Was brauchen Seniorinnen und Senioren in Rudow – und was sollen sie bekommen?

Darum ging es bei einer Informationsveranstaltung, zu der am vergangenen Dienstag Dr. Franziska Giffey und Bernd Szczepanski ins Haus Harz eingeladen hatten. haus harz_neukoelln-rudowGemeinsam mit einem Mitarbeiter des Hochbau-amts wollten Neuköllns Bezirksbürgermeisterin und der Sozialstadtrat die Pläne der neuen Seniorenfreizeitstätte vorstellen und sich gleich-zeitig über die Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen im Ortsteil Rudow informieren.

„Die Finanzierung Ihrer neuen Freizeitstätte in Alt-Rudow 60 ist gesichert. Der Senat hat 675.000 Euro für das Projekt bewilligt. Wir können heute also beraten, wie das neue Haus aussehen soll“, teilte Bezirksbürgermeisterin Giffey den zahlreich Weiterlesen

Gesichter, die von langen Leben erzählen

kaffeetafel_ausstellungseroeffnung geb 1916_koernerpark neukoellnBernd Szczepanski hat durchaus öfter mit Hundert-jährigen zu tun. So sie oder ihre Angehörigen es wünschen, kommt der Sozialstadtrat von Neukölln mit Blumen und einem kleinen Präsent zum Gratulieren, wenn das Lebensalter vom zwei- in den dreistelligen Bereich rutscht. Doch so etwas wie letzten Freitag war auch für Szczepanski ein Novum: An einer Kaffeetafel konnte er zur Eröffnung einer Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Körnerparks gleich sechs Neu-köllnerinnen begrüßen, die seit Januar 100 geworden sind oder es in den nächsten Monaten werden.

Als sie 1916 zur Welt kamen, waren Filtertüten, Panzer, der Teddybär, Eis am Stiel, elektrische Verkehrsampeln und Waschmaschinen bereits erfunden. Andere zivilisatorische Errungenschaften, die heute Weiterlesen

Wenn die gewohnte Umgebung fremd geworden ist

the bread station neuköllnWie lebt es sich in einem Kiez, dessen Bewohner-struktur sich binnen weniger Jahre rapide verjüngt hat, während man selber stetig älter wurde? Der Heimat ist, sich aber nicht mehr so anfühlt. In dem Bäckereien hope-seniorenzentrum neukoellneröffnen, die The Bread Station heißen, hippe Läden und Cafés in ehemalige Eckkneipen ziehen, und viel englisch, spanisch und italienisch gesprochen statt ber-linert wird.

Sie habe nie woanders als im Reuterkiez gelebt, erzählt eine Rentnerin. Nun wohnt sie am Maybachufer, vorher in anderen Straßen, die zwar noch heißen, wie sie immer hießen, ansonsten aber ihre Gesichter verändert haben: „Durch die Entwicklung der letzten Jahre hab ich den Eindruck, in einen anderen Kiez umgezogen zu sein.“ Für das seit Oktober 2012 laufende Weiterlesen

Hilfe für die, die keine Lobby haben

seniorenwohnanlage reuterkiez neuköllnGentrifizierung, Szene-Kneipen und -Läden, Hipster, Familien mit kleinen Kindern – das sind Begriffe und Personengruppen, die meist in einem Atemzug mit dem Reuterkiez genannt werden. Was jedoch oft vergessen wird, ist, dass es auch alte Leute gibt, die in dem Viertel zwischen Landwehrkanal und Sonnenallee leben. Selbst das seit über 11 Jahren für den Kiez zuständige Quartiersmanagement (QM) Reuterplatz, das sich in einer Selbstbeschreibung des „intensiven ’sich kümmerns'“ um das Gebiet rühmt, zeigt an dieser Zielgruppe nur wenig Inte- resse. Es gebe eine Angebotslücke an offenen Angeboten für Senioren_innen, teilt das QM-Team lapidar mit. Die Anfrage, wie viele Frauen und Män- ner der Generation 55+ im Quartier leben, beantwor- tet es mit statistischem Material aus dem Jahr 2013, das besagt, dass per 31. Dezember 16 Prozent der 19.633 Einwohner  zur betreffenden Altersgruppe gehör- ten: „Aktuellere Zahlen haben wir leider auch nicht.“ Dazu passt, Weiterlesen

Szenen des Alltags

desiree nick_fotoausstellung altenpflege_bürgerzentrum neukölln„Damit wir uns im Alter treu bleiben können“, fordert die durch eine Maskenbildnerin in die Jahre gekommene Désirée Nick. Unter dem Oberschenkel und der mit Altersflecken über- säten Hand der Entertainerin der Hinweis, dass Altenpflege, weil wir immer älter werden, ein Berufsfeld mit Sinn und Zukunft ist. „In ein paar Jahren gibt es bürgerzentrum neuköllnmehr Menschen über 65 als unter 18″, infor- miert der Schriftzug außerdem. Im Bür- gerzentrum Neukölln, wo die Foto-Ausstellung „Gepflegt in der Gegen- wart“ am letzten Mittwoch eröffnet wurde, kommen unter 18-Jährige schon jetzt nicht mehr vor. Das unter der Leitung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin ste- hende Gebäude, das bis zum November 2013 „Haus des älteren Bürgers“ hieß, hat seitdem zwar einen neuen Namen, aber das Publikum besteht nach wie vor fast 4_altenpflege-fotoausstellung_bürgerzentrum neuköllnausschließlich aus Senioren.

