Gute Nachrichten aus dem Neuköllner Untergrund

Viele gehen noch etwas ungläubig die Treppen zum Bahnsteig der U8-Station Lei- nestraße hinunter und machen erstmal Fotos, während sie auf das warten, was nach über einem Jahr das Abgehängtseins wieder fährt: Heute Morgen um 4.02 Uhr verließ

wiedereröffnete u8-station leinestraße neukölln wiedereröffnet u8-station leinestraße_neukölln
wiedereröffnung u8-station leinestraße_neukölln u8 leinestraße neukölln

der erste U8-Zug mit zahlenden Fahrgästen die Station Hermannstraße, um zwei Mi- nuten später den sanierten Bahnhof Leinestraße zu erreichen. Eine knappe halbe Stunde später war die U8-Strecke auch in der Gegenrichtung wieder an die Ringbahn angeschlossen. Nur auf die Barrierefreiheit muss noch ein wenig gewartet werden.

Neuköllner Feuchtgebiete

2008 war es, als Charlotte Roche mit ihrem Debüt-Roman „Feuchtgebiete“ die Bestseller-Listen stürmte. Im Sommer des nun ausklingenden Jahres kam die Ver- filmung  des polarisierenden Buches in die Kinos und wurde ebenfalls zum  Kassen-

u8 boddinstraße neukölln

schlager. Neuköllns Feuchtgebiete, die sich in der U8-Station Boddinstraße präsen- tieren, sind derweil das genaue Gegenteil einer Erfolgsgeschichte: Der U-Bahnhof, der auf nicht konkret absehbare Zeit südliche Endstation der Linie ist, wird seit über einem Jahr grundsaniert. Erst im nächsten Sommer sollen die Arbeiten voraus- sichtlich beendet und die Feuchtgebiete wieder von Wandfliesen verdeckt sein.

Heilig’s Blechle: Drei Tage, zwei Unfälle, eine Kreuzung

Sebastian Klug_1_Unfall Emser Straße Neukölln_15.12.2013Jahrelang galt für Fahrzeuge auf der Emser Straße: Rechts vor links! Wer sich den Quer- straßen näherte, war also gut beraten, das Tempo zu drosseln und bremsbereit zu sein. Das aber hat sich grundlegend geän- dert. Jetzt ist die Emser Straße als Vor- fahrtstraße ausgewiesen, und wer aus den querenden Straßen kommt, wird durch die obligatorische Beschilderung dazu aufge-fordert,  dem Verkehr auf der Emser Straße Vorfahrt zu gewähren. Diese Vorschrift befolgen zwar auch die meisten, aber längst nicht alle, was vor allem das Passieren der Kreuzung Emser-/Ilsestraße zum echten Vabanquespiel macht: In nur drei Tagen ereigneten sich hier zwei Weiterlesen

So was kommt von so was: Verlängerung der U8-Sperrung bremst Umgestaltung der Karl-Marx-Straße aus

bauabschnitte karl-marx-straße_neuköllnFußgänger, die sich über behelfsmäßige Gehwege schieben. Anwohner, die ihre Haustüren nur über Stege erreichen können und deren Geschirr im Takt des Sounds der Presslufthämmer durch die Schränke hüpft. Autofahrer, die sich in einer Falle wähnen, aus der es nur durch die Kraft des ausblick 2014_karl-marx-straße_neuköllnBeamens ein Ent- kommen gäbe. Ge- schäftsleute, die we- nig Kunden und viel Zeit zum Grübeln, weshalb sie ihre Lä- den überhaupt noch öffnen, haben. „80 Wochen Bauzeit sind für die Umgestaltung der Karl-Marx-Straße zwischen Uth- mann- und Jonasstraße veranschlagt“, kündigte Thomas Blesing gestern Abend im SchwuZ beim Treffen der [Aktion! Karl-Marx-Straße] an, während eine Leinwand hinter ihm die wichtigsten Fakten verdeutlichte. Es sei Weiterlesen

