„Beteiligung geht alle an!“

Bürgerbeteiligung – für die Einen geht sie nicht weit genug und Ergebnisse werden zu wenig berücksichtigt, für die Anderen ist sie ein Hemmnis und verzögert Bauprojekte. Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen Katrin Lompscher, in deren Arbeitsbereich viele, aber längst nicht alle Beteiligungsverfahren durchgeführt werden, lässt deshalb derzeit Berliner Leitlinien für Bürger-beteiligung an der räumlichen Stadtentwicklung erarbeiten. Hierfür wurde ein 24-köpfiges Arbeitsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Verwaltung und Bürgerschaft geschaffen, das in Weiterlesen

Städtepartnerschaftsverein Freunde Neuköllns kümmert sich wieder um Denkmalspflege

„Mit der Veranstaltungsreihe ‚Neuköllner Zeitreisen‘ besinnen sich die Freunde Neuköllns wieder auf den ursprünglichen Anlass der Vereinsgründung im Jahr 1983, nämlich auf die Unterstützung kulturhistorischer Baudenkmäler im Bezirk“, erklärte Bertil Wewer, Vorsitzender des Traditionsvereins, der seit 1997 seinen Schwerpunkt auf die Pflege der 13 Neuköllner Städtepartnerschaften legt.

Wewer und viele andere Geschichtsinteressierte waren Sonntagnachmittag bei sonnigem Wetter an den Haupteingang des Garnisonsfriedhofs am Columbiadamm gekommen, um zum Auftakt des neuen Veranstaltungsformates an einer Führung des Historikers Werner Schmidt teilzunehmen. „Der Garnisonsfriedhof ist ein Erinnerungsort, Weiterlesen

Die Welt ist ein Dorf: Berlin Global Village in Neukölln eröffnet

20 Jahre hat es gedauert und drei Anläufe sind nötig gewesen, aber nun ist es soweit: Auf dem Kindl-Gelände im Rollbergviertel feierte am Mittwoch das Eine-Welt-Zentrum Berlin Global Village mit einem großen Eröffnungsfest die Einweihung seiner Eine-Welt-Etage.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) wollen im kommenden Haushaltsentwurf, den der Berliner Senat dem Abgeordnetenhaus im November vorlegen wird, sogar 3 Millionen Euro für einmalige Investitionen und zusätzlich 200.000 Euro pro Jahr für konsumtive Ausgaben einstellen. Das teilte der Grünen-Politiker Georg Kössler bei einer Diskussion mit Frank Jahnke (SPD) und Harald Gindra Weiterlesen

Hopfen, Malz und einige Umdrehungen

Der Bankdirektor Otto Swoboda war einer von acht Männern, die am 1. Februar 1872 in Rixdorf, wie Neukölln damals noch hieß, die Vereinsbrauerei Berliner Gastwirte sudhaus_ehemalige-kindl-brauerei-neukoellngründeten und so vor 145 Jahren den Prolog für ein bedeutendes Stück lokaler Wirtschaftsgeschichte schrieben. An der heutigen Rollbergstraße kauften sie Grundstücke, ließen Gebäude errichten und konnten bereits Mitte März 1873 den ersten Bierausstoß feiern. 1895 wurde das Unternehmen in Vereinsbrauerei Rixdorf umbenannt, 1911 in Berliner Kindl Brauerei, und im Herbst 2005 entschied der Oetker-Konzern, der 2004 Eigentümer Weiterlesen

Zwischen Wirklichkeit und Wunschdenken: „Kann nicht auch mal die klassische Wirtschaft bei den Kreativen anklopfen, so dass die mal pitchen muss?“

Das Kreativnetz Neukölln hatte geladen – und zahlreiche Kreative waren gekommen, als am vergangenen Freitag auf dem Vollgut-Gelände der 3. Neuköllner Kreativ-Kongress rheinfeld_brosius_scheper_batz_raab_sieben_3.kreativkongress neukoellnmit dem Motto „Under Construction“ über die Bühne ging. Er verstehe sich als Plattform zum Austausch von Erwartungen und Sichtweisen der Akteure aus Verwaltung, Politik, mittelständischer Wirtschaft und Kultur- und Kreativwirtschaft. „So wird eine Begegnung auf Augenhöhe möglich“, avisierten die Organisatoren in ihrer Einladung.

