Die Räumung des Syndikats wirft auch Fragen nach der sozialen Infrastruktur in den Neuköllner Kiezen auf

„Ich bin enttäuscht. Am Abend wird es wohl noch Rabbatz geben.“ So kommentierte eine alteingesessene Neuköllnerin aus dem Schillerkiez, die ich gestern Nachmittag auf dem Herrfurthplatz traf, die Ereignisse der vergangenen Tage rund um die Räumung der Kiezkneipe Syndikat in der Weisestraße. Auf dem Platz setzten sich gerade einige Hundert Personen zu einer friedlich verlaufenden Demonstration in Bewegung, auf der die wütenden Sprechchöre nicht zu überhören waren. „Runter mit der Uniform, runter mit der Miete. Weiterlesen

Bürgerverein Britz mit neuen Vorsitzenden und Plänen

Die Mitgliederversammlung des Bürgerverein Berlin-Britz e. V. wählte für den langjährigen 1. Vorsitzenden Jürgen Rose, der kürzlich überraschend zurückgetreten war, einen Nachfolger und seinen Stellvertreter.

Wir wollen das klassisch Nachbarschaftliche pflegen und die Vereinsarbeit mit neuen Angeboten modernisieren. Jede und Jeder ist aufgerufen dabei mitzumachen“, erklärte der neue Vorsitzende Werner Schmidt (M.) nach seiner Wahl am 22. Juli. Klaus Niche (l.) wurde zu Schmidts Stellvertreter Weiterlesen

Die Diskussion über die Zukunft von Karstadt am Hermannplatz geht weiter

„Nicht ohne Euch!“, verspricht ein meterhohes Transparent an der Fassade des Karstadt-Gebäudes. Es soll auf die Informationskampagne zur Zukunft des Traditions-Kaufhauses am Hermannplatz hinweisen, die die Signa-Gruppe des Unternehmers René Benko im Juni begann. „Unsere erklärten Ziele für das Projekt sind die nachhaltige Sicherung des Warenhausstandortes, die Sicherung der bestehenden und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze, die Realisierung eines attraktiven Nutzungsmix sowie eine frühzeitige Beteiligung der Anwohner an den Plänen“, sagte Timo Herzberg, CEO von Signa Real Estate, anlässlich der Vorstellung Weiterlesen

Lückenschluss im Mauerweg in Buckow

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad lässt sich der ehemalige Verlauf der Berliner Mauer auf dem rund 160 Kilometer langen Mauerweg noch heute gut erkunden. Auf 180 Metern schließt das Bezirksamt Neukölln nunmehr eine Lücke. „Es werden ‚nur‘ 180 Meter Straße saniert, aber das sind wichtige 180 Meter für Neukölln. Vor 30 Jahre waren hier Mauer und Grenzsoldaten, heute wohnen Berliner und Brandenburger Haus an Haus. Der Mauerweg erhält die Erinnerung an die Teilung und deren Überwindung“, erklärte Bezirksbürgermeister Martin Hikel zum Beginn der Straßenbauarbeiten.

Im Buckower Süden wird die Ringslebenstraße zwischen Auf Weiterlesen

Für die Wissmannstraße wird ein neuer Name gesucht

Zwischen Hasenheide und Karlsgartenstraße verläuft in Neukölln die Wissmannstraße. Sie ist nach Hermann von Wissmann benannt, der zwischen 1890 und 1896 Reichskommissar bzw. Gouverneur im damaligen Deutsch-Ostafrika war, das die Gebiete des heutigen Tansania, Burundi und Ruanda umfasste. Nach einer zähen Diskussion beschloss die BVV Neukölln, dass eine geschichtliche Aufarbeitung des Straßennamens initiiert werden soll, deren Ziel die Umbenennung der Wissmannstraße ist. Seit Montag dieser Woche sind nun alle Weiterlesen

Entdeckungsreise in Neuköllns Vergangenheit im Schloss Britz

Schloss Britz präsentiert ab heute großformatig aufgezogene, historische Ansichtskarten aus eigenen Archivbeständen. Die Motive wurden überwiegend vor der Eingemeindung von Britz, Buckow, Rudow und Rixdorf aufgenommen. Anlass der Sonderausstellung ist das Jubiläum „100 Jahre Groß-Berlin“.

Sonja Kramer, Geschäftsführerin der Kulturstiftung Schloss Britz, erläutert: „Die rund 60 Darstellungen zeigen deutlich, wie stark noch heute der Bezirk durch die zum Teil monumentalen Bauten Weiterlesen

Entwicklungskonzept für den Britzer Garten geplant: Sanierungsarbeiten beginnen am Jahresende

Grüne Oase, Fitness-Club, Yoga-Studio und Spielplatz: Der Britzer Garten wirbt mit vielen Angeboten, die allen Besuchern individuell mit Abstand die beste Erholung bieten wollen. „Sei achtsam“, lautet als gemeinsamer Nenner der eingängige Slogan, der die Neugierigen auf der hübsch gestalteten neuen Webseite der weitläufigen Parkanlage begrüßt.

