Silvester in Neukölln: Nach der Neujahrsfeier ist vor der Neujahrsfeier

Als am Neujahrsmorgen die Uhr auf dem Sri Mayurapathy Murugan Tempel in Britz kurz vor halb Elf zeigte, war der Jahreswechsel in Honolulu auf Hawaii noch 35 Minuten entfernt, während in Neuseelands größter Stadt Auckland bald der 2. Januar anbrach. Zwar ist der Wechsel vom alten Jahr ins Neue nur ein kurzer Moment, aber weltweit betrachtet dauert er einen ganzen Tag. Am Neujahrsmorgen waren Hindus aus ganz Berlin an die Blaschkoallee und zum Sri Ganesha Hindu Tempel in der Hasenheide gefahren, wo es ab 11 Uhr eine Neujahrsveranstaltung Weiterlesen

Frohes Neues!

Zeit zum Feiern blieb bei der Berliner Feuerwehr auch beim Jahreswechsel 2015/16 wieder nicht: Mit 1.492 Leuten und 380 Fahrzeugen bewältigte sie in der Silvester-nacht 1.547 Einsätze. silvestermuell neukoelln„Sehr häufig kam es zu Brän-den auf Balkonen, wahrscheinlich durch verirrte Sil-vesterraketen“, weist die Bilanz aus. So auch in der Neuköllner Weichselstraße. In der Gropiusstadt, wo es einen brennenden Müllcontainer zu löschen galt, wurden die Feuerwehrleute – wie auch an anderen Einsatzstellen – während ihrer Arbeit „mit Pyro-technik beschossen“. Insgesamt resümierten Feu-erwehr und Polizei aber, dass es ein vergleichsweise ruhiger Jahreswechsel in Berlin gewesen sei.

Schon in der Nacht begannen 600 Beschäftigte der BSR damit, den Silvestermüll von „zentralen Plätzen der Stadt“ zu kehren. Im übrigen Stadtgebiet – und so auch in Neukölln – startet die alljährliche Prozedur morgen, wobei erst die Haupt- und dann die Neben-straßen dran sind. Dass sich in 2016 dicker Schnee auf den Partydreck legt und dieser erst bei Tauwetter wieder zum Vorschein kommt, ist nicht zu erwarten.

Umgeben von Schwarzen Witwen, Lila Lenas und Erzengeln

7_silvesterfeuerwerk-verkauf_spandau feuerwerk berlinEigentlich hätten Oliver Zagorni und Robert Halter nur für einige Tage einen Laden gebraucht. Denn das, was sie anbieten, darf nur von heute bis übermorgen verkauft werden. Doch auf eine Anmietung von unter zwei Monaten wollte sich der Makler nicht einlassen. „Die Räume sind zwar kleiner als die, die wir im letzten Jahr ein paar Minuten entfernt hatten, aber sie sind ausreichend und die Lage ist super“, begründet Robert Halter die Entscheidung. Von einer Gewerbeimmobilie in einem bildungsbürgerlich geprägten Kiez hätte Weiterlesen

Die Tücken des Vorführeffekts

gastro-weihnachtsurlaub neukoellnDass hier alles so anders sein würde als in Potsdam, wo er vorher wohnte, hatte sich der Neu-Neuköllner nicht vorstellen können. Im Herbst hatte er seine Eltern zum Weihnachts-besuch eingeladen, um ihnen die Lieblings-Locations in seiner neuen Nachbarschaft und seinen neuen Freundeskreis vorzustellen. Dass alles nicht wie geplant ablaufen würde, zeichnete sich dann schon in letzter Zeit ab, und als die Eltern am Spätnachmittag vor dem Heiligabend aus dem Saarland anreisten, waren die meisten Hipster-Freunde zum Weihnachtenfeiern in heimatlichen Gefilden aufgebrochen und an vielen der Lieb-lings-Läden, -Restaurants, -Bars, -Cafés und -Eisdielen hingen Weiterlesen