Die Realität unterschied sich davon jedoch deutlich. Einem Klassentreffen ähnele das hier, charakterisierte mancher die Veranstaltung. „Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Wirtschaftsunternehmen Weiterlesen

Nicht immer, aber öfter als bisher – wahrscheinlich

vandalismus kindl-aufzug_vollgut berlin_neukoellnKaum war der Kindl-Aufzug am vorletzten Mai-Wochenende feierlich eröffnet worden, war die barrierefreie Alternative zur Kindl-Treppe auch schon wieder außer Betrieb – und, was kaum jemanden überrascht haben dürfte, bunter als es die architektonische Planung vorgesehen hatte.

Den Hinweis auf die Abkürzung via Isar-/Neckar-straße gab man also wohlweislich nur denen, die das Benutzen hoher Treppen nicht vor ein unüberwindbares Hindernis stellt. Wie aber sieht es aktuell am neuen neuralgischen Punkt Neuköllns aus, an Weiterlesen

Langlebiges unter Kurzzeitigem

Die weiß-blauen Flaggen in den Straßen Nord-Neuköllns, die roten Seilschaften am Rathaus, das Liveboat  auf dem Tempelhofer Feld und vieles andere mehr: alles mor-

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gen wieder weg, genauso der Kinski Kulturverein. Etwas Langlebigeres entstand be- reits vorgestern in der  Neckarstraße mit dem Kunstprojekt  Es ist  eine Wand: Sechs

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Kunstschaffende, Klassen von drei Schulen und nicht zuletzt die Industriekletterer der Firma schwindelfrei  beteiligten sich daran, die mehr als 100 Meter  Weiterlesen

Ausgegraben

Mancher vermutet, er stünde momentan an der Ecke Isar-/Neckarstraße mitten in Neukölln dem Resultat einer archäologischen Grabung gegenüber. Plötzlich liegen alte Gemäuer frei, die sich bisher nicht erahnen ließen. Doch es sind keine Alter-tümerkundler, die  Hand und schweres  Gerät angelegt  haben, sondern  Bauarbeiter

kindl-treppe_neukölln

mit dem Auftrag, dort bis zum Sommer im Rahmen des Projekts „Umbau Neckar-straße“ die Kindl-Treppe sowie einen Aufzug einzurichten. Was dabei zum Vorschein kam, sind Kelleranlagen der ehemaligen Kindl-Brauerei – gerade mal knapp 90 Jahre alt und damit eher uninteressant für Archäologen.

Die perfekte Illusion

see_kindl neuköllnVorne meterhohe Dünen, dahinter die See (oder der), und wenn dann noch der Wind durch die Planen zieht, die die Arbeiten am Bauprojekt Kindl-Treppe verhüllen, scheint ein Großsegler ganz nah. Maritimes Ur- laubsfeeling für alle, die nicht in die Herbst- ferien abgereist sind, mitten in Neukölln auf dem Kindl-Gelände.

Neben der Dünenlandschaft, in der Privat- brauerei am Rollberg, kann dagegen von Urlaub nicht die Rede sein. Zwar ist der Ausschank wegen der Baumaßnahmen auf dem Kindl-Areal seit Mitte Weiterlesen

Kein Durchkommen

Das galt bisher an der Neckar-/Isarstraße für alle, die auf dem kürzesten Weg in Richtung Rollbergstraße wollten. Sie standen, so sie keine Kletterausrüstung dabei hatten, vor einer unüberwindbaren Hürde: einer neun Meter hohen Mauer. Daran wird sich auch  in absehbarer Zeit  nichts ändern, doch nun  wird endlich – mit  einjähriger

bauarbeiten kindl-treppe_neckarstraße neukölln bauarbeiten kindl-treppe_kindl-gelände neukölln

Verspätung – an der Lösung des Problems gearbeitet. „Der Bau der Kindl-Treppe hat begonnen“, teilt die [Aktion! Karl-Marx-Straße] mit, die den toten Punkt zwischen Flug- hafenkiez und Rollbergviertel  für rund 900.000 Euro umgestalten will. 2015 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein: Danach können die neun Höhenmeter per Treppe oder Aufzug überwunden werden.

