Hinter den Erwartungen zurück: die „Route der Migration“ auf dem Tempelhofer Feld

„Ditt soll allet sein?“ Der Rentner aus Neuköllns Nachbarbezirk Treptow ist einmal um den knallroten Container gestapft, der seit einigen Tagen auf dem Tempelhofer Feld steht. „Ist ja sehr dünne!“, sagt er zu seiner Frau, die ihm zustimmt. Sie habe sich auch mehr darunter vorgestellt, räumt sie ein. Von Videos und Öffnungszeiten zwischen 11 und halb 6 habe sie irgend- wo etwas gelesen. Es ist Freitagnachmittag, und der rote Container, der einer von vier Punkten auf der Route der Migration ist, ist fest verschlossen.

Ein knappes Dutzend Texttafeln mit historischen Fotos vom Tempelhofer Feld und von  Migranten, die hier ankamen, als das Areal  noch ein Flughafen war, ist  auf einer

 

Seite der so genannten Gedächtnisbox angebracht. Die Neuköllner Zeichnerin Anna Faroqhi hat für die Gestaltung einer anderen Seite einen Comic namens „Tor zur Welt“ beigesteuert. Mehr hat diese Station auf der Route der Migration nicht zu bieten.

„Eigentlich wollten wir heute alle vier Punkte der Route besuchen“, sagen die beiden Treptower. Nach dem enttäuschenden Auftakt auf dem Tempelhofer Feld haben sie umdisponiert: „Da gehen wir doch lieber hier noch ein Stück spazieren und dann Kaffee trinken.“

=ensa=