Ausstellung informiert über Wasser und die „Blue Community“ in Berlin

„Wasser ist ein potenzielles Geschenk der Natur und wenn wir uns dessen bewusst werden, können wir lernen, wie wir vielleicht leichter auf dieser Erde leben können.“ Die kanadische Publizistin und Wasseraktivistin Maude Barlow, von der dieses Zitat stammt, ist Gründerin der weltweiten „Blue Community“, die sich auf internationaler Ebene für das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung einsetzt. Berlin trat der Initiative, die aktuell 87 Blue Communities aus zwölf verschiedenen Ländern auf drei Kontinenten vernetzt, zum Weltwassertag am 22. März 2018 bei. Eine Wanderausstellung des Netzwerkes, die im Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf gestartet wurde, eröffnete Bildungsstadträtin Karin Korte (2. v.r.) am Montagnachmittag in der Helene-Nathan-Bibliothek. Korte vertrat dabei auch den für Umwelt und Stadtentwicklung zuständigen Stadtrat Jochen Biedermann.

Neukölln ist die zweite Station der Ausstellung. Sie wird durch die ganze Stadt ziehen und hat extra für den jeweiligen Bezirk, in dem sie Station macht, eine eigene Thementafel. „Wir möchten Sie informieren, dass Berlin eine Blue Community ist und was dies bedeutet. Dabei stellen wir spannende Wasserprojekte vor und geben interessante Fakten zum Thema ‚Wasser in Berlin‘“, erklärte Johanna Erdmann (r.) im Namen der Organisatoren. Die Wanderausstellung wird realisiert vom Berliner Wassertisch in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz und der Initiative Blue Community Berlin.

„Der Klimawandel lässt uns alle spüren, wie knapp das Wasser wird“, sagte die Abgeordnete Nina Lerch (l.). Aus extremen Wetterereignissen wie langanhaltender Dürre und plötzlichem Starkregen würden neue politische Anforderungen erwachsen. Lerch ist umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Landesparlament und vertritt den Neuköllner Wahlkreis 5, der die südwestlichen Teile von Britz und Buckow umfasst. Hier liegen einige Pfuhle, die zu den insgesamt 33 stehenden Gewässer im Bezirk gerechnet werden. Im Umwelt-Ausschuss des Abgeordnetenhauses habe es bereits zahlreiche Anhörungen zum Thema Wasser gegeben. Auch die bestehende Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg werde intensiviert, berichtete die SPD-Politikerin.

Signe Heins (r.) vom Verein „a tip: tap“ („ein Tipp: Leitungswasser“) will möglichst viele Menschen davon überzeugen, dass sie frisches Wasser aus dem Hahn trinken, um auf den Kauf von Wasser in Flaschen verzichten zu können. „Trinkwasser hat Topqualität, spart Plastikmüll, spart CO2,  spart Geld und ist bequem“, führte sie fünf Gründe an, warum es gut und günstig ist, Wasser aus dem Hahn zu trinken. „Rund 70 Prozent aller Neuköllnerinnen und Neuköllner trinken bereits Leitungswasser“, sagte Heins, die im Donaukiez ein interkulturelles Wasserprojekt betreut.  Flyer über die Blue Community Berlin gibt es auf Deutsch und in sieben weiteren Sprachen von Türkisch, Spanisch, Russisch, Polnisch, Französisch und Englisch bis Arabisch.

In der Stadtbücherei steht seit zwei Jahren ein Wasserspender, der von Mitarbeiterinnen und Lesern sehr gut angenommen werde, erfuhr ich später von einer Bibliothekarin. Direkt gegenüber Ausstellung sind Bücher zum Thema Wasser zusammengestellt worden,  die in der Helene-Nathan-Bibliothek für gewöhnlich entliehen werden können. Darunter befinden sich informative Kinderbücher ebenso wie Maude Barlows Buch „Das Wasser gehört uns allen! –  Wie wir den Schutz des Wassers in die öffentliche Hand nehmen können“. Die Tafeln der Ausstellung  können -vor oder nach dem Besuch- auch zusätzlich online unter http://bluecommunityberlin.de/wanderausstellung/ angeschaut werden.

 

Wanderausstellung Blue Community Berlin
Bis 28. Februar 2023

Helene-Nathan-Bibliothek
Karl-Marx-Str. 66
(Neukölln Arcaden, 4. OG)
12043 Berlin

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr 11 bis 20 Uhr, Di 9 bis 20 Uhr, Sa 10 bis 13 Uhr.

=Christian Kölling=

 

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