Weit unten und weit oben: Neue Farbtupfer gegen die Tristesse der Kachelwand

„Zweiter Gang, den Wagen einfach rollen lassen, sechs Stundenkilometer!“ Dr. Christian Hoffmann, Sprecher des Quartiersrates Flughafenstraße und Bezirksverordneter der Grünen im Rathaus Neukölln wurde an diesem Vormit-tag nicht müde, Autofah-rerinnen und -fahrer in der Neckarstraße daran zu erinnern, welche Regeln seit acht Mona-ten in der Spielstraße gelten und wie sie fahrtechnisch einzuhalten sind. „Warum ich Ihnen das sage?“, antwortete er auf eine Frage verdutzt: „Damit die Kinder die Spielstraße endlich als Spielstraße erobern können!“ Kinder Weiterlesen

Royals im Rollbergviertel

prinz peter_berliner prinzenpaar_morus14 neuköllnLetzte Woche: Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Neuköllner Röntgen-Schule. In dieser: ein Prinzenpaar beim wöchentlichen Mittagstisch Mieter kochen für Mieter im Gemeinschaftshaus des Rollbergkiezes. Christina I. trug zur Feier des Tages ihr funkelndes Krönchen, Peter V. güldene Anstecker, eine bestickte Krawatte nebst Emblem und außerdem einen überdimensionalen Scheck unter dem Arm. Die stolze Summe von 4.111 Euro haben Christina Holm und Peter Schmitt, Berlins amtierende karnevaleske Blaublüter, gesammelt, um das Netzwerk Schüler- hilfe Rollberg des Vereins Morus 14 zu unterstützen.

Dass das Prinzenpaar des Berliner Karneval e. V. Spenden für soziale Projekte sammelt, sei üblich, erklärte Prinz Peter Weiterlesen

„Nicht alle gehen einen geraden Weg“

albert-schweitzer-büste_albert-schweitzer-gymnasium neuköllnEs war voll am Freitagmorgen in der Aula der Albert-Schweitzer-Gymnasiums: Die Abschlussjahrgänge von vier Neuköllner Schulen hatten sich versammelt, um ein besonderes Geschenk entgegen zu nehmen. Und über ein Dutzend Unternehmer und leitende Angestellte hatten teilweise weite Wege zurückgelegt, um es zu übergeben. Eigentlich hätte auch der Langstrecken-schwimmer Thomas Lurz, der 2012 bei den Olympi- schen Spielen Silber holte und den Weltmeistertitel über die 25 Kilometer-Distanz hält, unter den Mentoren der Initiative „Auf die Socken, fertig, los!“ sein sollen, um georg krapp_albert-schweitzer-gymnasium neuköllnvon seinem Werdegang und seinen Erfahrungen zu erzählen. Doch der Würzburger musste krankheitsbedingt absagen. Für einen Profisportler wie Lurz seien eben viele Medikamente tabu, wenn er nicht unter Dopingverdacht geraten will, erklärte Schulleiter Georg Krapp den Ju- gendlichen.

Die Frage „Ausbildung oder Studium?“ steht für sie unmittelbar bevor, Weiterlesen

Ein Wunder namens Schweitzer Big Band

sandra weckert_bigbandmethod„Stefan ist wie ein Schwamm“, lobt Sandra Weckert (r.) den, der gestern – beim ersten öffentlichen Auftritt der Schweitzer Big Band – das Schlagzeug bediente. Man könnte ihm aber auch ein Saxophon in die Hand geben oder ihn hinter das Keyboard setzen. Denn es ist nicht nur ein Musikinstrument, das er innerhalb der vergangenen acht Wochen lernte, sondern es sind eben diese drei.

Die Aula der Neuköllner Albert-Schweitzer-Schule war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Mitschüler, Schul- leiter Georg Krapp, einige Eltern und Lehrer, der stell-vertretende Leiter der Musikschule Paul Hindemith Neukölln Bojan Assenov: Alle wollten an dem Ereignis teilhaben, das durchaus als Wunder bezeichnet werden kann. „In der letzten August-Woche haben Weiterlesen

Endlich eine Cafeteria statt einer Hausmeisterwohnung

zuckmayer-schule neuköllnKopfstraße 53-55 in Neukölln. Vor fast 100 Jahren wurde der von  Reinhold Kiehl  entwor- fene Backsteinkomplex erbaut, in dem die Zuckmayer-Schule ihren Hauptsitz hat. Auch eine Hausmeisterwohnung war in dem Gebäude untergebracht. „Aber ein Hausmeister hat in der schon seit ewig langer Zeit nicht mehr gewohnt“, sagt Schulleiter Steffen Eckardt. Nun ist die Ära der Hausmeisterwohnung passé, stattdessen hat die Zuckmayer-Schule, die als Sekundar- schule den Ganztagsbetrieb praktiziert und aktuell von 554 Schülern besucht wird, endlich eine Cafeteria. Gestern wurde sie offiziell einge- weiht; alle anderen Neuköllner Ganztagsschulen haben das Ereignis längst hinter sich.

