Orte und ihre Geschichte(n): Kiezkunde für Anfänger und Fortgeschrittene

Ausgerechnet an diesem Wochenende, wenn wegen des Rixdorfer Weihnachts-markts besonders viele Menschen am Richardplatz 1_ausstellung-geschichte-richardplatz_frauenzentrum-neukoellnsind, die besonders wenig über die Gegend dort wissen, ist der Frauentreffpunkt Affidamento nur für geladene Gäste des Neuköll-ner Bezirksamts geöffnet – und somit auch die sehenswerte Ausstellung „Geschichte(n) im Quartier Richardplatz Süd“.

Zehn Adressen im Kiez hat sich das Team von Stadträumliches Lernen herausgepickt, um an ihnen einerseits den Wandel über Jahrhunderte hinweg bis in die Gegenwart in Texten und Bildern zu veranschaulichen und andererseits verschiedene thematische Aspekte zu beleuchten. Weiterlesen

Warum in die Ferne schweifen? Neuköllner Unternehmensbörse will die lokale Ökonomie stärken

colonia nova_unternehmensbörse neuköllnSeit sieben Jahren gibt es das Unternehmens-netzwerk Neukölln-Südring e.V., dem inzwi-schen fast 50 Firmen verschiedenster Größen und Branchen angehören. 34 von ihnen prä-sentierten sich vorgestern im Event-Loft Colo-nia Nova bei der 1. Neuköllner Unternehmens-börse,dachterrasse colonia nova_neukölln bevor auf der Dachterrasse der im Mai letzten Jahres eröffneten Location zum Get-Together am Büffet gebeten wurde.

Initiator der Veranstaltung war Dr. Armin Seitz, der nicht nur Geschäftsführer der Moll Marzipan GmbH, sondern auch Weiterlesen

Vorübergehend geschlossen: ein Novum in der Geschichte der bekanntesten Neuköllner Fleischerei

Es hätte ihr sicher niemand übelgenommen, wenn sie nach 48 Dienstjahren den Geist aufgegeben hätte. Hat sie aber nicht, sondern stets getan, was von ihr erwartet wurde – erst für die Fleischerei Gleich und dann, nachdem Marcus Benser das Ge- schäft  am  Karl-Marx-Platz übernommen und es 2007  umbenannt hatte, für die  Blut-

blutwurstmanufaktur_neukölln kühltheke_blutwurstmanufaktur neukölln

wurstmanufaktur. Trotzdem wird die gewiss dienstälteste Kühltheke Neuköllns nun durch eine jüngere ersetzt. „Es wurde einfach immer schwerer Ersatz für Verschleiß- teile zu bekommen“, begründet Benser die Entscheidung. Außerdem rechnet er durch die Inbetriebnahme des maßgefertigten, fabrikneuen Modells mit Weiterlesen

Zur falschen Zeit am richtigen Ort

Weiter oben, zwischen Türgriff und dem Aufkleber der Blutwurstmanufaktur, ein Schild mit  einem Hund neben dem  Schriftzug  Wir warten  gerne draußen!. Unten, zusam-

katze beim blutwurstritter_neukölln

mengekauert draußen vor verschlossener Tür: Sie, offenbar ungerne wartend. Sonn- tagnachmittag am Neuköllner Karl-Marx-Platz.

Wenn Touristen Neukölln erkunden

Ein Touristenpaar, beide schätzungsweise zwischen 70 und 80, bei der stadtplan- unterstützten Erkundung der Gegend um den Neuköllner Richardplatz: Vor einer Tor- einfahrt  in der Kirchhofstraße bleibt die Frau stehen, um den offenbar  etwas schwer-

peitschenhandel_neukölln

hörigen Mann auf ein Firmenschild hinzuweisen. „Nun guck doch mal, Weiterlesen

Neukölln-Gewinnspiel: Die Bescherung geht weiter (5)

