – Bau der Berliner Mauer. Die Mauer – verschwunden. Die Grenze – überwunden?“

Superintendent Dr. Christian Nottmeier erinnert: „Die Mauer hat Menschen in unserer Stadt und unserem Land getrennt und war ein Symbol Weiterlesen

Die Britzer Mühle wird saniert

Sie ist die älteste funktionsfähige Windkraftanlage Berlins und gehört zu den wenigen denkmalgeschützten und voll betriebsfähigen Windmühlen Deutschlands: Die Britzer Mühle wurde 1865 erbaut und wird heute von der Britzer Müllerei betrieben. Die Kappe des rund 20 Meter hohen Gebäudes, das zwölfeinhalb Meter lange Flügel hat, dreht sich mithilfe einer Windrose selbsttätig im Wind. Seit Montag wird die zwölfeckige Mühle, die am Rand des Britzer Gartens ein beliebtes Ausflugsziel ist, saniert und bleibt bis voraussichtlich September Weiterlesen

Stadtbibliothek Neukölln würdigt Helene Nathan zum 100. Dienstjubiläum

Am 1. Juli 1921 übernahm Dr. Helene Nathan die Leitung der damaligen Städtischen Volksbücherei und Lesehalle Neuköllns. Zum 100-jährigen Dienstjubiläum erinnert die Stadtbibliothek Neukölln an ihr Wirken und stellt im Juli speziell Medien rund um das Thema „Das Leben in der Weimarer Republik“ zur Ausleihe bereit. Im August können die Besucher der Stadtbibliothek dann Medien in einem Regal zum Thema „Starke Frauen. Bewegende Leben“ entdecken.

Als Höhepunkt des Erinnerns stellt am 23. August 2021 – es wäre Helene Nathans 136. Geburtstag – die Autorin und Weiterlesen

Kommunale Galerien bringen Kunst in den Neuköllner Alltag

Nach der Corona-Zwangspause im letzten Jahr bot das 48 Stunden Neukölln-Festival am vergangenen Wochenende – neben zahlreichen digitalen Angeboten – endlich wieder Kunst im physischen Raum. Dass Kunst und Kultur schon lange zum Neuköllner Alltag gehören, ist nicht zuletzt der Arbeit von zwei kommunalen Galerien zu verdanken.

Die erste kommunale Galerie des Bezirkes öffnete unter dem Weiterlesen

Rudower Glocke mit Nazisymbolen ins Museum Neukölln überführt

Zwölf Jahre dauerte die Nazi-Diktatur, aber die Schatten des „Tausendjährigen Reiches“ liegen weiterhin über der Gegenwart. Jüngstes Beispiel in Neukölln: In der Philipp-Melanchthon-Kapelle im Orchideenweg in Berlin-Rudow rief eine Glocke mit nationalsozialistischen Symbolen, Reichsadler und Hakenkreuz zum Gottesdienst. Sie wurde 1935 gemeinsam mit der Kapelle eingeweiht. Erst kurz vor dem ersten Advent 2017 wurde die Weiterlesen

Foto-Vortrag „Neukölln wie es einmal war“

Zu einem Online-Bildvortrag laden die Freunde Neuköllns am kommenden Freitag um 18 Uhr ein. Stefan Butt, Leiter des Archivs im Böhmischen Dorf, präsentiert alte Fotoaufnahmen aus Rixdorf und Neukölln. Gezeigt werden historische Fotografien aus dem Böhmischen Dorf und anderen Ecken, die zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Anfang der 1950er Jahre entstanden, wie z. B. die nebenstehende Aufnahme vom Rathaus Neukölln.

Die Teilnahme am Foto-Vortrag am 28. Mai ist kostenlos. Interessierte erhalten den Zugangscode nach Anmeldung bei Weiterlesen

Gedenktafel soll bald an ein Zwangsarbeiterlager in der Hufeisensiedlung erinnern

gedenktafel_onkel_braesigMillionen Frauen, Männer und Kinder aus Gebieten, die während des Zweiten Weltkriegs besetzt waren, wurden in Deutschland vom NS-Regime als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Sie wurden unter den Augen der Zivilbevölkerung in allen Bereichen der Gesellschaft eingesetzt: Sie mussten in Tischlereien, Bäckereien und Brauereien, in Bekleidungsgeschäften, bei der Müllabfuhr, in der Landwirtschaft, in der Rüstungsindustrie, auf kirchlichen Friedhöfen und sogar in privaten Privathaushalten arbeiten. Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide schätzt, dass alleine im Berliner Stadtgebiet sich etwa 3.000 Lager für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter befanden. An wenigen Stellen sind inzwischen Gedenkorte Weiterlesen

