Im Reich der wilden Tiere

Spätestens heute Mittag hat der hohe Zaun vor dem niedrigen Zaun des Grundstücks Finowstraße 6 ausgedient: Dann eröffnet Neuköllns Baustadtrat Thomas Blesing den dortigen Themenspielplatz Zoo. Aus Holz geschnitzte Tierfiguren halten Wippen und Turnstangen, sitzen  auf  Schaukeln oder  lassen sich  beklettern. Außerdem  wurden

löwe_spielplatz finowstrasse neuköllnspielplatz finowstraße neuköllnaffe_schlange_spielplatz finowstrasse neukölln

auf Anregung benachbarter Kindereinrichtungen Wasserspielgeräte in das 120.000 Euro-Projekt integriert, das durch Mittel des Sanierungsgebiets Karl-Marx-Straße/ Sonnenallee  auf dem früher zum Innsportplatz gehörenden Grundstück entstand.

Endlich!

innsportplatz neukölln (august 2009)innsportplatz neukölln (november 2011)Wer erst seit etwa fünf Jahren rund um die Kreuzung Innstraße/ Sonnenallee oder am Anfang der Finowstra- ße wohnt, musste seit- dem nur aus dem Fenster gucken, um einen   Eindruck vom stetigen Wandel Neuköllns   zu bekom- men. Erst sah man sich einer eingezäunten Kraterlandschaft gegenüber, dann einer Baustelle mit Christo-Attitüde, später einer riesigen Buddelkiste und schließlich einem asphaltierten Areal. Wie es ist, einen Sportplatz direkt vor der Haustür zu haben, konnten nur jene erzählen, die schon vor dem Sommer 2007 in die Gegend gezogen waren.

Nun dürfen das wieder alle erleben, der Innsportplatz hat die fünfjährige spielfreie Zeit endlich hinter sich. Eigentlich sollte er damals nur saniert werden. Doch dann wurden bei den Bauarbeiten Waffen und Munition aus dem 2. Weltkrieg entdeckt – und der Sportplatz an der Innstraße wurde zum Fall für das LKA und zum Sorgenkind für die Kassen des Berliner Senats und des Bezirks Neukölln. Bis in 3 Meter Tiefe wurde der Boden gesiebt und kontaminiertes Erdreich abgetragen, bevor erneut ein Kunst- rasenfeld für Kicker aller Alters- und verschiedener Spielklassen angelegt werden konnte. Letzten Freitag wurde das über 800.000 Euro teure Bauprojekt beendet und der Innsportplatz samt neuer Flutlichtmasten, Beregnungsanlage, Stehplatztribünen und innsportplatz neukölln, foto: simonwiedereröffnung innsportplatz neukölln, foto: bertil wewerBallfangzäune wie- der offiziell seiner Be- stimmung übergeben.

Das Bezirksamt Neu- kölln trat mit Bürger- meister Buschkowsky,  Baustadtrat Thomas Blesing und Sportstadträtin Franziska Giffey  zur feierlichen Wiedereröffnung an. Der  1. FC Neukölln und der Rixdorfer SV Berlin (ehem. 1. SV Galatasaray) schickten ihre E-Jugend-Mannschaften, um den alten neuen Inn- sportplatz einem spielerischen Belastungstest zu unterziehen. Die Anwohner müssen künftig genauer hingucken, wenn sie den Wandel vor ihrer Haustür erkennen wollen, denn der wird sich nur noch auf wechselnde Teams und Trikots beschränken.

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Ende und neuer Anfang an der Sonnenallee in Sicht

Die Beleuchtungsmasten stehen schon und auch sonst deutet einiges darauf hin, dass in absehbarer Zeit auf dem Innsportplatz an der Sonnenallee end- lich wieder gekickt werden kann. Damit war es vor fast 4 1/2 Jahren schlagartig vorbei.

Bis dato war der Platz vom 1. FC Neukölln und 1. FC Galatasaray genutzt worden. Die Vereine wichen auf andere Spielfelder aus, als auf dem Innsportplatz mit der notwendigen Erneuerung des Kunstrasenbelags und einer Teilsanierung der Lichtanlage begonnen wurde. Eigentlich eine zeitlich wie auch finanziell überschaubare Angelegenheit. Doch dann wurden bei den Bauarbeiten im Juni 2007 im Randbereich des Geländes Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden: Die Baustelle wurde kurzum am 26. Juni des Jahres vom LKA gesperrt und eine Kampfmittelsuch- und -räum- maßnahme begann, bei der man etliche weitere Kriegsrelikte ent- deckte.

Der ursprünglich mit 540.000 € kal- kulierte Kostenrahmen blähte sich auf das Dreifache auf; der bis zu Unkenntlichkeit gesprengte Zeitrahmen rief sogar das Berliner Abgeordnetenhaus auf den Plan. Kleine Anfragen aus den Reihen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen forderten im Frühjahr 2009 Informationen zum Status quo und zur weiteren Planung rund um den Neuköllner Sportplatz, dessen Schließung ein weiteres Loch in das ohnehin schon sehr grobmaschige Versorgungsnetz der Sportanlagen im Norden des Bezirks riss.

Seitdem sind weitere 2 1/2 Jahre vergangen. Aber nun überschlagen sich die guten Nachrichten hinsichtlich des Innsportplatzes förmlich: „Bei den derzeit noch laufenden Baumaßnahmen auf dem Innsportplatz konnten erfreulicherweise erhebliche finanzielle Einsparungen erzielt werden“, teilte die Abteilung Bildung, Schule, Kultur und Sport des Neuköllner Bezirksamts unlängst mit. Ebenso, dass die Bauarbeiten bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen.

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Ein Badesee an der Sonnenallee?

Feiner weißer Sand von Mohn, Gräsern und Unkraut gesäumt, hohe Bäume als Schattenspender ringsum: Neu-Neuköllner und Ortsunkundige könnten leicht dem Eindruck erliegen, an der Sonnenallee zwischen  Inn- und Finowstraße würde ein Ba-

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desee entstehen. Doch dem ist nicht so. Irgendwann wird auf dem Gelände wieder ein Fußballplatz sein. So wie bis 2007. Eigentlich sollte damals nur der Kunstrasen erneuert werden; von einer überschaubaren Phase, in der der Platz nicht genutzt werden könnte, ging man aus. Aber dann wurden auf dem Terrain Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, deren Räumung nicht nur die Kosten um 1,3 Mio. Euro in die Höhe trieb, sondern auch die zeitlichen Pläne mächtig über den Haufen warf. Spätestens im nächsten Jahr soll auf dem Platz aber wirklich wieder gekickt werden können.

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