Schloss Britz ganz im Zeichen einer Berliner Kindheit um neunzehnhundert

„Expeditionen in die Tiefe der Erinnerung“ ist die aktuelle Ausstellung im Schloss Britz übertitelt, die sich aus unterschiedlichsten Perspektiven mit Walter Benjamin und seiner Kindheit im Berlin der Kaiserzeit beschäftigt. Erstmals bezieht eine Sonderausstellung in Britz die im nordöstlichen Flügel des Herrenhauses untergebrachte Dauerausstellung zur „Bürgerlichen Wohnkultur der Gründerzeit“ mit ein. Ausgewählte Essays des Philosophen, Kulturkritikers und Übersetzers, die 1987 posthum im Suhrkamp-Band „Berliner Kindheit um neunzehnhundert“ veröffentlicht wurden, sind an 13 Stationen über Audioguide in den historischen Räumen zu hören. Die Texte las eigens für die Ausstellung der Hörspiel- und Weiterlesen

Ehrung für den jüdischen Kabarettisten Leon Hirsch in der Britzer Hufeisensiedlung

Fünf Jahre lang lebten der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam und seine Frau Kreszentia zwischen 1927 und 1933 in der Britzer Dörchläuchtingstraße. 1928 zog Leon Hirsch, der seit 1906 mit Mühsam befreundet war, in die benachbarte Moses-Löwenthal-Straße (heute Paster-Behrens-Straße). Hier richtete der jüdische Buchhändler, Kleinverleger und Kabarettist in der Hufeisensiedlung das Organisationsbüro der von ihm ins Leben gerufenen Kabarettgruppe „Die Wespen“ ein. Nach Machtübernahme der Nazis wurde Mühsam am 28. Februar 1933 von zwei preußischen Polizeibeamten in Begleitung mehrerer SA-Männer verhaftet und anschließend durch verschiedene Gefängnisse und Konzentrationslager geschleppt. 14 Weiterlesen

Umfangreiche Veranstaltungsreihe der Volkshochschule Neukölln zu umstrittenen Straßennamen

Wann und warum werden Straßen oder Plätze umbenannt? Diese eher theoretische Frage hat längst in der Neuköllner Kommunalpolitik eine ganz praktische Bedeutung bekommen. Denn erstens erleichterte der Berliner Senat mit einer Änderung der Ausführungsvorschrift zu Paragraf 5 des Berliner Straßengesetzes vom 1. Dezember 2020 die Umbenennung der Straßen und Plätze, die nach Wegbereitern und Verfechtern von Kolonialismus, Versklavung und rassistischen Ideologien benannt sind. Und zweitens identifizierte in einem Dossier zu Straßen- und Platznamen mit antisemitischen Bezügen  der Politologe Felix Weiterlesen

Ausstellung im Körnerpark: „Tief verwurzelt – Natur als Archiv und Träger von Erinnerungen“

Die Galerie im Körnerpark  ist nicht nur ein Kleinod im Norden Neuköllns. Sie liegt auch in einer ehemaligen Kiesgrube des Großgrundbesitzers Franz Körner, die einst archäologische Berühmtheit erlangte. Hier wurden Knochen und Zähne frühzeitlicher Mammuts, Pferde und Bären gefunden. Im Jahr 1912 entdeckte man am Rand der Kiesgrube das „Reitergrab von Neukölln“ aus der Zeit der Völkerwanderung. Die frühen Funde weckten Körners Interesse an der Archäologie, die neben der Gärtnerei zu seinem zweiten Steckenpferd wurde. Die aktuelle Ausstellung „Tief verwurzelt – Natur als Archiv und Träger von Erinnerungen“ geht jetzt in der Galerie der Frage nach, welche Geschichten die Erde und Pflanzen erzählen können. Weiterlesen

Britzer Gesprächskreis bereitet dritte Veröffentlichung vor

Erzählen, forschen, schreiben: der Britzer Gesprächskreis trifft sich seit 2007, um die Geschichte des Stadtteils und seiner Menschen zu bewahren und in lebendiger Erinnerung zu halten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des offenen Kreises tauschen in der Seniorenfreizeitstätte Bruno Taut regelmäßig ihre Geschichten aus, lesen eigene Texte, sammeln Fotos, Biografien und Dokumente aus ganz Britz. Auf Grundlage dieser Materialien veröffentlichte der Gesprächskreis im Jahr 2011 sein erstes Heft unter dem Titel „Britzer erzählen aus ihrer Siedlung“. Zum 10-jährigen Jubiläum der Gruppe folgte 2017 das Heft Britzer erzählenTeil 2“. Weiterlesen