Milchmädchen-Projekt lädt zum Spaziergang im Schlosspark Britz ein

milchmaedchen_perretteDas Schloss Britz präsentiert in den kommenden Monaten nacheinander vier künstlerische Interventionen von Jörg Lange, Claudia von Funcke, Frederik Foert und Aneh Ondare. Die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit der Skulptur des Milchmädchens im Schlosspark auseinander und interpretieren ihre Geschichte neu.

Jörg Lange betrachtet die Skulptur als eine Figur der Gegenwart: „Ich stelle mir vor, wie sie als bekannte Influencerin ihre Projekte und merkantilen Strategien im eigenen Channel verbreitet oder als erfolgreiche Musikerin ihr Schicksal oder ihre soziale Herkunft besingt. Den imaginierten Wandel, vom gescheiterten Milchmädchen zum erfolgreichen It-Girl.“ Um Weiterlesen

Straßenumbenennung in Neukölln kann Meilenstein in den Beziehungen zu Tansania werden

enthuellung_lameck_strasseWir wissen nicht, was der Rixdorfer Bürgermeister Hermann Boddin dachte, als im November 1890 auf Initiative des Kaisers nah am Hermannplatz die Verbindung zwischen Hasenheide und Karlsgartenstraße zu Ehren des Kolonialoffiziers Hermann von Wissmann benannt wurde. Wahrscheinlich war Wissmann für ihn ein Held, wie für die meisten seiner Zeitgenossen. Das Schicksal der Kolonialisierten im damaligen Deutsch-Ostafrika interessierte in der aufstrebenden Kolonialmetropole Berlin damals kaum jemanden ernsthaft. Weiterlesen

Die Elektrische kehrt in die Sonnenallee zurück

m10_oberbaumbrueckeAm südöstlichen Ende der Sonnenallee stellte die Straßenbahn mit Stilllegung der Linie 15 ihren Verkehr im Juli 1966 ein. Die vielbefahrene Magistrale sollte damals für den stetig wachsenden Autoverkehr ertüchtigt werden. Am nordwestlichen Ende der Sonnenallee kann die Elektrische nun frühestens 2028 wieder verkehren: Der Senat beschloss am Dienstag auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, die Verlängerung der Tram M10 vom S+U-Bahnhof Warschauer Straße bis zum Hermannplatz. Die neue Straßenbahntrasse führt über die Oberbaumbrücke in Friedrichshain, mündet in die Falckensteinstraße und quert den Görlitzer Park auf einer Weiterlesen

Erinnern an die deutsche Kolonialherrschaft auf dem Garnisonsfriedhof

gruene_jugend_neukoellnAus Anlass des Internationalen Tages gegen Rassismus am 21. März verhüllten drei Aktive der Grünen Jugend Neukölln den sogenannten Afrikastein auf dem Garnisonsfriedhof. Der vorn geglättete Findling steht an der östlichen Begrenzungsmauer des Friedhofs am Columbiadamm. Er trägt die Inschrift: „Von 41 Angehörigen des Regiments, die in der Zeit vom Januar 1904 bis zum März 1907 am Feldzuge in Süd-West-Afrika freiwillig teilnahmen, starben den Heldentod.“ Es folgen die Namen von sieben Offizieren und Infantristen. Die Inschrift endet mit dem Weiterlesen

Großes Medienecho in Afrika für die Umbenennung der Wissmannstraße, kleinteilige Kritik in Neukölln

„Eine deutsche Straße wird nach einer tansanischen Frau benannt.“ Diese Nachricht machte – ausgehend von einer Meldung des Auslandsdienstes der BBC in Suaheli – in der vergangenen Woche in Afrika die Runde. Auslöser des breiten Medienechos: Die Bezirksverordetenversammlung Neukölln hatte am 25. November beschlossen, dass die Wissmannstraße in Lucy-Lameck-Straße umbenannt wird. „Wir sind uns sicher, dass die Resonanz höchstens halb so groß gewesen wäre, wenn allein der Name Wissmann verschwunden und Weiterlesen

