Aufgeschoben und aufgehoben

Eigentlich hätte gestern die 66. Britzer Baumblüte beginnen sollen. Doch wie so vieles andere verhindert die Corona-Krise auch das zweiwöchige Volksfest am Gutshof Britz. Eine Absage, die Rummel-Fans bedauern werden, die aber für die Schausteller erheblich mehr bedeutet: große wirtschaftliche Einbußen.

Ein derartiges Debakel droht immerhin denen nicht, die mit ihren Angeboten zum Gelingen der Neuköllner Maientage beitragen. Nur: Wie geplant, vom 1. Mai bis 1. Juni, wird das Volksfest in der Hasenheide keinesfalls stattfinden. Darauf verständigten sich Weiterlesen

Freie Fahrt für Schülerlotsen auf den Neuköllner Maientagen

Eine große Dankeschön-Veranstaltung für die rund 1.300 Berliner Mädchen und Jungen der sechsten Klassen, die als Schülerlotsen den Kindern der unteren Jahrgangsstufen das gefahrlose Überqueren der Straßen ermöglichen, gab es auch in diesem Jahr wieder: Gestern Nachmittag richtete die Landesverkehrswacht zum vierten Mal in Folge mit Unterstützung der Schausteller auf den Neuköllner Maientagen im Volkspark Hasenheide den Schülerlotsen-Tag aus. Jacqueline Hainlein-Noack und Thilo-Harry Wollenschlaeger von der Interessengemeinschaft Berlin Brandenburgischer Schausteller (IBBS) luden alle jugendlichen Verkehrshelfer für zwei Stunden zur freien Weiterlesen

Tradition, Innovation und ein buntes Programm bei freiem Eintritt

Morgen werden die 53. Neuköllner Maientage eröffnet. Bis zum 21. Mai erwartet die Besucherin-nen und Besucher wieder ein buntes und vielfältiges Programm. Initiert wurden die Neuköllner Maientage 1965 von den Schaustellern Harry Wollenschlaeger und Hans Purwin. Als Dank und in Gedenken an die beiden Männer wurde gestern Mittag von Bezirks-bürgermeister Martin Hikel vor dem Haupteingang der Hasenheide am Columbiadamm ein Gedenkstein enthüllt. Karin Korte, Bezirks-stadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport, sowie die Tochter Weiterlesen

Eröffnung einer temporären Erlebniswelt in der Hasenheide

Für das Riesenrad hätte es keinen besseren Platz geben können. „Man sieht’s vom Columbiadamm aus, und das ist wichtig“, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger (r.). Auch in diesem Jahr organisiert er wieder für das Bezirksamt Neukölln die Neuköllner Maientage, die heu-te um 17 Uhr von Bezirksbürger-meisterin Giffey (M., neben Stadtrat Rämer) mit dem traditionellen Fassbieranstich eröffnet werden.

Zum insgesamt 52. Mal findet das Volksfest in der Hasenheide statt, zum dritten Mal wird Dr. Franziska Giffey auf der Bühne neben der Löwenhütte den Zapfhahn ins Bierfass hämmern. „In einem Riesenrad mit offenen Gondeln, die sich drehen, bin ich aber noch nie gefahren“, gestand sie vorgestern Weiterlesen

Bleibendes der 51. Neuköllner Maientage

aufbau_51.neukoellner maientageViele lieben sie, anderen sind sie egal und dann gibt es noch jene, die die Neuköllner Maientage am liebsten abschaffen würden. Letztere kriti-sieren vor allem, dass der Rasen im Volkspark Hasenheide durch den Rummel von unzähligen Füßen getreten, von Schwertransportern befahren und so über Gebühr strapaziert werde.

Das streiten auch weder Neuköllns Bezirksbürger-meisterin, noch Thilo-Harry Wollenschlaeger, der Organisator von Berlins größtem Parkfest, ab. Doch: „Die Rasenschäden sind immer nach kurzer Zeit wieder behoben“, hält er Rummel-Gegnern entgegen. Und in diesem Jahr geht mit den heute beginnenden Neuköllner Maientagen sogar Weiterlesen

Von einem Ende zum anderen

1_das haus der mutter_dorothea koch_museum neukoellnMach ich nächste Woche oder übernächste! Guck ich mir an, wenn ich sowieso in der Nähe bin! Wer kennt das nicht? Bei Veranstaltungen, die länger dauern, lauert die Gefahr, der Aufschieberitis anheim zu fallen. Irgendwann ist es dann zu spät, und man hat’s verpasst. In Britz stehen an diesem Wochenende gleich zwei Finale in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander an.

Eines davon ist die Ausstellung „Das Haus der Mutter“, die vor 11 Wochen von Kulturstadtrat Jan-Christopher Rämer im Museum Neukölln eröffnet wurde. In der künstlerischen Installation von Dorothea Koch, der Tochter, gehe es um die „Enttabuisierung des Todes und den damit einhergehenden Erfahrungen über die Weiterlesen

Traditionelles und Neues im Jubiläumsjahr der Neuköllner Maientage

1_giffey fassbieranstich_50.neuköllner maientageSie solle Kleidung zum Wechseln mitbringen, haben Kollegen Neuköllns Bezirksbürger-meisterin vor dem ersten Fassbieranstich ihrer Karriere geraten. Optimistischere Naturen gaben mit „Kurz und kräftig! Der erste Schlag muss sitzen!“ Hinweise zur Technik zum Besten. Beispiele, was im Falle des Misslingens droht, hatte nicht nur der stellvertretende Bezirks-bürgermeister Falko Liecke (CDU) bei der Eröffnung der Britzer Baumblüte gegeben, sondern auch Ex-Bezirksbürgermeister Busch-kowsky beim Opening der Neuköllner Maientage im Vorjahr„Das hat mich schlaflose Nächte gekostet“, gestand Dr. Franziska Giffey (SPD) angesichts dessen noch Sekunden, bevor sie zum Hammer griff, um die 50. Neuköllner Maientage im Weiterlesen

Das große Warten, ob noch das Eine aufs Andere trifft

eingang_61. britzer baumblüte_neuköllnSo viel Glück wie im letzten Jahr haben sie nicht. Aber auch nicht so viel Pech wie im vorletzten. „Da hab ich auf den Tischen vom Biergarten Schneemänner gebaut“, erinnert sich René Pirczalik-Pauly, der auch in die- sem Jahr wieder das Bühnenprogramm onkel-bräsig-straße britz_neuköllnmoderiert. Unter noch winterkah- len Bäumen, die ebenso wie die Zierkirschen in der Onkel-Bräsig-Straße nur auf ein paar Wärme-Sonne-Kicks zu warten scheinen. In der ersten Hälfte der 61. Britzer Baumblüte litten das Volksfest und so auch die Schausteller unter dem April, der Weiterlesen

Werden bezirkspolitische Schweinereien zur Tradition?

