Berliner Demo für einen radikalen Kurswechsel in der Wohnungs- und Mietenpolitik

Gefühlt war fast die ganze Stadt auf den Beinen, um an der Demo „Gemeinsam gegen Verdrän-gung und #Mietenwahnsinn“ teilzunehmen, die sich gestern kurz nach 14 Uhr am Potsdamer Platz in Bewegung setzte und deren Ende deutlich nach 17 Uhr die Potsdamer-/Goebenstraße erreichte. Genauere Teilnehmerzahlen schwanken zwischen 13.500 (Polizei) und über 25.000 (Organisatoren). „So eine große Demo habe ich noch nicht gesehen“, sagte ein Neuberliner am Rand des Umzugs, während ein Alteingessener sich an Westberliner Weiterlesen

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Langes Echo auf einen kurzen Gruß in die Nachbarschaft

Alles schien so klar, dass einige schon gedanklich ihre Wohnungen im RuT-Frauen-wohnprojekt einrichteten. Doch dann entschied sich der Grundstückseigner im letzten Moment für ein lukrativeres Angebot. Daher werden nun statt barrierefreier, günsti- ger Mietwohnungen Eigentumsdomizile in der Böhmischen Straße entstehen. Einen

neubauprojekt ahoj_neukölln

Namen hat das Bauprojekt mit 68 Wohnungen sowie Tiefgaragen- und Gewerbe- einheiten auch bereits: „Ahoj“ heißt es, was auf Tschechisch „Hallo“ (ebenfalls aber „Tschüß“) bedeutet. Der Gegengruß des Rixdorfer Kiezforums fiel epischer aus: Er nimmt ein Schaufenster am Grundstück ein und ist außerdem  online nachzulesen.

Gelebte Inklusion in einer bunten Gemeinschaft auf 3.355 Quadratmetern mitten in Neukölln

Gebäude-Rückseite_RuT-FrauenKultur&Wohnen_neuköllnDass der Parkplatz hinter dem Haus schon lange nicht mehr benutzt wird, ist unübersehbar. Sogar der irgendwann dort abgestellte und verHof_RuT-FrauenKultur&Wohnen_neuköllngessene Hänger ist inzwischen zur Rankhilfe mutiert. Aber auch im Gebäude, das einst ein Supermarkt mit Verwaltungstrakt und kleinen Wohnungen in den Obergeschossen war, haben die Zeit und verlassene wohnung_böhmische str 53 neuköllnvorherige Nutzer ihre Zeichen hinterlassen: Die Deckenverkleidung hat sich zum Teil gelöst, an manchen Stellen bröckelt der Putz von den Wänden, eine Batterie geleerter Bierflaschen steht noch in einer fensterlosen Küche, und die Teppiche stehen vor Weiterlesen

Neue Pläne für einen ehemaligen Neuköllner Supermarkt

Es muss nur knapp 12 Jahre zurückgedacht werden: Damals war die Adresse Böhmische Straße 53/54 eine, die jeder kannte, der in der Gegend um RuT-Frauenwohnprojekt_neuköllnden Neuköll- ner Richardplatz wohnte. Im Edeka-Ge- schäft von Thomas Höppner, der im Erd- geschoss des Gebäudes war, bekam man das, was es im Discounter gegenüber ei- ner Post-Filiale am Ende der Straße nicht gab. Am 30. April 2002 schloss Höppner den Markt in der angestammten Adresse und zog mit ihm in die Braunschweiger Straße um. Die Immobilie in der Böhmi- schen Straße versank danach für die An- wohner des Kiezes in der Bedeutungslosigkeit. So soll es aber nicht Weiterlesen

Bunte Zeichen gegen Homophobie vor Neuköllns Rathaus

regenbogen-fahne rathaus neukölln, lsvdZiemlich undicht und grau ist seit gestern der Himmel über Neukölln. Ungewöhnlich bunt wurde es al- lerdings mittags vor dem Rathaus, und das wird es auch bis Montag bleiben – wetterunabhängig.

Vier Regenbogen-Flaggen schmü- cken seitdem die Fahnenmasten auf dem Rathausvorplatz, um zu zeigen: Das multikulturelle Neu- kölln ist gegen Homophobie und ein Bezirk, zu dem auch Lesben und Schwule gehören. „Daran darf es keinen Zweifel geben“, sind sich der Neuköllner Sozialstadtrat Bernd Szczepanski und Sylvia Edler, die Gleichstel- regenbogen-fahne rathaus neukölln, jörg steinert (lsvd), sylvia edler (gleichstellungsbeauftragte neukölln), bernd szczepanski (sozialstadtrat neukölln)lungsbeauftragte des Bezirks, einig. Zusammen mit Jörg Steinert (l.) vom Lesben- und Schwulen-verband Berlin-Brandenburg (LSVD) hissten sie die erste der vier Flaggen. An den anderen Masten machten sich Neuköllner Vereine wie RUT und ABqueer sowie Mitglieder der in der Bezirks- verordnetenversammlung  vertretenen Fraktionen zu schaffen. Einzig die CDU verzichtete darauf, durch Anwesenheit und Anpacken Solidarität zu demonstrieren.

Auf Initiative des LSVD wird seit 1996 anlässlich des Christopher Street Day an den Berliner Bezirksrathäusern die Regenbogenfahne aufge- zogen. „Am Anfang waren es nur Schöneberg, Tiergarten und Kreuzberg, die sich daran beteiligt haben“, erinnert sich Jörg Steinert. Spandau und Reinickendorf seien 2008 als letzte Bezirke zu Unterstützern der Aktion geworden. „Neukölln hat sich nicht ganz so lange Zeit gelassen und ist seit 2006 regenbogen-fahne rathaus neukölln, lsvddabei“, sagt er.

Für Bernd Szczepanski, der erst vor rund einem halben Jahr den Posten des Sozialstadtrats übernahm, ist das Hissen der Regenbogenflagge eine Premiere. In den Vorjahren war es immer seine Grüne-Kollegin Gabriele Vonnekold gewesen, die anstelle des Bezirksbürgermeisters als Vertreterin des Bezirksamts Spektralfarben vor dem Rathaus aufgezogen hat. Die Regenbogenfahne sei ein wichtiges Zeichen des Respekts gegenüber Lesben und Schwulen, findet Szczepanski und hofft, dass die CSD-Parade irgendwann auch durch Neuköllner Straßen  ziehen wird: „Durch den diesjährigen  Start in Kreuzberg  ist sie uns ja schon ein ganzes Stück näher gekommen.“

=ensa=