Die Wille und EJS Behindertenhilfe eröffnen gemeinsames Inklusionsforum für Langzeitarbeitlose und Behinderte, das auch traumatisierten Flüchtlingen hilft

Ein gemeinsames Inklusionsforum eröffneten das Sozialunternehmen Die Wille und die Evangelische Johannesstift Behindertenhilfe am Mittwochmittag an ihrem neuen Standort in der Silbersteinstraße 29-33 . Das Inklusionsforum bietet barrierefreie Werkstatträume sowie Räume für Coaching-Angebote und für die Beratung von Menschen mit Behinderung.

Zum Auftakt stellten Prof. Dr. Lutz Fritsche, Vorstandsmitglied der Paul Gerhardt Diakonie gAG, sowie Die Wille-Geschäftsführerin Corinna Boldt Weiterlesen

Mut-Lauf und Markt für seelische Gesundheit: Mehr als ein öffentlichkeitswirksames Signal für ein sensibles Thema und den Inklusionsgedanken

Burnout-Syndrom, Trauma, Autismus oder Depres-sion – das sind häufig nur Modeworte, die uns aus Medienberichten, Fernsehdiskussionen und Alltags-gesprächen geläufig scheinen. Ein wirkliches Verständnis für die seelischen Störungen, die die entsprechenden Fachbegriffe bezeichnen, gibt es in der Öffentlichkeit allerdings kaum. Die Diagnose „psychisch krank“ ist weiterhin mit einem Stigma versehen, das gravierende Folgen hat. Es schadet dem Selbstwertgefühl der Betroffenen, engt den Freundes- und Bekanntenkreis ein, Weiterlesen

Kein Papiertiger: Inklusion praktisch und erfolgreich!

„Der jährliche Weihnachtsbasar im Annedore-Leber-Berufsbildungswerk ist ein fester Termin in meinem Kalender“, verriet Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey zauner_giffey_stoye_annedore-leber-berufsbildungswerk-albbw_neukoellnvorgestern bei ihrem Besuch der Einrichtung in Britz. Margrit Zauner, die Vorstandsvorsitzende des ALBBW, tdot_weihnachtsbasar_annedore-leber-berufsbildungswerk-albbw_neukoellnund die stellvertretende Geschäftsführerin Kerstin Stoye konnten den vielen Gästen zum Beginn des Tages der offenen Tür das junge Streichquintett der Neuköllner Musikschule Paul Hindemith präsentieren. Neben einem vielfältigen Kulturprogramm wurden zum Tag der offenen Tür auf dem weitläufigen Gelände des Annedore-Leber-Berufsbildungswerkes vor Weiterlesen

„Wir wollen da wohnen, wo alle anderen wohnen“

einfahrt mosaik-wohnheimt neukoellnRechts ein Tattoo-Studio, links ein alles andere als ansehnlicher Wohnblock und dazwischen eine dunkle Tordurchfahrt. Die Weserstraße, seit einigen Jahren Neuköllns Top-Partymeile, zeigt hier ihr anderes Gesicht. Und wer den Tunnel passiert, den Weg bis zum Ende läuft und dann nach rechts abbiegt, lernt noch ein weiteres kennen.

Im Mai 1991 bezog hier im Hinterhof das Mosaik-Wohnheim für Menschen mit Behinderung ein ehemaliges Fabrikgebäude. „Als ich das Grundstück im April 1989 zum ersten Mal sah, war alles düster und Weiterlesen

Der Anfang vom Neuanfang

An der Ecke Fritz-Erler-Allee/Agnes-Straub-Weg feierte Freitag die degewo das Richt-fest degewo-richtfest gropiusstadt neukölln_ foto team giffeyeines Gebäudes, das in vierfacher Hinsicht ein besonderes ist. Bei der Wärmedämmung des ersten Neubaus von Mietwohnungen in der Neuköllner Gro-piusstadt seit 40 Jahren setzt die Bauherrin erstmals auf Porenbeton-Fassaden, beim Dach auf eine exten-sive Begrünung und bei der Mieterstruktur auf Inklu-sion: Neben 57 meist kleineren Wohnungen entstehen in dem Gebäude, das im Mai 2016 bezugsfertig sein soll, drei Pflege-WGs für Schlaganfall-Reha-Patienten. Die degewo zeige hier, so Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey, „dass es möglich ist, eine bestehende Großsiedlung sinnvoll weiter zu entwickeln“. Bis 2018 ist die Fertigstellung von fünf weiteren Neubauten mit insgesamt 290 Wohnungen geplant. Das Gros der Net-tokalt-Mieten werde zwischen 6,50 und 10,50 Euro pro Quadratmeter liegen, kündigt die degewo an.

