Milchmädchen-Brunnen im Schlosspark Britz sprudelt wieder

Im Schlosspark Britz steht die Brunnenfigur eines Mädchens, das traurig neben einem zerbrochenen Krug sitzt, aus dem Wasser rinnt. Die Laitière – so ihr französischer Name – ist die moderne Replik einer Skulptur von Pawel Petrowitch Sokolow. Der russische Bildhauer schuf sie im Jahr 1816 nach der literarischen Vorlage der bekannten Fabel „Die Milchfrau und die Milchkanne“ von Jean de La Fontaine. Im Frühjahr 2020 wurde der Krug der Skulptur gestohlen. Als Reaktion auf den Diebstahl wurde nicht nur der Krug ersetzt. Vielmehr regte die Tat auch das in einer kleinen Broschüre dokumentierte Weiterlesen

Ausstellung in Rixdorf verbindet Kunst und Lokalgeschichte

Mit der Ausstellungsreihe „Einszueins“ in der Køniglichen Backstube bringt die Künstlerin Kati Gausmann regelmäßig Kunst in den Neuköllner Alltag.  Die neunzehnte Folge der Reihe lenkt nun das Interesse in die Geschichte und an einen Ort unmittelbar neben der Backstube. Franz John rekurriert mit seiner Arbeit „Viva Maria“ auf das Haus Zwiestädter Straße 10 und dessen bislang wenig bekannte Nutzungsgeschichte in den 1960er Jahren. Weiterlesen

Zeitreise über den Garnisonfriedhof

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. „Dieser 8. Mai ist ein Tag der Freude, der Trauer, der Fassungslosigkeit, aber auch ein Tag der Hoffnung und des Neubeginns.“ Mit diesen Worten lud der Freunde Neuköllns e. V. am vergangenen Sonntagnachmittag zu einem neuen Rundgang über den Garnisonfriedhof am Columbiadamm, wo der Historiker Werner Schmidt vor gut vier Jahren die Veranstaltungsreihe „Neuköllner Zeitreisen“ eröffnet hatte. Die zweistündige Tour führte unter anderem wieder am martialisch erscheinenden Denkmal des Königin-Augusta-Garde-Grenadier-Regiments Nr. 4 vorbei , das auf dem Weiterlesen

Kein Platz mehr für die Maientage in Neukölln?

Gaukler und mobile Schausteller gehören seit dem 11. Jahrhundert zur Volkskultur. In dieser Tradition gastiert beispielsweise bis in die Gegenwart auf dem Heiligengeistfeld in St. Pauli dreimal im Jahr der Dom, das meistbesuchte Volksfest in Norddeutschland. Was für Hamburg recht ist, sollte für Berlin billig sein! Doch die Weltstadt an der Spree hat zwar oft ein Herz für den Rummel, aber immer öfter keinen Platz für den Jahrmarkt als Ort der Volksbelustigung. Seit 2020 sucht der Schausteller Thilo-Harry Wollenschlaeger vergeblich einen neuen Ort für das Deutsch-Amerikanische-Volksfest, dessen Erstauflage 1961 Weiterlesen

Naturführer enthüllen die verborgenen Reize des Tempelhofer Feldes

Wer auf das Tempelhofer Feld am südostlichen Parkeingang durch das sogenannte Crashgate kommt, bewegt sich zwischen Spaziergängern, Joggern, Radfahrern und Skatern direkt auf einen großzügig bemessenen Grillplatz zu, findet in westlicher Richtung ein weitläufig angelegtes Hundeauslaufgebiet, oder kann ganz in der Nähe einen jüngst eingerichteten Naturerfahrungsraum für Kinder und Jugendliche besuchen. Auf dem rund 300 Hektar großen Areal, das mitten in der Großstadt für alle Menschen und jeden Geschmack etwas bietet, traf ich am Crashgate letzten Sonntagvormittag die Biologen Frederic Griesbaum und Korbinian Pacher. Sie sind als freiberufliche Guides in der Berliner Stadtnatur tätig und haben für das Berliner Naturkunde Museum bereits Entdeckungstouren im Tiergarten Weiterlesen