Heute, am vorvorletzten Tag unseres Zwischen-den-Jahren-Gewinnspiels, geht es im wahrsten Sinne des Wortes um die Wurst: Der Preis, der dem/der Gewinner/in winkt, kommt nämlich aus Neuköllns berühmtester Fleischerei – der Blutwurstmanufaktur. Und dieses Rätsel ist zuvor zu lösen:

Im Juli 2011 sollten in Neukölln insgesamt 43 Kinder in drei Wochen einen Grundwortschatz Deutsch lernen. Dafür wurden fünf Lehrer von der Berliner Senatsverwaltung bereitgestellt; der Bezirk finanziert drei weitere Schulhelfer für das Projekt. Welche Zielgruppe sollte erreicht werden?

Zu gewinnen ist eine Tüte vol- ler leckerer, in traditioneller Handwerkskunst hergestell- ter Wurstspezialitäten aus der Blutwurstmanufaktur. Schon seit 1902 wird am Karl-Marx- Platz am Rande des Böhmi- schen Dorfs in Neukölln  ge- fleischert; vor einigen Jahren übernahmen Blutwurstritter Marcus Benser und Mathias Helfert den Betrieb und benannten die ehemalige Fleischerei Gleich in Blutwurstmanufaktur um. Wichtig: Die Zusendung des Gewinns ist nicht möglich, d. h. er muss bei der Blutwurstmanufaktur abgeholt werden.

Wer die Wurst-Tüte gewinnen möchte, schreibe das Lösungswort sowie (5) in die Betreffzeile einer E-Mail und schicke sie bis morgen (30. Dezember) um 12 Uhr an: Der/die Gewinnerin wird direkt benachrichtigt. Gehen mehrere richtige Lösungen ein, entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen viel Glück!

Update (30.12., 16:15 Uhr): Mit dem Begriff „Roma-Kinder“ oder einer ähnlichen Variante musste die Zielgruppe bezeichnet werden, um die Chance auf den Gewinn der Wurst-Tüte von der Blutwurstmanufaktur zu wahren.

Die Hand von Glücksfee Pauline, die heute in den Losbeutel griff, entschied sich für einen Gewinner, dessen Name die Achtjährige  vor eine echte Herausforderung stellte. Lustig sei er, aber schwierig vorzulesen, fand sie.

Tatort Blutwurstmanufaktur Neukölln

Seit gestern und noch bis morgen Abend hat das literarische Verbrechen in den Bezirken der Hauptstadt Hochkonjunktur. Schuld ist der  2. Berliner 2. berliner krimimarathon, blutwurstmanufaktur neuköllnKrimimarathon, der an diesem Wochenende 30 pas- sionierte Schreibtischtäterinnen und -täter zu 19 Tatorten  schickt.

Schon eine halbe Stunde bevor das Morden nach der Devise „Rache ist Blutwurst“ in der Produktionshalle der Blutwurstmanufaktur begann, trafen die ersten freiwilligen Zeugen in dem Neuköllner Hinterhof am Karl-Marx- Platz ein. Er sei zufällig mal wieder für einige Tage im Bezirk, sagt ein Mann, den es vor vielen Jahren nach Süd- deutschland verschlug. „Ich bin Ve- getarierin“, gesteht eine Frau, deren Stimme gewisse Bedenken erkennen lässt, wie sie das, was ihr bevorsteht, wohl durchhalten wird. Andere sind Krimi-Fans, die sich die Lesung in dieser doch sehr speziellen Location nicht entgehen lassen wollen, oder Stammkunden der Blutwurstmanufaktur, die bisher nur das Geschäft im 2. berliner krimimarathon, blutwurstmanufaktur neuköllnVorderhaus kannten.