„In den kommenden Jahren sollen einzelne Bereiche des Parks saniert und weiterentwickelt werden, um den sich wandelnden Bedürfnissen Weiterlesen

„Es fehlt noch eine detaillierte Aufarbeitung der Endtage des 2 Weltkriegs in Neukölln“

Mit einem einmaligen gesetzlichen Feiertag erinnert Berlin an den 8. Mai 1945. Die Kapitulation der Wehrmacht jährt sich heute zum 75. Mal. Das Datum markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und wird als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus gefeiert.

Bezirksstadträtin Karin Korte, zuständig für Bildung, Schule, Kultur und Sport, erklärte gestern in einer Pressemitteilung zum Kriegende vor einem Weiterlesen

Neuer Stadtführer stellt fünf Touren durch die Neuköllner Ortsteile vor

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – für einen Spaziergang ist bei entsprechender Vorbereitung jede Jahreszeit gut. Der auf Berlin-Geschichte spezialisierte Elsengold Verlag hat in seiner Reihe „Berliner Stadtspaziergänge“ kürzlich den mit historischen Aufnahmen und aktuellen Fotos reich bebilderten Stadtführer „Neukölln mit Britz und Rudow“ herausgebracht. In der Reihe, deren Hefte jeweils 64 Seiten umfassen, sind bereits Spaziergänge durch acht andere Berliner Bezirke und eine Anregung für Touren zum Thema „Berlin im Dritten Reich“ erschienen. Auch wenn alle Neuköllner, die von der Wichtigkeit ihres Bezirkes fest überzeugt sind, sich vielleicht wundern mögen, dass Neukölln für die Reihe Weiterlesen

Neue digitale Angebote des Neuköllner Museums

Unter den Hashtags #MuseumFromHome und #ClosedButOpen machen nationale und internationale Museen aus der Not eine Tugend. Wenn Besucher nicht zu ihnen kommen können, weil das kulturelle Leben zur Eindämmung des Corona-Virus stillsteht, kommen die Museen eben durch das weltweite Netz zu den Interessierten.

Auch das Museum Neukölln hat digitale Lösungen entwickelt, Weiterlesen

Vor 100 Jahren wurde in Neukölln die erste Gartenarbeitsschule Berlins gegründet

„Ich möchte heute an die gesamtstädtische Bedeutung aller Berliner Gartenarbeitsschulen als grüne Lernorte Berlins erinnern. Wir haben einen Schatz zu feiern, der praktische, naturnahe und nachhaltige Wissensvermittlung für unsere Schülerinnen und Schüler anbietet.“ Auch wenn die für Mai geplante Jubiläumsfeier zum 100. Geburtstag aufgrund der aktuellen Situation verschoben werden muss, erinnerte Bezirksstadträtin Karin Korte am vergangenen Mittwoch in einer Pressemitteilung an die Eröffnung der ersten Gartenarbeitsschule Berlins und ihren Gründer August Heyn.

Die Gartenarbeitsschule Berlins wurde am 1. April 1920 in der Nähe Weiterlesen

Internationales Jugendfußballturnier „Tournament of Peace“ abgesagt

Am 8. Mai jährt sich in diesem Jahr das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 75. Mal. Anlässlich dieses Gedenktags wollten der BSV Grün-Weiß Neukölln 1950  und der TSV Rudow 1888 Berlin das zweitägige Freundschafts-Jugendfußballturnier „Tournament of Peace“ der Altersklassen U14/15 veranstalten. Eingeladen waren alle nationalen und internationalen Partnerstädte Neuköllns sowie Vertreter aus weiteren Ländern wie Polen, Weißrussland und Dänemark. Rund 300 Gäste wurden in Neukölln erwartet.

„Die augenblickliche Krisensituation im Zeichen des Coronavirus Weiterlesen

30 Jahre Mauerfall, 30 Jahre Wiedervereinigung – was verbindet Neukölln und Treptow-Köpenick seitdem?

Zwischen dem Schlesischen Busch in Treptow und der Waltersdorfer Chaussee in Rudow trennte von 1961 bis 1989 ein rund 15 Kilometer langer Mauerstreifen die Nachbarschaften und Familien in Ost und West. Zum 30. Jubiläum des Mauerfalls 2019 gab es verschiedenste Erinnerungsaufrufe in der Stadt, u. a. auch von den SPD-Kreisverbänden Treptow-Köpenick und Neukölln. „Wir wollen, dass die schönen und traurigen Erinnerungen gleichermaßen nicht in Vergessenheit geraten und rufen Weiterlesen

Informativ-unterhaltsamer Rundgang führt in die Historie von Karstadt am Hermannplatz ein