Gemeinsam starten, miteinander siegen

wasserstelle sovd inklusionslauf_tempelhofer feldVorgestern auf dem Tempelhofer Feld. Es ist früher Nachmittag und hochsommerlich warm. Der Qualm glimmender Holzkohle wabert über den Grillzonen, alle Liegestühle im Luftgarten sind vergeben.

„Verdammte Sonne!“, flucht die Frau, die am Rand der Süd-Landebahn steht und sich am schweißnassen Arm einer anderen festhält. „Ohne die Wasserstelle“, japst sie, „wäre ich auf der letzten Runde verreckt.“ Ein Rollstuhlfahrer, für den die erste die letzte Runde war, weil er sich für die 5 Kilometer-Strecke angemeldet hatte, gratuliert ihr dazu, die doppelte Distanz durch-gehalten zu haben. Dass er anerkennend seine Daumen in die Luft reckt, bemerkt die drahtige Mittvierzigerin nicht, die weder weiß, wie die Sonne oder das Tempelhofer Feld aussieht, noch die Wasserstelle auf der Neuköllner Seite ohne die Hilfe ihrer Begleiterin gefunden hätte: Denn Weiterlesen

Gelebte Inklusion in einer bunten Gemeinschaft auf 3.355 Quadratmetern mitten in Neukölln

Gebäude-Rückseite_RuT-FrauenKultur&Wohnen_neuköllnDass der Parkplatz hinter dem Haus schon lange nicht mehr benutzt wird, ist unübersehbar. Sogar der irgendwann dort abgestellte und verHof_RuT-FrauenKultur&Wohnen_neuköllngessene Hänger ist inzwischen zur Rankhilfe mutiert. Aber auch im Gebäude, das einst ein Supermarkt mit Verwaltungstrakt und kleinen Wohnungen in den Obergeschossen war, haben die Zeit und verlassene wohnung_böhmische str 53 neuköllnvorherige Nutzer ihre Zeichen hinterlassen: Die Deckenverkleidung hat sich zum Teil gelöst, an manchen Stellen bröckelt der Putz von den Wänden, eine Batterie geleerter Bierflaschen steht noch in einer fensterlosen Küche, und die Teppiche stehen vor Weiterlesen

Neue Pläne für einen ehemaligen Neuköllner Supermarkt

Es muss nur knapp 12 Jahre zurückgedacht werden: Damals war die Adresse Böhmische Straße 53/54 eine, die jeder kannte, der in der Gegend um RuT-Frauenwohnprojekt_neuköllnden Neuköll- ner Richardplatz wohnte. Im Edeka-Ge- schäft von Thomas Höppner, der im Erd- geschoss des Gebäudes war, bekam man das, was es im Discounter gegenüber ei- ner Post-Filiale am Ende der Straße nicht gab. Am 30. April 2002 schloss Höppner den Markt in der angestammten Adresse und zog mit ihm in die Braunschweiger Straße um. Die Immobilie in der Böhmi- schen Straße versank danach für die An- wohner des Kiezes in der Bedeutungslosigkeit. So soll es aber nicht Weiterlesen

Bonus unerwünscht

hilde wittur_schillerpalais neukölln„Schade, dass die Ausstellung jetzt vorbei ist“, findet Hilde Wittur. Zehn Tage lang waren im Schillerpalais in Neukölln Werke von ihr und anderen Künstlern schillerpalais neuköllnzu sehen, die als geistig behindert gelten. Ob Hilde Wittur sich auch selber als das empfin- det? Die Frage ist ob- solet. In solchen Kate- gorien denkt die 65- Jährige nicht. Schon bei der Frage, ob sie sich als Künstlerin bezeichnen würde, wird es deutlich: Sie male gerne und viel, sagt sie lächelnd. „Manchmal kommt Kunst dabei raus, manchmal aber auch nicht“, konstatiert David Permantier. Er arbeitet bei der Lebenshilfe Berlin Weiterlesen