Umwege vergrößern die Ortskenntnisse

Die meisten Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs haben sich inzwischen daran gewöhnt, dass in Neukölln am S- und U-Bahnhof Hermannstraße vorläufig kein  Umsteigen von  der Ringbahn  in die  U8 möglich  ist. Wie  lange es  dauert,  bis

kein zugverkehr_u-bahnhof hermannstraße neukölln

auch die Bandansagen der S-Bahn geändert sind und am Bahnhof Hermannstraße nicht mehr – zum Ärger darauf hereingefallener Fahrgäste – das Umsteigen in die U8 empfehlen, wird sich zeigen.

Die U8-Strecke wird kürzer, die M44- und Kurzstrecke länger

u8 leinestraße neuköllnÜbermorgen ist erstmal Schluss. In der Nacht von Sonn- tag auf Montag hält der letzte U8-Zug am Bahnhof Leine-straße, danach wird die Station ebenso wie die End- haltestelle Hermannstraße für über neun Monate vom unterirdischen BVG-Netz abgehängt. „Im Zuge der lau- fenden Bahnhofsgrundinstandsetzung sollten u. a. der Deckenputz und der Anstrich des U-Bahnhofes Leine-straße erneuert werden“, begründet die Pressestelle der Berliner Verkehrsbetriebe. „Beim Entfernen des Decken-putzes wurden weit umfangreichere Schäden an der Beton- und Stahlkonstruktion festgestellt, die trotz sorgfältiger Voruntersuchungen in diesem Ausmaß nicht erkennbar waren. Zur langfristigen Sicherung muss die Unterseite der Bahnhofsdecke Weiterlesen

Positive Schwingungen in einem Berliner U-Bahn-Tunnel

Lange Zeit ging ich nicht gerne in den U-Bahnhof Schönleinstraße, der auf der Strecke der U8 direkt unter der Bezirksgrenze zwischen Neukölln und Kreuzberg liegt. Das hat sich gebessert seit dort leckere japanische Reispäckchen verkauft und von mir verzehrt werden. Aber jetzt hat eine unbekannte Künstlerin oder ein Künstler – ich u8 berlin, schönleinstraße, schönseinstraße, foto: reinhold steinletippe aber auf eine Frau, weil es so einfallsreich und kreativ ist – den U-Bahnhof verwandelt.

Als erstes wurde er in Schönsein- straße umbenannt. Und vom eigenen Schönsein kann man sich gleich überzeugen, wenn man in einen dort angebrachten Spiegel schaut: „Du foto: reinhold steinlesiehst toll aus“ bestä- tigt der. An die Berlin-Touristen und die immer zahlreicheren englisch- sprachigen Berliner aus Amerika, England oder Grie- chenland hat der/die unbekannte Künstler/in auch gedacht:  u8 schönleinstraße berlin, king of the day, foto: reinhold steinleRichtig positioniert werden sie mit dem Titel „King of the day“ geadelt. Das greift doch tatsächlich meine Idee auf, dass wir täglich einen neuen Bundespräsidenten/ eine neue Bundespräsidentin bekommen sollten: Ein Tag müsste doch skandalfrei rumzukriegen sein.

Durch die neue Station Schönseinstrasse und die dort zahlreich angebrachten Spie- gel kann man im Nu neues Selbstbe- wusstsein tanken. Ich sehe schon Berliner/innen aus Charlottenburg, Marzahn und anderen Bezirken in der U-Bahnstation Schönseinstraße aussteigen, um sich dort für ein anstehendes Vorstellungsgespräch oder ein Date in eine positive Schwingung zu bringen. Der/die Künstler/in ist jedenfalls mein King, meine Queen of the day.

=Reinhold Steinle=

Samstag ist Reinhold Steinle wieder als Stadtteilführer in Neukölln unter- wegs: Um 15 Uhr startet seine Tour durch den Richardkiez. Seine „Entdeckungen im Reuterkiez“, die unweit der besagten U8-Station beginnen, zeigt er am 17. März zum nächsten Mal.

