Rien ne va plus!

s-bahnring neuköllnBis zum Abend herrscht noch das normale Chaos mit Verspätungen, Zugausfällen und pünktlichen Abfahrten auf dem S-Bahn-Ring. Danach geht bis Montagmorgen an den Neuköllner Stationen wegen Weichen-Arbei-ten per Schiene gar nichts mehr: Ab 22 Uhr fahren Busse statt der S41 und S42 sowie S45 bis S47 zwischen Hermannstraße und Treptower Park bzw. Baumschulenweg. Mor-gen um 22 Uhr wird die Streckensperrung dann bis zur Station Tempelhof ausgeweitet, um auf dem Abschnitt Schienen und Schwel-len erneuern zu können.

Neuköllner Dialektik

Gemeinhin wird die S-Bahnstrecke, die sich wie ein Ring um die Berliner Innenstadt legt, Ringbahn genannt. In der Mitte und im Süden Neuköllns hat sie, seit im Norden des  Bezirks immer mehr  Neu-Neuköllner  zwischen die  Alt-Neuköllner  stoßen, aber

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einen weiteren Namen: Hipster-Schutzwall. Noch funktioniert der recht gut. In das Neukölln außerhalb der Ringbahn zu ziehen, geht für die meisten hippen Zuzugs- willigen – zur Freude der Britzer und Süd-Neuköllner – nicht mal als Plan B durch. In der Gegenrichtung ist der Hipster-Schutzwall derweil durchlässiger als ein Sieb.

Nach einer erfolgreichen Premiere am letzten Samstag, gibt es heute unser zweites Sommer-E-Paper als pdf-Download: mit allen umfangreichen Bei- trägen, die seit dem 27. Juli erschienen sind, und  diversen Veranstaltungs- tipps  für die kommende Woche als Zugabe.

Neuköllner Absichten – vom Dach des Estrel Hotels

estrel-hotel_neuköllnEs war ein Angebot der Kategorie „unwiderstehlich“, das unserer Anfrage folgte: Eigentlich hatten wir nur die Absicht gehabt, Blicke aus der immerhin auch über 60 Meter  hohen oberen Etage in die Tiefe zu werfen. Wir dürften auch aufs Dach, schrieb uns Annemarie Hirschberg aus dem PR- und Marketing-Sekretariat des Estrel Hotels zurück, und kündigte an, dass von dort die Aussicht über die Stadt noch balkon präsidentensuite_estrel berlin_neuköllnbesser sei.

Zwar zählt das 1995 er- öffnete, nach Eigentü- mer Ekkehard Streletzki benannte Hotel in Sachen Höhenmeter nicht zur Top 10 in Deutschland, was die Zimmerzahl betrifft, schlägt es andere Häuser aber um Längen: Weiterlesen

Was für’n Hin und Her

s-bahnhof sonnenallee rixdorf, neuköllnErst Richardsdorp, danach Rieksdorf, später Rixdorf und dann schließlich Neukölln. Vor fast 100 Jahren, am 27. Januar 1912, bekam der Bezirk diesen Namen. Damit, dass Neu- kölln schöner klingt als Rixdorf, hatte die Um- benennung allerdings nichts zu tun. Der An- lass war vielmehr, dass Rixdorf damals äu- ßerst verrufen war und in Berlin nicht zuletzt dank Gassenhauern à la „In Rixdorf ist Musi- ke“ als Inbegriff des Frivolen galt.

Da die Zeitzeugen der wilden Ära Rixdorfs in- zwischen ausgestorben sind, denen die Er- wähnung des Namens ein grelles Schamrot ins Gesicht treiben könnte, und es mit dem Image Neuköllns auch nicht zum Besten be- stellt ist, steht dem Bezirk nun also offenbar eine Umbenennung mit Retro-Charme bevor. Nahe des alten Ortskerns am Richardplatz, am S-Bahnhof Sonnenallee, wurde schon mal damit begonnen.

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