Ausstellung im Rathaus Neukölln würdigt Stadtbaurat Martin Wagner

„Berlin ist die jüngste, aber auch die ärmste Weltstadt Europas. Aber nicht nur Reichtum, auch Armut verpflichtet, verpflichtet doppelt zu einer Konzentration der Mittel und der Kräfte, mit dem beschränkt gegebenen Kapital ein Höchstmaß an Zweckerfüllung, Form und Repräsentation zu erreichen.“ Dieses Zitat des Berliner Stadtbaurates Martin Wagner aus dem Jahr 1928 begegnete mir kürzlich in einer Ausstellung im Rathaus Neukölln. Sie wurde im Berliner Jubiläumsjahr “100 Jahre Groß-Berlin 1920 – 2020“ konzipiert und trägt den Titel „Der Dirigent der Weltstadt – Martin Wagner und das Neue Berlin“. Berlin war damals mit 3,8 Millionen Weiterlesen

Lesung über das Leben von Gertrud Haß

Die Frauengeschichtsforscherin Claudia von Gélieu (r.) setzte sich lange dafür ein, dass die Sozialdemokratin Gertrud Haß (geschiedene Scholz, geborene Uster) für ihre Arbeit in Neukölln öffentlich geehrt wird.  Die Politikerin wurde nach der Novemberrevolution 1918 als einzige Frau in den Neuköllner Arbeiter- und Soldatenrat gewählt und war damals mit Alfred Scholz verheiratet, dem ersten sozialdemokratischen Bürgermeister des Bezirks, nach dem im Jahr 2014 nicht weit vom Rathaus ein Platz benannt wurde. Weiterlesen

Erster Neuköllner Stolperstein für einen Homosexuellen

Im nationalsozialistischen Deutschland fand eine beispiellose Homosexuellen-Verfolgung und eine umfassende Kriminalisierung männlicher Homosexualität statt. 1935 wurden die im Paragraf 175 des Strafgesetzbuches vorgesehenen Bestimmungen gegen homosexuelles Verhalten erheblich verschärft und ausgeweitet. Auch nach dem Ende der Nazi-Diktatur blieben die homosexuellen Opfer lange Zeit aus der Gedenkkultur ausgeschlossen.  In der Bundesrepublik Deutschland galt der Paragraf 175 unverändert bis 1969 fort. Weiterlesen

Stolperstein für Friedrich Rehmer

Friedrich Rehmer wurde als Mitglied der „Roten Kapelle“ im Lazarett Britz, wo er wegen einer Kriegsverletzung lag, im November 1942 verhaftet und am 13. Mai 1943 in Plötzensee ermordet. Erst 67 Jahre später erklärte die deutsche Justiz das Todesurteil, das das Reichskriegsgericht im Januar 1943 gegen ihn verhängt hatte, zum Unrechtsurteil. Rehmer, der am 2. Juni 1921 in Berlin als Sohn eines Schlossers geboren wurde, wurde rehabilitiert und als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus anerkannt.  Vor dem Weiterlesen

Rudower Buchhandlung feiert 15-jähriges Bestehen

In der Krokusstraße, am nördlichen Ende der Geschäftsstraße Alt-Rudow, eröffnete im September 2007 die Buchhandlung Leporello. Ihr Inhaber Heinz J. Ostermann organisiert seit 2012 im Frühjahr das Lese-Festival „Rudow liest“. Zusätzlich richtete der Buchhändler bereits mehr als 100 Lesungen aus, an denen beispielsweise die Autorin und Philosophin Carolin Emcke sowie der Schriftsteller und Musiker Ketil Bjørnstad  im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Rudow teilnahmen.
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Wanderausstellung im Rathaus Neukölln: „…vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig…“

Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zeigt seit vergangenem Dienstagnachmittag im Rathaus Neukölln eine Wanderausstellung mit historischen Fotografien des Fotojournalisten Hanns Weltzel. Er dokumentierte in den 1930er Jahren einfühlsam und mit Respekt das Leben von Sinti- und Roma-Familien in Dessau-Roßlau. Rund 200 seiner Fotos befinden sich heute im Archiv der Universität Liverpool. Zu den Lebensmittelpunkten einiger der fotografierten Familien, die vom Wandergewerbe lebten, gehörte Weiterlesen

Kinder- und Herbst-Trachtenfest in Buckow

Es geschah im Jahr 1373, dass Buckow erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde. Der Ort am südlichen Stadtrand Berlins kann also bald sein 650-jähriges Bestehen feiern und die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr laufen bereits auf Hochtouren.

Am morgigen Sonnabend, 10.9., bietet das Kinder- und Herbst-Trachtenfest der Evangelischen Dorfkirchengemeinde Berlin Alt-Buckow eine gute Gelegenheit, um den historischen Teil Buckows zu besuchen. Mit Kinderspielwiese, Hüpfburg, Weiterlesen

Wie ist Wiedergutmachung für den Völkermord an Ovaherero und Nama möglich?

