Gastronomie für Selbstversorger: „Bratwurst to bring“ statt „Kaffee to go“

So richtig beliebt macht sich in den meisten Kneipen nicht, wer nur Flüssiges be- stellt und die mitgebrachte Stul- le oder Boulette auspackt,  wenn die Bedienung das Bier auf den Tisch gestellt hat. In der Privat- brauerei am Rollberg in Neu- kölln ist das genaue Gegenteil der Fall.

„Wir haben keine Küche, und so manch einer von uns sollte auch besser nicht kochen“, outen sich Braumeister Wilko Bereit und sein Team auf einer der Getränkekarten.  „Aber“, heißt es weiter, „wir haben einen Call-a-Pizza-Lieferservice.“  Der besondere Clou ist momentan jedoch der auf der Terrasse ste- hende Grill, der gerne von den Gästen benutzt werden kann. „Bringt Euch was zu essen und grillen mit, und los geht’s!“, werden die offensiv zur Selbstversorgung mit Bratwurst, Steak, Grill- gemüse und Quietschkäse zu Rollberg-Bier und anderem Alkoholischen oder Nicht-Alkoholischen aufgefordert. Geöffnet ist immer freitags und samstags ab 17 Uhr.

Ab 2. Juni öffnet die Privatbrauerei am Rollberg zusätzlich donnerstags ab 17 so- wie sonntags ab 14 Uhr.

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Glück auf und Prosit!

alte kindl-brauerei neukölln, berliner unterwelten e.v.,privatbrauerei am rollberg,wilko bereitSonnabendnachmittag im Schankraum der Privatbrauerei am Rollberg: Fast 25 interessierte Menschen genießen schon einmal ein frisch gezapftes Rollberg Hell oder Rot, während Daniel Markovics vom Berliner Unterwelten e. V. anhand von Lichtbildern mit einem Schnelldurch- gang durch rund 4.000 Jahre Bierbrau- geschichte seine  Führung durch das Kindl- Areal einleitet.

Von den Anfängen, die im Zweistromland zu finden sind, wird besonders auf den Artikel 108 des Codex Hammurapi hin- gewiesen, in dem die Anforderungen an Schankwirtinnen festgeschrieben sind. Dass das „Reinheitsgebot“ von 1516 und die „Études sur la bière“ von Louis Pasteur nicht ausgelassen werden, versteht sich von selbst. Nun lernen die Zuhörer, dass Bier deshalb ausschließlich aus Gerste gebraut wurde, um Weiterlesen