Erst die Herausforderung Fluchtweg, nun die Nachhaltigkeit

fluchtweg-treppe_familienzentrum karlsgartenstraße neukölln„Die größte Herausforderung“, sind sich alle Betei-ligten einig, „war die Treppe.“ Sie ist baurechtlich notwendig gewesen, um aus dem Haus in der Karlsgartenstraße 6, das einst eine Hausmeister-wohfamilienzentrum karlsgartenstraße neuköllnnung und Räume für die Schulsozialarbeiter der Löwenstein-Schule beher- bergte, ein Bürger- und Fa- milienzentrum machen zu können. „Dieser gesetzlich vorgeschriebene, zweite Fluchtweg, der an den Bau angedockt wurde, hat fast das ganze Budget verschlungen“, musste Dr. Franziska Giffey dieser Tage bei der offiziellen Eröffnung des Zentrums gestehen. Zugleich ist die Neuköllner Schulstadträtin jedoch überzeugt, dass sich die Investition lohnen wird: Weiterlesen

Einfach super!

gruppenbild rollberger superschüler 2013_neukölln„Die Urkunde hängt sie bestimmt in ihrem Zimmer auf“, meint die Mutter von Alma-Ada und sieht stolz auf das von Neuköllns Bezirksbürgermeister und der Schulstadträtin mit blauer Tinte unterschriebene Zertifikat. Ihre Tochter, die bis zum Beginn der Som- merferien die F4 der Regenbogen-Grundschule besucht hat, gehört zu denen, die am vergangenen Montag als Roll- berger Superschüler 2013 ausgezeichnet wurden. Alma-Ada habe sich diese Eh- rung durch „hervorragende Leistungen im erfolgsorientierten Lernen und sozialen giffey_rollberger superschüler 2013_neuköllnVerhalten“  verdient, attestiert die Urkunde.

21 Mädchen und 15 Jungen der beiden im Kiez an- sässigen Schulen haben sie in diesem Jahr im Frei- zeitzentrum Lessinghöhe aus den Händen von Fran- ziska Giffey (l.) erhalten. Einige von ihnen, verrät die Schulstadträtin, seien ihren Mitschülern nicht zum ers- ten Mal durch mehr als schulische Leistungen auf- gefallen und dafür geehrt worden: „Dass Kinder in ihrem positiven Verhalten bestärkt werden, ist eine der wichtigsten Aufgamohamed wendland_aki e.v. neuköllnben, und ich danke auch allen Eltern und Lehrern, die das unter-stützen.“

Schon seit 2008 gibt es den kiezinternen Wettbewerb, der vom Arabischen Kulturinstitut (AKI) e. V. initiiert wurde. Statt einer Jury sind es die Mitschüler, die vorschlagen und ent- scheiden, wer zum Rollberger Superschüler gekürt wer- den soll. Und statt bemerkenswerter Zensuren sei es ins- besondere ein vorbildliches soziales Verhalten und Enga- gement, das honoriert wird, erklärt AKI-Vorstandsmitglied Mohamed Wendland (r.), wendland_mengelkoch_giffey_ziemann_rollberger superschüler 2013_neuköllndenn schließlich würden die Kinder einmal die Stütze unserer Gesellschaft sein.

Das Rüstzeug, das den 36 Ausgewählten von ihren Mitschülern bescheinigt wird, ist breitgefächert.  Fleißig, immer zuverlässig, aufmerksam, hilfsbereit, gut gelaunt, wissbegierig, verantwortungsvoll, besonnen, Leistungen deutlich verbes- sert, freundlich, geduldig, ehrgeizig: Emily und Paula, zwei  Schülerinnen der  Regen-

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bogen-Grundschule, die zusammen mit AKI-Mitarbeiterin Manon Ziemann durchs Programm führten, baten nicht nur namentlich jeden einzeln auf die Bühne, sondern nannten auch die Begründungen, die zur Auszeichnung geführt hatten.

superschülerinnen_rollberger superschüler 2013_neuköllnAls Belohnung gab es für die Erst- bis Zehntklässler der Regenbogen- und Zuckmayer-Schule neben der Urkunde eine Medaille vom Neuköllner Migrations- beauftragten Arnold Mengelkoch; anschließend über- reichte Mohamed Wendland einen von der schokoriegel_rollberger superschüler 2013_neuköllnHugendu- bel-Filiale in den Neukölln Arcaden gestifteten, mit Sü- ßigkeiten dekorierten Büchergutschein.

Gegen welches Buch der eingetauscht wird, wo die Medaille ihren Platz findet und ob die Urkunde Zimmer- schmuck oder doch besser in der Zeugnismappe abgelegt werden soll – in diesen Punkten herrschte bei vielen der Rollberger Superschüler noch Unschlüssigkeit. Für die Verwendung der Schokoriegel galt das nicht.