Die Regierungen Deutschlands und Namibias schlossen nach langjährigen Gesprächen um eine Wiedergutmachung für den Völkermord des Deutschen Reiches an den Ovaherero und Nama im Mai 2021 ein Versöhnungsabkommen ab. Während über den Abschluss des Abkommens in Deutschland kaum diskutiert wurde – nur eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke (Drucksache 19/32075) hinterfragte im September letzten Jahres Inhalte und Form der Vereinbarung- wurde in Namibia über das Weiterlesen

Neukölln zeichnete verdiente Bürgerinnen und Bürger mit Ehrennadel aus

Auf dem Gutshof Britz wurden am vergangenen Sonntag die Neuköllner Ehrennadeln für das Jahr 2021 verliehen. Unter den Persönlichkeiten, die  die höchste Auszeichnung des Bezirkes bereits erhalten haben, befinden sich Prominente wie die Schwimmerin Britta Steffen, der Krimiautor Horst Bosetzky oder der Musiker Frank Zander. Zu den Ausgezeichneten gehören aber auch weniger bekannte Bürgerinnen und Bürger, die sich mit ihrem Weiterlesen

Wikinger feierten 125-jähriges Jubiläum mit Verspätung

Mehrere Anläufe waren nötig, bis die Rudergesellschaft Wiking, die am 18. Januar 1896 gegründet wurde, ihr 125-jähriges Jubiläum mit einer großen Festveranstaltung begehen konnte. Matthias Herrmann, Vorsitzender der RG Wiking seit 2007, ließ sich jedoch von den Widrigkeiten der Corona-Pandemie nicht beirren. Bereits im Januar 2021 organisierte er auf den Tag genau eine gehaltvolle Jubiläumssitzung im virtuellen Raum, die noch heute im Internet zu sehen ist.  Am vergangenen Samstagnachmittag konnte Herrmann, den der Weiterlesen

Ausstellung über die „Schule der Zukunft“ in der Stadtbibliothek Neukölln

Mitte der Zwanziger Jahre lernten sich der Pädagoge Fritz Karsen, Lehrer und Mitbegründer des „Bundes entschiedener Schulreformer“, und der Architekt Bruno Taut kennen. Beide entwickelten in einem Dialog über pädagogische und räumlich-architektonische Konzepte eine „Schule der Zukunft“. Sie sollte als Einheitsschule für 3.000 Kinder und Jugendliche aller Schulformen mit 100 Lehrkräften am Dammweg in Neukölln entstehen. Nur ein Klassenraum konnte allerdings 1928 als Versuchspavillon gebaut werden. Wenig später Weiterlesen

Neukölln und Treptow-Köpenick erinnern an die Opfer der Berliner Mauer

Zu einem gemeinsamen Gedenken an die Opfer der Berliner Mauer trafen sich Samstagnachmittag die Neuköllner Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Karin Korte (2. v.l.) und der Neuköllner BVV-Vorsteher Lars Oeverdieck (l.) mit dem Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick, Peter Groos (r.) und Bezirksbürgermeister Oliver Igel (2.v.r.) an der Heidelberger Straße / Elsenstraße. Auch Bezirksverordnete und Abgeordnete aus Treptow-Köpenick und Weiterlesen

Buckower Heimatverein will Jung und Alt für die Lokalgeschichte begeistern

Am 3. Juni 2023 jährt sich die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Buckow zum 650. Mal. Die Vorbereitungen für das Jubiläums-Fest, an dem die Vereine und Initiativen des Neuköllner Ortsteils beteiligt sind, laufen bereits auf Hochtouren. Mit einem großen Findling wollen Hartmut Christians (l.) und Mahi Christians-Roshanai (r.), die beide im Vorstand des 2020 gegründeten Buckower Heimatvereins sind, an die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1373 erinnern. Jetzt suchen sie für den Stein, von dem es bereits ein Modell aus Pappe gibt, einen geeigneten Standort. Sowohl ein Platz in der Umgebung des Buckower Dorfteiches als auch an der viel befahrenen und zentral gelegenen Straßenkreuzung Alt-Buckow / Weiterlesen

Museum Neukölln richtet zum 125-jährigen Jubiläum das Symposium „Hybride Zeiten“ aus

Am 1. Oktober 1897 eröffnete der Rixdorfer Volksschullehrer Emil Fischer das Naturhistorische Schulmuseum im alten Rixdorfer Schulhaus auf dem Hohenzollernplatz, dem heutigen Karl-Marx-Platz. Die Museumsgründung war eine unmittelbare Antwort auf die bildungs- und sozialpolitischen Defizite der damals im Zuge der Industrialisierung stark expandieren Arbeiterstadt Weiterlesen

„The Roots of Rock Band“ im Körnerpark

Mit Rock-Songs aus den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern begeisterte die „The Roots of Rock Band“ am frühen Sonntagabend ihr Publikum beim Sommerkonzert im Körnerpark. Die Konzertreihe „Sommer im Parkumsonst und draußen“ hatte 1984 ihre Premiere.  Die sechs Musiker der Band und viele ihrer Fans sollten sich an dieses Jahr -der Flughafen Tempelhof war damals noch in Betrieb und der Körnerpark lag mitten in der Einflugschneise- noch lebhaft erinnern können.
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