Dass er, wie jüngst suggeriert,  der neue Buschkowsky werden will, sagt er, habe er nie gesagt. Klar ist aber für Falko Liecke, den frisch gewählten Kreisvorsitzenden der CDU Neukölln, „dass ich der neue Bezirksbürgermeister ab 2016 werden möchte.“ Beim Fassbieranstich zur  Eröffnung der 61. Britzer Baumblüte kapitulierte schon mal der  Hammer vor seinem Elan: Der Kopf  flog vom  Stiel und über die  Bühne, das

falko liecke_thilo wollenschlaeger_britzer baumblüte2015_neukölln

Bier spritzte ins Publikum, und Rummel-Chef Wollenschlaeger wie auch Liecke dürf- ten sich an Buschkowskys O’zapfen der Neuköllner Maientage 2014 erinnert haben. Die diesjährigen eröffnet Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey am 29. April. Ob sie mit Frauenpower die Serie der bezirkspolitischen Schweinereien fortsetzt?

Süße Träume aus Ungarn in Neukölln

riesenrad_neuköllner maientageNur noch heute sind sie da, dann ziehen sie weiter und machen Platz für den neuen Rasen auf den drei Wiesen im Volkspark Hasenheide. „Wenn an die 70 Schau- steller mit ihren Buden und Fahrgeschäften aufbrechen, kettenflieger_neuköllner maientageist das, als würde sich eine ganze Stadt auf den Weg machen“, sagt René Pirczalik-Pauly, der mit sei- ner Veranstaltungsagentur das Bühnenprogramm bei den Neuköllner Maientagen auf die Beine gestellt hat. „Damit das nicht im totalen Chaos endet, läuft alles nach einem straffen Plan ab. Eine logistische Meisterleistung!“, würdigt er die Ge- schicke des Rummel-Organisators Thilo-Harry Wollenschlaeger, der dafür sorgt, dass die Kräne, die den Kettenflieger (l.) und das Riesenrad abbauen, eben nicht den Weg versperren, wenn der Zeitplan die Abfahrt von Thomas Goertler Weiterlesen

Andere halten Schafe, Neukölln lädt zum Rummelbummel ein

fassbieranstich buschkowsky & wollenschlaeger_49. neukoellner maientageViele hatten eine weite Anreise: In Hamburg, Prag und anderen deutschen oder europäischen Städten waren sie, bevor sie nach Berlin kamen. Für andere, die vorher die Britzer Baumblüte be- schickt hatten, war es nur ein Umzug von weni- gen Kilometern bis zum Volkspark Hasenheide. Dort begannen gestern – von Bezirksbürgermeis- biergarten-eröffnung_49. neukoellner maientageter Heinz Busch- kowsky per Fass- bieranstich so offi- ziell wie spritzig eröffnet – die 49. Neuköllner Maien- eröffnung_49. neukoellner maientagetage .

Noch vorgestern, als Organisator Thilo-Harry Wollen- schlaeger (l.), der das Volksfest zum vierten Mal für das Bezirksamt Neukölln organisiert, zur Pressekon- ferenz geladen hatte, glich die dreiteilige Wiese einer Großbaustelle. Das 45 Meter hohe Riesenrad war noch ohne Gondeln, das 7D Kino (r.) ungeputzt, die  Strecke der  Wilde Maus-Achterbahn  zu lückenhaft, um befahrbar zu Weiterlesen

Nomen est omen – eher Ausnahme als Selbstverständlichkeit

zierkirschenblüte_parchimer allee_neukölln-britzWas momentan passiert, kommt nur alle Jubeljahre mal vor: In Britz stehen die Zier- kirschen in voller Blütenpracht während in dem Neuköllner Ortsteil ein Volksfest na- riesenosterhase_60. britzer baumblüte_berlin-neukoellnmens Britzer Baum- blüte stattfindet.

Es war 1927, als in einigen Straßenzü- gen der Hufeisen- siedlung weiß und rosa blühende Zierkirschen angepflanzt wurden. Ein Vierteljahrhundert später bekam Britz ob der ge- meinhin ab Anfang Mai imposant ausschlagenden Bäume den Beinamen „Werder von Westberlin“. 1954 Weiterlesen

Viel Rummel um Neuköllns Sozialstadtrat Szczepanski

„Nur ’ne halbe Stunde, mehr Zeit hab ich nicht“, sagt Bernd Szczepanski, als er an einem der Biertische vor der Bühne der Neuköllner Maientage Platz nimmt. Kaffee ja, Kuchen nein, zu gemütlich soll es nicht werden. Er müsse noch seinen Unter- senioren-nachmittag_neuköllner maientagesuchungsbericht über den Einsatz von Bezirksamtsmitarbeitern bei der Erstellung des Buschkowsky-Buches „Neukölln ist überall“ abgeben. Die rund 200 Senioren, die sich auf Ein- ladung von Maientage-Organisator Thilo-Harry Wollenschlaeger und dem Neuköllner Bezirksamt zu Kaffee, Kuchen und einer anschließenden Rummelrunde eingefunden haben, können es wesentlich entspannter angehen. „Die Ersten waren schon um 1 hier, also zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung“, erzählt Wol- lenschlaeger (l.). „Da hatten wir noch gar nicht geöffnet, aber wir Schausteller sind ja thilo-harry wollenschlaeger+bernd szczepanski_neuköllner maientageflexibel.“

Das ist der Grünen-Politiker Szczepanski auch, muss er sein, denn vorherseh- und planbar ist nur ein Teil seines Alltags. Die Begrüßungsansprache ist kurz und der Situation angemessen, dass wohl kaum jemand gekommen ist, um sich lange Politikerreden anzuhören. Ein bisschen Rückschau in eine Zeit, als auch Bernd Szczepanski zu den begeisterten Rummel- gängern gehörte, und ein bisschen Vorschau: „Seien Sie vorsichtig, dass sie nicht so viel Kuchen essen, dass Sie hinterher in den Karussells eine Tüte brauchen, und sozialstadtrat bernd szczepanski_neuköllner maientageamüsieren Sie sich schön!“ Wer den Sozialstadtrat beim anschließenden Shakehands beobachtet, käme nicht auf die Idee, dass er es eilig hat. Das ist eine seiner Stärken, neben den fachlichen Kompetenzen.