Das gebe es bereits seit 1898, erzählt Geschäftsführer Mathias Helfert (l.), nachdem er zusätzlich Transportboxen als Sitzgelegenheiten gestapelt hat, weil die 30 Klappstühle 2. berliner krimimarathon, blutwurstmanufaktur neukölln, mathias helfert, peter godazgar, stephan hähnelnicht ausrei- chen.  Schon zum dritten Mal finde in der vor rund 40 Jahren er- richteten, weiß gekachelten Produk- tionshalle des Betriebs eine Krimi- lesung statt. „Wir sind hier so ver- ankert, dass wir den Leuten gerne was bieten“, erklärt Helfert das kulturelle Engagement: Diesmal sind es die Autoren Peter Godazgar (M.) und Stephan Hähnel, der zugleich Organisator des Berliner Krimimarathons ist.

Letzterer startet mit seiner Kurzgeschichte „Schweizer Krokodil“, in der ein pedan- tischer Modelleisenbahner seine zum Vegetarismus übergelaufene Ehefrau mit einer wertvollen Lok erschlägt. Die Geschichte habe einen wahren Kern, berichtet Hähnel 2. berliner krimimarathon, blutwurstmanufaktur neuköllnals der Applaus verstummt ist: Sein Schwager sei ein ebenso fanatischer Eisenbahner wie der Protagonist Henri Engelmann. „Zu Todesfällen ist es deshalb aber noch nicht gekommen“, versichert er.

Der Hallenser Peter Godazgar schließt sich mit einer Passage aus seinem Krimi „Unter schrägen Vö- geln“ an, dem dritten Band um den chaotischen Privatdetektiv Markus Waldo. Nicht nur die Geschichte sorgt für reichlich Lacher, sondern auch die Art und Weise, wie Godazgar sie vorträgt. Mit ihm und Stephan Hähnel sind eindeutig Krimi-Autoren am Werk, die nicht nur schreiben können.

Im Nebenraum springt ein Kühlaggregat an, das Brummen der Maschine untermalt den Beginn von Hähnels nächster Geschichte, die „Back dir einen Mann!“ heißt. Das Geräusch hätte perfekt zu Godazgars skurriler Shortstory namens „Latte Macchiato à la Knut“ gepasst, in der sich der Verfechter ordinären Filter- kaffees, der ein Caféhaus betreibt, an 184 Latte-Trinkern rächt. „Schade, dass es hier 2. berliner krimimarathon, blutwurstmanufaktur neuköllnnicht nach Kaffee riecht“, murmelt eine Frau. „Ja“, bestätigt die Freundin und wischt mit ihrem Ärmel einen Tau- wassertropfen weg, der sich von der Decke auf ihre Tasche fallen ließ, „der Geruch hier ist schon sehr eigenartig.“

Als Stephan Hähnel gerade zu seiner nächsten Geschichte ansetzen will, unter- bricht Mathias Helfert ihn. „Wir hatten doch gesagt, dass wir ’ne kurze Pause machen und unsere Gäste zu einem kleinen Imbiss einladen“, erinnert er.  Wenig später ist das Büffet mit Produkten aus der Blutwurstmanufaktur eröffnet, danach geht es literarisch blutig weiter.

Heute um 20 Uhr gehen zwei Ex-Neuköllner beim 2. Berliner Krimimarathon ins Rennen: Gunnar Kunz liest in Walthers Buchladen in Steglitz aus sei- nem historischen Krimi „Inflation“ und Elisabeth Herrmann im  Sony Store Berlin am Potsdamer Platz aus „Zeugin der Toten“. Der Eintritt ist frei!

