Neuköllner Bezirksamt öffnet drei Sportanlagen

Am 13. März – bezeichnenderweise ein Freitag – kam der Schlusspfiff für sportliche Aktivitäten in den Neuköllner Vereinen. Das Corona-Virus legte auch sie lahm, jedenfalls weitestgehend Turnhallen blieben ebenso geschlossen wie die Tore zu Anlagen für den Individual- und Mannschaftssport unter freiem Himmel und die Türen zu Fitnessstudios. Einige Übungsleiter wollten die Mitglieder jedoch nicht ganz dem Einrosten und dem inneren Schweinehund überlassen und brachten ihre Instruktionen per Video in die Weiterlesen

Einer, der bewegt und auch selber ständig in Bewegung ist

Vereinsturnhalle_TuS Neukölln 1865 eVDie Geschichte des Turn- und Sportvereins Neukölln ist eine lange, vor allem aber eine bewegte. Sie beginnt 1865 und beweist, dass Verdrängung im Bezirk kein Phänomen des 21. Jahrhunderts ist.

Die Turnhalle (r.), die der Verein 20 Jahre nach seiner Gründung in der Ziethenstraße 79, der heutigen Platz an der Sonne_TuS Neukölln 1865 eVWerbellinstraße, baute, gibt es längst nicht mehr. Mit ihr fing an, was der TuS Neukölln-Vorsitzende Jörg Steinbrück heute rückblickend mit „Alles musste weichen!“ bilanziert. Zuletzt war es der 1958 auf dem Gelände des ehemaligen Sommerbads Grenzallee angelegte Vereinsmittelpunkt namens „Platz an der Sonne“ (r.), der für etwas Neues – das Autobahnkreuz Neukölln – das Feld räumen musste. Auch das 1974 erbaute Vereinsheim in der Boddinstraße hatte nicht allzu lange Bestand. Was es aber nach wie vor gibt, ist der TuS Neukölln, und der feiert morgen mit einem großen Fest  Weiterlesen

Von Grünau nach Neukölln: Auf zwei Rädern durch Berlins Siedlungsgeschichte

s-bahnhof berlin-grünauDer Wettervorhersage trotzend, die starke Gewitter angekündigt hatte, fanden sich letzten Sonntag am S-Bahnhof Grünau 10 Frauen und Männer ein, um an einer Radwanderung der Freizeitsport-Abtei- lung des TiB 1848 e. V. teilzunehmen. „Von Taut von taut zum tib_steffen adamzum TiB“ stand als Motto über der unge- fähr 20 Kilometer lan- gen Tour, die von Steffen Adam, TiB- Mitglied und Berliner Architekt, geplant und begleitet wurde und vom Stadtteil Bohnsdorf im Bezirk Treptow-Köpenick, nahe der S-Bahnstation Grünau, bis nach Neukölln führte. Den inhaltlichen Fokus hatte Adam dabei natürlich auf architektonische Gesichts- punkte gelegt, die Bewegung in frischer Luf auf dem Fahrrad sei nur ein Weiterlesen

Morgens um halb 10 in Neukölln

tib 1848-gruppe_tempelhofer feld_neuköllnEs waren nur etwa 20 der insgesamt über 4.000 Vereinsmitglieder und wenige Gäste, die letzten Sonntag der Einladung der Turn- gemeinde in Berlin (TiB) zu einem Spazier- gang auf dem Tempelhofer Feld und zum Denkmal des Turnvaters Jahn in der Hasen- heide folgen wollten. Vielleicht schreckte der frühe Beginn (um 9.30 Uhr) einige Interes- sierte ab. Das wäre schade, denn – um das Resümee gleich an den Anfang zu stellen – die von Vereinsmitglied Frank-Dieter Zielke organisierte Führung hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Der Weiterlesen

An die Tafeln!