Auf den Rummel, der heute für Szcze-panski ansteht, hätte er ebenso wie seine Fraktion am liebsten verzichtet. Den zettelten drei Mitglieder der Neu- köllner SPD-Fraktion an, die bei der letzten Bezirksverordnetenversammlung – entgegen vorheriger Absprachen – mit Nein statt mit Enthaltung abstimmten, als es um den Antrag auf Verlängerung der Amtszeit des Sozialstadtrats ging, der rein formell an seinem 65. Geburtstag in den Ruhestand geschickt werden würde. Nun soll heute ab 17 Uhr in einer Sonder- sitzung im BVV-Saal erneut über den Antrag abgestimmt werden. Es deute alles darauf hin, dass das Ergebnis diesmal in seinem Sinne ausfallen werde, sagt Bernd

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Szczepanski. Doch leise Zweifel sind nicht zu überhören. Schließlich hatte sich die Situation im Vorfeld der letzten Abstimmung nicht anders dargestellt.

Beim Bühnenprogramm für die Neuköllner Senioren ist Entertainer Pauly nun von alten Berliner Liedern zu einem Quiz übergegangen. Wie heißt der Bezirksbür- germeister, wie die Neuköllner Ortsteile und welche ist die längste Straße im Bezirk? Wer zuerst die richtige Antwort ruft, bekommt Preise, die sonst nur mit etwas pauly+senioren-nachmittag_neuköllner maientageGlück an der Losbude zu gewinnen sind.

Morgen wird keine Einladung und kein blau- es Bändchen brauchen, wer Bernd Szcze- panski reden hören und sprechen will: Von 14 bis 15 Uhr bittet der Sozialstadtrat zur Bürgersprechstunde ins Haus des Älteren Bürgers. „Mal gucken, wer kommt“, sagt er. Sonderlich bekannt sei das Angebot noch nicht, groß jedoch der Bedarf, ein offenes Ohr für Sorgen im sozialen Bereich zu finden: „Häufig geht es um Mietprobleme.“ Aber auch bei unterschiedlichsten anderen Anliegen versucht er weiter zu helfen, das reiche von Gesundheitsthemen bis hin zu Anwohnerärgernissen um vermüllte Straßen und Wege. Er ist ja flexibel.

=ensa=

Abtauchen, abdrehen, abheben: Heute beginnen die 48. Neuköllner Maientage

Heute Nachmittag wird alles anders sein. Dann werden keine Schwertransporter und Kranwagen mehr die Gänge versperren, keine Scheinwerfer mehr am Boden liegen und  keine  überdimensionalen Deko-Fische  und  Rettungsringe  mehr  auf  den Sitz-

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paulys action-team_neuköllner maientagebänken in einer U-Boot-Attrappe. Das Dach vom Autoscooter wird so hoch sein, dass sich auch Erwachsene aufrecht auf der Fläche bewegen können. Der Shaker wird bis 14 Uhr zusammengebaut und bereit zum Schütteln sein, und die Kirmes-Leckereien sind nicht mehr hinter Holzplatten verborgen. Denn dann begin- nen die 48. Neuköllner Maientage.

Schönes Wetter, das steht für die nächs- ten drei Wochen auf dem Wunschzettel von Thilo-Harry Wollenschlaeger (r.), der das Volksfest fürs Bezirksamt Neukölln organisiert, weit oben. Weil schönes Wetter thilo-harry wollenschlaeger_maientage neuköllnein Garant für viele Besucher ist. An den meteorologischen und somit ökonomi- schen Reinfall, den ihm und den Schau- stellern der letzte Neuköllner Rummel, die Britzer Baumblüte, bescherte, mag er gar nicht mehr denken.

Zu den Neuköllner Maientagen, Berlins größtem Parkfest, hat der 47-Jährige oh- nehin eine ganz besondere Beziehung: Am 14. Februar 1966, dem Tag, an dem er in die Schausteller-Dynastie Wollen- schlaeger hineingeboren wurde, unter- schrieb sein Vater den Vertrag für die Organisation der ersten Neuköllner Maientage. Dass die Geburt des Sohnes dadurch ein wenig in den Hintergrund rückte und der erste Besuch des Vaters in der Wöchnerinnenstation erst einen Tag später erfolgte, „das wäre wohl heute undenkbar“, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger: „Aber meine eingang neuköllner maientageMutter wusste ja, wen sie geheiratet hat.“

Nun ist der Sohn Hausherr des Rummels im Volkspark Hasenheide. „Hausmeister ist treffender“, findet er, da der Job als Organisator vor allem bei laufendem Be- trieb ständig neue Herausforderungen mit sich bringt und nicht mit der Vorbereitung abgeschlossen ist. Bei der hat Thilo-Harry Wollenschlaeger wieder auf das Zusam- menspiel von Altbewährtem und Neuem gesetzt: Über 70 Schausteller sind dabei, die Lebkuchenherzen, Zuckerwatte und Rostbratwürste ebenso anbieten wie Slush-Eis und Herzhaftes der Kategorie „halal„. walzerfahrt_neuköllner maientageBei den Fahrgeschäften haben die kleinen Besucher eine Auswahl von 15 Kinder- karussells. Jugendliche und Erwachsene können schon gleich am Eingang mit einer Walzerfahrt (r.) ins Rummelvergnügen starten, danach in zwei Autoscootern auf Kollisionskurs gehen, im Breakdance und Shaker die Belastbarkeit ihrer Mägen tes- ten, magische Momente im Magic erleben aufbau wildwasser-rafting-bahn_neuköllner maientageund sich in der Wildwasserbahn Atlantis Rafting (l.), die gestern noch aufgebaut wurde, erfrischen lassen. Wie schon im letzten Jahr lädt auch in diesem der Kettenflieger Around The aufbau kettenflieger_neuköllner maientageWorld (r.) wieder zum Abheben in 60 Meter Höhe und einem fan- tastischen Rund- blick über Berlin ein. Nicht mehr auf dem Gelände zu finden sind indes eine große Achterbahn und das Riesenrad.

