Arnulf Kriedner ist tot: Neuköllns ehemaliger Bürgermeister mit 83 Jahren gestorben

Bereits am 20. Dezember letzten Jahres ist der frühere Bezirksbürgermeister von Neukölln, Prof. Dr. h.c. Arnulf Kriedner, verstorben. Arnulf Kriedner übte sein Amt von 1981 bis 1989 aus. Er war der erste CDU-Politiker in dieser Position seit 1946. Dem Bezirksamt Neukölln gehörte Kriedner seit 1977 als Gesundheitsstadtrat sowie 1980 als stellvertretender Bezirksbürgermeister an. Nach seiner Tätigkeit in Neukölln vertrat Arnulf Kriedner in den Jahren 1990 bis 1998 seinen Thüringer Wahlkreis als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Dort war er unter anderem ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss und Vorsitzender der Weiterlesen

Holocaust-Gedenktag in Britz: Filmausschnitte erinnern an Auschwitz

„Wenn es heute wieder alltäglich wird, antisemitische Symbole zu zeigen oder den Holocaust für den Kampf gegen die demokratische Gesellschaft zu instrumentalisieren, so ist es umso notwendiger, an Auschwitz zu erinnern“, konstatiert die Initiative „Hufeisern gegen Rechts“. Zum 77. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz lädt sie deshalb am kommenden Donnerstag zu einem stillen, persönlichen Gedenken ein. Vor der Seniorenfreizeitstätte Bruno Taut werden in einer achtminütigen Dauerschleife tagsüber Filmausschnitte gezeigt. Sie entstanden während einer bebilderten Lesung des Auschwitz-Überlebenden Otto D. Kulka aus seinem Buch Weiterlesen

Zeitreise in die Geschichte des alten Britz

Zu einem historischen Spaziergang durch das alte Britz laden die Freunde Neuköllns am kommenden Sonntagnachmittag ein. Mit dem Rundgang schließt die achte Staffel der Veranstaltungsreihe „Neuköllner Zeitreisen“ ab, die der Historiker Werner Schmidt im Frühjahr 2018 initiierte.

In Britz hielt vom 14. bis zum 17. Jahrhundert das Adelsgeschlecht Britzke den Besitz. Die Ansiedlung ist ein alter Vorposten der Christianisierung und Re-Germanisierung. Im Gegensatz zu Rudow und Buckow herrschten in Britz über 300 Jahre lang stabile Strukturen, die sich bis in die jüngste Vergangenheit auswirken“, sagte mir Schmidt am Telefon. Die Entstehung der Hufeisensiedlung Weiterlesen

Stolpersteine für Eleonore und Elisabeth Rosenthal in Britz verlegt

Auf Initiative von Schülerinnen und Schülern der Britzer Fritz-Karsen-Schule wurden am 20. Dezember zwei Stolpersteine in der Buschkrugallee 250 a ins Straßenpflaster eingelassen. Sie erinnern an Eleonore Rosenthal und ihre Tochter Elisabeth „Betzi“ Rosenthal. Diese wohnten von 1933 bis 1937 in Britz. Wegen ihrer jüdischen Herkunft wurden sie von den Nazis verfolgt. Die einzige Mitschülerin in der Grundschule in der Hannemannstraße, welche Betzi vorbehaltlos begegnete, war Käthe Krause. Sie wurde ihre beste Freundin. Deren Familie versteckte, versorgte und beschützte sie zeitweise. Betzi konnte auf einem der letzten der Weiterlesen

Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt zum zweiten Mal abgesagt

Weit über die Grenzen Neuköllns ist der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt auf dem Richardplatz bekannt. Er wird seit seiner Gründung im Jahr 1974 als ausdrücklich nicht-kommerzielle Veranstaltung von gemeinnützigen Organisationen getragen und vom Bezirk unterstützt. Wegen stark steigender Inzidenzzahlen beschloss das Bezirksamt am Dienstag, den geplanten 47. Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt erneut abzusagen. Coronabedingt konnte die traditionsreiche Veranstaltung bereits Weiterlesen

Gedenk- und Aufbruchveranstaltung in Britz anlässlich der Pogromnacht 1938

Zur Erinnerung an den Jahrestag der Pogromnacht von 1938 fanden am vergangenen Dienstag in ganz Deutschland zahlreiche Veranstaltungen statt. Unter anderem wurden vor dem Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße die Namen der 55.696 jüdischen Berlinerinnen und Berliner verlesen, die während der nazistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden und in einem Gedenkbuch der Stadt verzeichnet sind. Die Initiative Hufeisern gegen Rechts, der DGB Kreisverband Neukölln sowie die Falken Neukölln riefen zu einer zweiteiligen Gedenk- und Weiterlesen

Private Erinnerungsstücke machen im „Museum des Lebens“ das kulturelle Erbe der Bevölkerung sichtbar

