Zerbrechliches aus der Gegenwart und Vergangenheit im Museum Neukölln

„Seit 35 Jahren bin ich auf keramischer Entdeckungs-reise und bewege mich in den Bereichen der angewandten und bildenden Kunst sowie der räumlichen Gestaltung mit Kunst am Bau“, sagt Martina M. Thies über sich und ihre Arbeit. Die Vielfalt des Porzellans beschäftigt die Künstlerin seit vielen Jahren und hat sie zu ihren selbstgedrehten, verformten, applizierten und bemalten Porzellan-arbeiten inspiriert.

Die von Thies gestaltete Rauminstallation „Die Blaue Blume“ wurde am Donnerstagabend im Museum Neukölln eröffnet. Für die Ausstellung hat sie ihre Kunstwerke in einen Zusammenhang mit historischen Objekten aus der Keramik-Sammlung des Museums sowie mit persönlichen Erinnerungen von Neuköll-nerinnen und Neuköllnern gebracht.

Erst im 18. Jahrhundert gelangte Porzellan als bürgerliche Luxusware aus China nach Europa. Das begehrte „weiße Gold“ wurde zunächst über norddeutsche Häfen eingeführt und dann in fürstlichem Auftrag in deutschen und europäischen Manufakturen hergestellt. Im Laufe der Zeit befüllte Porzellangeschirr wie die Blauweiß-Ware auch die Küchenschränke überwiegend bürgerlicher Haushalte in den Städten. Bei ihren Gesprächen in Haushalten des Böhmischen Dorfes stieß Thies u. a. auf das Muster der „blauen Blume“. Ein Motiv der Romantik, das die Künstlerin bei ihrer Suche nach der tieferen Bedeutung der blau-weißen Keramik begleitet.

Martina M. Thies, die in Oldenburg geboren wurde, studierte von 1991 bis 1993 an der Cranbrook Academy of Art in Bloomfield Hills in Michigan. Von 1995 bis 2001 war sie in den USA künstlerisch, gestaltend und lehrend am Tucson Museum of Art und am International Collge of Art in Tucson Arizona tätig.

Für Kurzentschlossene: Heute um 15 Uhr erfahren Sie bei Führung und Gespräch mehr über die künstlerische Spurensuche, auf die sich Martina M. Thies begeben hat.

Die Ausstellung „Die Blaue Blume“ ist noch bis zum 14. April im Museum Neukölln (Alt-Britz 81) zu sehen; Öffnungszeiten: 10 – 18 Uhr

=Christian Kölling=

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