Dafür konnte Thilo-Harry Wollenschlaeger zwei neue Attraktionen gewinnen: Im Hippie Trip lässt sich eine Reise in die Musik u-3000_neuköllner maientageund Farben der 1970er-Jahre erleben; das Tauchboot U-3000 suggeriert mit Action- filmen und elektronisch-hydraulischem An- trieb 3 1/2 Minuten lang mitreißende Aben- teuer unter Wasser. Ebenfalls neu sind, so Wollenschlaeger, die Feuerwerker, die bis zum 20. Mai an jedem Samstag den Himmel über der Hasenheide in ein spek- takuläres Lichtermeer verwandeln. Das macht jetzt die Firma Halter aus Spandau, die u. a. mit der Sprengung des Daches der Berliner Deutschlandhalle bewiesen hat, dass sich die dort arbeitenden Spezialisten auch auf anderes als pyrotechnische Effekte verstehen.

elif uncuoglu gewinnerplakat_neuköllner maientageTradition hat dagegen bei den Neu- köllner Maientagen längst, dass mitt- wochs beim Gros der Fahrgeschäfte und Buden nur der halbe Preis zu zahlen ist, der Eintritt zum Festge- lände frei und das Plakat für das Volksfest Resultat eines Malwettbe- werbs an Neuköllner Schulen ist: In diesem Jahr gewann den Elif Un- cuoglu aus der Klasse 10c der Her- mann-von-Helmholtz-Schule. Außer- dem gibt es auch bei der 48. Auflage der Neuköllner Maientage wieder Sonder- veranstaltungen für alte Leute und Kinder geben: Am 13. Mai lädt Wollenschlaeger etwa 200 Senioren zu Kaffee und Kuchen auf dem Festplatz vor der Bühne ein, am Folgetag Neuköllner Schülerlotsen zu kostenlosen Rummelspaß. Andere Attraktionen wie die Event-Euro genannte Schausteller-Währung, das Nonstop-Bühnenprogramm oder die Castingshow „Neukölln sucht das Multi-Kulti-Super-Talent“ sind noch auf aufbau_maientage neuköllndem Weg zur Tradition zu werden.

Heute um 17 Uhr wird Heinz Busch-kowsky das Volksfest offiziell mit dem Fassbieranstich eröffnen. Noch vorgestern bei der BVV-Sitzung rühr- te er dafür kräftig die Werbetrommel. Die Neuköllner Maientage würden zu den trivialen Dingen gehören, die sehr viel Spaß machen, erinnerte der Bezirksbürgermeister sein Plenum. Für Thilo-Harry Wollenschlaeger sind sie Spaß, Ernst und Leidenschaft zugleich. Mit rund 250.000 Euro beziffert er die Kosten für die gut dreiwöchige Veranstaltung – inklusive der Reparatur der nach der Abreise der Schausteller stark ramponierten Rasenfläche. Keinerlei Verständnis hat er dafür, dass vielerorts von der Politik vergessen wird, dass die Schausteller ein Fest fürs Volk machen, und immer weiter an der Preisspirale für die Standplatzmiete etc. drehen, statt das Anliegen wohlwollend zu unterstützen. „Was auch nicht bedacht wird, ist, dass viele Schausteller von weither anreisen müssen“, sagt Wollen- schlaeger, „weil die Berliner Schausteller allein gar nicht in der Lage wären, so ein Volksfest mit einer Vielzahl an Attraktionen auf den Weg zu bringen.“

Gewinnspiel:

Welche Neuköllner Schule besucht Elif Uncuoglu, die Gewinnerin des diesjährigen Neuköllner Maientage-Plakatwettbewerbs?

Wer diese Frage richtig beantwortet und die Lösung bis zum 27. April um 23.59 Uhr per Mail ans FACETTEN-Magazin schickt, nimmt an der Verlosung von drei Freikarten-Paketen im Wert von jeweils ca. 30 Euro teil, die von Wollenschlaeger und den Schaustellern zur Verfügung gestellt werden.

Die Neuköllner Maientage (Haupteingang am Columbiadamm) sind mon- tags, dienstags sowie donnerstags von 15 bis 23 Uhr und an allen anderen Tagen von 14 bis 23 Uhr geöffnet.

Update (28.4., 10:30 Uhr): Die Gewinner der drei Freikarten-Pakete wurden inzwischen von einem unabhängigen, nach dem Zufallsprinzip ausge- wählten Glücksfeeerich aus dem vollen Lostopf gezogen und sind be- nachrichtigt. Ihnen und allen, die nicht zu den Glücklichen gehören, wün- schen wir viel Spaß bei den 48. Neuköllner Maientagen.

=ensa=

Deutsch-Amerikanisches Volksfest vor dem Aus?

Autorennen, Nachbarschaftsgärten mit Dorfplatz, öffentliche Gebäude, Townhouses oder einfach nichts: Die Vorstellungen, wofür künftig auf dem Tempelhofer Feld Platz sein soll, gehen weit auseinander. Auch der Schausteller und Volksfeste-Organisator Thilo-Harry Wollenschlaeger hat da so seine Ideen.

Er würde gerne im kommenden Sommer für etwa vier Wochen die Fläche am Tempelhofer Damm neben der Stadtauto- bahn mieten, bat Wollenschlae- ger den Stadtentwicklungssena- tor Michael Müller Ende August in einem Brief und teilte auch gleich mit, was er dort vorhat: Auf dem Gelände, das während der Olympischen Spiele in London dem Event Die Spiele in Berlin  zur Verfügung gestellt wurde, solle das 53. Deutsch-Ame- rikanische Volksfest stattfinden. Dessen ehemaliger Standort an der Heidestraße nahe dem Berliner Hauptbahnhof werde bebaut, erklärte Wollenschlaeger dem Senator und verwies zugleich auf die „lange amerikanische Tradition des Standorts Tempelhof“ sowie zahlreiche Umfragen, die ergeben hätten, dass das ehemalige Flugfeld „in breiten Teilen der Bevölkerung“ als Location für das Volksfest gewünscht werde. Zudem war dem Schreiben zu entnehmen, dass der Antrag sowohl von der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika als auch vom „Alliiertenmuseum Berlin, das ja ebenfalls nach Tempelhof umzieht“ unterstützt werde. „Wir würden uns freuen, Ihnen unser Konzept persönlich vorzustellen“, ließ Thilo-Harry Wollen- schlaeger den Senator außerdem wissen.

Aber dazu kam es gar nicht erst. Statt einer Einladung zu einem vertiefenden Gespräch über das Anliegen erhielt Wollenschlaeger von einer Sachbearbeiterin aus Müllers Ressort eine Absage für das temporäre Anmieten der Fläche, die gerade mal ein Fünfzigstel des gesamten Tempelhofer Feldes ausmacht: „Wir halten eine Nutzung oder teilweise Nutzung der Tempelhofer Freiheit durch Volksfest für unangemessen und es widerspricht den erarbeiteten Nutzungskonzepten für dieses Areal und ist der langfristigen Adressbildung nicht zuträglich. Das Areal soll künftig seiner historischen Bedeutung und seiner besonderen Lage in der Stadt ent- sprechende Nutzungen aufnehmen.“ Wenn das Deutsch-Amerikanische Volksfest keinen Bezug zur historischen Bedeutung des Ortes habe, der Luftbrücke und zu West-Berliner Zeiten Airport der amerikanischen Streitkräfte war, was dann?, fragt sich Wollenschlaeger nun. Ebenso unbegreiflich ist ihm, dass „der Senat, der bei seinen eigenen volksfestähnlichen Veranstaltungen komischerweise immer Schausteller engagiert“, jetzt ein Volksfest ablehnt – und damit auch Einnahmen im fünf- bis sechsstelligen Bereich.