Inklusion als Herausforderung für alle

eingang sonnenallee_adolf-reichwein-schule neuköllnSchulen wie die Neuköllner Adolf-Reichwein-Schule sind umstritten. Insbesondere durch die auch von Deutsch- land unterzeichnete UN-Behindertenrechtskonvention, in der 2009 u. a. ein inklusives Bildungssystem  festge-schrieben wurde, werden sie zum Auslaufmodell erklärt. Kinder und Jugendliche, die in ihren Bildungs- und Ent- wicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind, sollen hof adolf-reichwein-schule neuköllnin Regelschulen integriert werden, weil nur dort ihre Zu- kunftsperspektiven verbes- sert würden, fordern die Be- fürworter der UN-Richtlinie. Nicht nur die Direktion und Lehrerschaft des nach Adolf Reichwein benannten son- derpädagogischen Förderzentrums an der Sonnenallee sieht das kritischer, wie eine Podiumsdiskussion anlässlich des Weiterlesen

„Nicht wir sind falsch, sondern die Zustände, unter denen wir leben, sind es“: 1. Pride Parade in Neukölln gestartet

1_pride parade berlin_hermannplatz neukölln„Freaks und Krüppel, Verrückte und Lahme, Eigensinnige und Blinde, Kranke und Normal-gestörte – kommt mit uns raus auf die Straße und feiert die  Mad & Disability Pride Parade!“

Der Appell der Veranstalter, ein Bündnis von Initiativen wie dem Arbeitskreis mit ohne Be- hinderung (ak moB) und dem Gen-ethischen Netzwerk (GeN), fruchtete: Hunderte Leute ver- sammelten sich gestern Nachmittag auf dem Hermannplatz, um Weiterlesen

„Wir sind nicht die mit ’ner spinnerten Idee!“

„Ich möchte ins Parterre und eine kleine Terrasse haben, damit Paulinchen immer rein und raus kann.“ Andere der etwa 30 Frauen, die an diesem Nachmittag nach RuT-WohnprojektNeukölln ins RuT gekommen sind, haben andere Wünsche und wollen lieber unters Dach oder eine Wohnung auf der Ostseite des Gebäudes. Wer den Frauen zuhört, könnte meinen, dass sie schon auf ge- packten Umzugskartons sitzen und alles für den Transport organisiert ist. Dafür wäre es aber noch viel zu früh.

Etwa ein Jahr ist es her, seit das Projekt erstmals ans Licht der Öffentlichkeit gehievt wurde: Berlin – so die Intention – braucht ein Wohn- und Kulturzentrum für lesbische Frauen, das ihnen bis ins hohe Alter ein ge- meinschaftliches, würdevolles und diskri- minierungsfreies Leben gewährleistet. „So etwas wie den Beginenhof, aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass wir keine Eigentums- sondern Mietwohnungen zu bezahlbaren Preisen anbieten wollen“, erklärt RuT-Projektleiterin Kirsten Schaper. Denn problematisch für frauenliebende Frauen, sagt sie, sei ja nicht nur, dass sie in Senioren- oder Pflegeheimen häufig diesen Teil ihrer Vita verleugnen, auch würden Plakat RuT-Wohnprojektviele von ihnen mit der Grundsicherung aus- kommen müssen.