Anna Faroqhi liest aus ihrer Graphic Novel „Andersdenkerinnen“

Was verbindet die politische Philosophin Hannah Arendt, die Schriftstellerin Anna Seghers und die Bibliothekarin Helene Nathan? „Nicht nur ihre jüdische Identität, sondern auch ihre politischen Überzeugungen machten ihnen ein Leben in Nazi-Deutschland unmöglich“, bringt die Autorin Anna Faroqhi das Lebensschicksal der drei intellektuellen Frauen, die zwischen 1885 und 1906 in Deutschland geboren wurden, auf einen gemeinsamen Nenner. Ihre Lebensläufe erzählt Faroqhi in der Graphic Novel „Andersdenkerinnen“ aus der Perspektive von drei jungen Menschen der Gegenwart in Berlin. „Die historischen wie die fiktiven Protagonistinnen verbindet Weiterlesen

Die ersten Stolpersteine in Buckow ehren das Ehepaar Ehrlich

Im Neuköllner Ortsteil Buckow wurden am Dienstag vergangener Woche die beiden ersten Stolpersteine zu Ehren des Ehepaars Konrad und Margarete Ehrlich vor dem Haus Alt-Buckow 21 verlegt. Um alle Informationen zusammenzutragen, die für die Verlegung nötig sind, hatten sowohl Enkelin Raffaella Carli als auch Hartmut Christians, der Vorsitzende des Buckower Heimatvereins, viel Zeit aufgebracht, um in persönlichen Gesprächen und in Archiven die Leidensgeschichte der Ehrlichs nachzuverfolgen. Christians machte das Schicksal erstmals Weiterlesen

Nachbarschaftsheim Neukölln will 75-jähriges Jubiläum mit ehemaligen Besuchern feiern

Das Nachbarschaftsheim Neukölln (NBH) ()feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Rechtzeitig zum Jubiläum im Herbst kann das Haus auch nach dreijähriger Bauzeit im laufenden Betrieb wieder vollständig der Nachbarschaft übergeben werden. Am 17. September ist ein großes Geburtstags- und Eröffnungsfest geplant. Ganz besonders sind dazu all jene Menschen eingeladen, die das Haus in den vergangenen Jahrzehnten besuchten, sich Weiterlesen

Im Museum Neukölln soll der Brückenschlag zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gelingen

Mit Beginn des neuen Jahres wurde Dr. Matthias Henkel zum Leiter des Fachbereichs Museum, Stadtgeschichte, Erinnerungskultur und Leiter des Museums Neukölln berufen. „Er ist ein erfahrener Museumsexperte mit 20-jähriger Praxis innerhalb des bundesdeutschen Museumswesens. Gemeinsam mit Archiven, Bibliotheken und Schulen bilden Museen so etwas wie die Seele einer Stadt – das ist Henkels kulturelles Grundverständnis“, stellte Stadträtin Karin Korte den Nachfolger für Dr. Udo Gößwald vor, der in mehr als 30 Jahren das Museum Neukölln zu einer regionalgeschichtliche Institution mit überregionaler Ausstrahlung Weiterlesen

Neukölln präsentiert gute Beispiele für eine lebendige Erinnerung an den Holocaust

Wie kann die Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit zum Holocaust gestaltet werden, wenn es kaum noch überlebende Zeitzeugen gibt? Bezirksstadträtin Karin Korte stellte am Internationalen Holocaust Gedenktag drei gute Praxisbeispiele im Reuterkiez vor, wie eine lebendige und authentische Erinnerungskultur ohne die Unterstützung lebender Zeitzeugen gestaltet werden kann. „Dieser Aufgabe können wir uns nur erfolgreich stellen, wenn wir durch die Vernetzung aller Institutionen, Initiativen und Personen, unsere Kräfte bündeln. Das Museum Neukölln übernimmt – als neuer Fachbereich Museum, Stadtgeschichte, Erinnerungskultur – Weiterlesen