Halbzeit der Veranstaltungsreihe „Gäste“ auf dem Neuköllner Kindl-Areal

privatbrauerei am rollberg_neuköllnÜber den unbeleuchteten Teil des Gelän- des der ehemaligen Kindl-Brauerei führte der Weg zum Bierausschank von Wilko Bereits Privatbrauerei am Rollberg. Hier emp- fing dieser Tage Andreas Fiedler, der künstlerische Direktor vom KINDL-Zentrum für zeitgenössische Kunst, seine Gäste. Es war die dritte von sechs vor der eigent-lichen Eröffnung des Zentrums im Sep- tember. Angekündigt waren zwei Vorträge: „Die Kindl-Brauerei“ und „Neukölln: Geschichte(n)“. Bald waren der Raum mit etwa 60 Menschen und die Gläser mit Rollberger Bier gefüllt. Man kennt sich, nickt sich zu, kommt ins Gespräch. Dann wurde mit Schiffsglockengeläut der Weiterlesen

„Es wäre mal wieder an der Zeit, ein Haus zu besetzen“

1_kindl-zentrum neuköllnEin Jahr wird es ungefähr noch dauern. Erst im Herbst 2014 soll aus Hallen, in denen früher Bier gebraut und abgefüllt wurde, das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst geworden sein. Um die Zeit bis 2_kindl-zentrum neuköllndahin ein wenig zu verkürzen und schon vor der Eröffnung Ein- blicke in die sich verän- dernden Räumlichkei- ten zu geben, hat das KINDL die sechsteili- ge Veranstaltungsreihe „Gäste“ initiiert: Sie be- gann im September mit einer performativen Konzert-Installation im Kesselhaus und wurde im November mit einer Diskussion zum The- ma „Nachbarschaften: Die Entwicklung der Stadt“ in der Weiterlesen

Wo früher getrödelt wurde, wird nun geklotzt

Zwischen dem JobCenter Neukölln, der alten Kindl-Brauerei und dem neuen KfH- Nierenzentrum soll es passieren: Dort – an der Mainzer Straße, wo einst an den Wochenenden  getrödelt  wurde – wird  im nächsten Sommer damit  begonnen, nach

1_trödelmarkt mainzer straße_neukölln 2_trödelmarkt mainzer straße_neukölln

„über zehnjähriger Pause“ erstmals wieder neue Wohnungen in Neukölln  zu bauen. 119 Eigentumswohnungen mit Größen von 38 bis 200 Quadratmetern und Qua- dratmeter-Preisen zwischen 2.870  und 3.970 Euro sollen hier  frei nach dem  Inves-

kindl-areal_wohnungsbau-projekt 12053 neukölln

toren-Motto „12053 – aufblühendes Neukölln“ entstehen. Neubau rechne sich in Neu- kölln erst seit Kurzem für Investoren, wird Nikolaus Ziegert, dessen Firma die Wohnungen ins Portfolio aufnimmt, vom DEAL-Magazin zitiert: Man sei gebeten wor- den, heißt es weiter, „wenn möglich nur an Menschen zu verkaufen,  die auch selbst hier wohnen wollen“.

Wenn nicht jetzt, dann später

Eigentlich sollten sie schon in vollem Gange sein: Für Oktober war der Beginn der Bauarbeiten an der Kindl-Treppe angekündigt worden. Doch daraus wurde nichts – „Unwägbarkeiten, wohin man guckt“, hätten das verhindert, ist aus dem Büro der [Aktion! Karl-Marx-Straße], die das Umgestaltungsprojekt betreut, zu erfahren. Nun wird es erst nächstes Jahr losgehen. Bis 2016 sollen die Neckar- und Isarstraße um-

kindl-treppe_ehem. kindl-brauerei_neukölln

kindl-treppe_isarstraße neckarstraße_neukölln kindl-treppe_neckarstraße neukölln

gebaut und Treppen sowie ein Aufzug zum Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei angelegt werden. So lange muss man also noch auf eine Verkürzung der Wege durch den Kiez verzichten und sich mit Umwegen und dem Anblick der gewaltigen Back- steinmauer abfinden.

