Als grauer Block durch Neukölln: Senioren demonstrieren vor JobCenter und Rathaus

sylvia-fee wadehn_seniorendemo neukoellnSenioren gehören nicht gerade zur Spezies der eifrigen Demonstranten. „Es ist meine allererste“, sagt eine Rentnerin aus dem Rollbergviertel, die sich über die hohe Teilnehmerzahl wundert. Andere sitzen in Rollstühlen, auf bereitgestellten Klapp-hockern oder den Sitzen ihrer Rollatoren. Es wirkt, als würden die Bewohner eines Altenheims auf die Abfahrt zu einer Tour ins Grüne warten. Dass Trillerpfeifen verteilt werden, einige Rasseln und Topfdeckel dabei haben und „Die Internationale“ aus einem transportablen Lautsprecher dröhnt, stört den Eindruck ebenso wie die große Polizeipräsenz. Neukölln erlebte heute Mittag etwas, was noch seltener vorkommt als Senioren bei einer Weiterlesen

Hilfe für die, die keine Lobby haben

seniorenwohnanlage reuterkiez neuköllnGentrifizierung, Szene-Kneipen und -Läden, Hipster, Familien mit kleinen Kindern – das sind Begriffe und Personengruppen, die meist in einem Atemzug mit dem Reuterkiez genannt werden. Was jedoch oft vergessen wird, ist, dass es auch alte Leute gibt, die in dem Viertel zwischen Landwehrkanal und Sonnenallee leben. Selbst das seit über 11 Jahren für den Kiez zuständige Quartiersmanagement (QM) Reuterplatz, das sich in einer Selbstbeschreibung des „intensiven ’sich kümmerns'“ um das Gebiet rühmt, zeigt an dieser Zielgruppe nur wenig Inte- resse. Es gebe eine Angebotslücke an offenen Angeboten für Senioren_innen, teilt das QM-Team lapidar mit. Die Anfrage, wie viele Frauen und Män- ner der Generation 55+ im Quartier leben, beantwor- tet es mit statistischem Material aus dem Jahr 2013, das besagt, dass per 31. Dezember 16 Prozent der 19.633 Einwohner  zur betreffenden Altersgruppe gehör- ten: „Aktuellere Zahlen haben wir leider auch nicht.“ Dazu passt, Weiterlesen