Vorbild May-Ayim-Ufer: „Wir werden weitere Namensvorschläge machen, bis Wissmann weg ist“

„Es gibt keinen Zusammenhang zwischen diesen Kannibalen und Erdogan. Was soll das? Das ist tiefsitzender Rassismus!“ Moctar Kamara ist sichtlich empört über eine großformatige Karikatur in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 19. März. „Ich habe Anzeige gegen die FAZ wegen Verun-glimpfung erstattet. Mal sehen, wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft darauf reagiert“, erklärt der Vorsitzende des Zentralrats Afrikanischer Gemeinden in Deutschland weiter und verweist auf seine Veröf-fentlichung bei Facebook. Kamara erhält bei den Umstehenden viel Verständnis und Zustimmung für seine Empörung: Anlässlich des internationalen Tages gegen Rassismus ist er auf Einladung der Grüne-Abgeordneten Dr. Susanna Kahlefeld Weiterlesen

Künstlerische Ausdrücke japanischer Protestkultur

„Sorgen wir dafür, dass der tragische Unfall von Fukushima der letzte gewesen ist!“, appellerte Ruiko Muto, Repräsentantin der Gruppe Frauen von Fuku-shima gestern Mittag auf dem Berliner Gendar-menmarkt. „Wenn ein Atomkraftwerk einmal eine Katastrophe ver-ursacht, sind Erde, Meer, Berge und Wälder für mehrere hundert Jahre verstrahlt, und die Menschen werden ihrer Rechte als Menschen beraubt“, erklärte die Aktivistin vor rund 350 Gleichgesinnten beim Auftakt der Kazaguruma-Demonstration zum 6. Jahrestag der Katastrophe Weiterlesen

Gewalt an Frauen und Mädchen – ein Thema, das an Aktualität nichts eingebüßt hat

Seit 1981 gibt es den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, seit 2002 in tag-gegen-gewalt-an-frauen_flaggen-rathaus-neukoellnDeutschland das Gewaltschutzgesetz, das giffey_biedermann_kennert_liecke_tag-gegen-gewalt-an-frauen_flaggen-rathaus-neukoelln„Häusliche Gewalt“ als Straftat definiert – und seit heute Morgen flattern vor dem Rathaus wieder vier Fahnen, die symbolisieren: „Neu-kölln sagt Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen!“

Erschütternd sei es, dass das Thema auch 35 Jahre nach dem ersten Aktionstag an Aktualität nichts eingebüßt habe, sagte Dr. Franziska Giffey (SPD) anlässlich der Flaggenhissung, an der Weiterlesen

Fachtagung „Saore Roma“ diesmal mit dem Schwerpunktthema Wohnen

Zum vierten Mal fand gestern die alljährliche Fachtagung „Saore Roma“ (Alle Roma) des Amaro Foro e. V. in der Neuköllner Werkstatt der Kulturen statt. Das podiumsdiskussion_fachtagung-amaro-foro_neukoellnSchwerpunktthema kreiste diesmal um die Frage „Wohnen – eine Selbstverständichkeit?“  Immer wieder berichten Klienten bei der Sozialberatung des Amaro Foro e. V. Fälle von Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt und im Wohnumfeld. Auch um akute Fälle von Obdach-losigkeit müssen sich Sozialberaterinnen und -berater verschiedener Beratungseinrichtungen kümmern. Gemeinsam mit Vertretern der Bezirks- und Landesverwaltungen sowie der Polizei, mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, Weiterlesen

„Antiziganistische Beleidigungen und Angriffe geschehen überall“

rathausturm neukoellnAm vergangenen Sonnabend fand zum achten Mal das Herdelezi-Straßenfest in der Boddinstraße unweit des Neuköllner Rathausturmes statt. Herdelezi, der St. Georgstag, ist für christlich-orthodoxe und muslimische Roma einer der wichtigsten Feiertage, der vor allem in Südost-europa zelebriert wird. Georgi Ivanov vom Amaro Foro e. V. erinnert sich, dass das erste Herdelezi im Mai 2009 aus einer spontanen Musik-Performance in der Boddinstraße enstand. Seitdem kommen Roma und Nicht-Roma aus ganz Berlin Weiterlesen

Langfristiges Ziel kurzfristig erreicht

Auf der Liste der Straßennamen mit Bezügen zum Kolonialismus in Berlin steht, den frauentag_kofbinger_kahlefeld_neukoellnBezirk Neukölln betreffend, der Name Wissmann ganz weit oben. Anlässlich des Internationalen Frauentages benannten die Neuköllner Grüne-Politikerinnen Anja Kofbinger (l.) und Dr. Susanna Kahlefeld (M.) deshalb vorgestern die Wissmannstraße, die u. a. zur Werkstatt der Kulturen führt, symbolisch für eine Viertelstunde um. „Wir wollen die Aufklärung und Diskussion über die Wissmannstraße wieder in Gang bringen“, sagte Kahlefeld. In Neukölln hatte die Werkstatt der Kulturen zuletzt 2006 eine Diskussion begonnen, die ein Jahr später aber erfolglos abgebrochen wurde.

Offiziell ist die Wissmannstraße nach dem preußischen Offizier und Afrikareisenden Hermann von Wissmann benannt, der 1895/66 Gouverneur von Weiterlesen

Einladungen zum Entdecken

berlin abseits der pfade_kraetsch_braumueller verlag„Noch ein Stadtführer über Berlin“, könnte man auf-stöhnen. Mirko Moritz Kraetschs „Berlin abseits der Pfade“ hebt sich aber von der Vielzahl der Berlin-Stadtführer durch seine originelle Vermittlung von Inhalten positiv ab.

In einem hat es der Autor, der Bohemistik und Kulturwissenschaft in Prag und Berlin studierte, mit seiner Originalität allerdings übertrieben: Die Inhalts-angabe listet 11 Streifzüge innerhalb des S-Bahn-Rings durch die Stadt auf. Doch Bezirksnamen wie Schöneberg, Neukölln oder Wilmersdorf sucht man darin vergebens. Das führt dazu, dass man im Buch selber erstmal auf Entdeckungsreise gehen muss, um einen bestimmten Streifzug durch die Stadt zu finden. Für einen Berlin-Besucher, der die Weiterlesen