Die Würfel sind gefallen: Neukölln kriegt einen Scube Park

Noch steht er einsam und verlassen im östlichen Bereich des Columbiabads. Aber das wird sich bald ändern. Nicht mal mehr zwei Monate soll es dauern, bis 39 weitere Schlafwürfel aus Holz und Glas  nebst einem Gästehaus mit Küche, Du- schen und Toiletten dazugekommen sind und der Scube Park Columbia  eröffnet ist. „Wir rechnen Ende März/ Anfang April damit“, kündigt Tanja Rathmann, Mit-Gründerin und Ge- schäftsführerin der Scube Parks Ber- lin GmbH, an.

Etwa 2.000 Quadratmeter misst die Wiese, auf der sich dann eine neue Art des  urbanen Campings erleben lässt. Bis zu vier bequeme Betten sind in den knapp 9 Quadratmeter kleinen Massivholz-Hütten untergebracht. Außerdem gibt es einen Tisch und Sitzgelegenheiten. Auch an genug Stauraum fürs Gepäck der Gäste ist gedacht, ebenso an ein ökologisch korrektes Gesamtkonzept: Die Innen- beleuchtung der Scubes erfolgt über sparsame LED-Leuchten und aus den Steck- dosen kommt Solarstrom.

Wie in der letzten Saison, als das Würfel-Dorf für Berlin-Touristen, im Kreuzberger scube park columbia, sommerbad neukölln, foto: scube parksPrinzenbad angesiedelt wurde, spielt auch bei der neuen Location das nähere und wei- tere Drumherum wieder eine entscheidende Rolle. Bis zum Schwimmbecken des Sommer- bads Neukölln sind es nur wenige Schritte, das Tempelhofer Feld grenzt direkt an den Scube Park an und die U8 stellt eine Direktverbindung ins Zentrum Berlins her. „Damit ist der Standort einfach genial“, findet Tanja Rathmann. Daran, schon nach einem Sommer wieder umzuziehen, verschwendet sie keinen Gedanken: Die Verhandlungen mit den Berliner Bäderbetrieben seien höchst kooperativ verlaufen, am Ende habe ein unbefristeter Pachtvertrag gestanden. „Ohne die Unterstützung der Bäderbetriebe wären wir heute nicht in Neukölln, worüber wir sehr sehr glücklich“, sagt die Scube Parks-Chefin.  „Und wir wollen lange bleiben.“

Zeitlich begrenzt ist hingegen der Aufenthalt von Anke Engelke in ihrem hölzernen Wohnwürfel. Noch bis morgen übernachtet sie in dem und berichtet aus dem Sondermodell live im ARD-Morgenmagazin von der Berlinale.

=ensa=

Neulich noch an der Hermannstraße, bald am Kudamm?

Es ist kahl geworden an der Hermannstraße: Um Maßnahmen zur Abdichtung des Tunnels der U8 durchführen zu können, ließen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) 20 Linden entlang der Neuköllner Magistrale fällen.

Die Autofahrer wird’s freuen, lässt sich doch dort nun parken, ohne hinterher klebrigen Lindensiff von den Scheiben schrubben zu müssen. Doch auch bei Joern Neubauer und Christian Friedrich dürfte der Kahlschlag auf Wohlwollen gestoßen sein. Denn die beiden Inhaber des in Neukölln ansässigen Un- ternehmens SawadeeDesign recyclen  aus- gemusterte Berliner Straßenbäume zu Mö- beln und Wohnaccessoires. Gut möglich also, dass die Linden aus der Hermann- straße irgendwann als Sideboards, Pfan- nenwender, Hocker, Lampenfüße oder Pfeffermühlen im Showroom der Firma am Kudamm präsentiert werden. Die Hermannstraße soll laut BVG  „durch ent- sprechende Neupflanzungen“ zu frischem Grün kommen.

=ensa=