Der Anfang ist gemacht: Letzten Mittwoch enthüllten Michael Müller, Berlins Senator für Stadtentwicklung, und der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, André Schmitz, die  ersten drei Infotafeln zur Geschichte des Tempelhofer Felds. Eine klärt infotafeln zur geschichte des tempelhofer felds, zwangsarbeiterlager, berliner forum für geschichte und gegenwartüber das ehemalige Zwangsarbeiterlager auf dem Gelände auf, die beiden anderen über das KZ Columbia-Haus. „Am Ende werden es  etwa 20 Tafeln sein, die  an geschichtsträchtigen Stellen Einblicke in die Historie geben“, kündigt Daniela Augenstein von der Pressestelle der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an. Da- bei solle ein  zeitlicher Bogen von der Rodung des Feldes bis zur zivilen Luftfahrt  im geteilten Berlin gespannt und der Zeit zwischen 1933 und 1945 besondere Aufmerksamkeit gewid- met werden.

Aber nicht nur deshalb traf man die Ent- scheidung, mit den ersten Stationen Themen der NS-Vergangenheit aufzugreifen. Ein weite- rer Grund war, dass  vom KZ Columbia-Haus wie auch vom Zwangsarbeiterlager oberirdisch längst nichts mehr zu sehen  ist.  Folglich müsse, so Michael Müller, das Leiden vieler KZ-Häftlinge und Zwangs- arbeiter an diesem Ort erst wieder in Erinnerung gerufen werden. „Die Informations- tafeln“, hofft der Senator, „werden dazu beitragen.“ Andererseits steckt auch die Forschung über das Zwangsarbeiterlager auf dem Tempelhofer Feld noch in einem Stadium, das  Fragen nach den Ausmaßen des Lagerkomplexes offen  lässt. radarturm flughafen berlin-tempelhofBodenspuren, hält die Infotafel nahe dem TIB- Softball-Feld fest, würden „erst demnächst ge- nauer untersucht“  werden.

Weitgehend erforscht ist hingegen die Ge- schichte des  Konzentrationslagers Columbia- Haus. 1896 erbaut, diente es knapp 30 Jahre als Gefängnis. In den frühen Jahren der national- sozialistischen Herrschaft, ist den Edelstahltafeln vor dem Hangar 2 des Flughafengebäudes zu entnehmen, war das Columbia-Haus eine der schlimmsten Folterstätten und das einzige offizielle KZ der SS auf Berliner Stadtgebiet. Insgesamt  seien im Columbia-Haus mindestens 8.000 Männer ein- gesperrt gewesen. Im infotafeln zur geschichte des tempelhofer felds, columbia-haus, berliner forum für geschichte und gegenwartNovember 1936 wurde das KZ Columbia-Haus schließlich aufgelöst, im Zuge des Flughafenneubaus erfolgte zwei Jah- re später der Abriss.

Das Tempelhofer Feld sei  Brenn- punkt Berliner und Deutscher Zeit- geschichte, sagte Staatssekretär An- dré Schmitz anlässlich der Enthüllung der ersten drei Infotafeln und erin- nerte: „Bevor es mit der Luftbrücke zum Symbol der Freiheit wurde, war es  lange Jahre ein Ort der Unterdrückung, und der Unfreiheit. Wir werden unserer widersprüchlichen Geschichte im 20. Jahrhundert nur dann gerecht, wenn wir sie in ihrer Gesamtheit in den Blick nehmen, gewichten und bewerten.“

Wann und wo die nächsten der deutsch-englischen Text-Bild-Tafeln aufgestellt werden, die inhaltlich vom Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart (BFGG) in enger Kooperation mit Historikern erarbeitet wurden, lässt sich laut Daniela Au- genstein momentan noch nicht sagen. Sicher sei jedoch, dass der Gedenkpfad zur Geschichte des Tempelhofer Felds peu à peu wachsen werde.

=ensa=

Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben: der Jahrestag der Öffnung des Tempelhofer Felds

Heute vor zwei Jahren, am 8. Mai 2010, brach für die Bewohner der Oderstraße in Neukölln eine neue Ära an.  Sie, die jahrzehntelang bemitleidet wurden, wurden von flughafen tempelhof 25. oktober 2008einem Tag auf den anderen zu Beneideten. Denn direkt vor ihren Haustüren, wo noch bis Ende Oktober 2008 Flugzeuge gestartet und gelandet waren, öffneten sich öffnung tempelhofer feld 8. mai 2010, berlin, flughafen tempelhofdie Tore zum Tempel- hofer Feld, der  größten Grünfläche Berlins.