Doch so schnell will Thilo-Harry Wollenschlaeger nicht aufgeben. Einen Alternativort zum Tempelhofer Feld gibt es für das traditionsreiche Deutsch-Amerikanische Volksfest ob des Baubooms in Berlin nicht; die Kapazitäten des zentralen Festplatzes am Kurt-Schumacher-Damm sind erschöpft. Dann, ist Wollenschlaeger entschlos- sen, müsse das Thema eben im Berliner Abgeordnetenhaus behandelt werden. Oder auf Bundesebene, wo längst erkannt wurde, dass Volksfeste in Deutschland zum  schützenswerten Kulturgut  gehören.

=ensa=

Erst die Arbeit, ab heute das Vergnügen … bei den Neuköllner Maientagen

„Jetzt nur noch putzen, dann kann’s losgehen“, sagt der Betreiber des Kinder- karussells gegenüber vom Festplatz an der Elch-Hütte. In gerade mal sieben knusperhaus, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegerStunden war der Aufbau seines Fahr- geschäfts geschafft. Das Schlimmste, also die Putzerei, komme immer zum Schluss. Beim Knusperhaus, direkt am Haupteingang zu den 47. Neu- köllner Maientagen in der Hasen- heide läuft es genau umgekehrt: Da wird erst alles auf Hochglanz gebracht und dann das süße Sortiment ge- stapelt, aufgehängt und  -gestellt. Et- wa zwei Tage bräuchten sie schon, bis alles wieder an seinem Platz ist, überschlägt eine der vier Mitarbeiterinnen. Heute Mittag, wenn Berlins größtes Parkfest beginnt, werden sie aber definitiv fertig sein.

atlantis waterrafting, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegerAm anderen Ende der Hasenheide ist der Zeitdruck erheblich größer. Was heute „Atlan- tis Rafting“, Deutschlands größte Wildwas- serbahn, sein und – ebenso wie alle ande- ren Fahrgeschäfte – am Vormittag die TÜV- Prüfung bestehen soll, war gestern noch ein überdimensionales Puzzlespiel kettenflieger around the world, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegeraus Einzel- teilen, die per Tieflader an- gekarrt und von Kränen  an ihre Plätze gehievt wurden. Einige Meter weiter sah es zwar etwas, aber auch nicht viel besser aus: Bis zum 20. Mai wird sich hier der Kettenflieger „Around the World“ drehen und die kettenflieger around the world, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegerPassagiere dabei in 16 doppelsitzigen Gondeln in eine Hö- he von 60 Metern bringen. Der höchste mobile Kettenflieger der Welt sei eines der Highlights der diesjährigen Neuköllner Maientage, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger, der das Volksfest zum zweiten Mal im Auftrag des Bezirksamts organisiert.

euro coaster, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegerAn einem weiteren Besuchermagnet, dem Euro Coaster, wird bereits seit Tagen ge- werkelt.  Die mit nach unten hängenden euro coaster, 47. neuköllner maientage, berlin-neuköllnGondeln bestück- te Achterbahn ist erstmals in Berlin zu Gast und feiert ihre Hauptstadt- Premiere in Neukölln. „Andere Schaustel- ler“, so Wollenschlaeger, „sind dagegen bereits zum 47. Mal dabei.“ Als Spross einer renommierten Schaustellerfamilie weiß er ganz genau, dass es vor allem die Mischung aus Tradition und Hightech ist, die den Reiz für Rummelbesucher ausmacht.

Folglich zieht sich das Miteinander von Altbewährtem und Neuem wie ein roter Faden durch das Gesamtkonzept des Volksfests in der Hasenheide. Täglich gibt es Kasperletheater und Clownerien für die Kleinen sowie ein Non-Stop-Bühnenprogramm für die ganze Familie: „Neu ist, dass wir dienstags und donnerstags die Castingshow ‚Neukölln sucht das Multi-Kulti-Süper-Talent‘ haben.“ Außer Applaus können die Teilnehmer bei der durch die Kooperation mit dem deutsch-türkischen Berliner Stadtmagazin Merhaba ein iPad, ein iPhone sowie einen Restaurantgutschein gewin- nen. Ebenfalls neu sei, dass das Höhenfeuer- werk der Neuköllner Maientage nun freitags statt sonnabends stattfindet. Unverändert ist dagegen, dass am Muttertag Schoko-Maikäfer verteilt werden, knabberlok, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegermittwochs Karussellfahrten zum halben Preis zu haben sind, kein Eintritt für den Besuch des Volks- fests erhoben wird und Neuköllns Bezirksbürger- meister Heinz Buschkowsky die Neuköllner Maientage mit dem traditionellen Fassbieranstich eröffnet. Heute um 17 Uhr ist es soweit! Bis dahin wird auch die Knabberlok in neuem Glanz erstrahlen.

Für eine Verlosung haben uns Thilo-Harry Wollenschlaeger und die Schausteller der Neuköllner Maientage zwei Freikartenblöcke mit jeweils 27 Gratis-Coupons sowie ein „Zahl 1, bekomm 2“-Gutscheinheft zur Ver- fügung gestellt.

Gewinnchancen hat, wer die Frage „Was wird bei der Castingshow der Neuköllner Maientage gesucht?“ richtig beantworten kann und die Lösung bis zum 29.4. um 12 Uhr per E-Mail an schickt. (Die Gewinner werden direkt benachrichtigt.)   Viel Glück!

=ensa=

In Britz geht’s rund – auch um’s Ei

Die Britzer Bäume halten sich noch ziemlich zurück, was das Grünen und Blühen betrifft. Unter ihnen liefen hingegen noch bis heute Mittag die Vorbereitungen für die 58. Britzer 58. britzer baumblüte, neukölln, fahrgeschäft take offBaumblüte auf Hochtou- ren. „Was hier passiert, ist eine logis- tische Meisterleistung, die nur durch die unkomplizierte Art der Schau- steller klappt“, sagt Thilo-Harry Wol- lenschlaeger, der zusammen mit dem Bürgerverein Berlin-Britz Veran- stalter des traditionsreichen Rum- mels ist. Die komplette Infrastruktur mit Buden, Karussells, LKWs, Tech- nik und Wohnmobilen habe bis Sonntagnacht noch beim Volksfest in Spandau gastiert. Nun ist sie für 2 1/2 Wochen in die direkte Nachbarschaft des Gutsparks Britz gezogen.