=ensa=

Stroh ’n‘ Roll

popraci rixdorfer strohballenrollen, neuköllnDass am zweiten Advents- wochenende kein Durch- kommen auf dem Richard- platz ist, wussten sie. Ebenfalls, dass der Platz rund um die Rixdorfer Schmiede während des Kunst- und Kulturfestivals „48 Stunden Neukölln“  mehr Trubel als histori- sche Idylle zu bieten hat. Was seit 2008 immer am zweiten Septembersams- tag in der guten Stube des Bezirks stattfindet, das war allerdings bisher nicht bis zu ihnen in den Ortsteil Rudow tief im Süden Neuköllns vorgedrungen: „Wir haben übers Wochenende Besuch aus Westdeutschland und wollten denen den Richardplatz und das Böhmische Dorf zeigen und danach auf der Terrasse der Villa Rixdorf was essen.“ Nun steht das Rentner-Paar aus dem Süden Neuköllns am westlichen Eingang zum Richardplatz und blickt ebenso irritiert wie die beiden Besucher aus Bonn auf das Treiben.

Kinder bewerfen sich gegenseitig mit Stroh, eine Männerstimme mit schwäbischem Zungenschlag  schallt  durch   den   Kiez,  kostümierte   Erwachsene  rollen  in  Vierer-

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Teams riesige, über 200 Kilo schwere Strohballen über die kopfsteingepflasterte Straße, die den Platz umgibt. „Was soll das? Weshalb machen die das?“, fragen die auswärtigen Gäste ihre Gastgeber, bekommen aber nur ein Schulterzucken samt einer Gegenfrage: „Aus Jux und Dollerei?“. Das sei Popraci, das Rixdorfer Stroh- ballenrollen, ein traditioneller Wettkampf, der nun schon zum 178. Mal ausgetragen werde, mischt sich ein Mann mit einem Kind auf den Schultern ein, der hinter den bei-

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den Paaren steht und ihren kurzen Dialog mitbekommen hat. „Buschkowsky“, ergänzt er, „hat das Fest vorhin eröffnet.“ Was Traditionelles also, wiederholt die graumelierte popraci rixdorfer strohballenrollen, neukölln, heinz buschkowsy, christoph agi böhm, rudolf jindrakRudowerin bestimmt.  Dass der Neuköllner Bezirksbürgermeister mitten im Wahlkampf für einen Auftritt bei einem Jux-und-Dollerei-Wett- bewerb gewonnen werden kann, scheint für sie außerhalb des Vorstellbaren zu liegen. „Lasst uns mal gucken, ob das Remmidemmi bis zur Schmiede geht“, schlägt ihr Mann vor. Dem Begleiter aus Bonn ist deutlich anzusehen, dass hinter seiner Stirn die eben gehörten popraci rixdorfer strohballenrollen, neukölln, reinhold steinleInformationen skeptisch verarbeitet werden.

Großartig, einfach nur großartig und wunderbar findet eine junge Familie vom Bodensee das Fest. Die Eltern halten ihre Tochter, die Stroh in den Haaren und sich das Gesicht bemalen lassen hat, an den Händen und stehen im Zielbereich, wo Moderator Reinhold Steinle im für sie vertrauten Idiom erschöpfte Wettkämpfer interviewt. Der einzige Kritikpunkt betrifft das Personal des Estrel Hotels, wo die Touristen aus dem Schwäbischen für ein verlängertes Wochenende logieren: „Mit keinem Wort haben die das Strohballenrollen erwähnt, als wir heute Morgen an der  Reception gefragt  haben, welche  kindgerechten Veranstaltungen  es  gerade  in

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Berlin gibt. Dabei findet das doch fast vor der Haustür statt.“ Auf der Suche nach einem Spielplatz in Hotelnähe seien sie dann in das Rixdorfer Strohballenrollen am Richardplatz geraten. „Wo ist denn die nächste Apotheke, die noch offen ist?“, er- kundigt sich der Mann. Er brauche dringend ein Antiallergikum.

=kiezkieker/ensa=

Salami statt Blutwurst, Köln statt Neukölln

salami aleikum,zdf,blutwurstmanufaktur neuköllnWer schon die Gelegen- heit hatte, sich im Herz- stück – sprich: der Produk- tionshalle – der Blutwurst- manufaktur am Karl-Marx- Platz umzusehen, kriegt Montagabend beim ZDF sein ganz persönliches Déjà-vu-Erlebnis serviert: mit „Salami Aleikum“.