Riesige rote Ballons mit dem Aufdruck „Tempelhofer Park“ schwebten über den Haupteingängen des mehr als 300 Hektar großen Areals, das am Eröff- nungswochenende rund 230.000 Besucher anzog. Was landläufig mit dem Begriff  „Park“  verbunden wird, erwartete sie jedoch nicht.  Stattdessen: eine atemberauben-

öffnung tempelhofer feld 8. mai 2010, berlin, flughafen tempelhof öffnung tempelhofer feld 8. mai 2010, berlin, flughafen tempelhof

de grüne Weite und an Landstraßen oder Feldwege erinnernde Taxiways. Dazu schier endlose Start- und Landebahnen, denen mancher ganz nah sein wollte, während andere sich auf ihren  Fahrrädern am  Abheben versuchten oder die  Pisten

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mit Pferdekutschen, flanierend, joggend oder auf Inlineskates erkundeten. Für Freunde des organisierten Entertainments gab es ein großes Bürgerfest, das auch öffnung tempelhofer feld 8. mai 2010, berlin, flughafen tempelhofdas – damals noch unvermietete – Gebäu- de des ehemaligen Flughafens Tempelhof einschloss.

Etwas kleiner fielen die Feierlichkeiten am 8. Mai 2011 zum einjährigen Jahrestag der Öffnung des Tempelhofer Feldes aus. Doch immerhin fanden sie pünktlich statt. Das ist in diesem Jahr anders. Offizielle Festivitäten an einem Wochentag, der nicht Sams-, Sonn- oder Feiertag ist, hätten alle Berufstätigen ausgeschlossen und wären folglich aus organisatorischer Warte eine Verschwendung von Ressourcen gewesen, erklärt Martin Pallgen, Pressesprecher der Tempelhof Projekt GmbH, auf Anfrage. Genauso undenkbar sei eine Feier im Vorfeld des Jahrestags gewesen: „Deshalb wird das  Jubiläum der Öffnung dieses Jahr am 20. Mai gefeiert.“ Dass die Ver- schiebung bei weitem nicht nur dem Aufeinandertreffen von Jahres- und Werktag geschuldet ist, wird erst nach dem Hinweis auf das zwischen dem heutigen Tag und dem 20. Mai liegende Wochenende deutlich. „Das ging terminlich nicht, weil sich dann der IGA-Lauf, der immer zusammen mit dem Bürgerfest auf der Tempelhofer Freiheit stattfindet, mit dem AVON-Frauenlauf überschnitten hätte.“ Der 20. Mai, sagt Pallgen, sei schlichtweg der Tag, an dem es keine Terminkollisionen im Lauf- kalender gebe.

Man darf gespannt sein, wann der Laufkalender in den nächsten Jahren Zeit lässt, um den doch sehr flexiblen Jahrestag der Öffnung des Tempelhofer Felds nach- zufeiern. Auf einen Nicht-Werktag wird der 8. Mai erst wieder 2016 fallen.

=ensa=

Laufend Hürden überwinden

Es gab viel zu integrieren gestern beim  4. Berliner Integrationslauf in der Neuköllner Hasenheide:  Flaneure  nutzten  den  2,5 Kilometer langen Rundkurs  für einen  Feier-

4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.

tagsspaziergang. Radfahrer, Skater und Skateboarder und Fußgänger drohten den Läuferinnen und Läufern vor allem an den Nord-Süd-Achsen in die Quere zu kommen und wurden von Streckenposten zum Innehalten aufgefordert und so als Zuschauer in günter piening integrationsbeauftragter berlin, 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.die Veranstaltung integriert. Unbeein- druckt von logistischen Integrationsbemü- hungen trabte derweil Günter Piening, Berlins Integrationsbeauftragter, schwit- zend über den asphaltierten Parcours.