An die 50 Wohnungen sollen unter dem Dach des RuT-FrauenKultur&Wohnen-Zentrum entste- hen: rund ein Drittel mit 2 1/2 bis 3 1/2 Zimmern, die restlichen kleiner und teils mit einer grund-sicherungsverträglichen Miethöhe. Ferner wird es in dem barrierefreien, auf Inklusion ausge-richteten Haus eine Pflege-WG mit acht Plätzen für Demenzkranke und Schwerstpflegebedürftige geben. „Eigentlich müssten wir schon jetzt mit viel mehr Wohneinheiten planen, weil die Nach- frage riesig ist“, bemerkt Kirsten Schaper. Über 200 Berlinerinnen stünden bereits auf der Inte- ressentinnenliste, es laufe also alles auf ein Losverfahren hinaus. Aber man müsse ja realistisch bleiben, schon wegen der Grundstücksgröße und der Finanzierung. Ein halber Hektar werde etwa für das Haus und die gemeinschaftlich nutzbare Außen- fläche benötigt: „Und den hätten wir am liebsten innerhalb des S-Bahn-Rings, auf jeden Fall aber mit guter ÖPNV-Anbindung.“ An diesen Prämissen ist bisher schon einiges gescheitert. Erschwerend komme durch politische Veränderungen und die angespannte Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt hinzu, dass Grundstücke aus RuT-Wohnprojekt_spendensammlung neuköllndem Liegenschaftsfonds des Senats, die vormals in freier Veräußerung waren, nun zunächst Wohnungsbaugesellschaften an- geboten werden. „Überlegungen mit einer von denen zu kooperieren, gibt es natürlich, weil unser Projekt sich unbedingt in den Kiez öffnen will“, sagt Schaper, „aber da müssen dann auch alle anderen Rahmen-bedingungen stimmen.“

Die für die künftigen Bewohnerinnen wich- tigste ist, dass der RuT – Rad und Tat e. V., der im nächsten Jahr sein 25-jähriges Bestehen im Neuköllner Schillerkiez feiert, als Vermieter fungiert und seine Idee ohne Einflussnahme von außen umsetzen kann. Rund 6 – 8 Millionen Euro werden dafür veranschlagt. Die Finanzierung soll über eine Kreditaufnahme, Fördermittel von Stiftungen und öffentlichen Fonds sowie Spenden und zins- wie bedingungslose Privatdarlehen von Unterstützerinnen des Anliegens erfolgen. Zusagen für letztere gebe es bereits in erfreulichem Umfang, verrät Kirsten Schaper. „Wir sind nicht die mit ’ner spinnerten Idee!„,  sagt sie und blickt dabei in die Gesichter derjenigen, die wie viele andere hoffen, dass endlich ein Grundstück oder Objekt gefunden wird, der Traum vom Frauenraum in Frauenhand bald Gestalt annimmt – und sie dann noch Losglück haben.

Für alle, die das RuT-FrauenKultur&Wohnen-Zentrum niederschwellig unter- stützen möchten, gibt es im RuT-Laden in der Schillerpromenade 1 eine blaue Tonne, die gerne mit  Papierspenden  gefüttert werden darf.

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Anfassen erwünscht!

tasthölzer-ausstellung_klaus freudenberg_schillerpalais neuköllnMan braucht sensible und trainierte Finger-kuppen, um sehen zu können, was Anja Winter sieht. Materialien, Formen, Tempe-raturen, Texte – auf ihre Augen muss die Endvierzigerin beim Erkennen verzichten. Die angeborene Sehbehinderung hat ihr nur einen Sehrest gelassen. „Das Wort Tasthölzer„, erklärt sie, „hat in Brailleschrift ein Zeichen weniger als in Schwarzschrift, weil die Buchstaben st zu einem zusam- mengefasst sind.“ Sehenden erschließen sich solche Feinheiten beim Abtasten der Reihe aus erhaben geprägten Punkte-tasthölzer_klaus freudenberg_schillerpalais neuköllnKombinationen und kleinen Zwischenräumen erst nach und nach .

„Tasthölzer“ heißt die Ausstellung, die vorgestern Abend im Schillerpalais eröffnet wurde, 12 Holz- objekte des Neuköllner Künstlers Klaus Freu- denberg  zeigt und ausdrücklich zum Anfassen von denen auffordert. „Der taktile Aspekt, den Blinde beim Berühren meiner Exponate erfahren, war auch für mich etwas Neues“, sagt der Holzbildhauer, der vor 15 Jahren „durch Intuition“  zum künstlerischen Umgang mit dem Werkstoff Holz kam.