In der Culture-Clash-Komödie von Ali Samadi Ahadi, die vor zwei Jahren über deutsche Kinoleinwände flimmerte,  versucht der deutsch-iranische Metzgersohn Mohsen Taheri die angeschlagene Schlachterei seiner Eltern in Köln zu retten und verfängt sich dabei in den Fallstricken einer Notlüge. Das zur Fiktion.

Im echten Leben liegt der Ausgangspunkt der „Salami Aleikum“-Geschichte nicht in Köln, sondern in Neukölln. Und der vor über 100 Jahren gegründeten Fleischerei, die von Blutwurstritter Marcus Benser und Mathias Helfert geführt wird, geht es bestens. Sie ist weit über Neukölln hinaus für ihre Produkte bekannt. Anlässlich der Dreh- arbeiten musste die Produktion jedoch aus hygienischen Gründen tageweise unterbrochen werden, erinnert sich Helfert: „Vor drei Jahren fanden sie statt.“ Vier Drehtage seien es maximal gewesen, an denen das Filmteam die Regie übernahm – Umbauarbeiten inklusive. Um den weiß gekachelten Räumlichkeiten in einem Hinterhof am Karl-Marx-Platz ein wenig von ihrer Größe zu nehmen, wurde in der Zerlegehalle eine zusätzliche Wand errichtet. Dem Wiedererkennungswert hat die aber nichts anhaben können.

=ensa=

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Der Neukölln-Experte

„Wie lange wohnst du jetzt eigentlich schon in Neukölln, Bruderherz?“, fragt sie ihn, als sie an der Kreuzung Karl-Marx-/Thomasstraße aufs Grün der Fußgänger-Ampel rixdorfer weihnachtsmarkt, neuköllnwarten. „Seit fast fünf Jahren. Und seit etwas über vier hier im Kiez“, antwortet er. Beide reden in einer Lautstärke miteinander, die alle im Umkreis von einigen Metern zu un- freiwilligen Ohrenzeugen macht. Da kenne man sich schon richtig gut in seinem Viertel aus, stellt sie fest. „Perfekt!“, korrigiert er.

Die Geschwister sind auf dem Weg zum Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Auf der nördlichen Seite des Karl-Marx-Platzes geht es weiter in Richtung Richardplatz. Je näher sie ihm kommen, desto enger wird’s auf dem Bürgersteig. Sie beginnt zu maulen, dass sie sich das aber alles wesentlich idyllischer und weniger trubelig vorgestellt habe. „Auf dem Platz wird’s entspannter“, behauptet der ortskundige Bruder. Der Eindruck, es mit einem wahren Insider zu tun zu haben, verstärkt sich wenig später: „Das ist der berühmte Blutwurstritter“, teilt er seiner Schwester mit, als sie sich durch den Pulk vor der Blutwurstmanufaktur schlängeln – und zeigt dabei auf einen Mann, der definitiv nicht Marcus Benser ist.

„Mir ist das hier zu voll, das halt ich nicht aus. Lass uns umkehren!“, bittet sie, als der Rand des Weihnachtsmarktes erreicht und von der angekündigten Entspannung nichts zu spüren ist. Menschenmassen schieben sich durch den Budenzauber. „Ist aber auch extrem voll heute“, gibt der Bruder zu. Sie sei ja noch bis Dienstag hier, sagt die Frau und schlägt vor, den Besuch des Weihnachtsmarktes am Montag erneut anzugehen. „So machen wir das“, stimmt der Neukölln-Experte zu. Der Grundstein dafür, dass seine Schwester heute ohne Geschiebe und Drängelei über den Richardplatz kommt, ist gelegt – allerdings wird sie dabei auch auf Glühwein-, Waffeln- und Bratwurst-Duft verzichten müssen. Den gibt’s dort erst am zweiten Adventswochenende des nächsten Jahres wieder.

=ensa=