Erst die Arbeit, dann das SchwuZ

Zum Feiern kommt momentan noch niemand in die Lagerhalle der ehemaligen Kindl-Brauerei. Stattdessen wird hinter dem verschlossen Toren eifrig gearbeitet, da- mit in gut sieben Wochen alles fertig ist: Am 16. November soll die große Eröffnungs-

schwuz neukölln

party des SchwulenZentrums Berlin steigen. In der Rollbergstraße 26 – nicht mal einen Kilometer von der inzwischen geschlossenen „Trommel“, die einst als Berlins älteste Schwulen-Bar in der Thomasstraße eröffnete – bekommt Neukölln also mit dem SchwuZ erneut eine Institution der Schwulenszene. Und das wiederum be- kommt endlich den neuen großen „Ort der Emanzipation und des Aufbegehrens, aber auch der Liebe“, nach dem jahrelang gesucht wurde.

Neuköllner Absichten – vom Turm der Nikodemus-Kirche

nikodemus-kirche_neuköllnDie Kirche als Institution spielt heute im Bewusstsein der meisten Neuköllner eine eher untergeordnete Rolle, und auch die Bauwerke werden kaum wahrgenommen. Im besonderen Maße gilt das für die Nikodemus-Kirche. Als typische Straßenkirche bildet sie in straßenansicht_nikodemus-kirche_neuköllnder Nansenstraße mit den Nachbarhäusern eine Bauflucht. Teile des Zierrates – als sichtbare Unter- scheidungsmerkmale – sind darüber hinaus durch das Straßenbaumgrün verdeckt. Aber dann erkennt man sie doch: Überlebensgroße Figuren, Petrus petrus+paulus_nikodemus-kirche neuköllnund Paulus darstellend, ein Christusbild und die Halbreliefs der vier Evangelistensymbole (Engel, Löwe, Stier und Adler).

Auf den Namensgeber weist nichts als Fahne mit der Aufschrift „100 Jahre Nikodemus-Kirche im Reuterkiez“ hin. Ursprünglich, geht aus der Chronik hervor, sollte auf dem benachbarten Reuter- platz eine große Kirche für die sich seinerzeit sprunghaft vergrö- ßernde Gemeinde errichtet werden. Einen Namen Weiterlesen

Neuköllner Absichten – vom Dach des Estrel Hotels

estrel-hotel_neuköllnEs war ein Angebot der Kategorie „unwiderstehlich“, das unserer Anfrage folgte: Eigentlich hatten wir nur die Absicht gehabt, Blicke aus der immerhin auch über 60 Meter  hohen oberen Etage in die Tiefe zu werfen. Wir dürften auch aufs Dach, schrieb uns Annemarie Hirschberg aus dem PR- und Marketing-Sekretariat des Estrel Hotels zurück, und kündigte an, dass von dort die Aussicht über die Stadt noch balkon präsidentensuite_estrel berlin_neuköllnbesser sei.

Zwar zählt das 1995 er- öffnete, nach Eigentü- mer Ekkehard Streletzki benannte Hotel in Sachen Höhenmeter nicht zur Top 10 in Deutschland, was die Zimmerzahl betrifft, schlägt es andere Häuser aber um Längen: Weiterlesen

Auf Wiedersehen, Neukölln!

Sechs Jahre lang betrieb die Akademie Berlin-Schmöckwitz eine Berufsfachschule für Hotellerie und Gastronomie mit zwei Ausbildungsrestaurants auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei. Etwa 250 junge Leute wurden dort zum erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung in einem der vier angebotenen Ausbildungsberufe ge- bracht und konnten das Gelernte gleich in der  „Kantine“ und im „Braustübl“ am  Gast

alte kindl-brauerei_ausbildungsrestaurant neukölln

erproben. Am 7. Juni schließen die beiden Ausbildungsrestaurants; vorher verab- schieden sie sich mit einer „Auf Wiedersehen, Neukölln!“-Woche, danach wird die gesamte Niederlassung im Bezirk aufgegeben. Mit dem Umbau des ehemaligen Kindl-Areals, was viele vermuten, hat der Umzug jedoch nichts zu tun: „Die Akademie Berlin-Schmöckwitz gehört zur Stiftung Bildung + Handwerk„, informiert Pressespre- cherin Bianca Müller, „und zieht in ein Stiftungsgebäude nach Treptow.“