58. britzer baumblüte, neukölln, riesen-osterhase, paulys action teamHeute um 18 Uhr wird Falko Liecke, Neuköllns Stadtrat für Jugend und Gesundheit und zugleich stellvertretender Bezirksbürgermeister, auf der Bühne an der Löwenhütte den Rummel mit dem Fassbieranstich feierlich eröffnen. Schon vier Stunden vorher begann auf dem Festplatz hinter dem größten Osterhasen der Welt das Vergnügen für die Besucher. Rund 40 Schausteller erwarten sie mit rasanten bis gemächlichen Fahrgeschäften, Los-, Wurf- und Schießbuden sowie süßen und deftigen Jahr- markt-Leckereien. Mittwochs gibt’s den Spaß wegen des Familientags sogar zu reduzierten Preisen, täglich und zum Nulltarif wird dem Publikum dagegen bis zum 22. April ein buntes 58. britzer baumblüte, neukölln, riesen-ostereier-malwettbewerbBühnenprogramm geboten.

Bunt sind auch die Beiträge, mit denen sich sieben Neuköllner Schulen am Volksfest beteiligen. „Anfangs“, erzählt Thilo-Harry Wollenschlaeger, „haben wir die Riesenostereier von Künstlern gestalten lassen. Seit drei 58. britzer baumblüte, neukölln, riesen-ostereier-malwettbewerb, 1. gemeinschaftsschule neuköllnJahren machen das Schul- kinder.“ Besonderer Anreiz sei, dass sie mit ihren österlichen Kunstwerken et- was gewinnen können, er- klärt Pauly, der mal als Clown und diesmal als Osterhase für Wollenschlaeger tätig ist und die Riesenostereier-Aktion betreut: „Die Besucher sind die Jury und stimmen ab, welches Ei das 58. britzer baumblüte, neukölln, riesen-ostereier-malwettbewerb, sonnen-grundschule klasse 4b, memory-ostereischönste ist und den Wett- bewerb gewinnt.“

Etwas sehr Originelles haben sich die Kinder der 4b der Sonnen-Grundschule für ihr Ei einfallen lassen. Dessen Besonderheit erschließt sich jedoch erst bei genauem Hinsehen. „Unser Ei ist ein Memory-Ei“, lüftet Klassen- 58. britzer baumblüte, neukölln, riesen-ostereier-malwettbewerb, schule am zwickauer dammlehrerin Ulrike Winkler das Geheimnis. Jeder der Ha- sen, die erst von den Schü- lern per Bleistift mit Schab- lonen aufgetragen und dann ausgemalt wurden, habe ein identisches Gegenstück  auf dem grasgrünen Ei. Anschließend wurde es mit Lack wetterfest gemacht.

Drei weitere noch weiße Rieseneier, kündigt Pauly an, können von den Besuchern der Britzer Baumblüte bemalt werden. Die würden aber nicht am Wettbewerb teil- nehmen. Hätte einer der Maler den Einfall, Star Wars-Motive auf das Ei zu pinseln … „Das wär’s“, schwärmt Pauly. Und auch Thilo-Harry Wollenschlaeger dürfte daran Gefallen finden, weist ein solches Science Fiction-Ei doch in die Zukunft. Ein 58. britzer baumblüte, neuköllnbeliebter Rummel sei schließlich einer, der sich mit einem Miteinander von Tradition und Fort- schritt präsentiert: „Deshalb bin ich immer sehr offen für neue Ideen.“ Eine, die bereits umgesetzt wurde und wird, ist die Castingshow „Britz sucht das Super- talent“. Man könne zu solchen Formaten ja stehen, wie man will, aber bei Publikum und Kandidaten kämen sie gut an, und das sei es letztlich, was zählt.

Was beim auf dem etwa 20.000 Quadratmeter großen Areal der Britzer Baumblüte ebenfalls immer gut ankommt, ist schönes Wetter. „Das ist das Wichtigste bei allen Volksfesten“, weiß der erfahrene Schausteller Wollenschlaeger. „Wenn es mitspielt, können wir uns hier der 200.000 Besucher-Marke nähern.“ Dem von wirtschaftlich harten Zeiten gebeutelten fahrenden Volk wäre das sehr recht.

Die 58. Britzer Baumblüte auf dem Festplatz Parchimer Allee ist  täglich von 14 bis 22 Uhr (sonn- und feiertags bereits ab 12 Uhr) geöffnet; Eintritt frei.

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Erklärungsbedarf

Die Gerüche von Rostbratwürsten, gebrannten Mandeln, regennassen Bäumen und Büschen, Zuckerwatte, Schweiß und Parfüms vermischen sich zu einem olfakto- rischen Brei. Der Boden unter den Schuhsohlen ist uneben und weicher als Asphalt, neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin,blinden-abzeichenüberall lauern matschige, nur langsam abtrocknende Pfützen- überbleibsel. In die Ohren dringt eine Kakophonie aus Stimmen, Musikalischem von Schlager bis Hip Hop, kreischenden Men- schen, dumpfem Grollen, mono- tonem Rattern und Schritten auf metallenem Untergrund. Die bunten, blinkenden Lichter der Karussels und Fahrgeschäfte und die  in der Losbude gestapelten Trostpreise und Hauptgewinne sind zur relativen bis totalen Bedeutungslosigkeit degradiert, weil die Augen sie nicht oder nur sche- menhaft wahrnehmen können.

Diese Erlebnisse boten sich gestern 15 Sehbehinderten und Blinden bei den Neu- neuköllner maientage, city stiftung berlin, thilo-harry wollenschlaeger, falko liecke, siegfried heliasköllner Maientagen. Auf Initiative von Siegfried Helias (M.), Vorsitzender der City Stiftung Berlin, wurde die Gruppe des Allgemeinen Blinden- und Seh- behindertenvereins Berlin (ABSV) von Thilo-Harry Wollenschlaeger (r.), dem Organisator der Neuköllner Maien- tage, zu einer kostenlosen Rummel- runde eingeladen. Es sei ihm einfach ein Bedürfnis gewesen, so Helias, den Gehandicapten die Gelegenheit zu bieten, an dieser Variante des „ganz nor- malen Lebens teilnehmen“ zu können. Wollenschlaegers Reaktion im Beisein des Neuköllner Gesundheitsstadtrats Falko Liecke (l.), dass jede Tradition ja irgendwann neuköllner maientage, city stiftung berlin, absv e.v.anfange, lässt mehr als vermuten, dass die gestrige Premiere nicht zugleich das Finale seines Engage- ments in dieser Richtung war. Der von Helias als „Rummel-König“ Titu- lierte, erklärte die Begleitung der Gruppe kurzerhand zur Chefsache und war – ebenso wie der Clown und Entertainer Pauly – bis zum Schluss dabei.

