Ohne Änderungen in der BVV beschlossen …

… wurde am Mittwoch letzter Woche ein Antrag der Neuköllner Grünen, den zuvor der Ausschuss für Verkehr und Tiefbau abgesegnet hatte: „Das Bezirksamt wird gebeten, die Radverkehrssituation in der Oderstraße im Abschnitt von der Siegfriedstraße bis zum Tempelhofer Feld zu verbessern. Zur Verbesserung der Situation sollte die Oder-

oderstraße neukölln

straße asphaltiert und als Fahrradstraße ausgewiesen werden“, besagt die Druck- sache 1134/XIX. Auf einen genauso positiven Ausgang des Prozederes hofft nun Die Linke, die mit ihrem Antrag 1164/XIX ebenfalls auf optimiertere Weiterlesen

Nicht ärgern! Staunen!

Parkende Autos, Fußgänger, Hunde: Auf Neuköllns Radwegen trifft man auf man- ches, was dort nicht hingehört und zu umkurven ist. Eine andere Dimension hat  aber

dinosaurier-route_radweg oderstraße_neukölln

das, was auf dem Radweg Oderstraße in Höhe des südlichen Eingangs zum Tem- pelhofer Feld  zu erwarten ist. Da dürfte klingeln zwecklos und die Devise „Der Klei- nere gibt nach“ sinnvoll sein.

In Neukölln unter die Räder kommen

Der Radweg entlang der Oderstraße ist kein ordinärer Radweg, sondern ein besonderer. Er ist Teil der Radroute 10, die von der Hasenheide bis weit in den Süden Neuköllns führt. Um seinen Charakter des Speziellen zu betonen, bietet er Radfahrern zahlreiche Attraktionen:  zwei Spuren, den freien Blick aufs Tempelhofer Feld, Sprungschanzen nachempfundenen Erhebungen, acht- los kreuzende Fußgänger oder Hunde, vor allem bei Gegenverkehr herausfordernde S-Kurven, glitschiges Laub im Herbst und eine nur äußerst dürftige Schnee- räumung im Winter. Kurzum – ein Synonym für Langeweile ist dieser Abschnitt der Radroute 10 nicht.

altkleidercontainer, radweg oderstraße neuköllnSeit Dienstag letzter Woche hat sich die Zahl der Attraktionen mit Adrenalinschub-Potenzial um eine weitere erhöht. Direkt im Knick der Kurve nördlich des Werner-Seelenbinder-Sportparks steht seitdem ein funkelnagelneuer Altkleider-Container. Immerhin neben dem Radweg und nicht auf ihm. Doch sehr viel weiter können die, die ihn dort aufstellten, nicht gedacht haben. Das beweist die Richtung, in die die Einfüllluke zeigt: Ginge sie zum breiten Fußweg hin, wäre der Behälter ein Ärgernis, so aber ist er ein Unfallpunkt par excellence – für Radfahrer ebenso wie für Leute, die dem Container ihre alten Klamotten einverleiben wollen.

Zudem ist er ein Illegaler, denn der Bezirk Neukölln erteilt bereits seit 2009 keine Sondernutzungsgeneh- migungen für Altkleidercontainer auf öffentlichem Straßenland  mehr. Bür- germeister Heinz Buschkowsky (SPD) der auch Chef des Ordnungsamts ist, muss jedoch einräumen, dass die „fehlende Erlaubnis für einige Aufsteller keinen Hinderungsgrund darstellt.“ Rund 40 illegale Container, teilt er mit, habe das Bezirksamt im letzten Jahr entfernen lassen: „Da sich die Branche durch eine gewisse Dynamik aus- zeichnet und vom Bezirksamt geräumte Stand- orte durchaus wieder zu belegen weiß, werden weitere Aktionen auch in diesem Jahr folgen müssen.“

Der mit Aufklebern des Familienschutzwerk Stadtverbands Berlin versehene Container am Radweg der Oderstraße sollte weit oben auf der Liste der geplanten Aktionen stehen Denn es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis an dieser neuralgischen Stelle Radfahrer inein- ander krachen, um Altkleiderentsorgern auszu- weichen, oder  dort jemand, der mit seinen ausgedienten Klamotten Gutes tun wollte, unter die Räder gerät.

=ensa=

Update (29.2.2012): Der Container wurde entfernt.