Abgesägte Bäume vom Straßenrand und aus städtischen Parks, krankes Grün aus Gärten von Freunden, Bekannten oder Verwandten – alles, was Freudenberg inspi- riert und fürs Bearbeiten geeignet erscheint, wird vor dem Häcksler gerettet: „So hat jedes Stück seine eigene Geschichte.“  Im Atelier des Künstlers in Kreuzberg be- kommt die mit  Messern, Beiteln, Sägen und Schleifpapier eine neue  Form von  orga-

tasthölzer_klaus freudenberg_schillerpalais_neuköllnwurzelschnecke_klaus freudenberg_schillerpalais neuköllnakazienschale_klaus freudenberg_schillerpalais_neuköllnlatschenkiefergnom_klaus freudenberg_schillerpalais_neukölln

nisch bis abstrakt sowie einen Namen. Zwei Hände gleiten über das Mandelfahrzeug, eine Frau streichelt die Kurven der Wurzelschnecke, die rechte Hand eines Mannes vernissage tasthölzer_klaus freudenberg_schillerpalais_neuköllnschiebt sich in die Späne der Akazienschale. Klaus Freudenberg (r.) reibt mit Sandpapier über die harte, glatte Oberfläche des Objekts, das er „Pflaumen- schliff“ genannt hat, und regt klaus freudenberg_alpenrinde_schillerpalais neuköllnso neben dem Tast- auch den Geruchssinn an. Andere Skulpturen sind rau, wild und haben so gar nichts von Hand- schmeichlern, sondern wollen vorsichtig erkun- det werden.

Anja Winter hat sich bereits in Freudenbergs Werk- statt ausgiebig mit den einzelnen Exponaten beschäftigt. Im September war sie zum ersten Mal dort; im August hatte Klaus Eichner (r.), Vorstandsmitglied des vernissage tasthölzer_klaus freudenberg_schillerpalais neuköllnSchil- lerpalais e. V., dem Holzbildhauer seine Idee vorgetragen, mit dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehinderten Verein Berlin (ABSV) als Kooperationspartner eine „Aus- stellung mit Sachen zum Anfassen“ zu organisieren. „Eigentlich sollte die schon beim Kunstfestival NACHTUNDNEBEL statt-finden“, sagt er. Aber das habe terminlich nicht geklappt: „Deshalb gibt es diesen be- sonderen Beitrag zum Thema Inklusion erst jetzt.“ Sind es einerseits die einzelnen Skulpturen und ihre kontrastierende Zusammenstellung, die ihn besonders machen, so ist es andererseits das Rah- klaus freudenberg_anja winter_vernissage tasthölzer_schillerpalais neuköllnmenprogramm:

An vier Tagen bietet Anja Winter (r.), die als Museumspädagogin arbeitet und seit 13 Jahren Führungen für Blinde veranstaltet, Tastführungen für Sehbehinderte und Sehende durch die Ausstellung  an. Zudem kann sie Sehenden für eine Stippvisite in der Welt der Blinden Simulationsbrillen zur Verfügung stellen, die eine 90-pro-zentige Sehbehinderung vortäuschen. „Für einen Eindruck, was passiert, wenn die Augen als Sinnesorgane ausfallen, sind sie sehr gut“, weiß Anja Winter. „Aber eine wirklich Authentizität können Sehende natürlich auch damit kaum erleben.“ Eine Möglichkeit für eine einprägsame Erfah- rung, mehr sei es nicht.

Das Schillerpalais (Schillerpromenade 4) zeigt die Ausstellung „Tast- hölzer“ noch bis zum 12. Dezember; Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 10 – 18 Uhr. Am 9. (11 Uhr) und 12. Dezember (16 Uhr) bietet die Museumspädagogin Anja Winter für Blinde, Sehbehinderte und Sehende kostenlose Tastfüh- rungen durch die Ausstellung an (Anmeldung erforderlich: Tel. 62 72 46 70; die auf der Schillerpalais-Homepage genannten Termine am 7. und 8. De- zember sind bereits ausgebucht).

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