Die Wille und EJS Behindertenhilfe eröffnen gemeinsames Inklusionsforum für Langzeitarbeitlose und Behinderte, das auch traumatisierten Flüchtlingen hilft

Ein gemeinsames Inklusionsforum eröffneten das Sozialunternehmen Die Wille und die Evangelische Johannesstift Behindertenhilfe am Mittwochmittag an ihrem neuen Standort in der Silbersteinstraße 29-33 . Das Inklusionsforum bietet barrierefreie Werkstatträume sowie Räume für Coaching-Angebote und für die Beratung von Menschen mit Behinderung.

Zum Auftakt stellten Prof. Dr. Lutz Fritsche, Vorstandsmitglied der Paul Gerhardt Diakonie gAG, sowie Die Wille-Geschäftsführerin Corinna Boldt und Sylke Hölscher, Geschäftsführerin EJS Behindertenhilfe, ihr Projekt und die dahinter stehende Idee in einer Gesprächsrunde den Vertretern des Senats, des Bezirkes Neukölln und der IHK vor. „Gutes tun, jeden Tag, ist unser Ziel“, erklärte Fritsche. „Innovation, Inklusion, Integration“ seien die drei zentralen Themen, sowohl für Die Wille als auch für die EJS Behindertenhilfe, die beide im Verbund der Paul Gerhardt gAG sind,

„Die Belastungen im Arbeitsleben ändern sich. Es gibt immer mehr Menschen, die unter seelischen Belastungen leiden“, sagte Dr. Barbara Philippi, Leiterin des Referats SGB II, Koordination und Arbeitsförderung bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und benannte damit ein wichtiges neues Aufgabenfeld des Inklusionsforums. Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Soziales, erinnerte an die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung zwischen arm und reich, die in Neukölln zuerst im Reuterkiez zu beobachten gewesen sei . Er unterstrich, wie wichtig das Inklusionsforum, dessen Vorläufer-Einrichtung sich in der Lahnstraße befand, gerade am Standort in der Silbersteinstraße sei. Julian Evans, Referent Fachkräfte und Arbeitsmarktpolitik der IHK Berlin, plädierte für mehr Vielfalt in der Arbeitswelt. „Gemischte Teams arbeiten oft kreativer als homogene Gruppen“, sagte er und fragte, auch mit Blick auf Arbeitnehmer ohne in Deutschland anerkannte Abschlüsse: „Wie schaffen wir es, vorhandene Kompetenzen sichtbar zu machen, die nicht zertifiziert sind ?“

Ein Werkszeug zur Feststellung von Kompetenzen, Interessen und Neigungen, das unter dem Kürzel IDA / MELBA bekannt ist, und zwei unterschiedlich große Karteikästen mit Arbeitsmaterialien sowie mehrere anderen Objekten umfasst, konnte beim anschließenden Rundgang im Coaching-Raum begutachtet werden. In den Räumen nebenan wurden Upcycling-Produkte aus Papier und Textil vorgestellt, die im Sozialbetrieb Wertraum entstanden.

Zum Inklusionsforum gehört schließlich auch eine Anlaufstelle DiaLOG-IN für traumatisierte Flüchtlinge mit Behinderung. „Menschen mit Traumatisierungen und Menschen mit Beeinträchtigung kämpfen als Neuankommende in Deutschland mit großen Herausforderungen. Wir unterstützen diese Zielgruppen beim Sprachlernen und bei der Orientierung in einem für sie fremden Land, um den Start in Deutschland zu erleichtern“, erklärte mir DiaLOG-IN-Mitarbeiterin Birgit Dörr am Ende des Rundgangs und fügte hinzu: „Unser Angebot für benachteiligte Flüchtlinge ein erster Schritt beim Ankommen in Deutschland. Wir möchten Vertrauen aufbauen, Hürden abbauen und Neugierde wecken, auf deutsche Kultur und Sprache.“

Für nähere Informationen schreiben Sie bitte per Mail (auch gerne auf Englisch, Arabisch oder Farsi) an Andreas Prautsch: andreas.prautsch@evangelisches-johannesstift.de.

Die Kurse sind für die Teilnehmenden kostenlos. Übernahme der Fahrtkosten bei Bedarf möglich. Das Erstgespräch findet individuell nach Terminabsprache statt. Bei diesem Gespräch werden die Bedarfe geklärt und gemeinsamer Kursplan erstellt.

=Christian Kölling=