Arnulf Kriedner ist tot: Neuköllns ehemaliger Bürgermeister mit 83 Jahren gestorben

Bereits am 20. Dezember letzten Jahres ist der frühere Bezirksbürgermeister von Neukölln, Prof. Dr. h.c. Arnulf Kriedner, verstorben. Arnulf Kriedner übte sein Amt von 1981 bis 1989 aus. Er war der erste CDU-Politiker in dieser Position seit 1946. Dem Bezirksamt Neukölln gehörte Kriedner seit 1977 als Gesundheitsstadtrat sowie 1980 als stellvertretender Bezirksbürgermeister an. Nach seiner Tätigkeit in Neukölln vertrat Arnulf Kriedner in den Jahren 1990 bis 1998 seinen Thüringer Wahlkreis als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Dort war er unter anderem ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss und Vorsitzender der Weiterlesen

Holocaust-Gedenktag in Britz: Filmausschnitte erinnern an Auschwitz

„Wenn es heute wieder alltäglich wird, antisemitische Symbole zu zeigen oder den Holocaust für den Kampf gegen die demokratische Gesellschaft zu instrumentalisieren, so ist es umso notwendiger, an Auschwitz zu erinnern“, konstatiert die Initiative „Hufeisern gegen Rechts“. Zum 77. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz lädt sie deshalb am kommenden Donnerstag zu einem stillen, persönlichen Gedenken ein. Vor der Seniorenfreizeitstätte Bruno Taut werden in einer achtminütigen Dauerschleife tagsüber Filmausschnitte gezeigt. Sie entstanden während einer bebilderten Lesung des Auschwitz-Überlebenden Otto D. Kulka aus seinem Buch Weiterlesen

Zeitreise in die Geschichte des alten Britz

Zu einem historischen Spaziergang durch das alte Britz laden die Freunde Neuköllns am kommenden Sonntagnachmittag ein. Mit dem Rundgang schließt die achte Staffel der Veranstaltungsreihe „Neuköllner Zeitreisen“ ab, die der Historiker Werner Schmidt im Frühjahr 2018 initiierte.

In Britz hielt vom 14. bis zum 17. Jahrhundert das Adelsgeschlecht Britzke den Besitz. Die Ansiedlung ist ein alter Vorposten der Christianisierung und Re-Germanisierung. Im Gegensatz zu Rudow und Buckow herrschten in Britz über 300 Jahre lang stabile Strukturen, die sich bis in die jüngste Vergangenheit auswirken“, sagte mir Schmidt am Telefon. Die Entstehung der Hufeisensiedlung Weiterlesen

Stolpersteine für Eleonore und Elisabeth Rosenthal in Britz verlegt

Auf Initiative von Schülerinnen und Schülern der Britzer Fritz-Karsen-Schule wurden am 20. Dezember zwei Stolpersteine in der Buschkrugallee 250 a ins Straßenpflaster eingelassen. Sie erinnern an Eleonore Rosenthal und ihre Tochter Elisabeth „Betzi“ Rosenthal. Diese wohnten von 1933 bis 1937 in Britz. Wegen ihrer jüdischen Herkunft wurden sie von den Nazis verfolgt. Die einzige Mitschülerin in der Grundschule in der Hannemannstraße, welche Betzi vorbehaltlos begegnete, war Käthe Krause. Sie wurde ihre beste Freundin. Deren Familie versteckte, versorgte und beschützte sie zeitweise. Betzi konnte auf einem der letzten der Weiterlesen

Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt zum zweiten Mal abgesagt

Weit über die Grenzen Neuköllns ist der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt auf dem Richardplatz bekannt. Er wird seit seiner Gründung im Jahr 1974 als ausdrücklich nicht-kommerzielle Veranstaltung von gemeinnützigen Organisationen getragen und vom Bezirk unterstützt. Wegen stark steigender Inzidenzzahlen beschloss das Bezirksamt am Dienstag, den geplanten 47. Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt erneut abzusagen. Coronabedingt konnte die traditionsreiche Veranstaltung bereits Weiterlesen