Nach dem Erdbeben in der Ägäis: „Jetzt geht es um den Wiederaufbau in Çiğli!“

Ein starkes Erdbeben erschütterte Ende Oktober die ägäische Küste und verursachte schwere Schäden in der Türkei sowie in Griechenland. Besonders schwer wurde die türkische Millionenstadt Izmir getroffen, wo zahlreiche Wohngebäude einstürzten. Auch der Stadtbezirk Çiğli, seit Oktober 2005 Partnergemeinde Neuköllns, bekam das Beben zu spüren.

Die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln sprach Anfang Weiterlesen

Opfer-Grabanlage auf dem Böhmischen Gottesacker eingeweiht

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Obwohl sich nur noch wenige Zeitzeugen unmittelbar an den Krieg erinnern können, sind seine Spuren in Neukölln weiterhin gegenwärtig. Erst vorgestern weihten Pfarrerin Carolin Springer und Pfarrer Christoph Hartmann von der Brüdergemeine die neue Opfer-Grabanlage auf dem Böhmischen Gottesacker ein: Über 60 Opfer, die fast ausnahmslos während der letzten Kriegstage im April 1945 als Zivilisten oder Soldaten getötet wurden, sind hier nebeneinander begraben. Bisher lagen die Gräber der Kriegsopfer Weiterlesen

Zum ersten Mal: Der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt fällt aus

Der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt am Richardplatz gehört seit Dezember 1974 zu den attraktivsten Veranstaltungen in Neukölln. Doch angesichts der aktuellen Corona-Infektionslage in Berlin hat das Bezirksamt Neukölln beschlossen, den diesjährigen Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt nicht durchzuführen. „Wir hatten geplant, dieses Jahr in den Britzer Garten umzuziehen und schon viele Vorbereitungen getroffen. Umso schwerer fällt es, dass der Weihnachtsmarkt zum ersten Mal nicht Weiterlesen

Ausstellungskatalog gibt Anregungen zum Flanieren in Neukölln

Im Museum Neukölln auf dem Gutshof Britz wird seit August die Ausstellung „Großstadt Neukölln. 1920 – 2020“ gezeigt. Sie macht Veränderungen, die Neukölln in den letzten 100 Jahren seit der Eingemeindung zu Groß-Berlin erfahren hat, für die Besucher sinnlich erlebbar: Exemplarisch wurden acht markante Orte zwischen Hermannplatz und dem Industriegelände der ehemaligen Firma Eternit in Rudow ausgewählt. Jeweils sechs Fotografien, die an den Orten zwischen 1930 und heute aufgenommen wurden, können die Ausstellungsbesucher Weiterlesen

Trauerfeier für Michael Anker am Richardplatz

Sozialist, Kommunalpolitiker, alleinerziehender Vater, Fotograf und überzeugter Rixdorfer: Michael Anker, Jahrgang 1957, war in vieler Hinsicht sein Leben lang in Neukölln verwurzelt. Bei einer Trauerfeier auf dem Hof von Kutschen Schöne wurde gestern Mittag am offenen Sarg endgültig Abschied von Michael Anker genommen, der am 13. Oktober seiner zweiten Krebserkrankung erlag. Tochter und Ehefrau, Partei- und Fraktionsmitglieder der Neuköllner Linken sowie Freunde und politische Weggefährten gemeinsam mit Politikern anderer Parteien – unter Weiterlesen

Diskussion über die Zukunft Neuköllns: „Wir werden 2050 ein ganz neues Verständnis von Stadt haben“

Wie hat sich Neukölln in den letzten 100 Jahren verändert? Anhand von acht markanten Schauplätzen zeichnet das Museum Neukölln in seiner aktuellen Ausstellung „Großstadt Neukölln. 1920-2020“ den Wandel nach, den die einst größte Arbeiterstadt des Deutschen Reiches nach ihrer Eingemeindung zu Groß-Berlin erfuhr. Als Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung führte Museumsleiter Dr. Udo Gößwald am vergangenen Mittwoch ein Gespräch mit der Stadtplanerin Dr. Cordelia Polinna und dem Neuköllner Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann. Weiterlesen