Eine Sache der Betonung

Das auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei neu erbaute und kürzlich eröffnete KfH-Nierenzentrum Neukölln bekommt nun noch eine frische Fassade: Ein künstlerisch gestalteter Streifzug durch Neukölln mit vielen originellen Details legt sich jetzt  über den reinweißen  Voranstrich, bricht  die klotzige  Architektur  und macht

kfh-nierenzentrum neukölln

das Gebäude zum Blickfang der Straße. Etwas polarisieren könnte jedoch der Schrift- zug „Eine Stadt Niere für alle!!“, dem man – ähnlich wie beim Satzzeichen retten Leben-Beispiel „Wir essen jetzt Opa“ – nur bei richtiger Betonung zustimmen mag.

Das geheimnisvolle Unbekannte hinterm Zaun

Normalerweise laufen Baumaßnahmen, bei denen ein öffentliches oder gewerb- liches Gebäude entstehen soll, ja eher so ab: Das Grundstück wird eingezäunt, mit kleinen Schildern bestückt, die den Zutritt verbieten, und noch bevor Bagger, Kräne und Bauarbeiter in Aktion treten informiert eine unübersehbare Hinweistafel darüber, was auf dem Gelände im Werden begriffen ist. Vergleichsweise nebulös gibt sich da die 3.200 Quadratmeter große Baustelle auf dem Areal der ehemaligen Kindl-Brau- erei. Informationen … Fehlanzeige, obwohl schon seit Wochen heftig gewerkelt wird.

„Da kommt doch ’ne Privat-Universität hin“, ist ein Passant überzeugt, der mehrmals wöchentlich an der Baustelle vorbei zum benachbarten Supermarkt geht. „Das gibt bestimmt ’n Wohnhaus mit Luxusappart- ments“, befürchtet eine Frau, die gerade einen Termin gegenüber im JobCenter Neukölln hatte. Ein Mann beobachtet das Treiben auf der anderen Seite des Zauns eine Weile. „Was das wohl wieder wird?“, fragt er sich und hofft, dass das geheim- nisvolle Etwas nicht zu hoch wird – wegen des Panoramablicks aus seiner Wohnung am Boddinplatz. Den Wasserturm in der Leykestraße würde er auch weiterhin gerne sehen können.

Die Chancen stehen außerordentlich gut, obwohl der Wasserturm nur 40 Meter misst. Das Dialysezentrum, das vom Kuratorium für Dialyse und Nierentrans- plantation (KfH) in der Sichtachse errichtet wird, ist jedoch nicht mal halb so hoch. Fast 60 Dialyseplätze sollen bei der Eröffnung im Frühjahr 2013 in dem zwei- geschossigen Gebäude, das dann das KfH-Nierenzentrums an der Sonnenallee ersetzt, bereitstehen. „Was und wie hoch direkt nebenan auf dem jetzigen Trö- delmarkt gebaut wird, wissen wir auch noch nicht“, sagt Angelika Hinz, die kauf- männische Betriebsstättenleiterin des KfH-Projekts.

Während also hinsichtlich des Neubaus auf dem Kindl-Areal doch Klarheit herrscht, steckt die Zukunft der benachbarten ehemaligen und teils denkmalgeschützten Brauereigebäude noch in einer Gemengelage aus Fakten, Planungen und Visionen. Sicher ist, dass sie an den Schweizer Burkhard Varnholt und seine Frau verkauft wurden. Gewiss ist, dass in den Räumlichkeiten noch einiges auf den technisch neuesten Stand gebracht werden muss, bevor sie neu genutzt werden können – von wem und für was auch immer.

Das Warten auf ein Hinweisschild, das Interessierten Details über den Bau des Nierenzentrums verrät, dürfte dagegen recht bald ein Ende haben. Die Infor- mationstafel fehle nur deshalb noch, so Angelika Hinz, weil vom Bezirksamt Neukölln noch keine Genehmigung für die Aufstellung vorliegt. Die Verzögerung,  vermutet sie, läge sicher daran, dass das Wegstück zwischen dem REWE-Markt und dem künftigen Dialysezentrum kurzerhand zur Rollbergstraße ernannt wurde: „Dass unsere Adresse Rollbergstraße statt wie geplant Mainzer Straße ist, haben wir auch erst vor einer Woche erfahren.“

=ensa=