Ausnahmezustand Silvester mit Ent- und Anspannung

Rund 1.250 Einsätze binnen 24 Stunden sind Alltag für die Frauen und Männer der Berliner Feuerwehr, insgesamt 1.361 wurden in der letzten Nacht zwischen 19 und 6 Uhr verzeichnet – und damit 306 weniger als im Vorjahr. Die Feuerwache Neukölln war mit ihrer 2. Wachabteilung nebst der Freiwilligen Feuerwehr beim obligatorischen

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Ausnahmezustand Silvester im Einsatz. „Bisher ist es relativ ruhig für die im Dienst befindlichen Löschfahrzeuge der Feuerwache Neukölln“, meldete sie Weiterlesen

Auch der Neukölln-Hype braucht mal Urlaub

Arme Berlin-Touristen. Da reisen sie zum Jahreswechsel in die Hauptstadt, besu- chen bei der Gelegenheit auch den zuvor gemiedenen Bezirk Neukölln, um dessen medial weithin kolportierten Boom nebst der blühenden Gastronomie- und Kreativ-Landschaft selber zu erleben – und dann das: Überall geschlossene Türen und Roll-

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läden, egal durch welches Viertel man sich bewegt. Im Richardkiez herrscht dörfliche Ruhe. In den Straßen des Schiller- und Körnerkiezes sind wesentlich Weiterlesen

Die Ruhe nach dem Ansturm

Florence und Jason sind bereits gestern wieder abgereist. Neukölln sei „fantastic and exciting“, werden sie ihren Freunden in Birmingham erzählen. Und von der wundervollen Party am Brandenburger Tor, wo die beiden britischen Studenten zusammen mit Hunderttausenden ins neue Jahr rutschten, werden sie selbst- verständlich auch schwärmen. Für Matteo, Pietro und Isabella geht es erst heute wieder zurück nach Bologna, und Friederike und Martin verlassen das ihnen bisher nur aus den Medien bekannte Neu- kölln mit dem Ziel Augsburg.

Voll war es im Norden des Bezirks über den Jahreswechsel 2011/12, den nicht nur die meisten Tou- risten, sondern auch die Akteure des lokalen Gastgewerbes als fantastisch in Erinnerung behalten werden. „Ausgebucht –  no vacancy on December 31st“, das galt für Hotels der gehobenen Kategorie ebenso wie für Pensionen und Hostels.

„Wir hätten anbauen müssen, um alle unterzubringen, die reservieren wollten. Aber das ist jedes Jahr so“, sagt die Chefin vom Gästehaus am Herrfurthplatz, das mit günstigen Preisen und  Kiez-Atmosphäre  begeistert und sich einer durchschnitt- lichen Auslastung von 87 Prozent erfreut. Auch in der HotelPension Karibuni galt „same procedure as last year“. Kurzentschlossene hatten keine Chance, die Silvester-Nacht unter dem Dach von Gabriele Schmitz in der Nähe des Neuköllner Rathauses zu verbringen: „Wir waren schon lange vorher wieder komplett aus- gebucht.“ Keinerlei Erfahrungswerte aus den Vorjahren hatte man hingegen im 2A Hostel am S- und U-Bahnhof Neukölln. Zur „größten Überraschung“ musste auch der erst Mitte Dezember eröffnete Beherbergungsbetrieb sehr spontanen potenziellen Gästen vermelden, dass alle Betten belegt sind. Insbesondere mit „ausländischen Gästen, die in Berlin ins neue Jahr feiern wollten.“ Der Bezirk habe für die kaum eine Rolle gespielt, wohl aber die verkehrsgünstige Lage. Das sieht im RIXPACK Hostel , das ebenfalls mit 100-prozentiger Auslastung  ins neue Jahr rutschte, entschieden anders aus: „Hier“, verriet Inhaber Stefan Richter kürzlich bei einer Veranstaltung, „wohnen inzwischen auch oft Langzeit-Touristen, die sich bewusst für Neukölln entscheiden und bei uns die Zeit überbrücken, bis sie in Neukölln eine Wohnung gefunden haben.“

=ensa=