Das trifft auch auf Jörg zu. „Meine Sehfähigkeit lässt sich in Prozent nicht mehr messen“, erzählt er über 30 Meter von sicherem Boden entfernt in der schwankenden neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, thilo-harry wollenschlaeger, riesenrad lorenzGondel des Riesenrads. Die Aussicht auf weite Teile Berlins und die dunkelgrauen Wolken ist nichts, was ihn beeindrucken kann. Vor 21 Jahren ging  ihm wegen irreparabel geschädigter Sehnerven „innerhalb weniger Tage“ jeglicher Sinn fürs Vi- suelle verloren.  Eine Freundin, die ihn begleitet, beschreibt ihm, was sie sieht: viel Grün, große bunte Drachen auf dem Tempelhofer Feld, den Fernsehturm. Durch den stärkeren Wind, sagt er, spüre er die Höhe, seinem Gleichgewichtssinn kann das Erlebnis jedoch nichts anhaben. Der ist durch das Bergsteigen und das Klettern, das der 42-Jährige auch trotz Behinderung weiterhin betreibt, immun gegen Irritationen. Erst als es gilt, die Gondel wieder zu verlassen, ist wieder die Unsicherheit da, die seit der Erblindung mit dem Betreten unvertrauten Terrains einhergeht: Wo fängt die Stufe neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, melodie staran? Wie breit ist sie? Wo hört sie auf? Er fährt seinen weißen Teles- kopstock aus, um zu ertasten, was er nicht mehr sieht.

Pauly und Thilo-Harry Wollenschläger schlagen den Melodie Star als nächs- te Station vor. Was ein Riesenrad ist, musste niemandem erklärt werden, doch wie beschreibt man Blinden ein Karussell, das sie nicht kennen? Jörgs Begleiterin, geübt im Umgang mit ihm, schafft es. Die Entscheidung, damit fahren zu wollen, ist vermutlich schon beim Stichwort „schnell“ gefallen. Denn Schnelligkeit fasziniert den erfolgreichen Handicap-Sportler: Er ist Deutscher Meister im Speed-Skating und nahm im letzten Jahr als einziger Blinder  am Berlin Skate-neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, geisterbahn fantasmagor raschMarathon teil.

Die Geisterbahn wollen auch die ausprobieren, die sich vor Höhe und Geschwindigkeit fürchten. Nur wenige lösen ihre Freikarte nicht ein. Ihr sei es im Dunkeln unheimlich, sagt eine Frau, die zu denen gehört. Sie nimmt ihre Umwelt nur noch schemenhaft wahr, kann aber hell und dunkel sehr wohl unterscheiden. „Ich schlafe auch bei Licht“, erklärt sie grinsend – ahnend, wie verblüffend dieses Geständnis auf Sehende wirkt. Als es nach der rumpeligen Fahrt durch das Reich des Gruselns hinüber zu den Autoscootern geht, wirkt der Geisterbahn-Effekt nach. „Nie wieder!“, sind sich die meisten einig. Die lauten Geräusche, die schweren Vorhänge, die einem über Körperteile streichen, die abrupten Wechsel zwischen Dunkelheit und neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, thilo-harry wollenschlaeger,atlantis rafting wildwasserbahnHelligkeit – das sei hochgradig unangenehm gewesen.

Nass wird es am nördlichen Ende des Festgeländes. Doch zunächst muss der Rummel- König genau erklären, was es mit der Wildwasserbahn „Atlan- tis Rafting“ auf sich hat. Dass die runden Tassen, die über die Strecke schaukeln, nicht fliegen und es auch keine unheim- lichen Geräusche oder Lichteffekte gibt, verschafft dem Fahrgeschäft spontan Sympathien. Man werde  eben ein  bisschen nass, sagt Wollenschlaeger. Und hinter-

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her könne man sich ein Foto ausdrucken lassen, das beweist: Ich war dabei! Das wollen alle, egal ob Kleidung, Haare oder der beim Quiz mit Pauly gewonnene Schlumpf eine Dusche abkriegen. „War das schön“, schwärmt Heidi nach der Fahrt und wringt den nassen Fleck an ihrer Hose aus. Ihre Begeisterung gilt aber nicht nur der Wildwasserbahn, sondern dem Ausflug zu den Neuköllner Maientagen an sich. Seit ihrer Erblindung vor acht Jahren sei sie zum ersten Mal wieder auf einem Rummel. Lust, sagt sie, hätte sie allerdings durchaus schon vorher gehabt: „Aber ich hab mich nicht getraut, jemanden zu fragen, ob er mich begleitet, denn ich falle ja schon so oft Leuten zur Last, weil sie mir im Alltag helfen oder Dinge beschreiben müssen, die ich nicht kenne.“ Neulich sei es ein Alpaka gewesen, von dem sie unbedingt wissen wollte, wie das Tier aussieht. Rund eineinhalb Jahre habe sie gebraucht, sich mit ihrer neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, high explosive achterbahnBlindheit abzufinden. Das sei die härteste Zeit ihres Lebens gewesen. „Aber ge- genüber den Geburtsblinden hab ich wenigstens den Vorteil“, findet Heidi, „dass ich schon vieles gesehen hab und auf die Erinnerungen zurück- greifen kann.“  Das, gibt sie zu, mache aber auch oft ein bisschen traurig.

In die High Explosive-Achterbahn will Heidi nicht, viele andere schon. Jörg natürlich auch, denn sie ist schnell. Danach gibt es an der Knabber-Lok gebrannte Mandeln für neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, thilo-harry wollenschlaeger, rocket-weber fahrgeschäftalle. Der Abschluss der Rummelplatz-Runde führt zu einer der großen Attraktionen des Volksfestes in der Hasen- heide: dem Rocket. Erneut muss erklärt werden, was die Mägen und Sinnesorgane in dem gelb-schwarz blinkenden High Tech-Fahrgeschäft erwar- tet. Eigentlich sieht es ob der Attribute „hoch und schnell“ nach einem klaren Fall für Jörg aus. Doch es sind zwei andere Männer und eine Frau, über denen die Sicherheitsbügel zuklappen. Jörg hat Hunger auf Bratwurst. Schon die ganze Zeit. „Ist ja auch kein Wunder bei den Gerüchen hier“, sagt er.

Nach zwei Stunden Rummel sind alle glücklich. Auch Paloma Rändel, die für den ABSV die Gruppe begleitet hat. „Anfangs“, sagt sie, „war ich ja skeptisch, ob das Angebot für diesen Gruppenausflug überhaupt jemanden interessiert. Aber nun sehe ich, dass es supergut angekommen ist.“ Heidi nickt und kündigt an, dass sie sich nun auch wieder ohne den Schutz einer Gruppe zu Volksfesten trauen wird.

