Vom Unterricht befreit

sehitlik-moschee neukoellnIn Neuköllner Schulklassen bleiben heute viele Plätze leer. Denn gestern Abend endete für Muslime der Fastenmonat Ramadan, heute beginnt das dreitägige Zuckerfest und für luftbild sehitlik-moschee neukoellndieses hat der Berliner Senat in der aktuellen Ausführungsvorschrift Schulbesuchspflicht bestimmt, dass der erste Tag für muslimi-sche Schülerinnen und Schüler unterrichtsfrei ist.

Schon um 5.45 Uhr begannen in der Sehitlik-Moschee mit einem Festgebet die Feiertage. Tausende von Gläubigen werden hier heute erwartet; um ein Verkehrschaos am Columbiadamm zu verhindern, hat die Gemeinde Weiterlesen

F wie Fastenbrechen – und Fußball

5_fastenbrechen kranoldplatz berlin-neukoellnEinen Grund zum Feiern hatten letzten Freitag nicht nur die deutschen und brasilianischen WM-Fußballer samt ih- ren Fans. Auch auf dem Kranoldplatz in Neukölln wurde gefeiert: Erstmals hat- ten ein halbes Dutzend Mitglieder des Kranold-Weder-Netzes zum gemeinsa- iftar_feuerschale_kranoldplatz neuköllnmen Iftar unter freiem Himmel eingeladen.

Rund um eine lodernde Feuerschale sollten Menschen aus dem Neubritzer Kiez die Gelegenheit haben, zusammen die Zeremonie des Fastenbrechens zu be- gehen, die derzeit – d. h. während des Ramadan – allabendlich von Weiterlesen

Neuköllner Schätze (1)

Heute beginnt nicht nur der Ramadan (dazu sehr lesenswert: Hatice Akyüns aktuelle Tagesspiegel-Kolumne), sondern auch unsere Sommer-Serie Neuköllner Schätze. In der zeigen wir in lockerer Reihenfolge Dekoratives, Nützliches oder auch Skur- riles, das sonst weitgehend verborgen bleibt. Denn obwohl Balkone zwar der mit Abstand öffentlichste Teil einer Wohnung sind, ist für Passanten meist nur Grü- nendes oder Blühendes sichtbar – nicht aber:

Anton, der in einem Neuköllner Trödelladen zu verstauben drohte und nun bei neuen Besitzern in luftiger Höhe einen Logenplatz zwischen den Geranien bekommen hat.

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Ramadan Karim!

Auch sonst sind sie nicht zu beneiden: Leute, deren Job es ist, ständig von leckeren arabische backwaren, ramadan, neuköllnDingen umgeben zu sein und diese an die Frau oder den Mann zu bringen.

Ab heute jedoch, mit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan, muss der Alltag für gläubige Muslime, die hinter Bäckerei-Theken, an Obstständen oder in Dö- ner-Buden stehen, zu einer regelrechten Quälerei wer- den. Zumindest wird’s den meisten christlich oder atheistisch sozialisierten Mitteleuropäern schwerfallen, sich die Situation anders vorzustellen. Heißer Tipp für alle, die daran interessiert sind zu erfahren, wie „ihre“ Bäckerei-Frau oder „ihr“ Imbiss-Mann es erlebt, von Sonnenauf- gang bis Sonnenuntergang nichts essen und trinken zu dürfen: Einfach mal auf den interkulturellen Dialog setzen und fragen!

Aynur, die täglich in einer Neuköllner Bäckerei von Baklava, Butterringen, Gözleme und anderen Köstlichkeiten umgeben ist, meinte gestern – sichtlich angetan, danach gefragt zu werden: „In den ersten Tagen ist es ab mittags schon hart, aber dann ge- wöhnt man sich dran. Auch an den wenigen Schlaf.“ Während des Ramadan steht sie etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang auf, um noch ordentlich frühstücken zu können; das Abendessen mit Familie und Freunden endet selten vor Mitternacht. „Dann“, sag- te die Mittzwanzigerin, „lassen wir’s richtig krachen.“

Wie die Autorin Hatice Akyün es mit dem Ramadan hält, verrät sie heute in einem erfrischenden, offenen Interview mit der Berliner Zeitung.

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