Diskussion um den Estrel Tower – und Berlins Stadtplanung

neuköllner schiffahrtskanal_alba-schrottplatz_estrel hotelStefan Evers ist stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus und, nach eigener Einschätzung, Berufsoptimist. Dass er auch gute Spielverderber-Qualitäten hat, bewies der Wilmersdorfer Christdemokrat Donnerstagabend bei einer von Christopher Förster moderierten Podiums-diskussion, zu der der Britzer Ortsverband der CDU Neukölln ins Estrel eingeladen hatte: Mit Evers als Bösem und Ekkehard Streletzki, Besitzer des Estrel Hotels, sowie Neuköllns stellvertretendem Bezirksbür-germeister Falko Liecke als Kontrahenten.

So schien es zumindest geplant. Stefan Evers habe sich vor drei Monaten kritisch zum seit geraumer Zeit bekannten Vorhaben von Streletzki geäußert, sein Hotel durch den  Bau des Estrel Tower zu erweitern, warfen die Britzer in ihrer Weiterlesen

Neuer Stolperstein in Neukölln: für Hans Erich Kantorowsky

sonnenallee 68_stolperstein hans erich kantorowsky_neukoellnHans Erich Kantorowsky war einer von über 160.000 Menschen jüdischen Glaubens, die 1933, als die Nazis die Macht übernahmen, in Berlin lebten. Und er war der Onkel von Lee Angress (M.), der Tochter von Hans‘ banasiak_angress_berliner_stolperstein kantorowsky_neukoellnacht Jahre jüngerer Schwester Eva. Hans kam 1913 als erstes Kind von Frieda und Dr Georg Kantorowsky zur Welt, 1917 wurde der Vater Rabbiner der Neuköllner Synagoge in der Isarstra- ße. Nur wenige Minuten Fußweg waren es bis zur Wohnung der Familie in der Sonnenallee 68: Hier erinnert seit vorgestern ein Stolperstein an Hans Erich Kantorowsky, der sich schon früh einer kommunis- tischen Widerstandsgruppe angeschlossen hatte, 1933 nach Prag Weiterlesen

An Tagen wie diesem …

… ist  es überaus vorteilhaft, vergleichen zu  können und sich nicht  auf das verlassen

sonnenuhr_sonnenallee neukölln

zu müssen, was die  Sonnenuhr an der Sonnenallee  allenfalls schemenhaft  anzeigt.

Neuköllner Absichten – vom Turm des Rathauses

rathaus-turm neuköllnVor jeder Absicht steht eine Absicht: Eines schönen Freitags hatten wir die, um 16 Uhr eine „Janz weit oben“- Tour mit dem Stadtleben e. V.  zu machen und vom Rat- haus-Turm auf den Bezirk zu blicken. Das Dumme war nur, dass Vincent Kelbel nicht die Absicht hatte, pünktlich zum Start der ersten von drei Führungen am Treffpunkt zu erscheinen. Mit fast einer halben Stunde Verspätung kam der Wirtschaftsinformatik-Student angeschlurft. Er sei nur so was wie der Aushilfsführer, meinte er, bevor er im nächsten Moment mit – für eine Aushilfe – erstaunlichen Kenntnissen überraschte: „Freitags um 4 kommt selten jemand.“ Die Nachfrage, wie er das denn Weiterlesen

Neukölln holt auf

So richtig kann sich Dennis noch nicht für Neukölln erwärmen. Seit drei Wochen wohnt der Viereinhalbjährige mit seiner Mutter in der neuen Wohnung zwischen Sonnenallee und Neuköllner Schiffahrtskanal. Seitdem hat er ein kleineres Zimmer als vorher, geht in eine neue Kita und muss mit der U-Bahn fahren, um die Jungs zu treffen, mit denen er bisher gespielt hat. „Schöneberg ist schöner“, war noch bis vor fassadenbemalung_hertzbergstr. 1 neuköllnwenigen Tagen die trotzig-traurige Standardantwort, wenn jemand ihn fragte, wie es ihm in der neuen Umgebung gefällt.

Aber nun – seit Dennis die Entdeckung schlechthin gemacht hat – holt Neukölln in seiner Gunst auf. Grund dafür ist die auf Initiative der Kreativen Gesell- schaft Berlin dinosaurier_hertzbergstr. 1_neuköllnbunt bemalte Fassade des Hauses, das direkt am Richardplatz in der Hertzbergstraße steht. Sie zeige, wie es hier früher aus- gesehen hat, dass Neukölln mal ein Dorf war und wie die Menschen gelebt haben, hat seine Mutter ihm erklärt, während sie in Richtung Sonnenallee am Wandbild ent- lang spazierten.

Plötzlich, am Ende der bemalten Fassade, blieb der Jun- ge wie angewurzelt stehen. „Ein Sausier!“, staunte er, mit leuchtenden Augen auf das Urzeitviech starrend, und hakte begeistert nach, ob hier früher etwa Sausier gelebt hätten. Das „Sicherlich!“ der Mutter besiegelte, dass Dennis Neukölln nun ein ganzes Stück lieber mag.

Bahn frei!

Noch zwei Tage – dann ist der Winterschlaf der Minigolf-Anlage am Hertzbergplatz vorbei. Dann kann dort wieder der Freizeitsportart gefrönt werden, die in den 1920er Jahren  erfunden  wurde und sich seit  1955 auch in  Deutschland  durchzusetzen  be-

minigolf am hertzbergplatz neukölln

zusetzen begann. Außer in der Hasenheide gibt es im Norden Neuköllns eben die Hertzbergplatz-Minigolf-Anlage an der Sonnenallee. Wer auf Sonderpunkte für das Treffen der Edelstahl-Halbkugel auf dem benachbarten Spielplatz spekuliert, sollte sich aber besser noch mal ins Regelwerk des Bahnensports vertiefen.

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Ein Badesee an der Sonnenallee?

Feiner weißer Sand von Mohn, Gräsern und Unkraut gesäumt, hohe Bäume als Schattenspender ringsum: Neu-Neuköllner und Ortsunkundige könnten leicht dem Eindruck erliegen, an der Sonnenallee zwischen  Inn- und Finowstraße würde ein Ba-

sportplatz innstraße, kampfmittelräumung, neukölln

desee entstehen. Doch dem ist nicht so. Irgendwann wird auf dem Gelände wieder ein Fußballplatz sein. So wie bis 2007. Eigentlich sollte damals nur der Kunstrasen erneuert werden; von einer überschaubaren Phase, in der der Platz nicht genutzt werden könnte, ging man aus. Aber dann wurden auf dem Terrain Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, deren Räumung nicht nur die Kosten um 1,3 Mio. Euro in die Höhe trieb, sondern auch die zeitlichen Pläne mächtig über den Haufen warf. Spätestens im nächsten Jahr soll auf dem Platz aber wirklich wieder gekickt werden können.

=ensa=