Wer in der Hasenheide zur südwestlichen Ecke des Hermannplatzes blickt, sieht auf der linken Straßenseite einen unzerstörten Teil des alten Karstadt-Warenhauses. Er dokumentiert die Größe des Gebäudes, das einst vom Architekten Philipp Schaefer entworfen und im Juni 1929 als das modernste Kaufhaus Europas eröffnet wurde. 32 Meter in die Höhe erhob sich damals die Muschelkalkfassade des gewaltigen Baukörpers auf einer Länge von 256 Metern. Weitere 24 Meter ragten zwei Türme empor, auf denen jeweils eine 15 Meter hohen Lichtsäule stand. Unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen sprengte am 25. April 1945 vermutlich die Waffen-SS den größten Teil des monumentalen Gebäudes am Hermannplatz. Weiterlesen

„Was wäre, wenn die Neonazis an die Macht kämen?“, fragt die Theateraufführung „Nach wie vor – Widerstand“

Sechs junge Menschen aus Neukölln schlossen sich im Nationalsozialismus in der „Rütligruppe“ zu einem Widerstandskreis zusammen. Bei regelmäßigen Treffen diskutierten sie politische Schriften und setzten sich mit der Verteilung von Flugblättern für den Frieden ein. Das Little Blackfish Collective brachte die Geschichte der Widerstandsgruppe in Zusammenarbeit mit der Fritz-Karsen-Schule und dem Museum Neukölln in der Theaterproduktion „Nach wie vor – Widerstand“ im November erstmals auf die Bühne des Weiterlesen

Verleihung des 4. Neuköllner Kunstpreises mit einem nachdenklichen Blick zurück

„Neukölln ist Endstation. Die wenigen Studenten, die hier leben, verschweigen unter ihresgleichen so lange es geht, daß sie in diesem Stadtbezirk wohnen, und wenn sie es zugeben, fügen sie rasch hinzu: ‚Aber ich zieh‘ da bald weg!‘ Das Quartier hat keine attraktive Szene, kein nennenswertes alternatives Milieu, keine Subkultur.“ Bald 25 Jahre sind seit diesem Zitat vergangen, das aus einer reißerischen, aber facettenreichen und weiterhin im Internet zu findenden Reportage stammt, die der Journalist Peter Wensierski Ende Oktober 1997 im Magazin „Der Spiegel“ veröffentlichte. Kulturstadträtin Karin Korte nahm in ihrer Rede bei der Verleihung Weiterlesen

„Die Nazi-Diktatur ist der tiefste moralische Absturz einer Kulturnation gewesen“

Auschwitz – keine Metapher drückt wohl knapper den Schrecken von Völkermord und staatlichem Terror, die furchtbarste Antithese der Humanität und Demokratie aus. Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die sowjetische Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Im BVV-Saal des Rathaus Neukölln fand aus diesem Anlass gestern Nachmittag eine Feierstunde statt. Ein Streicher-Quartett der Musikschule Neukölln eröffnete das Gedenken mit dem prominenten Trauerfeierstück „Adagio for Strings op. 11“ von Samuel Barber. Weiterlesen

Alle wollen Karstadt, aber jeder will es anders

Ohne ein greifbares Ergebnis endete gestern Nachmittag eine Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses der BVV Neukölln:  Auf ihr hatten der Projektmanager Thibault Chavanat und Timo Hertzberg, CEO von Signa Deutschland, ihre Pläne für den Karstadt-Neubau am Hermannplatz in einer siebenminütigen Power-Point-Präsentation vorgestellt und Weiterlesen

Videoinstallation im Museum Neukölln lässt acht Kriegskinder zu Wort kommen

Eine ausführliche Vorab-Berichterstattung in den großen Berliner Medien und rund 200 Gäste bei der Vernissage am Freitagabend im Gutshof Britz: Das Museum Neukölln hat mit der Videoinstallation „Kriegskinder“ von Ina Rommee in Kooperation mit Fotograf und Kameramann Stefan Krauss ganz augenscheinlich den Nerv der Öffentlichkeit getroffen. Acht Neuköllner Zeitzeugen der Jahrgänge 1929 bis 1938 erzählen in Videoclips über ihre Kindheitserlebnisse während des Zweiten Weltkriegs und den ersten Jahren danach. 1945 waren sie Weiterlesen

30 Jahre Städtepartnerschaft Neuköllns mit Ústí nad Orlicí

Fotos: Manfred Herrmann

Letztes Wochenende feierten am Rand des Rixdorfer Weihnachtsmarktes die Neuköllner auf Einladung des Bezirksamts mit knapp zwanzig tschechischen Gäste das 30-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen Neukölln und der ostböhmischen Kreisstadt Ústí nad Orlicí. Aus deren Umgebung, besonders aus dem Dorf Horní Čermná, waren wegen ihres Glaubens verfolgte Protestanten 1737 ins preußische Rixdorf geflohen. „Die Partnerschaft mit Ústí nad Orlicí ist eine der lebendigsten der vielen Außenbeziehungen Neuköllns“, Weiterlesen