In jedem Museum werden Erinnerungen an frühere Erlebnisse oder Erfahrungen ebenso wie historisches Wissen gesammelt, aufbereitet und für ein bestimmtes Publikum verständlich vermittelt. Welche Ereignisse sind aber eigentlich erinnerungswürdig? Was hat überhaupt eine geschichtliche Bedeutung? Das Museum Neukölln entwickelte seit Ende der 1980er Jahre unter Leitung von Dr. Udo Gößwald eine eigene Konzeption, wie Stadtkultur und Regionalgeschichte gerade in Weiterlesen

Britzer Mühle strahlt im neuen Glanz

Fast auf den Tag genau drei Monate nahm die Instandsetzung der Britzer Mühle am Buckower Damm in Anspruch. Sonnabend wurde die Wiedereröffnung des zwölfeckigen Bauwerks, das jetzt eine helle neue Holzschindelverkleidung hat, mit Kaffee, Kuchen, Mühlenbrot gefeiert. Im Innern des denkmalgeschützten Bauwerks sowie an den Anschauungsmodellen und Info-Ständen auf dem Gelände herrschte reger Betrieb. „Insgesamt war es ein gelungener Neuanfang nach der Sanierungspause. Auch das Wetter spielte mit, wenngleich Weiterlesen

Berliner Ehrengräber in Neukölln: Frauen sind eklatant unterrepräsentiert!

Kennen Sie Dr. phil. Bruno Bauer? Zu Ehren des Philosophen und Religionskritikers, der ein Zeitgenosse von Ludwig Feuerbach war, ist in Neubritz seit über 130 Jahren die Bruno-Bauer-Straße benannt. 1882 wurde Bauer auf dem St. Jacobi-Friedhof am Hermannplatz unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Schon 1844 war er zu seinem Bruder Egbert und dessen Familie nach Rixdorf gezogen, wo er auf einem kleinen Bauernhof in der Knesebeckstraße (heute Silbersteinstraße) lebte. Das Grab von Bruno Bauer befindet sich nach seiner Umbettung heute auf dem Neuen St. Jacobi Friedhof an der Hermannstraße. „Er war ein Bürger Weiterlesen

„Gut nass!“: Ausstellung zeigt die Geschichte des Wassersports in Neukölln

Moderner Sport, wie er zuerst in Großbritannien entstand und seit dem 19. Jahrhundert betrieben wird, war in Rixdorf – dem späteren Neukölln – von Anfang an präsent. Schon Friedrich Ludwig Jahn, der Begründer der deutschen Turnbewegung, richtete 1811 in der Hasenheide seinen ersten Turnplatz ein. Häufig wird der ehemalige Arbeiterbezirk mit bodenständigen Disziplinen wie Radfahren, Fußball und Laufen in Verbindung gebracht. Urbanisierung und Industrialisierung begünstigten das Entstehen von Sportverbänden. Traditionsreich sind hier Weiterlesen

60. Jahrestag des Mauerbaus: Evangelische Kirche gedenkt in Neukölln

Am kommenden Freitag laden die evangelischen Kirchenkreise Neukölln und Lichtenberg-Oberspree zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung ein. Sie trägt den Titel „13. August 1961 – Bau der Berliner Mauer. Die Mauer – verschwunden. Die Grenze – überwunden?“

Superintendent Dr. Christian Nottmeier erinnert: „Die Mauer hat Menschen in unserer Stadt und unserem Land getrennt und war ein Symbol Weiterlesen

Die Britzer Mühle wird saniert

Sie ist die älteste funktionsfähige Windkraftanlage Berlins und gehört zu den wenigen denkmalgeschützten und voll betriebsfähigen Windmühlen Deutschlands: Die Britzer Mühle wurde 1865 erbaut und wird heute von der Britzer Müllerei betrieben. Die Kappe des rund 20 Meter hohen Gebäudes, das zwölfeinhalb Meter lange Flügel hat, dreht sich mithilfe einer Windrose selbsttätig im Wind. Seit Montag wird die zwölfeckige Mühle, die am Rand des Britzer Gartens ein beliebtes Ausflugsziel ist, saniert und bleibt bis voraussichtlich September Weiterlesen

Stadtbibliothek Neukölln würdigt Helene Nathan zum 100. Dienstjubiläum

Am 1. Juli 1921 übernahm Dr. Helene Nathan die Leitung der damaligen Städtischen Volksbücherei und Lesehalle Neuköllns. Zum 100-jährigen Dienstjubiläum erinnert die Stadtbibliothek Neukölln an ihr Wirken und stellt im Juli speziell Medien rund um das Thema „Das Leben in der Weimarer Republik“ zur Ausleihe bereit. Im August können die Besucher der Stadtbibliothek dann Medien in einem Regal zum Thema „Starke Frauen. Bewegende Leben“ entdecken.

Als Höhepunkt des Erinnerns stellt am 23. August 2021 – es wäre Helene Nathans 136. Geburtstag – die Autorin und Weiterlesen

Kommunale Galerien bringen Kunst in den Neuköllner Alltag

Nach der Corona-Zwangspause im letzten Jahr bot das 48 Stunden Neukölln-Festival am vergangenen Wochenende – neben zahlreichen digitalen Angeboten – endlich wieder Kunst im physischen Raum. Dass Kunst und Kultur schon lange zum Neuköllner Alltag gehören, ist nicht zuletzt der Arbeit von zwei kommunalen Galerien zu verdanken.