„Die Damen und Herren von der Polizei sitzen da, wo die Badewanne stand“, erklärt Eckardt grinsend bei der kleinen Feier, bevor er näher auf die „bautechnische Meisterleistung“ eingeht, die foffizielle einweihung cafeteria zuckmayer-schule neuköllnür den Umbau der 3-Zimmer-Wohnung nötig war. „Das  Mauerwerk unse- rer Schule gleicht ja einem Schweizer Käse, weil  früher jedes Klassenzimmer eine eigene Ofenheizung hatte.“ Um die Statik nicht ins Wanken zu bringen, seien die Säulen, die statt einer Wand mitten in der Cafeteria stehen, „vom Keller aus durch das Gebäude geschos- sen“ worden. Seitdem erinnert nichts mehr an die Hausmeisterwohnung. Fast nichts mehr. „Die Woh- nungstür mit Spion und Briefkastenschlitz wollten wir unbedingt behalten“, sagt der Schulleiter. Allerdings sind offizielle einweihung cafeteria zuckmayer-schule neukölln,diese Relikte nun nur noch Dekoration.

Etwa 320.000 Euro flossen aus der Kasse des Neu- köllner Bezirksamts in die Umstrukturierungsarbeiten, die von insgesamt 13 regionalen Fachfirmen bewerk- stelligt wurden. „Mit wirklich  minimalen Belästigungen und großer Rücksichtnahme auf den laufenden Schul- betrieb“, betont Steffen Eckardt. Sehr zufrieden seien er, die Lehrer und Schüler mit dem Ergebnis und auch mit der Farbgestaltung mit ihren lila- und petrolfarbenen offizielle einweihung cafeteria zuckmayer-schule neukölln, steffen eckardt, dr. franziska giffeyAkzenten.

Franziska Giffey (r.), Neuköllns Schulstadt- rätin, kann die Begeisterung nur bedingt teilen. Insbesondere der Flieder-Ton, sagt sie, sei ja doch sehr gewöhnungsbedürftig. Voll des Lobes ist sie indes über den organisatorischen Kraftakt, den Schulleiter Eckardt (l.) und das Lehrerkollegium der Zuckmayer-Schule in letzter Zeit neben dem Unterricht absolvierten und noch vor sich haben: Die Umgestaltung des Hauptsitzes in der Kopfstraße war eine Baustelle, der Umzug der Zuckmayer-Schule-Filiale eine andere. Letztere sei jedoch nicht zu vermeiden. „Der Bezirk braucht vermehrt Schulplätze und das nicht nur wegen des anhaltenden Zuzugs von Roma-Familien“, so Giffey. „Wir werden zum nächsten Schuljahr rund 100 Schüler haben, die das Gymnasium nicht schaffen und auf Sekundarschulen wechseln  müssen.“ Das bedeute Umstrukturierungen. Deshalb werde die Filiale der Zuckmayer-Schule unter dem Dach der Thomas-Morus-Schule aufgelöst und künftig in der ehemaligen Kurt-Löwenstein-Schule ihren Sitz haben, die wiederum 2011 mit der Röntgen-Schule fusionierte und ein Gebäude an der Bezirksgrenze zu Treptow bezog. „In dem Präsentkorb ist ein wenig Nervennahrung offizielle einweihung cafeteria zuckmayer-schule neukölln,für Sie und Ihre Kollegen“, verspricht Franziska Giffey dem Schulleiter.

Steffen Eckardt nimmt das Geschenk dankbar an und beweist im nächsten Moment, wie sehr er auf Herausforderungen eingestellt und ihm das tägliche Improvisieren in Fleisch und Blut übergegangen ist: „Eigentlich hätten wir heute auch gerne eine kleine kulturelle Einlage unserer Schulband präsentiert, aber die könnte nicht vollzählig auftreten, weil die Schüler der 10. Klassen gerade in den Prüfungen stecken.“ Auf eine musikalische Kostprobe muss trotzdem nicht verzichtet werden. „Wir sind ja schließlich eine Multimedia-Schule“, sagt Eckardt und bittet seine Kollegin, den Beamer ein- zuschalten. Kurz darauf rockt die Schulband mit dem John Lennon-Titel „Imagine“ die neue Cafeteria der Zuckmayer-Schule.

=ensa=