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Endlich eine Cafeteria statt einer Hausmeisterwohnung

zuckmayer-schule neuköllnKopfstraße 53-55 in Neukölln. Vor fast 100 Jahren wurde der von  Reinhold Kiehl  entwor- fene Backsteinkomplex erbaut, in dem die Zuckmayer-Schule ihren Hauptsitz hat. Auch eine Hausmeisterwohnung war in dem Gebäude untergebracht. „Aber ein Hausmeister hat in der schon seit ewig langer Zeit nicht mehr gewohnt“, sagt Schulleiter Steffen Eckardt. Nun ist die Ära der Hausmeisterwohnung passé, stattdessen hat die Zuckmayer-Schule, die als Sekundar- schule den Ganztagsbetrieb praktiziert und aktuell von 554 Schülern besucht wird, endlich eine Cafeteria. Gestern wurde sie offiziell einge- weiht; alle anderen Neuköllner Ganztagsschulen haben das Ereignis längst hinter sich.

„Die Damen und Herren von der Polizei sitzen da, wo die Badewanne stand“, erklärt Eckardt grinsend bei der kleinen Feier, bevor er näher auf die „bautechnische Meisterleistung“ eingeht, die foffizielle einweihung cafeteria zuckmayer-schule neuköllnür den Umbau der 3-Zimmer-Wohnung nötig war. „Das  Mauerwerk unse- rer Schule gleicht ja einem Schweizer Käse, weil  früher jedes Klassenzimmer eine eigene Ofenheizung hatte.“ Um die Statik nicht ins Wanken zu bringen, seien die Säulen, die statt einer Wand mitten in der Cafeteria stehen, „vom Keller aus durch das Gebäude geschos- sen“ worden. Seitdem erinnert nichts mehr an die Hausmeisterwohnung. Fast nichts mehr. „Die Woh- nungstür mit Spion und Briefkastenschlitz wollten wir unbedingt behalten“, sagt der Schulleiter. Allerdings sind offizielle einweihung cafeteria zuckmayer-schule neukölln,diese Relikte nun nur noch Dekoration.

Etwa 320.000 Euro flossen aus der Kasse des Neu- köllner Bezirksamts in die Umstrukturierungsarbeiten, die von insgesamt 13 regionalen Fachfirmen bewerk- stelligt wurden. „Mit wirklich  minimalen Belästigungen und großer Rücksichtnahme auf den laufenden Schul- betrieb“, betont Steffen Eckardt. Sehr zufrieden seien er, die Lehrer und Schüler mit dem Ergebnis und auch mit der Farbgestaltung mit ihren lila- und petrolfarbenen offizielle einweihung cafeteria zuckmayer-schule neukölln, steffen eckardt, dr. franziska giffeyAkzenten.

Franziska Giffey (r.), Neuköllns Schulstadt- rätin, kann die Begeisterung nur bedingt teilen. Insbesondere der Flieder-Ton, sagt sie, sei ja doch sehr gewöhnungsbedürftig. Voll des Lobes ist sie indes über den organisatorischen Kraftakt, den Schulleiter Eckardt (l.) und das Lehrerkollegium der Zuckmayer-Schule in letzter Zeit neben dem Unterricht absolvierten und noch vor sich haben: Die Umgestaltung des Hauptsitzes in der Kopfstraße war eine Baustelle, der Umzug der Zuckmayer-Schule-Filiale eine andere. Letztere sei jedoch nicht zu vermeiden. „Der Bezirk braucht vermehrt Schulplätze und das nicht nur wegen des anhaltenden Zuzugs von Roma-Familien“, so Giffey. „Wir werden zum nächsten Schuljahr rund 100 Schüler haben, die das Gymnasium nicht schaffen und auf Sekundarschulen wechseln  müssen.“ Das bedeute Umstrukturierungen. Deshalb werde die Filiale der Zuckmayer-Schule unter dem Dach der Thomas-Morus-Schule aufgelöst und künftig in der ehemaligen Kurt-Löwenstein-Schule ihren Sitz haben, die wiederum 2011 mit der Röntgen-Schule fusionierte und ein Gebäude an der Bezirksgrenze zu Treptow bezog. „In dem Präsentkorb ist ein wenig Nervennahrung offizielle einweihung cafeteria zuckmayer-schule neukölln,für Sie und Ihre Kollegen“, verspricht Franziska Giffey dem Schulleiter.

Steffen Eckardt nimmt das Geschenk dankbar an und beweist im nächsten Moment, wie sehr er auf Herausforderungen eingestellt und ihm das tägliche Improvisieren in Fleisch und Blut übergegangen ist: „Eigentlich hätten wir heute auch gerne eine kleine kulturelle Einlage unserer Schulband präsentiert, aber die könnte nicht vollzählig auftreten, weil die Schüler der 10. Klassen gerade in den Prüfungen stecken.“ Auf eine musikalische Kostprobe muss trotzdem nicht verzichtet werden. „Wir sind ja schließlich eine Multimedia-Schule“, sagt Eckardt und bittet seine Kollegin, den Beamer ein- zuschalten. Kurz darauf rockt die Schulband mit dem John Lennon-Titel „Imagine“ die neue Cafeteria der Zuckmayer-Schule.

=ensa=