„Schöne Bilder“, meint eine Mitarbeiterin des Hauses, bevor sie in ihrem Büro verschwindet. Das leise hinter ihrer Be- merkung klingende Fragezeichen bleibt draußen. Ja, es sind schöne Bilder, die nun hier im Atrium-Café des Bürger- zentrums bei der vom Paritätischen Wohl- fahrtsverband Berlin und der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales initiierten Ausstellung gezeigt werden, zweifellos. Es sind 17 Schwarz-Weiß- Fotografien, die in ambulanten paritätischen Pflege-Einrichtungen entstanden, Szenen des Mitein- anders von Pflegenden und Gepflegten widerspiegeln und den  „Fokus auf  das  Hier

1_altenpflege-fotoausstellung_bürgerzentrum neukölln 2_altenpflege-fotoausstellung_bürgerzentrum neukölln

und Jetzt der Berliner  Pflegelandschaft“ lenken sollen. „Die ausgestellten Fotos machen deutlich, was die Altenpflegerinnen und –pfleger tagtäglich leisten und zeigen zugleich, wieviel Wärme Pflegende von Menschen, die sie betreuen, zurück- erhalten“, so Mario Czaja, Berlins Senator für Gesundheit und Soziales, bei der Vernissage. Doch das ist nicht das alleinige Ansinnen der in die Kampagne „Gepflegt in die Zukunft“ eingebetteten Ausstellung. „Wir wollen“, so Czaja, „mehr Menschen für den Altenpflegeberuf begeistern.“ Zudem solle die Aufmerksamkeit der Öffent- lichkeit auf die große 3_altenpflege-fotoausstellung_bürgerzentrum neuköllnLeistung Pflegender gelenkt, ihr Ansehen in der Gesellschaft gesteigert und ihnen so gebührende Aner- kennung gezollt werden.

Dass mit dieser Ausstellung jedoch solche hehren und wichtigen Ziele erreicht werden, ist fraglich. Denn die Fotos von Christiane Weidner, Frederic Brueckel, Michael Janda, Rais Khalilov und Martin Thoma, ehren- amtlichen Fotografen des Paritätischen, zeigen nur einen Bruchteil des beruflichen Alltags Pflegender und beschränken sich weitestgehend auf die Darstellung der angenehmen Aspekte der Tätigkeit. Das harte Pflichtprogramm, das gleichermaßen zur ambulanten wie zur stationären Pflege gehört, lassen sie – der schönen Bilder zuliebe – komplett aus.

Die Ausstellung „Gepflegt in der Gegenwart“ ist  noch bis zum 9. Januar im Atrium des Bürgerzentrums Neukölln (Werbellinstr. 42; Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9 – 17 Uhr) zu sehen. Danach, ab 15. Januar, wird die Ausstellung im Gebäude der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales gezeigt.

=ensa=

Bildungsurlaub im eigenen Kiez

Sehr schön seien sie gewesen, die Tage mit der Enkeltochter, erzählt die Frau strah- lend dem Mann hinter dem Käsestand auf dem Wochenmarkt. „Sie glauben ja gar nicht, was man  von so einer  20-Jährigen alles  lernen kann. Das war  wie  Bildungs-

Free WiFi_neukölln

urlaub für mich.“ Ob er zum Beispiel schon die Free WiFi-Schriftzüge an manchen Ca- fés und Kneipen im Kiez bemerkt habe, fragt sie. Er schüttelt den Kopf. „Ich dachte bisher, dass die für einen Film Reklame machen.“ Free Willy, den Weiterlesen

Post für Gesundheitsminister Gröhe

rettungspakete_diakonie-aktionstag altenpflege_rathaus neukoellnGewartet und darauf gehofft, dass sich etwas ändert, haben sie lange genug. Nun ist es mit ihrer Geduld vorbei: Gestern rief die Diakonie bundesweit unter dem Motto „5 vor 12“ zum Aktionstag Altenpflege aktionsstand_diakonie-aktionstag altenpflege_rathaus neuköllnauf – auch in Neukölln. Vor dem Rathaus hatten sich Mitarbeiterinnen von Dia- konie-Einrichtungen ver- sammelt, um Passanten auf das Thema Altenpflege im Allgemeinen und das Rettungspaket im Speziellen aufmerksam zu ma- chen und  Wünsche zu sammeln.

„Pflege ist leider immer noch etwas, womit sich die meisten erst beschäftigen, wenn der Zustand, selbst betroffen zu sein, akut ist“, sagt Beate Wollersheim. Als Spezialistin für den Diakonie-Pflege-Bereich Angehöri- genarbeit kennt sie beide Seiten der Medaille, und sie weiß auch: Weiterlesen