Unsichtbar durch Neuköllns Untergrund

respekt in sicht, unsichtbares theater für toleranz, lokaler aktionsplan nord-neuköllnDie Leute der TheaterZoneNeukölln sind auf das Schlimmste vorbereitet: Beson- ders viele, fürchten sie, werden es wohl nicht sein, die  morgen Abend der Einla- dung zur Abschlusspräsentation ihres Projekts  „Respekt in Sicht“  folgen wol- len. Gar übermächtig erscheint die Kon- kurrenz durch die 9. Sitzung der Neuköll- ner Bezirksverordnetenversammlung EM- Begegnung zwischen Deutschland und den Niederlanden. Ob die  spannend und sehenswert  wird, bleibt abzuwarten – auf die „Respekt in Sicht“-Präsentation wer- den beide Attribute aber definitiv  zutreffen.

Vor allem in den U-Bahnlinien 7 und 8, also tief im Neuköllner Untergrund, waren die Schauspieler in letzten Monaten unterwegs – in so geheimer wie öffentlicher Mission. Ihre Ziele: die  Förderung des Zusammenlebens der Kulturen und der Kommuni- kation. Ihr Mittel: das vom Brasilianer Augusto Boal entwickelte  unsichtbare Theater, bei dem inmitten ahnungsloser Passanten Szenen gespielt werden, die das Pu- respekt in sicht, unsichtbares theater für toleranz, lokaler aktionsplan nord-neuköllnblikum zum Mit-, Nach- oder Um- denken anregen. „Der Trick ist“, sagt Regisseurin Signe Ibbeken (l.), „dass die Leute Theater nicht als Theater sondern als Realität erleben und so – ohne es zu merken – zu aktiven oder passiven Akteuren werden.“

Vorrangig um Fragen wie  „Wie wol- len wir leben? Was wünschen wir uns? Wie sähe ein Miteinander mit Respekt und ohne Vorurteile aus?“ sei es bei den Szenen der bisherigen acht Touren gegangen, erklärt Schauspieler Simon Mayer (r.). Keinesfalls wollten sie durch ihre Impulse jedoch Diskussionen auf  Stammtisch-Niveau auslösen: „Der Ansatz vom Unsichtbaren Theater für Toleranz ist, Sympathie für die Figuren und ihre Themen zu erreichen und die Neugier aufeinander  zu wecken.“ Wunderbare Erlebnisse hätten sie dabei gehabt, schwär- men der Schauspieler und die Regisseurin.

Von denen erzählen sie morgen ab 19 Uhr bei ihrer Projekt- und Video-Präsentation im Familienzentrum Kleiner Fratz in der Glasower Straße 54.

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