Die erste kommunale Galerie des Bezirkes öffnete unter dem Weiterlesen

Rudower Glocke mit Nazisymbolen ins Museum Neukölln überführt

Zwölf Jahre dauerte die Nazi-Diktatur, aber die Schatten des „Tausendjährigen Reiches“ liegen weiterhin über der Gegenwart. Jüngstes Beispiel in Neukölln: In der Philipp-Melanchthon-Kapelle im Orchideenweg in Berlin-Rudow rief eine Glocke mit nationalsozialistischen Symbolen, Reichsadler und Hakenkreuz zum Gottesdienst. Sie wurde 1935 gemeinsam mit der Kapelle eingeweiht. Erst kurz vor dem ersten Advent 2017 wurde die Weiterlesen

Foto-Vortrag „Neukölln wie es einmal war“

Zu einem Online-Bildvortrag laden die Freunde Neuköllns am kommenden Freitag um 18 Uhr ein. Stefan Butt, Leiter des Archivs im Böhmischen Dorf, präsentiert alte Fotoaufnahmen aus Rixdorf und Neukölln. Gezeigt werden historische Fotografien aus dem Böhmischen Dorf und anderen Ecken, die zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Anfang der 1950er Jahre entstanden, wie z. B. die nebenstehende Aufnahme vom Rathaus Neukölln.

Die Teilnahme am Foto-Vortrag am 28. Mai ist kostenlos. Interessierte erhalten den Zugangscode nach Anmeldung bei Weiterlesen

Gedenktafel soll bald an ein Zwangsarbeiterlager in der Hufeisensiedlung erinnern

gedenktafel_onkel_braesigMillionen Frauen, Männer und Kinder aus Gebieten, die während des Zweiten Weltkriegs besetzt waren, wurden in Deutschland vom NS-Regime als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Sie wurden unter den Augen der Zivilbevölkerung in allen Bereichen der Gesellschaft eingesetzt: Sie mussten in Tischlereien, Bäckereien und Brauereien, in Bekleidungsgeschäften, bei der Müllabfuhr, in der Landwirtschaft, in der Rüstungsindustrie, auf kirchlichen Friedhöfen und sogar in privaten Privathaushalten arbeiten. Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide schätzt, dass alleine im Berliner Stadtgebiet sich etwa 3.000 Lager für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter befanden. An wenigen Stellen sind inzwischen Gedenkorte Weiterlesen

Milchmädchen-Projekt lädt zum Spaziergang im Schlosspark Britz ein

milchmaedchen_perretteDas Schloss Britz präsentiert in den kommenden Monaten nacheinander vier künstlerische Interventionen von Jörg Lange, Claudia von Funcke, Frederik Foert und Aneh Ondare. Die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit der Skulptur des Milchmädchens im Schlosspark auseinander und interpretieren ihre Geschichte neu.

Jörg Lange betrachtet die Skulptur als eine Figur der Gegenwart: „Ich stelle mir vor, wie sie als bekannte Influencerin ihre Projekte und merkantilen Strategien im eigenen Channel verbreitet oder als erfolgreiche Musikerin ihr Schicksal oder ihre soziale Herkunft besingt. Den imaginierten Wandel, vom gescheiterten Milchmädchen zum erfolgreichen It-Girl.“ Um Weiterlesen

Straßenumbenennung in Neukölln kann Meilenstein in den Beziehungen zu Tansania werden

enthuellung_lameck_strasseWir wissen nicht, was der Rixdorfer Bürgermeister Hermann Boddin dachte, als im November 1890 auf Initiative des Kaisers nah am Hermannplatz die Verbindung zwischen Hasenheide und Karlsgartenstraße zu Ehren des Kolonialoffiziers Hermann von Wissmann benannt wurde. Wahrscheinlich war Wissmann für ihn ein Held, wie für die meisten seiner Zeitgenossen. Das Schicksal der Kolonialisierten im damaligen Deutsch-Ostafrika interessierte in der aufstrebenden Kolonialmetropole Berlin damals kaum jemanden ernsthaft. Weiterlesen

Die Elektrische kehrt in die Sonnenallee zurück

m10_oberbaumbrueckeAm südöstlichen Ende der Sonnenallee stellte die Straßenbahn mit Stilllegung der Linie 15 ihren Verkehr im Juli 1966 ein. Die vielbefahrene Magistrale sollte damals für den stetig wachsenden Autoverkehr ertüchtigt werden. Am nordwestlichen Ende der Sonnenallee kann die Elektrische nun frühestens 2028 wieder verkehren: Der Senat beschloss am Dienstag auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, die Verlängerung der Tram M10 vom S+U-Bahnhof Warschauer Straße bis zum Hermannplatz. Die neue Straßenbahntrasse führt über die Oberbaumbrücke in Friedrichshain, mündet in die Falckensteinstraße und quert den Görlitzer Park auf einer Weiterlesen