Gedenk- und Aufbruchveranstaltung in Britz anlässlich der Pogromnacht 1938

Zur Erinnerung an den Jahrestag der Pogromnacht von 1938 fanden am vergangenen Dienstag in ganz Deutschland zahlreiche Veranstaltungen statt. Unter anderem wurden vor dem Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße die Namen der 55.696 jüdischen Berlinerinnen und Berliner verlesen, die während der nazistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden und in einem Gedenkbuch der Stadt verzeichnet sind. Die Initiative Hufeisern gegen Rechts, der DGB Kreisverband Neukölln sowie die Falken Neukölln riefen zu einer zweiteiligen Gedenk- und Weiterlesen

Private Erinnerungsstücke machen im „Museum des Lebens“ das kulturelle Erbe der Bevölkerung sichtbar

In jedem Museum werden Erinnerungen an frühere Erlebnisse oder Erfahrungen ebenso wie historisches Wissen gesammelt, aufbereitet und für ein bestimmtes Publikum verständlich vermittelt. Welche Ereignisse sind aber eigentlich erinnerungswürdig? Was hat überhaupt eine geschichtliche Bedeutung? Das Museum Neukölln entwickelte seit Ende der 1980er Jahre unter Leitung von Dr. Udo Gößwald eine eigene Konzeption, wie Stadtkultur und Regionalgeschichte gerade in Weiterlesen

Britzer Mühle strahlt im neuen Glanz

Fast auf den Tag genau drei Monate nahm die Instandsetzung der Britzer Mühle am Buckower Damm in Anspruch. Sonnabend wurde die Wiedereröffnung des zwölfeckigen Bauwerks, das jetzt eine helle neue Holzschindelverkleidung hat, mit Kaffee, Kuchen, Mühlenbrot gefeiert. Im Innern des denkmalgeschützten Bauwerks sowie an den Anschauungsmodellen und Info-Ständen auf dem Gelände herrschte reger Betrieb. „Insgesamt war es ein gelungener Neuanfang nach der Sanierungspause. Auch das Wetter spielte mit, wenngleich Weiterlesen

Berliner Ehrengräber in Neukölln: Frauen sind eklatant unterrepräsentiert!

Kennen Sie Dr. phil. Bruno Bauer? Zu Ehren des Philosophen und Religionskritikers, der ein Zeitgenosse von Ludwig Feuerbach war, ist in Neubritz seit über 130 Jahren die Bruno-Bauer-Straße benannt. 1882 wurde Bauer auf dem St. Jacobi-Friedhof am Hermannplatz unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Schon 1844 war er zu seinem Bruder Egbert und dessen Familie nach Rixdorf gezogen, wo er auf einem kleinen Bauernhof in der Knesebeckstraße (heute Silbersteinstraße) lebte. Das Grab von Bruno Bauer befindet sich nach seiner Umbettung heute auf dem Neuen St. Jacobi Friedhof an der Hermannstraße. „Er war ein Bürger Weiterlesen

„Gut nass!“: Ausstellung zeigt die Geschichte des Wassersports in Neukölln

Moderner Sport, wie er zuerst in Großbritannien entstand und seit dem 19. Jahrhundert betrieben wird, war in Rixdorf – dem späteren Neukölln – von Anfang an präsent. Schon Friedrich Ludwig Jahn, der Begründer der deutschen Turnbewegung, richtete 1811 in der Hasenheide seinen ersten Turnplatz ein. Häufig wird der ehemalige Arbeiterbezirk mit bodenständigen Disziplinen wie Radfahren, Fußball und Laufen in Verbindung gebracht. Urbanisierung und Industrialisierung begünstigten das Entstehen von Sportverbänden. Traditionsreich sind hier Weiterlesen