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Verhältnismäßigkeiten bei den Neuköllner Maientagen

Waffen zücken, wildpin- keln, alkoholische Geträn- ke mitbringen, betteln, Hunde unangeleint über den Festplatz laufen oder  Müll einfach fallen lassen: Es gibt vieles, was Be- suchern der Neuköllner Maientage, die heute in die letzte Woche gehen, untersagt ist. Aus gutem Grund, denn schließlich hielte sich der Volksfestspaß sehr in Gren- zen, wenn alles erlaubt wäre, was  stattdessen mit Bußgeldern und/oder Platz- verweisen geahndet wird.

Weshalb gleichzeitig aber völlig legal Rixdorfer – sprich: Menschen, die im Ri- chardkiez wohnen und sich des alten Ortsnamens von Neukölln bedienen – in schuhkartongroßen Kisten zum Schleuder- preis von nur 1 Euro verkauft werden dürfen, erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Und natürlich beim Probieren.

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Jetzt geht’s rund

Bis morgen Nachmittag haben sie noch Zeit, ihre Fahrgeschäfte, Futterbuden und Losstände aufzubauen: Um 17 Uhr wird Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky mit dem obligatorischen Fassbieranstich die 46. Neuköllner Maientage in der 46. neuköllner maientage, hasenheide, neuköllnHasenheide eröffnen.

Noch heute ist das Gelände, auf dem das größtes Parkfest Berlins bis zum 22. Mai wieder hunderttausende Be- sucher anlocken wird, eine Anein- anderreihung vieler verschiedener großer und kleiner Baustellen. Der Eingang am Columbiadamm, der ab morgen illuminiert sein soll, ist noch nicht fertig. Die Männer vom Neuköllner Natur- und Grünflächenamt wuseln noch durch die Beete rund um das 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, natur- und grünflächenamt neuköllnRummelareal, um sie von natürlichen Relikten des Winters und menschlichem 46. neuköllner maientage, hasenheide, neuköllnund tieri- schem Müll zu befreien. Ein- zig die Bäume, während der Maientage be- währte und gut geschützte Kabelträger, scheinen bereits bestens auf alles vorbereitet zu sein. Doch grundsätzlich gilt das auch für alle anderen Beteiligten.

Einer von ihnen, wenn nicht gar der wichtigste, ist Thilo-Harry Wollenschläger, der das vom Bezirksamt Neukölln veranstaltete Volksfest erstmals organisiert. Er fühle sich den Maientagen schon aus einem sehr 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, thilo-harry wollenschlaeger, franziska giffeypersönlichen Grund eng verbunden, erzählt er: Als er am 14. Februar 1966 geboren wurde, wurde der Vertrag für das erste Volksfest in der Hasen- heide unterschrieben. Nun hat der Spross einer traditionsreichen Schau- stellerfamilie die Festplatzleitung übernommen, die jahrzehntelang in der Hand von Richard Simmons und der Hans Purwin KG gelegen hatte. Alles umkrempeln wolle er selbstverständlich nicht, erklärte er heute an der Seite der Neuköllner Bezirksstadträtin Franziska Giffey bei einer Pressekonferenz: „Aber es wird schon einige Neuerungen geben.“ Den Event-Euro beispielsweise. Wer 10 Euro in ihn investiert, bekommt dafür Maientage-Zahlungsmittel im Wert von 12 Euro, die an 46. neuköllner maientage, hasenheide, neuköllnallen Buden und Fahr- geschäften verjubelt wer- den können. „Das Wich- tigste ist doch“, so Wollen- schlaeger, „dass ein Volksfest für die Menschen im Bezirk bezahlbar ist.“ Dazu trage auch der freie Eintritt bei.

Ein weiteres Novum sei die enge Zusammenarbeit mit mehreren Migranten- vereinen, die unter dem Motto „Einheit in Vielfalt“ vom 6. bis 8. Mai ein arabisch-deutsches und vom 13. bis 15. Mai ein türkisch-deutsches Freundschaftsfest mit Bühnenprogrammen organisieren. Er sei guter Dinge, sagte Thilo-Harry Wollenschlaeger, dass wir tolle Maientage erleben werden.

Seinen Optimismus teilt auch der Betreiber des Riesenrads, kanalisiert ihn jedoch 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, riesenradzunächst in die kommenden Stunden. Einen Tag, erzählt er, brauchen seine Leute und er – wenn alles glatt läuft – bis die Einzelteile zusammengesteckt 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, riesenradund -geschraubt sind und al- les geputzt ist: „Das wird beim Aufbau ge- macht, weil beim Ab- bauen alles schnell gehen muss.“ Routine für die Männer. Dass die Gondeln am Tag vor der Eröffnung der Maientage noch wie überdimensionale Müslischüsseln übereinander gestapelt sind, beunruhigt sie nicht.

Die Kollegen  vom „Break Dance“, das  in Sichtweite steht, sind  auch  noch nicht  viel

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weiter. Die Achterbahn „High Explosive“ ist nur mit enormer Phantasie als Achterbahn 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, achterbahn high explosivezu erkennen. Die Wagen stehen noch auf 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, achterbahn high explosiveeinem Tief- lader, ebenso die Kulisse. Per Kran wer- den Fragmen- te der Strecke zu ihren Posi- tionen gebracht und dort montiert. Die Protagonisten der Geisterbahn stehen schon bereit, um für 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, geisterbahngruselige Momente zu sorgen. Um die zu erleben, müsste man sich aber zu Fuß durch das Dunkel bewegen, denn die Wagen sind noch nicht fahrtüchtig. Dagegen sieht es an der großen Losbude am 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, losbudeFestzelt schon fast so aus, als dürfe es gleich losgehen. Ein bisschen gewischt wird noch, und aus großen Plastiksäcken werden weitere quietschbunte Trost- und Hauptpreise gezerrt, die ab morgen von denen mitgenommen werden können, auf deren Losen Ziffern stehen.

Vor allem der Crew von „Atlantis Rafting“ wird es recht sein, dass die Neuköllner Maientage nicht schon heute beginnen. Gestern stand die Wildwasserbahn noch in 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, atlantis rafting wildwasserbahnHamburg. Heute Mittag war das Fahrgeschäft fast komplett in die Hasenheide überführt. „Auf einen Wagen warten wir noch, aber das 46. neuköllner maientage, hasenheide, neukölln, atlantis rafting wildwasserbahnwird“, sagt einer der Fahrer. Er hat die Tour bereits hinter sich und steht am Columbiadamm, um seinen Kollegen herbei zu gucken. Auf dem Festplatz ist schon alles für seine Ankunft vorbereitet.

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