Vier Runden galt es für ihn und die über 120 anderen Teilnehmer des Hauptlaufs – zwischen Start und Ziel auf dem be- nachbarten Gelände der TiB Turnge- meinde in Berlin 1848 e. V., die das Lauf- 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.event abermals organisierte – zu absolvieren. Vorher waren bereits ein Kinder- und ein Jedermannlauf über 2,5 bzw. 5 Kilometer auf 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.die Strecke ge- schickt worden.

Hannelore Reusch war im Hauptlauf dabei. Mit 73 Jah- ren ist sie dem Kinderalter längst entwachsen und für die Jedermann-Distanz ist sie noch viel zu fit. Nach 55 Mi- nuten und 53 Sekunden hat die kleine drahtige Frau hannelore reusch, 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.die 10 Kilometer des 4. Berliner Integrationslaufs hinter sich und das Ziel erreicht. Die Zeit liegt zwar um einiges über ihrer Bestzeit, sei aber okay. In ihrer Altersklasse der über 70-Jährigen ist Hannelore Reusch damit die 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.Beste, in der Gesamt- wertung der Frauen be- legt sie den 13. Platz. „Ich war gut drauf und mir war’s – im Gegen- satz zu vielen anderen – auch nicht zu warm“, re- finisher-shirts, 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.sümiert sie, als das Anstehen nach der Urkunde erfolgreich erledigt und auch das Finisher-Shirt ab- geholt ist.

Später wird Hannelore Reusch, die seit 30 Jahren dem Laufsport frönt und mit 72 zum 28. Mal beim 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.Berlin-Marathon startete, noch auf der Bühne mit einem Pokal für den Sieg in ihrer Altersklasse geehrt werden. Der ist dann nur für sie – als Belohnung für die drei Trainingseinheiten pro Woche. Das Finisher-Shirt hat die dynamische Rentnerin in einer Größe ausgesucht, die ihrem Mann passt. „Gemeinsam Hürden überwinden“ steht auf dem weißen Baumwollstoff. Eine Devise, die nicht nur für das große Thema Integration, sondern auch für eine langjährige Ehe wichtig ist.

=ensa=

Street View in Neukölln (2)

Bei der heutigen zweiten Folge der Street View-Serie geht es in die Lilienthalstraße, die es in puncto Facetten -ebenso wie die Warthestraße – in sich hat. Allerdings in vollkommen anderer Weise, und das offenbart sich schon, wenn man vom Columbia- damm in die Lilienthalstraße abbiegt.

street view neukölln, lilienthalstraße, neukölln, tempelhofBevor es dazu kommt, ver- lässt man nämlich Neukölln und bewegt sich für Sekunden auf Tempelhofer Terrain.

street view neukölln, lilienthalstraßeDas Teilstück danach, an dem links eine Kleinkartenkolonie und rechts die Sportanlagen der TiB e. V. liegen, gehört dann wieder ganz zu Neukölln.

street view neukölln, lilienthalstraße, neukölln, kreuzbergMit dieser Eindeutigkeit ist es aber bereits an der nächsten Ecke, wo die Lilienthalstraße auf Züllichauer Straße trifft, vorbei: Die Häuser auf der linken Straßenseite gehören zu Kreuzberg, alles auf der rechten Straßenseite zu Neukölln. Und das ist:

street view neukölln, lilienthalstraße, neukölln, friedhof lilienthalstraßestreet view neukölln, lilienthalstraße, neukölln, friedhof lilienthalstraßeDer städtische Friedhof Lilienthalstraße,

street view neukölln, lilienthalstraße, neuköllnviel Mauer,

street view neukölln, lilienthalstraße, johannes basilikadie katholische St. Johannes-Basilika, die gerade aufwändig an Dach und Fassade restauriert und saniert wurde,

street view neukölln, lilienthalstraße, neukölln, johannes basilika, apostolische nuntiaturder auf dem Nachbargrund- stück gelegene Neubau der Apostolischen Nuntiatur

street view neukölln, lilienthalstraße, neukölln, eingang zur hasenheideund ein Eingang zum Volks- park Hasenheide.

street view neukölln, lilienthalstraße, neukölln, kreuzbergIn Sachen Bevölkerungs- dichte ist es um die Kreuzberger Seite der Lilienthalstraße also wesentlich besser bestellt.

_ensa_